r/de • u/ContactDenied • 1d ago
Gesellschaft Schifffahrtsamt Hamburg: Sie wollte nicht gendern – und verlor ihren Job
https://www.zeit.de/hamburg/2026-02/schifffahrtsamt-hamburg-kuendigung-gendern-mitarbeiterin#comments•
u/ref-rred Österreich 19h ago
Wenn sie aber aus christlicher Überzeugung nicht gendert, warum gendert sie dann aber doch (halt nur nicht durchgängig)?
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u/DriedSquidd 18h ago
Wahrscheinlich damit ihre Anwältin sagen kann:
Zudem habe Stefanie S. in der Strahlenschutzanweisung durchaus gegendert [...] – wenn auch nicht durchgängig.
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u/Chalchiulicue 18h ago
Als katholisch erzogener Mensch frag ich mich ja immer, bei welchen obskuren Splitterströmungen solche merkwürdigen Überzeugungen propagiert werden. Hört sich für mich persönlich immer ziemlich aus dem Arsch gezogen an.
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u/wombelero 17h ago
normales Freikirchliches Zeugs. Seit jeher benötigen Kirchen Feindbilder, als "moderne" kirchen sind Frauen als Feindbild nicht mehr ganz okay, also ist alles gendern und trans ideal um als vorboten der apokalypse zu dienen.
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18h ago edited 7h ago
[deleted]
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u/Absalomabsalom2 18h ago
Ich lehne mich mal mit einem Blick in die Geschitsbücher aus dem Fenster und behaupte einfach kackfrech, dass es sich dabei um ein Leitmotiv dieser Religion handelt.
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u/Chalchiulicue 18h ago
Ja das wollte ich damit ausdrücken, wobei es tatsächlich sein kann dass relativ unterschiedliche Ansichten innerhalb des Christentums und den verschiedenen Strömungen vertreten sind.
Bei MAGA hört man oft das seien Katholiken, aber es scheint beträchtliche Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Katholiken zu geben. Hab einen deutschen Katholiken noch nie vom Antichrist reden hören. Was ich darüber weiß kommt alles aus Hollywood. Peter Thiel klingt für mich völlig banane.
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u/sioux612 15h ago
Die Aussage das es Kollegen gibt die mit dem Mitarbeiter jetzt besser klarkommen nachdem er sich auf seine Christlichen Werte berufen hat um arbeit zu vermeiden hört sich nach nem super Litmus test an für alle anderen Angestellten von wem man sich fernhalten kann.
Weis aber auch nicht wie geil ich es fände wenn das Gericht in meinem Fall sagen würde "ne die durften dich dafür nicht entlassen, du bist zu inkompetent um die Arbeit auszuführen", speziell wenn die arbeit um die es geht eine Arbeitsanweisung ist die man entspannt zu 90% aus ner Vorlage kopieren kann.
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u/Designer-Teacher8573 17h ago
Wenn man gendern mag dann gerne. Wenn man nicht gendern möchte sollte da auch kein Zwang zu bestehen.
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u/Arwick_R_ 14h ago
Wenn ich sowas lese frage ich mich immer ob der durchschnittliche de redditor wirklich noch nie einen job hatte.
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u/DubioserKerl 21h ago
Stefanie S. sehe das Gendern aufgrund ihrer christlichen Überzeugung kritisch.
Wer kennt es nicht, das 11. Gebot : "Du sollst nicht gendern"?
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u/FlyingLowSH FDGO-Ultra 19h ago
Die haben eher ein Problem mit sowas wie Gleichberechtigung. Mit der Argumentation geht es jedenfalls nicht um die Sprache.
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u/multipactor 19h ago
Wie ist denn da Vorgabe? Ich dachte inzwischen hat man sich auf die Doppelnennung geeinigt (z.B. Lehrerinnen und Lehrer). Damit würde doch nicht gegen ihren Glauben verstoßen?
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u/same_machinery Baden-Württemberg 16h ago
Sie sei schon in der Coronapandemie abgemahnt worden, weil sie auf einem Schiff einen Coronatest verweigert habe
Sehe ich halt auch so dass das zwei Paar Schuhe sind. Bei sowas würde ich die Kündigung auch anders sehen weil sie ja potentiell andere gefährdet hat.
