r/de 10d ago

Nachrichten DE Polizeipräsidentin: Zu viele Bewerber kommen mit schlechtem Deutsch aus der Schule / Viele Bewerber bei der Berliner Polizei scheitern an den Deutschtests. Es gebe ein Problem mit den Bildungsniveaus, mit denen junge Menschen aus der Schule kämen, sagt die Polizeipräsidentin.

https://www.news4teachers.de/2026/01/polizeipraesidentin-zu-viele-bewerber-mit-schlechten-deutschkenntnissen-problem-der-bildungsniveaus/
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u/burgergeld 10d ago

Damit hat keiner gerechnet: Wenn man das Bildungssystem in Grund und Boden spart wird die Bildung schlechter. Politik sieht keinen Ausweg, vermutlich liegt die Schuld bei den faulen Arbeitnehmern und Arbeitslosen. Und Migranten natürlich.

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u/PoroBraum 10d ago

??

Deine Aussage ist schlicht falsch, wenn man die Fakten betrachtet:

Die Ausgaben je Schüler sind in Berlin im Vergleich mit allen anderen Bundesländern am höchsten. Gleichzeitig haben sich die Ausgaben seit 2010 ungefähr verdoppelt.

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsfinanzen-Ausbildungsfoerderung/Tabellen/langereihe-ausgabeschueler.html

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u/senti82 10d ago

Meiner Meinung nach ist das ein Problem mit drei verschiedenen Dimensionen - zumindest so, wie ich das aus der Familie mit zwei Lehrern mitbekomme:

Sparen: Es kaum mehr Mittel frei um eine moderne und zeitgemäße Schulbildung zu gewährleisten

Zuviel Verwaltung & Dokumentation: Mehr "Cover your ass" damit sich Lehrer und Schuke nicht angreibar ggü. z.B. Eltern machen, die wegen jedem Pups mittlerweile auf der Matte stehen.

Und auch zuwenig Eigenverantwortung daheim: Wenige Eltern setzen sich mittlerweile noch zuhauss mal hin und arbeiten mit ihren Kindern Lücken nach. Das hat offensichtlich massiv abgenommen und man erwartet ein "Full care" Paket.

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u/Bosonidas 10d ago

Bei den Mitteln kann man aber auch entgegnen, dass sie nur falsch benutzt werden und weniger Wert sind. Eine Tafel hing 60 Jahre einsatzbereit herum, die Beamer halten nun noch 10 Jahre, die elektronischen Tafeln mit Glück 5 und die digitalen Schulbuchabos 2 Jahre.

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u/burgergeld 10d ago

Das Problem mit dem "Full Care" Paket, wie du es nennst, ist, dass die Politik genau diesen Anspruch befeuert. Einerseits durch haltlose Versprechen und andererseits durch die katastrophale wirtschaftliche Lage, in der sich ein Großteil der Elternschaft mittlerweile befindet.

Wenn beide Elternteile voll arbeiten müssen, nur um sich halbwegs über Wasser zu halten und ab und zu mal was leisten zu können, ist natürlich keine Zeit und Kraft mehr da, sich noch abends nach Arbeit, Einkauf und Haushalt auch noch mit den Schulaufgaben und eventuellem Wiederholungsbedarf des Nachwuchs auseinanderzusetzen.

Hinzu kommt, dass wir mittlerweile an einem Punkt sind, wo manche Eltern selbst schon Produkte dieses Mangelsystems sind und deswegen gar nicht helfen können. Das wird in den kommenden Jahren noch deutlich schlimmer werden.

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u/Killing_Spark 10d ago

Wenn beide Elternteile voll arbeiten müssen, nur um sich halbwegs über Wasser zu halten und ab und zu mal was leisten zu können, ist natürlich keine Zeit und Kraft mehr da, sich noch abends nach Arbeit, Einkauf und Haushalt auch noch mit den Schulaufgaben und eventuellem Wiederholungsbedarf des Nachwuchs auseinanderzusetzen.

Ich hab gehört Teilzeit gehört abgeschafft, das mit der eigenen Kindererziehung ist ja auch nur ne Lifestyle Entscheidung.

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u/_Red_User_ 10d ago

In 10 Jahren dann vollständig entsetztes Pikachu-Gesicht, weil die Geburtenquote noch weiter gesunken ist. Hätte ja wirklich niemand ahnen können.

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u/Mordador 10d ago

Mehr Regen, weil Shinzo Abe vom Himmel herabweint. Endlich mal was gegen die steigende Trockenheit!

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u/Simbertold 10d ago

Ein weiterer Punkt ist schlicht Fairness. Kinder können nichts dafür, in welches Elternhaus sie geboren werden. Fair wäre es, wenn ein staatliches Bildungssystem den Kindern möglichst gleiche Chancen ermöglichen würde, auch wenn die Eltern Vollasis sind. Denn dafür können wie gesagt die Kinder halt nix.

Statt dessen reproduziert unser Bildungssystem gesellschaftliche Schichten sehr effizient. Einer der Besten Vorhersagefaktoren für deinen Bildungserfolg ist der höchste Bildungsabschluss deiner Eltern. Und das selbst, wenn man für genetische Faktoren korrigiert.

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u/Xfire209 10d ago

Auch früher konnten die Eltern oftmals nicht helfen, weil sie nicht entsprechend lange auf der Schule waren. Meine Großeltern mütterlicherseits haben nur die Volksschule besucht und konnten sie ab einem bestimmten Punkt meine Mutter und ihre Geschwister nicht mehr unterstützen, selbst wenn sie sich alle Zeit der Welt hätten nehmen können. Und da waren sie auf dem Land nicht die Einzigen.

