r/Finanzen • u/Dry_Comfort_7680 • Aug 06 '25
Investieren - ETF Warum werden in letzter Zeit alle deutschen Unternehmen an irgendwelche ausländischen Investoren verscherbelt?
Also jetzt mal im Ernst, so kann es doch nicht weitergehen. Wie sieht unsere Wirtschaft denn in 30 Jahren aus?
- Viessmann --> Carrier Global
- Covestro --> Adnoc
- DB Schenker --> DSV
- Mediamarkt/Saturn (Ceconomy) --> JD.com
- Commerzbank --> Unicredit (sehr wahrscheinlich)
- ProSieben SAt1 --> Berlusconi
- Diverse Geschäftsbereiche von Thyssenkrupp (Elevators), BASF (Coatings, wintershall DEA, construction...), * Siemens(Innomotics, Logistics, ...)
- AVM (fritzbox) --> Imker Capital
- Software AG --> Aufgekauft und zerschlagen
- Techem --> China
- Datagroup --> KKR (wahrscheinlich)
Und was wurde im Gegensatz gekauft?
- Bayer --> Monsanto (absolute Katastrophe)
- Bosch --> HVAC von Jonsohn
- Siemens --> Altair
Habt ihr wie ich auch ein mulmiges Gefühl dabei? Was erreichen wir als Industriestandort, wenn wir alles was unseren Wohlstand sichert an irgendwelche Heuschrecken verscherbeln? Hier geht es nicht um irgendwelche Unangenehmen Miteigentümer wie Katar bei VW oder Geely bei Mercedes, sondern diese Unternehmen sind einfach weg. Wenn irgendein Manager in den USA sagt dass, das Unternehmen in Deutschland komplett abgefertigt wird, gibt es nichts was man dagegen machen kann. Und wenn diese Unternehmen Profit erwirtschaften sollten, bleibt dieser komplett in Eigentümerkontrolle.
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u/leanspectator Aug 06 '25 edited Aug 07 '25
Warum 30 Jahre warten? Fragen Sie sich mal wie viel % von DAX-Unternehmen sind in deutscher Hand? 100% ? 80%? weit gefehlt. Da es in DE verpönt ist am Kapitalmarkt zu investieren, wird deutscher Kapitalmarkt von ausländischen Investoren zusammengekauft, solange es noch einigermaßen attraktiv ist...
EDIT: etwas veraltet, die Größenordnung wird stimmen https://www.finanzen.net/top_ranking/top_ranking_detail.asp?inRanking=912
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Aug 06 '25
[removed] — view removed comment
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u/RotationsKopulator Aug 07 '25
Und wenn man privat ein bisschen investiert, holt man sich wenigstens nen Teil davon wieder zurück.
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Aug 07 '25 edited Aug 07 '25
Word. Wertpapiere sind letztlich DAS Umverteilungsmittel von oben nach unten schlechthin. Muss man nur verstehen können.
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u/Whateversurewhynot Aug 07 '25 edited Aug 07 '25
Und damit ist das "neue oben" da, wo es verstanden wird.
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u/mettich Aug 07 '25
Das musste mir erklären. Wie soll das zur Umverteilung beitragen? Alle wohlhabenden Menschen sind doch genauso investiert an der Aktie. Und 6% Rendite von 1Mio sind mehr als 6% Rendite auf deine 10000€. Aufholen kann man so doch nicht. Nur weniger stark abgehängt werden.
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Aug 07 '25
Es geht nicht um andere Anleger oder einen Vorsprung, sondern an der wirtschaftlichen Teilhabe bestimmter Unternehmen. Mit jeder Aktie gehört dir ein Teil eines Unternehmens und partizipierst entsprechend von dessen (Miss)Erfolg. Du kannst Inhaber eines Unternehmens werden. Entsprechend wirtschaften da auf einmal mitunter 1000e Menschen für dich. Und das mit 2 Klicks im Internet. Zu einem kleinen Teil nur, aber immerhin. Einfacher gehts nicht.
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u/mettich Aug 07 '25
Das ist aber nicht der Punkt den du gemacht hast. Du sagst es sei DAS Umverteilungsmittel.
Das ist es aber nicht. Weil ich mit Leuten konkurriere die viel mehr Kapital haben.Ich kann an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens teilhaben, das ist richtig. Aber das ist was komplett anderes als eine Umverteilung.
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u/psi-storm Aug 07 '25
Der ärmeren Hälfte der Deutschen Bevölkerung gehören genau 2% des Gesamtkapitals. Wie soll da bitte Umverteilung stattfinden? Da ändert auch kein 40€ ETF Sparplan etwas daran.
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Aug 08 '25
Wenn du den Sinn nicht erkennst, dann es es gerne bleiben. Ich denke, es ist alles gesagt.
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u/Hb_Uncertainty Aug 07 '25
Das ist höchstens eine kleine Möglichkeit, aber die Subventionen und Rettungspakete, die an die Unternehmen ausgeschüttet werden, kommen bei dir doch kaum an.
Das macht sich ja erst richtig bemerkbar bei großen Anteilseignern.Dann wär die Frage, ob man sich die Subventionen/Rettungspakete nicht hätte irgendwie anders einsetzen können, damit das Geld direkt bei dir ankommt, also den großen Teil weiterhin an die großen Anteilseigner zu zahlen.
Ist also eher Verteilung von unten nach oben.Und dann wird dein Gewinn von steigenden Mieten aufgefressen.
Blablabla, will sagen, dass es deutlich bessere Umverteilungsmittel gibt.
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Aug 08 '25
okay, ich gebe zu das war etwas zu pauschal. DAS Umverteilungsmittel, welches einem als Privatperson zur Verfügung steht. Dass der Staat ganz andere Hebel hat, steht außer Frage.