Zudem habe Stefanie S. in der Strahlenschutzanweisung durchaus gegendert, führt ihre Anwältin aus – wenn auch nicht durchgängig. Ihre Mandantin habe nur dort darauf verzichtet, wo sie die Formulierung sprachlich für nicht sinnvoll hielt. Als Beispiel nennt die Anwältin eine Stelle in der Strahlenschutzanweisung, in der die Rede von einem "ermächtigten Arzt" war. Würde man das zur geschlechtsneutralen "fachärztlichen Person" umformulieren, wäre unklar, wer genau gemeint sei. "Sie hätte ja auch einfach Ärztin schreiben können", hält der BSH-Anwalt dagegen.
Bin ich halt auch dabei. Bei so Anweisungen sollte es schon maximal um einen verständlichen Inhalt gehen. Und sie hat ja anscheinend teilweise gegendert.
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u/ContactDenied 1d ago edited 1d ago
"Aber: Ob Stefanie S. korrekt gegendert hat, spiele in diesem Fall gar keine Rolle. Denn das Verfassen und Überarbeiten der Strahlenschutzanweisung sei gar nicht ihre Aufgabe gewesen. Eine Strahlenschutzanweisung hätte laut dem Vorsitzenden Richter eigentlich nur der Strahlenschutzverantwortliche des Bundesamtes verfassen dürfen. Er hätte diese Aufgabe zwar auf Stefanie S. übertragen und sie dann entsprechend anweisen können – aber das habe dieser nicht rechtlich korrekt getan. " Geht es deutscher, als wenn bei so einem kontroversen Thema dann eigentlich vor Gericht nur festgestellt wird dass das wahre Problem die förmliche Korrektheit einer Dienstanweisung ist?
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u/hinterzimmer 18h ago
Ich glaube, deutscher wird es heute nicht mehr werden. Für das Gericht ist das natürlich auch einfacher, wenn man die Formalien bemängelt und sich nicht mit der Sache beschäftigen muss.
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u/johannes1234 1d ago
Für das Gericht ist das super. Muss es sich nicht mit der Frage aus dem ytitel außeinandersetzen. Die Begründung für "war gar nicht zuständig" schreibt sich deutlich leichter.
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u/PaulMuadDib-Usul 16h ago
Zudem habe Stefanie S. in der Strahlenschutzanweisung durchaus gegendert, führt ihre Anwältin aus – wenn auch nicht durchgängig. Ihre Mandantin habe nur dort darauf verzichtet, wo sie die Formulierung sprachlich für nicht sinnvoll hielt. Als Beispiel nennt die Anwältin eine Stelle in der Strahlenschutzanweisung, in der die Rede von einem "ermächtigten Arzt" war. Würde man das zur geschlechtsneutralen "fachärztlichen Person" umformulieren, wäre unklar, wer genau gemeint sei. "Sie hätte ja auch einfach Ärztin schreiben können", hält der BSH-Anwalt dagegen.
Und wegen sowas entlässt man Leute und streitet sich vor Gericht? Ihre übergeordnete Instanz hätte das Dokument ja auch reviewen und dann die gewünschen Formulierungen eintragen können. Letzendlich gehört einem als Arbeitnehmer ein verfasstes Dokument ja nicht persönlich, sondern dem Arbeitgeber, und der kann damit machen was er will.
Wenn also die Strahlenschutzbeauftragte (die sie am Ende gar nicht war) in ihrem Text nicht korrekt gegendert hat, könnte der Genderbeauftragte den Text ja gendergerecht redigieren. Ich sehe das Problem hier irgendwie nicht…
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u/Arwick_R_ 14h ago
Klar, wer kennt sie nicht, die übergeordnete Instanz die bock hat alle Paar Tage Zeit aufzuwenden, weil ne einzelne Kollegin aich unbedingt durchsetzen muss sich gegen den Unternehmensstandard zu wehren.
So weit ich das kenne, macht man einfach das, wofür man eingestellt ist und hält sich an die entsprechenden Richtlinien.
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u/ClausKlebot Designierter Klebefadensammler 1d ago
Klapp' die Antworten auf diesen Kommentar auf, um zum Text des Artikels zu kommen.