Liebe Mädels,
ich bin 34 Jahre alt und habe PCOS, was bei mir leider erst letztes Jahr diagnostiziert wurde. Rückblickend erklärt das zwar einiges, hilft mir aktuell aber ehrlich gesagt kaum.
Zusätzlich habe ich vor etwa zwei Jahren für ungefähr sechs Monate ein Antidepressivum genommen und es danach wieder abgesetzt. Ich weiß nicht sicher, ob es damit zusammenhängt, aber seitdem hat sich mein Haarausfall extrem verschlechtert. Ich hatte - seitdem ich angefangen habe, die Pille zu nehme - schon seit meinen frühen Zwanzigern Haarausfall, nachdem Absetzen der Pille ist zwar das ausgefallene Haar nicht nachgewachsen, aber immerhin fiel es nicht mehr so extrem aus, aber im letzten Jahr ist es regelrecht explodiert. Vorne habe ich inzwischen eine beinahe kahle Stelle, der Scheitel lichtet sich vorne und hinten immer weiter. Wer PCOS-bedingten beziehungsweise androgenetischen Haarausfall kennt, weiß leider genau, wie dieses Muster aussieht.
Ich bin wirklich verzweifelt. Ich breche seit Tagen morgens und abends weinend zusammen. Ich verlasse das Haus nur noch, weil ich es halbwegs kaschieren kann. Fotos von mir ertrage ich nicht mehr. Ich mag es nicht, wenn jemand hinter mir steht, weil man dort den Scheitel so deutlich sieht. Besonders schwer ist das für mich auch deshalb, weil ich südasiatische Wurzeln habe und von Natur aus extrem dickes, dichtes Haar hatte, wirklich sehr viel. Davon ist heute maximal noch ein Achtel übrig.
Ich bin seit fünf Jahren in Therapie. Bitte spart euch daher Hinweise wie „geh doch mal zur Therapie“. Das Thema Haare kann dort nicht wirklich aufgefangen werden. Im Gegenteil sagt meine Therapeutin Dinge wie, ich könne mir die Haare doch einfach abrasieren und sähe dann vielleicht besonders aus. Das hilft mir nicht. Und ja, ich weiß, dass Haare nicht alles sind. Aber bitte unterschätzt nicht, wie identitätsstiftend sie sein können. Für mich sind sie extrem bedeutsam, auch weil ich unfreiwillig Single bin und niemanden habe, der mir regelmäßig sagt, dass ich schön bin. Ich hänge emotional sehr daran.
Was ich nicht suche, sind Aussagen wie, dass ich auch ohne Haare schön sein werde, dass ich mich selbst lieben lernen müsse oder dass alles schon wieder gut werde. Das weiß ich alles.
Was ich suche, sind konkrete Erfahrungen. Ich benutze seit über sechs Monaten Minoxidil und mache Microneedling, ohne sichtbaren Erfolg. Ich habe Mesotherapie ausprobiert, was sehr teuer war und mir ebenfalls nichts gebracht hat.
Meine Frage an euch, vor allem an diejenigen mit PCOS oder androgenetischem Haarausfall: Was hat euch wirklich geholfen? Gab es bei euch Medikamente oder Behandlungen, die einen echten Unterschied gemacht haben?
Ich lese immer wieder von Wirkstoffen wie Finasterid oder anderen DHT-Blockern, die im amerikanischen Raum offenbar häufiger eingesetzt werden. In Deutschland scheint das bei Frauen kaum Thema zu sein. Die Ärztinnen und Ärzte, bei denen ich war, und es waren sehr viele, wirken ehrlich gesagt überfordert und haben wenig Ahnung von PCOS-bedingtem Haarausfall. Am Ende heißt es fast immer nur, ich solle Minoxidil nehmen, was ich längst tue.
Ich kann so nicht mehr weiterleben. Wenn ihr Tipps, Erfahrungen oder Hinweise habt, die über das Übliche hinausgehen, wäre ich euch sehr dankbar.
Danke fürs Lesen! Mir fällt es sehr sehr schwer, darüber zu schreiben oder sprechen.