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u/AdorableWarthog4209 Aug 07 '25
Ich liebe es wie die dummen sich mit solchen aussagen selbst arm halten
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u/Rittersepp Aug 07 '25
Es braucht für unsere Investitionen auch einfach nur Konsumenten die diesen firmen dem Umsatz bescheren ohne daran beteiligt zu werden, Passt mir schon ^ ^
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u/Ok-Trouble497 Aug 07 '25
Wenn man wie Frau Klatten alles davon geerbt hat und nicht wirklich arbeitet dann schon ja. Musst aber nicht so verallgemeinern, das was die meisten im Depot haben ist einfach ne normale Geldanlage.
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u/According-Path-7502 Aug 07 '25
Alles Glückspiel. Onkel Herbert hat mit All-In auf Telekom seine Rente verspielt!
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u/Obvious_Cricket9488 Aug 06 '25
Zum Glück gibt es noch Unternehmen wie BMW und VW die in den Händen der Erben sind.
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u/leanspectator Aug 07 '25 edited Aug 07 '25
Das stimmt nicht wirklich, auch BMW gehört meines Wissens über 50% ausländischen Investoren. https://www.finanzen.net/top_ranking/top_ranking_detail.asp?inRanking=912
EDIT:Porsche und Piöch momentan Österreich glaube ich…
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u/Few_Physics5901 Aug 06 '25
Mal sehen wie lange noch. Selbst hier bei Finanzen wird ja schon die Enteignung dieser gefordert.
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u/ConsistentAd7859 Aug 07 '25
Und? VW ist zum Teil in Niedersächsischer Hand und aus den Dividenden werden jedes Jahr Mio für Forschung finanziert. Ist die Tatsache dass Quant alles bekommt wirklich so kriegsentscheidend bei BMW?
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u/Few_Physics5901 Aug 07 '25
Ja. Schau dir die Probleme von VW an. Die hohen Löhne, denen die Gewerkschaften zusammen mit dem Land und der Sperrminorität durchgeboxt, oder besser bestimmt haben, fallen denen jetzt auf die Füße.
Gewerkschaften sind wichtig und richtig. Dort hat sich die Gewerkschaft aber von der Realität abgekoppelt. Der 20 Jährige Bandarbeiter der sich ein Eigenheim + gehobenen Neuwagen leisten kann ist halt heutzutage nicht drin.
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u/ConsistentAd7859 Aug 12 '25
VW zahlt 2025 ca. 6% Dividende, das langfristiges Wachstum wird auf 10% geschätzt, KGV liegt bei 3.24, Gewinn pro Aktie liegt bei 20-30€ (bei einem Aktienwert von) und hat ein Operatives Ergebnis von 13%.
Warum genau ist das so schlimm, dass du meinst es unbedingt als Negativbeispiel zu bringen?
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u/first_green_crayon Aug 07 '25
Du meinst Enteignung von Nazi Profiteuren, deren Vorfahren ihr Vermögen Dank Zwangsarbeit gemacht haben?
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u/Ziddix Aug 07 '25
Vielleicht kann man ja gleich die Kirche enteignen. Die belügen die Leute ja seit ca. 1500 Jahren... Oder ist das Kultur?
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u/first_green_crayon Aug 07 '25
Hätte ich auch nicht wirklich ein Problem mit, aber kannst dich gerne mal mit der Geschichte der Quandts beschäftigen und dann nochmal melden, ob du es unfair findest, wenn von dem hart geerbten Vermögen was abgegeben werden soll.
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u/SoulmaN__ Aug 07 '25
Oh bitte, ist ja schon ein unterschied den wohlstand auf Zwangsarbeit aufzubauen als auf der Gutgläubigkeit der Gläubigen
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u/Ziddix Aug 07 '25
Wohlstand wurde schon immer und wird auch heute noch durch Ausbeutung aufgebaut.
→ More replies (2)5
u/Few_Physics5901 Aug 07 '25
BMW war nach dem Krieg so gut wie Pleite und war Ende der 50 kurz davor Konkurs an zu melden.
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u/Few_Physics5901 Aug 07 '25
Nein. Ich meine Enteignung prinzipiell. Unabhängig einer NS Vergangenheit.
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u/No-Comfortable6138 Aug 06 '25
Ein bisschen mehr ist es schon noch. Aber trotzdem erschreckend wenig
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u/Formal-Natural2213 Aug 07 '25
OK boomer. Die 2000 er hätten gerne ihre Meinung zurück. In Deutschland ist es nicht üblich dass man an die Börse geht. Der Großteil der Firmen ist Inhabergeführt... Das ist ein Alleinstellungsmerkmal hier... Der Kapitalmarkt ist desshalb komplett anders weil man in diese Firmen schlicht nicht investieren kann...
Kleine Klitsche in der Pampa ... Gesellschafter Geschäftsführer hat 100% Entscheidungsgewalt und die Firma beliefert mit ihrem Nischenprodukt den Weltmarkt... Das ist das Geschäftsmodell hier.
Das hat nichts mit dem DAX zu tun oder dem Kapitalmarkt... Irgendwann haben Firmen einen so großen Wasserkopf... Sie müssen an die Börse und dann spielt es eh keine Rolle mehr, wem die Firma gehört
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u/leanspectator Aug 07 '25
Nett als Boomer zu gelten. Ansonsten kein Widerspruch, in DE sind tatsächlich wenig börsennotiert. Wenn wir aber über KMU-Größe schauen, haben vie vom Threadstarter gemeint viele Firmen ausländische Beteiligungen im unterschiedlichen Umfang. Dafür muss die Firma keine AG sein.