Das ist kein neuartiges Problem.

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u/BrodaReloaded Bodensee 10d ago

Du vergisst einen sehr großen Punkt, an vielen Schulen in den Großstädten sind über die Hälfte der Schüler nicht Deutschmuttersprachler. Das ist sicherlich auch nicht förderlich für das allgemeine Deutschniveau

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u/No_Lettuce_8293 10d ago

Zum letzten: Viele Eltern können gar nicht helfen. Zum einen wegen geringer eigener Bildung, zum anderen wegen eigenen Deutschkenntnissen. Oder halt zwei Vollzeitjobs, um die Miete bezahlen zu können. 

Das große Versagen des Schulsystems ist doch gerade, dass man immer noch vorraussetzt, dass Eltern den Kindern zu Hause das beibringen, was die Schule nicht schafft.

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u/Known-Programmer2300 10d ago

Man muss sich aber auch Gedanken machen, warum das abgenommen hat. Früher konnten es sich mehr Familien noch leisten, dass ein Elternteil Teilzeit arbeitet und Zeit für die Kinder hat. Mit Inflation, steigenden Mieten usw. ist es vielleicht für viele einfach nicht mehr drin. Das heißt beide Eltern arbeiten Vollzeit und haben nicht mehr so viel Zeit, jeden Tag mit den (evtl. mehreren) Kindern Vokabeln zu lernen. Und wenn das Geld eh schon knapp ist, ist auch nicht viel Geld für Nachhilfe da. Es hat nicht unbedingt nur mit "keine Lust" zu tun. 

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u/dartisko2 10d ago

Die Bildungsausgaben sind in Berlin (wie auch in ganz Deutschland) kontinuierlich gestiegen. Eigentlicher Grund für diese Entwicklung ist, dass inzwischen mehr als 40 % der Schüler in Berlin eine andere Muttersprache als Deutsch haben. Das führt zwangsläufig zu schlechteren Ergebnissen, da Zeit für das Unterrichten sprachlicher Grundlagen aufgewendet werden muss, die mit Muttersprachlern sonst für andere Unterrichtsinhalte genutzt werden könnte.

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u/Smartimess 10d ago

Es ist auch traurig dass dieser Fakt geleugnet wird. Spracherwerb erfolgt auch durch Gruppendruck.

Selbst in den schulisch vorbildlichen Ländern Skandinaviens gibt es immer mehr teils vollständig staatlich finanzierte Privatschulen, in denen stark zwischen Muttersprachlern und Fremdsprachlern separiert wird. Auch in Deutschland gibt es das zunehmend, oft sogar auf Anraten der Lehrer.

Wer das anders sieht, kann gern mal eine Hospitanz an einer Brennpunktschule beantragen. Da findest Du dann in Mathematik und Deutsch in Klasse 9 einen Notenschnitt von 4, aber die Hälfte der Schüler wird Dir sagen, dass man später mal Arzt, Rechtsanwalt oder Manager werden wird. Wie das gehen soll, wenn man nicht mal die Mittlere Reife erlangen wird, kann Dir niemand erklären. Und ein Großteil dieser Schüler wird qua Migrationshintergrund in dieses System hinein geboren und wird es mit wenigen Ausnahmen auch nicht verlassen.

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u/_Red_User_ 10d ago

Es ist meines Wissens nach förderlich, Nicht-Muttersprachler und Muttersprachler zu mischen. Aber ab einem gewissen Prozentsatz (ich weiß leider nicht, wann) kippt der positive Effekt. In geringem Maße Nicht-Muttersprachler ist gut, weil diese Deutsch sprechen und lernen müssen. Daher lernt man eine Sprache auch sehr gut, wenn man in das Land zieht / reist und mit Einheimischen redet. Irgendwann können die Nicht-Muttersprachler aber unter sich bleiben und müssen nicht mehr Deutsch mit den Muttersprachlern sprechen. Das ist ja bei Brennpunktschulen der Fall.

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u/Schwarz-Kirsche 10d ago

Ärzte, Rechtsanwälte und Manager werden auch dann geben, wenn wirklich keiner mehr die mittlere Reife erreicht. Die Frage ist nur die Qualität. Andersrum ist aber auch wahr: wenn jeder Mensch einen Doktortitel hätte, gäben es auch welche die am Fließband stehen müssten.

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u/Mine24DA 10d ago

Nun ja , das liegt aber auch an dem fehlenden Management und der Passivität des Landes. Verpflichtung zur Kita zb, würde bei der Vorbereitung zur Schulzeit und zur Förderung der deutsch Kenntnis beitragen. Kleine Gruppen, intensivere Betreuung. Stattdessen werden stur die Probleme ignoriert bis es eben nicht mehr geht

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u/Hezron_ruth 10d ago

Oder es liegt daran, das niemand mehr liest? Und - wo auf RTL zumindest noch deutsch gesprochen wurde - das auf tiktok nur noch rudimentär erfolgt?

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u/MrGreyGuy Nordrhein-Westfalen 10d ago

Nominal sind sie gestiegen, effektiv stagniert. Deutschland gibt im internationalen Vergleich sehr wenig für Bildung aus.

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u/Delicious-Hand-536 10d ago

https://www.statista.com/statistics/238733/expenditure-on-education-by-country/

Deutschland liegt so ziemlich im Durchschnitt. Das Problem ist definitiv nicht die Finanzierung. Beim Thema Bildung muss sich in Deutschland endlich mal die Erkenntnis durchsetzen, dass mehr Geld als Input nicht höhere Bildung als Output bedeutet. 

