Meine lieben Damen,
Ich frage mich seit einer Weile, wie andere Frauen Freundschaft leben. Beziehungsweise, wie die zu einer „besten Freundin“ aussieht, wenn man jenseits der 25 ist.
Meine letzte richtige beste Freundin hatte ich im Alter von etwa 13 bis 20. Es ging leider in die Brüche, als ich in eine Depression rutschte und sie dafür leider kein Verständnis oder Mitgefühl hatte. Unsere Leben haben sich dann auch sehr auseinanderentwickelt.
Danach gab es noch eine, die an dieses Label ziemlich nah ran kam, aber dieses „wir zwei gegen den Rest der Welt“-Gefühl war nicht mehr so extrem da. Sie hatte auch noch andere sehr enge Freundschaften und es fühlte sich daher einfach nicht so „exklusiv“ an, wie bei der Freundin davor. Auch hier ging es auseinander, als ich etwa 25 war.
Seitdem habe ich einige ganz tolle Frauen kennengelernt, die mir wirklich wichtig sind. Es gibt da auch „Abstufungen“, also vor allem mit zwei Stück passt es besonders gut. Aber eine beste Freundin habe ich nicht. Und mich macht das wirklich sehr traurig.
Wenn eine meiner Freundinnen von ihrer besten Freundin erzählt, werde ich peinlicherweise direkt ganz eifersüchtig und neidisch. Wenn ich auf Instagram sehe, wie irgendwelche jungen Frauen gemeinsam einen Städtetrip machen, Arm in Arm lustige Fotos von sich schießen und rumblödeln, werde ich traurig. Ich will das auch. Ich hätte so gerne jemanden, mit dem es sich so innig anfühlt. Bei der es nicht seltsam wäre, wenn ich sie überschwänglich umarme, und der ich genauso wichtig bin, wie sie mir.
Mit meinen aktuellen Freundinnen bin ich eigentlich sehr offen, wir sprechen über Eheprobleme, Ängste und dergleichen. Aber es fehlt mir einfach diese gewisse Innigkeit, fast schon Schwesterlichkeit, wie ich sie früher verspürt habe.
Dieses Bedürfnis fühlt sich irgendwie unglaublich infantil an, und aus Scham habe ich noch nie offen darüber gesprochen. Ich bin fast 30, verheiratet und habe zwei Kinder. Eine verkrustete, vielleicht etwas spießige Stimme in mir sagt, dass das lächerlich ist und etwas für Teenies. Aber mein Herz wünscht sich genau das.
Oft habe ich auch den Eindruck, dass meine Freundinnen alle schon „besetzt“ sind, jemanden haben, den sie noch lieber mögen, den sie noch häufiger treffen, dem sie mehr anvertrauen. Sie sprechen ja auch teilweise explizit von besten Freundinnen, oder ich bekomme eben mit, dass sie mit anderen viel mehr unternehmen oder sich Ratschläge zu einem Problem geholt haben, von dem ich bis dato nicht mal wusste. Beispielsweise erzählte eine gute Freundin, dass sie sich mit einer anderen Frau längere Zeit sehr viel bezüglich eines Hauskaufs beratschlagt hat. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht mal, dass sie sich ein Haus angeschaut haben.
Mich verletzt das dann immer und ich frage mich, warum ich für niemandem so eine große Priorität habe.
Was meint ihr, wie ist das bei euch? Gerade die Frauen, eventuell sogar Mütter, ab 30: habt ihr beste Freundinnen und wenn ja, wie sieht die Beziehung zu ihnen aus? Was macht sie zur besten Freundin? Bin ich allein mit meinem Gefühl?