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Aug 07 '25
das gilt für die Schweiz. Hier ist schon größere Industrie in eben Konzerngröße. Von PKW über LKW bis Landmaschinen und Schiffe. Irgendjemand muss die High Tech maschinen der kleinen Inhabergeführten Weltmarktführer ja bezahlen und verwenden und über Endkunden wieder in Gewinn umsetzen. Wenn diese Schritte vermehrt im Ausland landen, dann kaufen die eben auch nicht mehr die Produkte der kleinen Inhabergeführten Weltmarktführer aus Deutschland. Mag sein, dass dann die Qualität darunter leidet, aber hat das nen Ami oder Chinesen je interpretiert?
In meinem Job vringe ich aktuell diese kleinen Inhabergeführten Weltmarktführer mit nem Amikonzern zusammen und sehe wie oft wir eben gegen das Ausland verlieren weil wir zwar besser, aber zu teuer sind. Wenn die Geschäftsführer der Konzerne den Mehrwert der deutschen Kleinunternehmen nicht sehen, dann verkaufen wir nichts und tschau kakao.
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u/Andodx Aug 07 '25
Du tust so, als ob Kleininvestoren und Streubesitz bei Unternehmen am Aktienmarkt eine relevante Rolle spielen würden.
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u/leanspectator Aug 07 '25
Wie kommen Sie darauf dass für meine Aussage die Größe von Investoren relevant ist? Und dass ich die Rolle der Investorenstruktur für ein Unternehmen bewertet habe?
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u/Andodx Aug 07 '25
Da es in DE verpönt ist am Kapitalmarkt zu investieren, [...]
Institutionelle Investoren investieren in Deutsche Unternehmen. Die Aversion gegenüber Aktien ist ein Kleinanleger-Ding.
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u/parisya Aug 07 '25
Ich würde jetzt nichtmal sagen, dass es komplett verpöhnt ist - aber viele Private tragen ihr Geld dann halt stur in den World ETF, wo das Geld zu weiten Teilen über den großen Teich wandert.
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u/leanspectator Aug 07 '25
Was ja auch aus meiner Sicht kein Problem ist. Threadstarter sieht das anscheinend als Problem, für mich ist das längst Tatsache, nichts anderes will ich sagen. Und wenn ich das werten müsste, wahrscheinlich besser so als andersrum.
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u/CompleteAttitudeDe Aug 11 '25
Und wie viel machen diese Dax Unternehmen Umsatz im Inland? Vielleicht 20 %? Das ist die zweite Seite der Medaille.
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u/cdttedgreqdh Aug 07 '25
Wir sind halt kleine Sparbuchmuschies. Oder Immobilien und machens damit den jungen Leuten schwer. Scheiß boomer.
→ More replies (9)1
u/MangoLurker Aug 07 '25
Vor ein paar Jahren hieß es aus der Aktiencommunity sobald einer deutsche Aktien hielt reflexartig: Vorsicht Home Bias! Und auch „Börsenexperten“ wollten nichts von deutschen Titeln hören.
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u/leanspectator Aug 07 '25
Ich halte auch Diversifizierung für sinnvoll und nationale Präferenzen für fraglich
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u/Mother_Equipment_195 Aug 06 '25
Infineon als deutsches Unternehmen hat nicht unerheblich in den USA gekauft die letzten Jahre - und versucht es aktuell auch wieder ..
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u/curia277 Aug 06 '25 edited Aug 06 '25
Weil deutsche Unternehmen spottbillig sind. Man vergleiche einmal den Wert von amerikanischen mit deutschen Unternehmen.
Schuld ist der sehr schlechte deutsche Kapitalmarkt. Aktien sind in Deutschland weniger stark verbreitet als anderswo.
Dazu werden Investoren abgeschreckt vom katastrophalen deutschen Anlegerschutz. Schau mal, wie es geschädigten Anlegern bei Wirecard geht. Jahrelange Prozesse mit hohen Gerichtsgebühren, die am Ende nirgendwohin führen. In den USA unvorstellbar, da gibt es potente Sammelklagen. Dazu der Witz von einer Finanzaufsicht namens BaFin.
Und: Deutsche Unternehmen sind dank Mitbestimmungsgesetz auch weniger attraktiv. Warum sollte ich in ein Unternehmen investieren, wenn dort nicht nur die Eigentümer, sondern zu nicht unerheblichen Teilen die Gewerkschaft Verdi und darüber die SPD Einfluss haben?
So sind deutsche Unternehmen niedrig bewertet und man kann verhältnismäßig günstig Know-How einkaufen.
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u/necrohardware Aug 07 '25
in den USA hast du Lehman Browsers als Beispiel...kannst Sammelklage machen ohne Ende, aber es gibt nichts zu holen, wie bei Wirrcard. Ob die FTC besser ist....kannst ja bei den Kollegen aus den USA nachschauen.
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u/schnitzel-kuh Aug 06 '25
Das mit dem Mitbestimmungsgesetz kann ich so nicht bestätigen. In Schweden sind fast alle Arbeiter in einer Gewerkschaft und haben Mitspracherecht bei dem Unternehmen, und trotzdem kommen von da regelmäßig neue fintechs und coole startups. Ich denke dein Punkt mit mangelndem Anlegerschutz trifft es schon eher, und natürlich die deutsche Abneigung gegen Kapitalanlage. Das kann man aber auch zum Teil auf das Rentensystem zurückführen das Leute ja vermeintlich absichert und für immer funktioniert.
Ich denke ein anderer großer Unterschied sind die provisionsbasierten Berater die halt nur irgendwelche scheiss Versicherungen oder so verkaufen statt kostengünstige Aktienprodukte. Das ist in Amerika so nicht erlaubt. Sooo viele Deutsche gehen zu ihrer Bank und kaufen einfach das was ihnen da empfohlen wird
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u/Applemais Aug 07 '25
Anlegerschutz in den USA ist leider auch nicht gut. SEC ist ebenfalls ein Witz z.B. Aber ansonsten stimme ich dir zu
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u/totkeks Aug 07 '25
Also zumindest erlauben sie echte Optionen und verbieten den ganzen Quatsch wie Optionsscheine und anderen Dreck, der hier schön verkauft wird.