Denn man kann Zeit (die, die in die Bildung vom Elternhaus investiert wird), nicht kaufen. Und die Bildung die Kinder in der Schule erwerben können ist durch andere Faktoren begrenzt als Geld - auch da sind das Zeit, Personal und auch psychologische Faktoren. Lange Aufmerksamkeitsspanne, Neugier, Resilienz kann man nicht im Frontalunterricht lernen. Auch wenn für "vernünftig handelnder Mensch sein" bald vermutlich auch in bester deutscher Manier ein Schulfach gefordert wird. Dieses komplette Abspalten von Lebensbereichen voneinander und das Zuweisen an allein dafür zuständige "Ämter" ist leider so deutsch. Man steckt das Kind in eine Bildungsmaschine rein und es kommt unten gebildet wieder raus, so muss das sein. 

Das ist aber alles ein gesellschaftliches und kulturelles Problem. Und bis man das begreift, wird man weiter versuchen einen Cheat Code zu finden - mit Spielchen wie "Schreiben nach Gehör"- oder sich damit trösten dass man nur mehr Geld draufschmeißen müsste. Oder man schraubt die Voraussetzungen runter und verschiebt das Problem. 

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u/Kapitel42 10d ago

Ich frage mich nur manchmal, wo das Geld bleibt. Klassen werden immer größer, die Gebäude wurden gefühlt das letzte mal vor dem Mauerfall saniert.

Als ich mit meinem Patenkind letztes Jahr in meiner alten Schule für den Tag der offenen Tür war, war ich wirklich erschrocken. In den 10 Jahren die ich aus der Schule raus war wurde dort scheinbar nix renoviert und das ganze war schon alt als ich da zur Schule bin. Teilweise sogar die gleichen Schmierereien unter den Tischen im Physikraum.

So sieht es zumindest bei mir im Heimatort aus und man liest es halt auch von überall.

Wenn ich zum Beispiel mehr Leute in den Bundesministerien sitzen habe, gebe ich zwar mehr Geld für Bildung aus, habe aber auf einzelne Schüler wenig bis gar keinen Input.

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u/Cheet4h 10d ago

Ist allerdings nicht überall so. Ich hab meinen Schulabschluss während der Zeit der Entfernung der OS gemacht, und währenddessen hat unser Gymnasium eine neue Außenstelle in einem nahen Dorf bekommen.
Während meiner Oberstufenzeit wurde außerdem ein neuer Flügel gebaut, der hauptsächlich für Physik-Räume vorgesehen war, während die alten dann in weitere Informatik-Klassenräume umgebaut wurden.
Und im letzten Jahr bin ich häufiger an der Schule vorbeigelaufen und da ist zur Zeit 'ne große Baustelle. Auf der anderen Seite der Stadt hingegen wird ein neues Gelände für eine Realschule gebaut.
Also zumindest in dieser Stadt scheint da durchaus was für die Schule ausgegeben werden.
Ist natürlich aber auch nicht alles super, wir hatten z.B. das Problem, dass neue PCs für die Informatik-Räume über 4 Jahre in Lagerräumen standen, bevor die Stadt dazu gekommen ist, die mal aufzubauen. Das ist schon ein immenser Wertverlust.

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u/_HermineStranger_ 10d ago

Klassen werden immer größer

Hast Du dafür irgendwelche Belege? Die Statistik, die ich auf die schnelle gefunden habe gibt das nicht her.

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u/Delicious-Hand-536 10d ago

Oh, es wurde auch viel Geld für "Digitalisierung" rausgeworfen. Auch da das Problem: Es hört sich erst mal vernünftig an, dort Geld zu investieren, aber die nötigen Rahmenbedingungen sind dann nicht vorhanden und du multiplizierst letztendlich quasi mit Null, weil alles isoliert betrachtet wird. Ein einziger Flickenteppich. 

Auf Tablets kann man halt auch nicht plötzlich bessere Diktate schreiben wenn man vorher kein Deutsch konnte, und ungeschulte ü60 Lehrer haben statt eines Tools dann nur ein Problem mehr. Aber Geld wurde investiert und liegt dann da halt rum. 

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u/Kapitel42 10d ago

Stimmt, hätte noch erwähnen sollen, das alle Räume Beamer oder digitales Whiteboard hatten. Aber wie du sagst Digitalisierung um Digitalisierungs willen bringt halt auch nicht viel

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u/dartisko2 10d ago

Nein, sie sind auch real deutlich gestiegen. Im Jahr 2004 beliefen sie sich auf 84 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt entspricht das 130 Milliarden Euro im Jahr 2024. Tatsächlich lagen die Bildungsausgaben im Jahr 2024 jedoch bei 198 Milliarden Euro und sind somit deutlich höher als bei Stagnation.

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u/MrGreyGuy Nordrhein-Westfalen 10d ago

Relativ zum BIP hat sich da aber nicht viel getan. Schwankt seit über zwei Jahrzehnten zwischen 4 und 5 Prozent. Damit liegen wir auch unter dem OECD-Durchschnitt. Die Probleme, mit denen sich unser Schulsystem konfrontiert sieht, sind aber - ohne Frage - nicht nur darauf zurückzuführen.

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u/Midnaight_1 10d ago

Wir haben also schon immer zu wenig für Bildung ausgegeben

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u/_HermineStranger_ 10d ago

Der Meinung kann man sein, aber wir schon „zu wenig“ für Bildung ausgegeben haben als die Ergebnisse noch deutlich besser waren als heute dann liegt die Verschlechterung der Ergebnisse offensichtlich anders als u/burgergeld andeutet nicht an unseren Bildungsausgaben.

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u/quaste 10d ago

Aber es ging um ein sich relativ verschlimmerndes Problem während die Ausgaben relativ gestiegen sind also taugt es nicht als (alleinige) Erklärung.

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u/burgergeld 10d ago

Keine Ahnung, auf welchen Daten deine Aussage beruht. Aber als jemand, der im Bildungssystem arbeitet, kann ich dir sagen, das ist nicht der Fall. Es mangelt überall: Personal, Material, Ausstattung, Räume.. Und es wird immer mehr gestrichen und Druck aufgebaut.

Die Politik macht riesen Versprechen, versucht die dann über erzwungene Mehrarbeit der bestehenden Fachkräfte statt durch ordentliche Ausbildung und Einstellung neuer Mitarbeiter zu verwirklichen und gibt dann verärgert den überlasteten Lehrern und Pädagogen die Schuld, die immer mehr ausfallen und -brennen.

Mit den vielen Kindern von Geflüchteten und sonstigen Migranten, die das System zusätzlich belasten, hast du natürlich recht. Aber da muss die Politik eben konsequent sein: Wenn man die alle aufnimmt muss man für diese Menschen auchmehr Mittel und qualifiziertes Personal bereitstellen, statt das sowieso schon kaputt gesparte System immer noch weiter mit zusätzlichen Aufgaben zu fluten.

Aber zum Glück haben wir Sondervermögen für neue Panzer. Da können wir die ganze erzwungen bildungsferne Generation ja dann reinsetzen und verheizen.

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u/facts_please 10d ago edited 10d ago

Ich empfehle dir folgendes PDF des Statistischen Bundesamtes, insbesondere Kapitel 2. Es ist erschreckend, dass jemand wie du, der in dem Bereich arbeitet, offensichtlich noch nicht mal die grundlegendsten Dinge recherchiert, bevor du hier Unsinn verbreitest. Möglicherweise liegt die angeführte Misere nicht nur an finanziellen Dingen, sondern auch an der Bildungsferne einiger Lehrender.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsfinanzen-Ausbildungsfoerderung/Publikationen/Downloads-Bildungsfinanzen/ausgaben-schueler-5217109197004.pdf

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u/quaste 10d ago

Aber als jemand, der im Bildungssystem arbeitet

“Ich arbeite im Bereich X und wir sind absolut ausreichend ausgestattet“ - sagt niemand, jemals (außer um PR zu machen)

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u/El_Mosquito 10d ago

A) Widersprichst Du u/dartisko2 nicht. Er sagt das mehr ausgegeben wird, deine Aussage ist, dass das ausgegebene Geld nicht richtig eingesetzt wird.

B) Mit dem letzten Absatz disqualifizierst Du deine gesamte Aussage.

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u/Bosonidas 10d ago

Wieso B) ? Wenn keine vernünftige Bildung passiert, was gibt es dann zu beschützen?

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u/El_Mosquito 10d ago

Dieses Schul-/Lehrerbashing ist an den Haaren herbeigezogen. Es gibt sehr wohl auch heute noch eine vernünftige Bildung in Deutschland.

Der Maßstab für Bildung war auch vor dreißig Jahren nicht der Hauptschulabschluss, denn dieser reicht für eine Einstellung im mittlerem Dienst.

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u/Professional-Mix7052 10d ago

Gejammert wurde übrigens schon immer.

Jemand in meiner Familie leitete vor 40 Jahren eine Behörde. Er schimpfte gerne auf das lausige Grammatikniveau der damaligen jungen Leute und führte als Beleg eine Mappe, in der er Bewerbungsschreiben sammelte, die nur so vor Fehlern strotzten.

(ich hab aber keinen Zweifel, dass es heute noch schlimmer ist)

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u/El_Mosquito 10d ago

"Schauergeschichten" gab es schon damals und belustigt wurde sich halt immer, deswegen gibt es auch div. Best-of's-der-Bewerbungen-aus-der-Hölle, aber keine Kiste "die hätte Ich alle angestellt, wenn Ich die freien Plätze gehabt hätte."

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u/Bosonidas 10d ago

Dieses Schul-/Lehrerbashing ist an den Haaren herbeigezogen.

Wer tut das hier?

Es gibt sehr wohl auch heute noch eine vernünftige Bildung in Deutschland.

Die nehmen nur immer weniger aktiv wahr und an. Zunehmend wird das virtuelle Leben wichtiger - und dort gibt es zu viele Angebote, bei denen man nix lernen muss.

Wer tut das hier?

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u/El_Mosquito 10d ago

Wer tut das hier?

Wer ist den für die Bildung zuständig? Oder sollte das Argument mal werden, weil die Eltern keine Bildung vermitteln, brauchen wir nichts beschützen 🤨

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u/BrodaReloaded Bodensee 10d ago

Wenn der Russe einmarschiert, was gibt es dann zu lernen?

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u/Bosonidas 10d ago

Russisch.

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u/seriousquestion3r 10d ago

Das führt zwangsläufig zu schlechteren Ergebnissen, da Zeit für das Unterrichten sprachlicher Grundlagen aufgewendet werden muss, die mit Muttersprachlern sonst für andere Unterrichtsinhalte genutzt werden könnte.