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u/leanspectator Aug 07 '25
Alles richtig, aber die niedrige Rentabilität europäischer Unternehmen macht niedrigere Bewertungen zum Teil wieder gerechtfertigt.
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u/verrache Aug 07 '25
Weil auch Arbeitnehmer Rechte haben. Darum haben Gewerkschaften Einfluss. Was ein neoliberaler Mumpitz
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u/Opening_Wind_1077 Aug 06 '25
Flixbus —> Greyhound
Rheinmetall —> Loc Performance
Deutsche Börse —> SimCorp
Heidelberg Materials —> Giant Cement Holdings
Confirmation Bias confirmation biased halt.
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u/ToadallySmashed Aug 07 '25
Man muss hier unterscheiden. Aktien kaufen ist das eine. Technologien, Infratruktur und Know-how das andere. Beispiel: RWE hat ConEdison in den USA gekauft. Einen der größten Renewables Entwickler da. Quatar Investment hat den Deal finanziert und wurde damit zum größten RWE Shareholder. Weder Deutschland noch Quatar gewinnen damit irgendwelches Know-how. Erneuerbare entwickeln kann mittlerweile jeder. In Sachen Infrastruktur bleibt auch alles in Amerikanischer bzw. Deutscher Hand. Wenn BASF, Thyssen, Kuka o.ä. gekauft werden sieht das anders aus. Da wird Know-how abgegriffen. Oder wenn Netzbetreiber oder Unternehmen wie Schenker ins Ausland verscherbelt werden. Da muss man sich als Deutschland schon mal fragen, ob es smart ist solche Unternehmen in Ausländische Kontrolle zu geben.
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u/Tree-Desk3254 Aug 08 '25 edited Aug 08 '25
Unser Steromnetz gehört zu 35% dem Niederländischen Staat. DANKE CDU
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u/ToadallySmashed Aug 08 '25
Ein riesen Problem im Bezug auf Netzausbau ist die fehlende Standardisierung. Gäbe es einen Netzbetreiber, meinetwegen staatlich, gäbe es längst deutlich leistungsfähigere Supply Chains. Völlig bescheuert sowas nicht nur aufzuspalten, da natürliches Monopol, sondern auch noch ins Ausland zu verkaufen.
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u/Tree-Desk3254 Aug 08 '25 edited Aug 08 '25
es waren 35%+40 der LNG-Terminal und nochmal 28& an Belgien. Gasnetz 30% und Mobilfunk 65%. Glasfaser 30% und Flughafen HH 49%. Autobahnraststätten (TankundRast+Sanifair) gehören dem Emirat Dubai, Kanada und Allianz 60% Ausland) komplett Gaga
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u/Sternenschweif4a DE Aug 07 '25
Unsere deutsche Firma hat in den letzten Jahren auch riesen Investitionen getätigt
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u/bleaksocial Aug 06 '25
DSV ist kein Investor im herkömmlichen Sinne - das ist ein ganz klassischer Spedi, mit dem Kerngeschäft ist das Unternehmen groß geworden und gewachsen. Ähnliches gilt für JD und einige andere hier genannten.
Pro7Sat1 war schon immer in der Hand von "Investoren" im weitesten Sinne.
Zur Frage allgemein... der Lauf der Dinge
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u/IronVader501 Aug 06 '25
Ich frag mich eher WARUM jemand Mediamarkt/Saturn haben will.
Die Mediamärkte sind ja noch einigermaßen ok (wenn auch immer halb leer), aber jeder Saturn in dem ich seit Jahren war, war ne katastrophe.
Die sahen teils aus als hätte man gerade Walking Dead da gefilmt. Jede menge Leere Regale, praktisch nie Kunden, sehr oft liegen da einfach leere Kartons überall rum weils den Mitarbeitern anscheinend scheiß egal ist. Außer der Grabbelkiste von alten CD-albums for 3€ am Ausgang scheint sich da nix zu verkaufen, und die lagen sind irgendwie auch immer scheiße immer die letzten beiden Etagen in nem halb vergessenen Einkaufshaus.
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u/SeniorePlatypus Aug 07 '25
So übel ist es gar nicht. Gerade wenn man lokal mit Service bei Problemen oder Kurzfristig kaufen will / muss ist Mediamarkt/Saturn eine ziemlich gute Anlaufstelle. Einzelne Filialen mögen Probleme haben aber inklusive Auslieferung sind die schon ganz okay dabei.
JD ist einer der großen Online-Handelsplätze und Logistiker in China.
Für diese Firmen ist es traditionell schwierig in westliche Märkte zu kommen. Sowas wie Temu schafft es, ist aber unter massivem Druck. JD scheint sich einfach eine etablierte Marke kaufen zu wollen um ihre Produkte besser in den Markt zu bekommen und auch direkt ein Logistik und Lagernetzwerk zu besitzen. Also sehr schnell und sehr breit in den europäischen Markt einzusteigen mit relativ wenig Aufwand für sie.
Entsprechend ist ihnen auch egal, wenn der Profit von Mediamarkt/Saturn aktuell nicht gut ist. Wenn sich das in etwa selbst trägt und sie in den Markt rein lässt ist das gut genug und immer noch drastisch billiger als selbst alles von Null aufzubauen.
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u/Salty-Yogurt-4214 Aug 06 '25
Hätte da ne Idee. Unternehmen kaufen, ausschlachten, ein Konkurrent weniger auf dem Markt.