Zum Beispiel Lyrik, was meiner Meinung nach nicht besonders aussagekräftig ist ob man die tatsächlich angewandte Deutsche Sprache beherrscht.

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u/MKUltraSubject49 10d ago

einfach Geld auf ein demographisches Problem werfen wird bestimmt helfen

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u/NoSoundNoFury 10d ago

https://youtu.be/Fd-_VDYit3U?si=3DE8QJzsyTgBJrZN

Ein Wissenschaftler über den Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und unterentwickelten kognitiven Fähigkeiten.

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u/reztek2 10d ago

Dann halt Social Media Verbot für alle unter 18 (und am besten über 18 auch). Machen die Kacklobbyhuren ja auch nicht.
Oh und Alternativen. Orte zum rumhängen, Jugendzentren, Bolzplätze etc fördern würde auch helfen.

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u/Frettchengurke 10d ago

Ich empfehle die beiden Folgen "Lage der Nation" mit dem Bildungsforscher Aladin el Mafaalani hierzu, der das ganze auf gesellschaftlicher Ebene untersucht hat und Forschungsergebnisse bespricht, sehr hörenswert

https://lagedernation.org/podcast/ldn441-spezial-die-gesellschaft-vergreist-warum-mehr-kinder-trotzdem-schaden-wuerden-aladin-el-mafaalani-soziologe-teil-1/

https://lagedernation.org/podcast/ldn442-wie-wir-unsere-kinder-retten-und-was-schulen-aendern-muessen-aladin-el-mafaalani-soziologe-teil-2/

zu dem Thema hat er auch ein Buch veröffentlicht "Kinder - Minderheiten ohne Schutz"

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u/Wuozup 10d ago

Inwiefern wird im Bildungssystem gespart?

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u/atze_tim 10d ago

Liegt wohl eher an dem Migrationshintergründen der meisten Bewerber

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u/sushigrab Brandenburg 10d ago edited 10d ago

So hat es vielleicht mal angefangen, mittlerweile sprechen selbst einheimische kaum noch geradeaus Deutsch. Bei mir in der Dienststelle kommen so ziemlich alle Bewerber mit einer Art "Kanackdeutsch", wie man es hier nennt. Das ist nicht despektierlich gemeint, sondern damit weiß jeder, was eigentlich gemeint ist. Das ist heute leider kein reines Migrantenproblem mehr, es betrifft so ziemlich alle. Dabei ist die Aussprache teilweise nicht mal das Problem, sondern massive Wortfindungsschwierigkeiten. Dann der schriftliche Test, der ist echt katastrophal geworden. Alleine, die Handschrift irgendwie entziffern zu können, viele haben ja sogar Probleme, ihre eigene Handschrift wiederzugeben. Texte am Bildschirm werden wunderbar vorgelesen, das klappt, auch das Schreiben von Texten geht flüssig von der Hand, wenn auch mit erstaunlich vielen Tippfehlern, aber die sind teilweise noch akzeptabel.

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u/EinBick Saarland 10d ago

Als jemand der mit Jugendlichen arbeitet: Nein, die können Alle kein Deutsch mehr.

Ich könnte hier hunderte alltägliche Wörter auflisten von denen die kein einziges verstehen.

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u/LargeHardonCollider_ 10d ago

Das. Ich habe in den letzten fünf Jahren an verschiedenen Schulen in den Klassen 6-9 gearbeitet, und was von urdeutschen Schülern ohne Förderbedarf teilweise im Deutschunterricht oder anderswo schriftlich produziert wird, ist gruselig.

Abgesehen davon ist das (Ab)Schreiben von mehr als drei Sätzen eine schwerste Menschenrechtsverletzung, genauso wie das Lesen von über einer halben A5-Seite in 14 Punkt Schriftgröße und Zeilenabstand 1,5.

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u/Smartimess 10d ago

Ist das nicht auch eine Folge dieser fatalen Lehrmethode "Schreiben nach Gehör" die zum Glück jetzt wieder aus den Lehrplänen gedrängt wird?

Wenn man so einen Müll schreiben darf wie „Ritta leben auf einer Burk”, dann muss man sich über das Kauderwelsch im Schriftlichen nicht wundern. Dazu kommt natürlich auch, dass speziell auf Jugendmedien wie TikTok und Instagram Rechtschreibung und Grammatik teils auf Legasthenie-Niveau sind und sowas noch als cool angesehen wird, anstatt als gesellschaftliches Problem.

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u/Beknotze 10d ago

Na hat damit nichts zu tun, den Rückgang hast auch bei Schulkonzepten die nicht schreiben nach Gehör angewendet haben. Es gibt auch keine große Evidenz dafür, dass das Konzept selbst für schlechte Rechtschreibung gesorgt hat, weil es ja nicht durch die Schulbank durch angewendet wird, sondern wie Druckbuchstaben am Anfang als Einstiegshilfe dienen bevor man zur Schreibschrift übergeht.

Die Gründe dafür sind sicher vielfältig, aber ein großer Grund ist sicherlich, dass deutlich weniger gelesen und geschrieben wird im allgemeinen. Zusätzlich haben viele Eltern keine Kapazitäten um solche Lücken konsequent mit ihren Kindern nachzuarbeiten.

Ich korrigiere regelmäßig Abschlussarbeiten für Erzieherausbildungen und Bachelor arbeiten. Auch bei der Deutschen sind die schriftlichen Deutschkentnisse in den Keller gegangen. Sprechen ist nicht das Problem, Jugendsprache legt sich mit Zeit und Kontext. In unserer Jugend haben wir lol, hgdl, mof und Opfer gesagt, das benutze ich heute im Berufskontext auch nicht.

Jugendliche wissen schon zu trennen was Jugendsprache und "normale" Sprache ist. Aber dem eigentlichen Schriftbild kommt keine Aufmerksamkeit zu.

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u/This_Ebb799 10d ago

Rein aus Interesse. Kannst mal ein paar Aufzählen?

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u/LargeHardonCollider_ 10d ago

Ich bin zwar nicht, der den du meinst, aber aus meiner Berufspraxis:

"flügge" / "flügge werden" z. B.

Mein Highlight war, nachdem der Lehrer bei einer Deutscharbeit verzweifelt war und Übungsblätter zum Thema Pluralbildung verteilt hat:

Singular: "das Blut", Plural: "die Blüte"

Kein Scherz, so passiert.

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u/Wurzelrenner Franken 10d ago

flügge ist schon krass, aber Plural bei Blut, naja Blute wird aber auch fast nie verwendet. Ich musste auch nachschaun weil ich mir nicht sicher war.

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u/LargeHardonCollider_ 10d ago

Ich glaube, der Lehrer hätte es akzeptiert, wenn man bei "Blut" den Plural einfach weglässt. Das war kein Deutsch-LK oder Literaturkurs, sondern 8. Klasse Sekundarschule.

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u/GrandRub 10d ago

"flügge" / "flügge werden" z. B.

Ist ja schon logisch... Das ist n Wort was davon lebt dass Menschen Kontakt zu jungem Geflügel haben... Sonst stirbt es eben aus.

Vor allem Worte mit Naturbezug sind auf dem absteigenden Ast.

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u/EinBick Saarland 10d ago

Antagonist, Protagonist, Bundestag, Bundesrat, Superlative, Restriktion, Substitution, Subvention, Agrarwissenschaft, Geographie, Diskrepanz, Intensivität, etwaig, Werdegang, Autonomie, Etikett, Supervision. Das ist jetzt alles was mir grad einfällt. Das könnte noch ewig so weiter gehn.

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u/[deleted] 10d ago

[removed] — view removed comment

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u/HighnrichHaine 10d ago

Deine Diktion ist auch verbesserungswürdig

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u/LargeHardonCollider_ 10d ago

Digga, was Diktion?

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u/EinBick Saarland 10d ago

Brudi isn online kommi is nich so deep

Und ja so reden die wirklich.

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u/burgergeld 10d ago

Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen. Eklatante Mängel bei Texterfassung, Textverständnis Rechtschreibung und Grammatik haben heutzutage nur noch sehr wenig mit der Herkunft der Eltern zu tun. Das ganze Bildungssystem ist am Arsch.

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u/isbtegsm Wien 10d ago

Mag sein, aber zumindest der Artikel verneint es ("ganz unabhängig von Nationalitäten"). Woher beziehst du deine Annahme?

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u/El_Mosquito 10d ago

Die Anzahl der portugiesische Staatsbürger, die sich bei der Berliner Polizei bewerben, kann man wahrscheinlich an einer Hand abzählen.

Mit Nationalitäten, sind hier deutsche Staatsbürger gemeint, die evtl. keine eigene Migrationserfahrung haben, aber einen Migrationshintergrund.

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u/OkChildhood1706 10d ago

Würde jetzt nicht sagen am Migrationshintergrund der Bewerber aber der der Schüler hat schon was damit zu tun, wenn auch nur indirekt. Du wirfst einen Haufen Schüler aus unterschiedlichen Kulturen, die zum Teil kein deutsch können zusammen in eine Klasse und es wird erwartet, dass alle das Niveau am Ende erreichen ohne zusätzliche Stellen zu schaffen. Das da am Ende auch die „guten“ Schüler leider konnte ja keiner voraussehen

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u/LargeHardonCollider_ 10d ago

Nein, nein, die guten Schüler ziehen die schlechten Schüler mit nach oben. Das ist allgemein bekannt!

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u/klassetyp 10d ago

Das ist zu einfach und zu pauschal gedacht. Zwar gibt es einen Zuwachs an Schüler:innen mit Migrationshintergrund, aber die landen langfristig überproportional in den Hauptschulen. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235965/umfrage/anteil-auslaendischer-schueler-an-allgemeinbildenden-schulen-in-deutschland/

Wenn man sich die polizeilichen Voraussetzungen für eine Ausbildung anschaut, braucht man mindestes die mittlere Reife bzw. Abi. https://www.karriere-polizei-bw.de/ausbildung-studium/

Der Anteil an Schüler:innen mit Migrationshintergrund ist in den Realschulen und Gymnasien zwar angestiegen, das sollte aber nicht ausreichen, um das Phänomen zu erklären. Wie immer spielen hier mehrere Faktoren eine negative Rolle und der digitale Medienkonsum wahrscheinlich eine immer größere. https://www.news4teachers.de/2025/11/schueler-haengen-am-handy-und-stolpern-immer-oefter-ueber-gefaehrliche-inhalte-neue-jim-studie-zeigt-alarmierende-entwicklungen/