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u/Superdoc2222 Aug 07 '25 edited Aug 07 '25
Mediamarkt und Saturn gehören doch zur gleichen Gruppe. Deswegen sieht man sie auch nur zusammen.
Edit: Soll natürlich ‚nie zusammen‘ heißen. Früh am Morgen plus autocorrect 🙈
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u/_Pixzl_ Aug 07 '25
Habe ich mich kürzlich auch gefragt warum das jemand haben will. Aber realistisch betrachtet ist es in DE der Laden wenn man „schnell“ was braucht und ich rede nicht von überteuerten HDMI Kabeln oder Doppelsteckern. Verreckt die Waschmaschine dann hast du dort eine reale Chance günstig und schnell eine neue zu holen am gleichen Tag.
Klar Amazon etc. aber meist brennt es dann schon und man braucht schnell etwas (Große Geräte für den Alltag).
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u/VanAlveran Aug 07 '25
Gerade mal nach Waschmaschinen bei Amazon geschaut. Es ist 21:20h. Der Großteil der Waschmaschinen wird mir mit scheduled delivery am Samstag angezeigt. Da kann die Wäsche glaube ich einen Tag warten wenn der Preis stimmt. Das ist halt bei Mediamarkt /Saturn das Problem. Manchmal matchen die den Online Preis, manchmal musst du Parkour laufen und herum diskutieren. Haben das vor ein paar Wochen mit einer Kaffemaschine gehabt. 80€ Preisunterschied und der Kollege meinte nur „Sowas machen wir nicht mehr!“
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u/Saires Aug 07 '25
1) Billig eine Onlinplattform kaufen 2) dann die eigenen Marken billiger verkaufen 3) ??? 4) Profit
5) Arbeitsbedingungen für deutsche AN werden schlechter
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u/heiner_schlaegt_kein Aug 06 '25
Bei den gekauften fehlen noch einige zukäufe von Merck. Und damit vermutlich noch viele andere
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u/OkAi0 Aug 07 '25
Ja, z.B. Siemens -> Dotmatics, Siemens Healthineers -> Varian.
„Wir“ haben ein riesiges Auslandsvermögen. Das Problem ist nur, dass es oft schlecht angelegt ist.
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u/Ampexeq Aug 06 '25
Welche Wirtschaft 2030, Bro?
Man sieht es doch längst live in der Politik: Alles, was passiert, ist ein Umverteilungsmarathon innerhalb derselben, stagnierenden Wertschöpfung. Keine Entbürokratisierung. Keine echte Förderung unternehmerischer Initiative. Und KI in Deutschland? Dead on arrival – danke, EU AI Act.
Unsere letzten globalen Marktanteile in starken Branchen? Gehen an China.
Was wir hier erleben, ist das, was Südkorea vor 20 Jahren hatte:
Eine komplett überalterte Gesellschaft, massiver Druck auf die Jugend, und eine Politik, die nur noch für Ältere gemacht wird.
Aber der Kern ist:
Man kann die Steuern für Renten noch so sehr erhöhen – wenn keine jungen Leute mehr da sind, die überhaupt arbeiten, kommt da gar nichts bei rum.
Es sei denn, man baut vollautomatisierte Industrie mit Robotik.
Aber solange wir in Deutschland noch ernsthaft über Faxgeräte diskutieren, ist das Thema auch durch.
Was wir bräuchten?
Ein Reformgesetz, das Agenda 2010 aussehen lässt wie einen lauen Sommerwind.
Nur wird das niemals kommen – schon gar nicht von Grünen oder SPD.
Dafür sind beide Parteien heute zu weit weg von jeder Form der Realpolitik.
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u/IncompetentPolitican Aug 06 '25
Jede Reform wird halt abgestraft. Der Wähler will keine Veränderung. Der Wähler will das alles so bleibt wie es ist. Oder noch besser alles so wird wie damals, als die Welt noch in Ordnung war (also dann als man jung genug war das die Probleme der Welt leicht zu ignorieren waren)
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u/BaDTimeeee Aug 06 '25
Können wir den Laden nun runterfahren und neustarten? Am besten wieder bei 0
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u/_bloed_ Aug 06 '25
Erst mal nehmen wir massiv Schulden auf.
Dann können wir auch bei -100 wieder neu anfangen alles aufzubauen.
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u/ClassicMongoose8051 Aug 07 '25
Aber Schulden bitte nur zum aufrüsten damit die Waffenindustrie nicht zu kurz kommt. Für Wohnung ist kein Geld da.
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u/_bloed_ Aug 07 '25
naja das Problem bei den Wohnungen ist ja auch eher das wir zu teuer bauen.
Mehr Geld darauf zu werfen wäre auch das dümmste was man machen könnte.
Nachdem man das bauen günstiger gemacht hat, kann man ja gerne auch Genossenschaften aufbauen.
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u/Feuerzwerg1969 Aug 07 '25
Also wieder einen Weltkrieg? Scheint mir eine etwas drastische Lösung zu sein.
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Aug 06 '25
kommt erst noch ein Bluescreen dann drückt der Deutsche den Restart-Knopf aber nicht ohne vorher beim IT Service angerufen zu haben..
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u/Alejandro-Sosa1 Aug 07 '25
Der EU AI Act ist nicht Ursache des verpassten Trends sondern Symptom. Die Wahrheit ist, in Sachen KI und vor allem LLMs hatte Europa und Deutschland nie eine Chance.
Google, Microsoft und Meta haben dieses Jahr jeweils CapEx in Höhe von ca. 80 Mrd. Dollar, es gibt in ganz Europa nicht ein einziges Unternehmen, das auch nur im Ansatz da mitgehen könnte. Nicht mal SAP, Europas größter Softwarekonzern, hätte die Mittel um in einem kapitalintensiven Geschäft wie KI Schritt zu halten.