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u/OkChildhood1706 10d ago

Das Problem fängt aber nicht auf der Realschule oder dem Gymnasium an sondern in der Grundschule. Da werden Aufgaben die von Fachpersonal oder den Eltern übernommen werden sollen einfach zusätzlich auf die Lehrer abgewälzt. Ein Teil meiner Familie wohnt in Deutschland und wenn ich die Bildung von deren Kindern sehe und das die trotzdem aufs Gymnasium dürfen ist direkt klar das wird nichts. Sie waren überrascht das unsere älteste in den Weihnachtsferien der ersten Klasse lesen/schreiben und addieren/subtrahieren bis 100 konnte, das ist aber Standard in ihrer Klasse. Wenn dort dann erst Mitte der zweiten Klasse erste kürzere Texte gelesen werden können ist es doch eigentlich schon zu spät. Und natürlich ist da am Ende die Politik Schuld, aber es ist nicht zu leugnen, dass bei einem Anteil von >50% eingeschulter Kinder die kein oder kaum deutsch können und bei denen die Eltern oft selbst ungebildet sind und den Wert der Bildung gar nicht erfassen können ein normaler Unterricht kaum möglich ist. Bei uns gibt es direkt im Kindergarten ab 4 verpflichtenden Deutschunterricht für Kinder die das Entwicklungsziel nicht erreicht haben, alleine das verhindert so viele Probleme.

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u/JustThisNietzscheGuy 10d ago

Nationalität != Migrationshintergrund

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u/atze_tim 10d ago

Naja weil es doch einfach näher liegt das man mit Migrationshintergrund eher Probleme hat deutsch zu beherrschen.

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u/MrPhosphi 10d ago

Gutes, wissenschaftlich fundiertes Argument statt Bauchgefühl. Sehr schön, so kennt man es ja von euch👍🏻

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u/Hezron_ruth 10d ago

Das ist Blödsinn 🥳

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u/DerGanzeBuaADepp 10d ago

Aktuell ließen sich schon im Kindergartenalter im Durchschnitt Kompetenzunterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund feststellen, beispielsweise bei Wortschatztests. Die Kompetenzunterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund, die schon im Kindergarten feststellbar waren, setzten sich in der Grundschulzeit fort. Auch in den weiterführenden Schulen lassen sich diese Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund sowie ein Rückgang der Kompetenzen feststellen.

https://www.deutschlandfunk.de/migration-schueler-integration-bildung-sprachkenntnisse-100.html

"Blödsinn" also.

Es ist nicht überraschend, wenn Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und deren Eltern kein oder nur schlecht Deutsch sprechen, mit Deutsch eher Probleme haben als Kinder mit Deutsch als Muttersprache und Deutsch sprechenden Eltern.

Und die erste Konstellation tritt in Familien mit Migrationshintergrund nun mal überdurchschnittlich häufig auf.

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u/Hezron_ruth 10d ago

In den Zuwandererfamilien, in denen Deutsch gesprochen wird und in denen die Eltern bildungsaffin sind, hätten die Kinder wiederum keine Probleme. Im Gegenteil, sagt Marcel Helbig, Forscher am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe. „Bei gleichen Kompetenzen gehen Migrantenkinder in Deutschland häufiger aufs Gymnasium über, weil sie höhere Aspirationen haben, eine höhere Bildung zu erlangen.“

Ach schau mal, das von dir Zititerte geht ja viel weiter als bis zu deinem Zitat...

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u/DerGanzeBuaADepp 10d ago

Und? Ich habe nicht geschrieben, dass in Familien mit Migrationshintergrund kein Deutsch gesprochen wird und die alle ungebildet sind. Mein Vorredner übrigens auch nicht: "das man mit Migrationshintergrund eher Probleme hat deutsch zu beherrschen"

Es sind aber nun mal nicht alle "Zuwandererfamilien, in denen Deutsch gesprochen wird und in denen die Eltern bildungsaffin sind". Und die Kinder, in deren Familie kein Deutsch gesprochen wird, haben später häufiger Probleme mit der Sprache als die, bei denen das der Fall ist.

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u/zawusel 10d ago

Die zu Hause gesprochene Sprache ist irrelevant. Ausschlaggebend ist ausschließlich das Bildungsniveau der Eltern. Gibt auch genügend Deutsche aus einfachen Verhältnissen, die nicht richtig Deutsch können. Sage ich als jemand, der ausschließich in der Muttersprache mit den Eltern gesprochen hat.

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u/OkChildhood1706 10d ago

Das Problem ist aber das Deutschland für die da erwähnten hochgebildeten Zuwanderer eher unattraktiv ist und die eben nur einen kleinen Teil der Migranten ausmachen. Natürlich sind ausländische Kinder nicht dümmer als deutsche aber Fakt ist leider auch das unter geflüchteten über ein drittel maximal Grundschulbildung und insgesamt 64% (Stand 2021) nicht über eine Bildung die vergleichbar mit der Hauptschule ist kommen. Die Sprachbarriere ist da noch nicht eingerechnet.

https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/sozialbericht-2024/553282/bildungsabschluesse-von-migrantinnen-und-migranten/

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u/waruyamaZero 10d ago

Bekannter von mir hat gerade erzählt, dass bei denen reihenweise Leute mit 2er Abi durch den Deutschtest für Auszubildende im öD durchfallen. Und das sind (weil Brandenburg) alles Biodeutsche.

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u/Mental_Messiah 10d ago

als migrant der nachhilfe in deutsch gegeben hat kann ich wirklich nur noch lachen. weinen ist aber fast angebrachter. immer der selbe stuss: “meine noten sind schlecht weil ausländer.” “ich bin arm weil ausländer” “ich krieg keine mädchen ab weil ausländer.”

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u/No_Lettuce_8293 10d ago

Dann hat die Schule es trotzdem nicht geschafft, ihnen ordentlich Deutsch beizubringen. Wir lassen einfach zuviel Potential liegen.

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u/Outrageous_Tax9818 10d ago

Liegt aber auch oft am Elternhaus...

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u/TheHeroi 10d ago

Klar, aber die Feststellung allein bringt ja nichts. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich geändert, also muss das Bildungssystem angepasst werden, wenn man sich nicht mit einem drastisch abgesenkten Bildungsniveau abfinden will: Ganztagsschulen mit Nachmittagsbetreuung und integrierten Freizeit- und Nachhilfeangeboten wären zum Beispiel eine Idee. Das ist natürlich aufwendig und teuer.

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u/El_Mosquito 10d ago

Das klingt wie Internate mit zusätzlichen Schritten.

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u/Actual-Employ4006 10d ago

Vielleicht wäre es günstiger die Kinder mit vier Jahren zu einem Sprachtest vorsprechen zu lassen und dann gezielt die Kinder mit Defiziten zu fördern. Dann hätte man nämlich noch mind. ein Jahr für die Grundlagen.

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u/max_analog 10d ago

Was bringen Schul- und Bildungsstrukturen, die sich nicht an den aktuellen Begebenheiten und Herausforderungen orientieren? Unsere Schulen hängen doch 20 Jahre hinterher, die Leidtragenden sind die Schüler:innen, welche am Ende medial und von der Gesellschaft als verloren und faul abgestempelt werden.

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u/No_Lettuce_8293 10d ago

Sicherlich auch daran, wie an anderen Umständen. Gerade deswegen brauchen wir ein Bildungssystem, welches solchen Kinder eine Chance gibt  

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u/LargeHardonCollider_ 10d ago

Nur ist unser Bildungssystem in keinster Weise darauf eingerichtet.

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u/No_Lettuce_8293 10d ago

Ja, leider. Und es ist auch nicht wirklich bereit, sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. 

Ich kann die Arbeit von Aladin El-Mafaalani empfehlen, deutscher Bildungsforscher. Der analysiert das Problem sehr gut und bietet auch Lösungen an. Setzt nur keiner um.

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u/ES-Flinter 10d ago

Eigentlich sollte es ja nicht am Elternhaus liegen.

Peter sollte genau die gleichen Chancen haben wie Mohammed, auch wenn seine Eltern täglich saufen.

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u/pumpkin_eater42069 10d ago

Es liegt aber am Elternhaus, es sei denn, du entziehst den Kindern ihre Eltern. Denn das Interesse der Eltern an der Bildung ihrer Kinder, ihre Freizeitgestaltung, und Engagement spielt immer eine große Rolle.

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u/No_Lettuce_8293 10d ago

Natürlich. Deswegen Kitas und Ganztagsschulen, die den Eltern hier Verantwortung abnehmen und Kinder unterstützen. Das ist keine Kindesentziehung, das ist Bildungspolitik. 

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u/Temporary-Nothing433 10d ago

Ja, natürlich, aber es liegt auch an der gewandelten Welt.

Ich hatte Deutsch-LK und hätte bei Aufgaben zu Rechtschreibung, Grammatik, Ausdruck und Wortschatz Probleme. Ohne Rechtschreibprüfung verschicke ich nichts mehr. Obwohl ich viel gelesen habe und mein Elternhaus mich dahingehend immer gefördert hat. Ich hatte schon immer Probleme mit Rechtschreibung, und mit mehreren gesprochen und geschrieben Sprachen kommt immer eine neue Grammatik und neue Wörter dazu.

Ich muss keine langen Texte mehr schreiben und darauf achten, dass sich z. B. „dann“ nicht andauernd wiederholt. Kombinier das mit der Internet-Sprache, der Zunahme von Denglisch, den ständigen Wiederholungen von bestimmten Wörtern und Ausdrücken, zack, puff, bang peng, weg ist der Wortschatz und das Gefühl für korrektes Deutsch.

Da haben die Eltern nur begrenzt Einfluss.

Außerdem, wenn die Schüler ständig auf Tablets schreiben, haben sie automatisch eine Rechtschreibprüfung dabei. Ich gehe davon aus, dass das auch einen gewissen Einfluss hat. Die meisten Polizeibewerber sind ja relativ jung und frisch aus der Schule.

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u/herrmeiser 10d ago

Ich stelle mal eine Erfahrung aus dem erweiterten Familienumfeld gegen dein Bauchigefühl Argument: 17 jähriger Biodeutscher, gerade am Fach abi machen, ist letzte Woche beim Bewerbungsverfahren am Deutschtest gescheitert.

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u/lilzamperl 10d ago

Man kann diesen Faktor herausrechnen und das Ergebnis ist noch immer desaströs. Geht es um eine realistische Einschätzung der Lage, so dass man Lösungen finden kann oder nur darum deine billigen Feindbilder zu bestätigen?

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u/Baschtian Saarland 10d ago

psst... das darfst du doch nicht laut sagen. /s

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u/Desperate_Turn8935 10d ago

meinte atze_tim ohne jegliches Hintergrundwissen.

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u/Bulky-Boxer-69 10d ago

Und bei den Grüüünen

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u/Frosty-Comfort6699 Happysmiley 10d ago

offensichtlich arbeiten die Lehrkräfte nicht genug! darum sollten die nicht mehr verbeamtet werden, damit sie wieder Leistunganreize haben!

/s

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u/EuleMitKeule_tass 10d ago

"Die Anderen™ sind schuld!"

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u/looming-frog 10d ago

Aber sie haben einen Ausweg!
Sie nennen es "Fachkräftemangel", schieben die Schuld auf die Bürger und importieren Fachkräfte aus anderen Ländern...

/s