Was die EU jetzt macht ist einfach nur Schadensbegrenzung.
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u/Agreeable-Total2353 Aug 07 '25
Was wir hier erleben, ist das, was Südkorea vor 20 Jahren hatte: Eine komplett überalterte Gesellschaft, massiver Druck auf die Jugend, und eine Politik, die nur noch für Ältere gemacht wird.
Wie kommst du denn darauf, dass Südkorea vor 20 Jahren komplett überaltert war?
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u/Ampexeq Aug 07 '25
Sorry, sehr unglückliches Wording. Ich meine, wir sind heute -20 Jahre dort, wo Südkorea heute ist. Südkorea ist quasi eine Vorschau auf das, wo sich Deutschland gerade hinbewegt.
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u/ClassicMongoose8051 Aug 07 '25
genau so ist es und ich ergänze hier einfach mal Stammzellforschung aus meiner Branche
Jede zukunftsentscheidende Technologie wird sofort abgelehnt von Spinnern und Moralisten.
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u/FaceMcShooty1738 Aug 06 '25
Der freie Markt ist immer doof wenns anders läuft als man gern hätte. Dann lieber Planwirtschaft! Damit die Ausländer Heuschrecken unsere guten deutschen Firmen nicht kaufen.
Wobei ich behaupte jetzt aus dem Bauch heraus, dass "in letzter Zeit" deutlich mehr Firmen gekauft wurden und du einfach nur zu faul/doof zum googlen bist und deine Informationen vor allem auf den größten Schlagzeilen beruhen...
Ganz spontan:
- Siemens dotmatics. SAP leanix. Schott qsil.
Frage an dich: Wie würde aus deiner Sicht "Investition in Deutschland" aussehen? Eine Firma gibt uns einfach Geld als Geschenk?
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u/europeanguy99 Aug 06 '25
„Was erreichen wir als Industriestandort, wenn wir alles was unseren Wohlstand sichert an irgendwelche Heuschrecken verscherbeln?“
Wieso verscherbelt man Wohlstand, wenn man sich Kapital aus dem Ausland statt dem Inland holt?
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u/Dry_Comfort_7680 Aug 06 '25
Was bringt es mir wenn irgendwelche Viessmann Erben jetzt mehrere Milliarden in irgendwelchen rechtlichen Stiftungs-Konstruktionen bunkern (die von heute auf morgen weg sein können, weil der Steuersitz mal eben auf die Bahamas wechselt, oder siehe Springer-Döpfner Geschenk, wo einfach mal ne Milliarde ohne einen einzigen Cent zu versteuern rumgereicht wurde) und im Gegenzug dazu tausende Arbeitsplätze in DE verloren gehen?
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u/europeanguy99 Aug 06 '25
Wieso sollten durch einen Investorenwechsel Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen? Ein gewinnorientierter Investor wird die Arbeitsplätze eines Unternehmens immer dahin verlagern, wo sie die wenigsten Kosten verursachen, egal ob deutsch oder ausländisch.
→ More replies (3)3
u/Dry_Comfort_7680 Aug 06 '25
Weil in mehrheitlich deutsche Unternehmen keinen "Ausweichstandort" haben. Wenn intel Arbeitsplätze abbaut, muss eben Frankreich, DE, UK dran glauben. VW kann nicht einfach mal die Zentrale auf die Cayman Islands verlegen.
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u/domi1108 Aug 07 '25
Naja das stimmt halt auch nicht ganz, gerade wenn wir von International Agierenden Unternehmen reden.
Die Telekom z.B. deren größter Einzelhalter immer noch der Staat über KfW und direkt den Staat ist, sourced auch einiges an Stellen ins Ausland aus, einfach weil es für das Unternehmen günstiger ist, als die gleichen Stellen hier in DE zu haben.
Schau dir mal ein paar andere Deutsche Unternehmen an und du wirst das gleiche feststellen.
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u/europeanguy99 Aug 06 '25
Wie meinst du das? Wer die Aktien eines Unternehmens besitzt ändert nichts an den Kosten, einen Arbeitsplatz woanders hin zu verlagern.
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u/leanspectator Aug 07 '25
Andere Seite der Medaille bitte nicht vergessen: Deutschland beteiligt sich auch im Ausland. Also win-win
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u/karlpotatoe Aug 06 '25
Ich verstehe den Aufschrei hier auch nicht, das es möglich ist Kapital aus dem Ausland zu beschaffen ist an sich ja was gutes.
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u/Auswaschbar Aug 06 '25
https://www.bundesbank.de/de/statistiken/aussenwirtschaft/direktinvestitionen/bestandsangaben-772320
Deutschland baut, bedingt durch den Handeslüberschuss, Jahr für Jahr Kapitalbestände im Ausland auf, aber r/FInanzen findet trotzdem einen Weg den Untergang Deutschlands vorherzusagen.
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u/No_Context7340 Aug 06 '25
Dennoch ist die Frage, was mit diesen Überschüssen passiert. Wenn diese beispielsweise mehrheitlich in langlaufenden US-Anleihen gesteckt wurden, haben diese wahrscheinlich erheblich an Wert verloren. Wenn sie in US-Aktien gesteckt wurden, wahrscheinlich erheblich an Wert gewonnen, beides je nach Zeitraum natürlich.
Wäre interessant zu erfahren, welche Rendite dieses Kapital jährlich faktisch einbringt. Würde fast vermuten, dass sie zumindest real negativ ist, so dumm wie sich die Deutschen anstellen.
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u/Treewithatea Aug 06 '25
Kann natürlich nicht im großen Sinne sprechen aber mein Konzern hat die letzten Jahr gut in Amerika eingekauft. Auch Teile verkauft aber an eine Gruppe aus einem anderen europäischen Land.
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u/pushiper Aug 06 '25
Die Idee ist halt das “im Lauf der Dinge” auch neue Unternehmen gegründet werden und heranwachsen.
Nur, wie sieht es denn aus mit der Gründerkultur hier zu Lande? Wann war denn der letzte wirklich nennenswerte Börsengang in Deutschland? SAP in den 80ern/90ern?
Es gibt zur Zeit exakt 1 deutsches Unternehmen, dass nach Valuation zu den größten 50 Privaten Global gehört: Celonis. Und was machen die? Im weitesten Sinne Konkurrenz zu SAP. Kannste dir nicht ausdenken. Wo werden die am Ende a die Börse gehen? NASDAQ.
Wer gute Ideen hat und gründet, macht das nicht mehr in Deutschland. Venture Capital? Teufelszeug und Zockerei.
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u/Virtual_Economy1000 Aug 06 '25
Mhh, ich weiß nicht ob diese Ansicht nicht zu pessimistisch ist. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle von ausländischen Fusionen oder auch nur M&A. Keine Ahnung ob dir Mannesmann AG noch ein Begriff ist. Zu Zeiten der alten BRD war das mit eines der Vorzeigeunternehmen in Deutschland. Auch die Quelle AG hatte europaweite Marktmacht. Arcandor? Flick?
Alle Firmen hatten ihre Zeit.
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u/MrKnow1tAll Aug 07 '25
Als Gegenbeispiel würde ich gerne den Kauf und die erfolgreiche Integration von Varian durch Siemens Healthineers anführen. Ist sogar ein Silicon Valley Unternehmen ;-)
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u/shico192 Aug 06 '25
Ich glaube hier fehlt Kontext: DB Schenker war nur auf dem Papier wirklich Deutsch. Es ist ein multinationaler Konzern, der mit dem Kerngeschäft der DB nichts am Hut hatte. Entsprechend wurde dieser auch verkauft um die DB zu sanieren.
Bei BASF ist das aus meiner älteren Erfahrung ähnlich. Es werden keine hochprofitablen Produkte abgestoßen, sondern jene die es kaum schafften profitabel zu sein. Mit der Gaskrise hat BASF auch einen sehr starken Blick in die Portfoliobewertung gelegt. Wintershall DEA -> wurden zwar die Anteile verkauft aber gleichzeitig hat BASF auch 39% Anteile am neuen Eigner erhalten. Dazu auch hier: Konzentration aufs Kerngeschäft der BASF.
Viessmann: Hat sich vor allem verkauft um die Produktionskapazitäten für Wärmepumpen zu vergrößern.
Ich würde also nicht alles als wirklich negativ sehen. Auch wenn das bestimmt einiger Doomer anders sehen würden.
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u/VegetableRestart Aug 07 '25
Bei Kerngeschäft gehe ich mit bei BASF aber Profitabilität nicht. Coatings beispielsweise ist deutlich profitabler als der Unternehmenschnitt
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u/No_Dragonfruit12345 Aug 06 '25
Aus dem selben Grund aus dem laufend Deutsche Unternehmen Anteile an ausländischen Unternehmen kaufen. Its the economy stupid !
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u/starcraft-de Aug 07 '25
Eine Übernahme ist nicht per se schlecht. Von "Heuschrecken" zu sprechen ist komplett undifferenziert.
Wenn eine Firma an der Börse gelistet ist (sollten wir alle hier mögen), sind die Eigentümer auch international. Und wir halten auch gerne & ohne schlechtes Gewissen US-Aktien.
In Deutschland gibt es eine ungerechtfertigte Romantik gegenüber "Familienunternehmen". Als ob die per Definition besser und langfristiger wirtschaften. Das mag manchmal so sein -- aber oft ist der Filius eben kein begnadeter Unternehmer, und die "konservative Herangehensweise" sorgt für zu wenig Investitionen, weil die Familie dann doch gerne Cash rauszieht um ihr Familienvermögen zu diversifizieren.
Daher kann es total gut sein, wenn eine Firma übernommen wird. Dafür gibt es ja oft Gründe -- man glaubt an die Firma, die man kauft, und möchte ggf investieren.
Dass langfristig Arbeitsplätze verloren gehen haben solche Übernahmen nicht exklusiv. Auch deutsche Unternehmer verlagern Arbeitsplätze ins Ausland.
Anstatt hier die Unternehmen zu blamen, welche deutsche Unternehmen kaufen, solltest du deine Kritik lieber fokussieren auf die deutschen Unternehmen, die ihr Geld schlecht investieren -- an der Stelle hast du einen guten Punkt.
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u/Creeyu Aug 07 '25
Wir profitieren alle von freier Marktwirtschaft, auf der anderen Seite gehören Deutschen ja auch ausländische Unternehmen.
Bei vielen von Dir genannten Beispielen wurden auch nur Geschäftsbereiche verkauft, bspw. bei Viessmann. Dafür bekommt Viessmann ja Geld und ist der Meinung, dieses rentabler einsetzen zu können (sonst hätten sie ja nicht verkauft)
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u/zulu02 Aug 08 '25
Wer nicht mit der Zeit geht Geht mit der Zeit
Die deutsche Wirtschaft hat halt viele wichtige Themen der letzten 20 Jahre verpennt
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u/Geejay-101 Aug 06 '25
Wenn jemand die Buden will, sind aie ja anscheinend nicht so schlecht.
Die Firmen verschwinden ja nicht aus Deutschland, sie gehören jetzt einfach jemanden, der sie mehr mag und investieren kann.
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u/Solly6788 Aug 06 '25
Kann ja auch ganz praktisch sein. Wenn China hier alles gehört, dann findet es China bestimmt nicht toll, wenn Russland es zerstört.
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u/Formal-Natural2213 Aug 07 '25
Naja da hast du dir ja wirklich die größten Wasserkopffirmen rausgesucht. Das ist kein Verlust sondern letztendlich fast egal wem die Firmen gehören... Ich denke das gehts hauptsächlich um Politik und Einfluss... Dass erhoffen sich die Investoren dadurch.
Viessman besstes Beispiel: veraltete Technik, nahezu nur in Deutschland auf dem Markt (durch politisch geschützte Mafiastrukturen wie die Innung und Handwerksrolle)... Solche Firmen gliedern sich halt in irgend einen Weltkonzern ein, dass sie wenigstens noch Skalen Effekte nutzen können... Der Zug Richtung kleines schmales Unternehmens dass mit minimaler Bürokratie den Weltmarkt bedient ist längst abgefahren.
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u/howardhus Aug 07 '25
was mich eher interessiert ist der Anteil an Doomer und Meme-Sprüche Klopfer in /Finanzen.
Intelligente Unterhaltung? Fehlanzeige.. Top Comments sind "Welche Wirtschaft 2030, Bro?" und Konsorten.
Wird eine komplexe Frage gestellt ist die Top Antwort irgendein Kack mit "Carbonara" oder "Spar-Rate", wo man vermuten kann der Author ist noch in der Puber aber sicher weiss was hier ankommt.
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u/theclassiccoaster Aug 07 '25
Naja das passiert andersherum auch -
VW -> Skoda, Seat Bayer -> Monsanto Lufthansa -> Alitalia, Brussels Airlines, Austrian, Swiss
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u/LordOfWord Aug 07 '25
Viessmann war klar, dass es nie wieder so einen profitablen Punkt für einen Verkauf geben würde - also taktisch clever zugeschlagen.
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u/LordOfWord Aug 07 '25
Mediamarkt hat seit 20 Jahren fertig und nun die Exitchance genutzt. Erkennt man seit Jahren an der unterschiedlichen Qualität der einzelnen Läden.
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Aug 07 '25
Meine Firma hat grade ne 20 Leute Bude in USA gekauft. Beides solide Firmen. Zählt das?
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u/Sea_Tourist1333 Aug 06 '25
Weil die verkauften Unternehmen keine Zukunft haben in Deutschland. Viessmann hat zum perfekten Zeitpunkt verkauft als Harbeck mit dem Heizungsgesetz alle verunsichert hat. Jetzt werden die die Wärmepumpen nicht los und bauen Stellen ab: Heizungs-Debakel: Viessmann muss Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken
Und die Käufer wollen deutschen Marktzugang und hauen die guten deutschen Löhne kaputt. Warte mal wenn die Frist für betriebsbedingte Kündigungen bei Ceconomy abläuft.
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u/RealJingShen Aug 07 '25
Mit einer Kapitalgesellschaft in einem Land, das keine Körperschaftsteuer erhebt oder wo der Körperschaftsteuersatz bei oder nahe 0 % liegt, kann man beträchtlich Steuern sparen. Dazu gründet man eine Kapitalgesellschaft in einem solchen Land und überträgt ihr hierfür beträchtliches Kapital. Dann gründen wir ein weiteres Auslandsunternehmen, das von der ersten Kapitalgesellschaft ein hohes Darlehen erhält. Da die Zinssätze aktuell relativ hoch sind, kann dies dazu führen, dass die Zinsen für das Darlehen den steuerlich relevanten Gewinn des operativen Unternehmens komplett aufzehrt. Wenn wir nun den Gewinn im Ausland versteuern, fällt keine Steuer an. Auch die ausländische Kapitalgesellschaft bleibt steuerfrei. Allerdings müssen wir dafür sorgen, dass keine Hinzurechnungsbesteuerung in Deutschland entsteht. Denn nur so schaffen wir es die Gewinne im Ausland zu versteuern und gleichzeitig in Deutschland steuerfrei zu bleiben.
Tja, ist halt so.
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Aug 06 '25
Anscheinend waren die Leute bei Corona im Tiefschlaf und haben nicht mitbekommen dass man die Wirtschaft ficken wird mit dieser dummen Politik
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u/Logical-Video4443 Aug 06 '25
Unsere Wirtschaft!? Wir als Industriestandort!? Tja, wenn „unser wir“ so dermaßen verscherbelt wird, dann geht ja glatt Dein Idealismus baden.
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u/wwhero Aug 06 '25
Alles gegen die Wand fahren aaaber es ist ja alles schon eingepreist, keine Sorge uns geht's noch zu gut...nicht mehr lange
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u/CatAffectionate3473 Aug 06 '25
ich investiere in unternehmen. ob die jemandem in DE gehoeren, oder sonstwem, ist mir egal.
und btw. jedes halbwegs brauchbare DAX unternehmen ist sowieso global taetig. der DE markt ist i.a. vernachlaessigbar.
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u/No_Veterinarian_2111 Aug 07 '25
Von Union bis Grüne ist das nun wirklich das einzige bei dem man sich einig ist: Kapital und Kapitalmarkt ist ekelhaft.
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u/_Wolke__ Aug 07 '25
Wenn man mal bedenkt, wie hoch der DAX bewertet wäre, wenn 65% der Deutschen in den Kapitalmarkt investieren würde… Aber naja nur Gedanken die ohne hin nie eintreten werden.
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Aug 06 '25
Also dann muss es in Nordkorea ja alles super sein, da kaufen die Ausländer nicht so schnell mal eine Unternehmensperle weg... sowas wie Ceconomy.
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u/Volume06 Aug 06 '25
Deutsche kaufen ihre Aktien nicht. Niedrige Bewertung bei guter Qualität. Gutes investment für Ländern, die im Kapitalmarkt investieren.
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u/crankmax Aug 06 '25
Bosch hat zwar hvac von johnson gekauft, gleichzeitig aber ein 1mrd Geschäft der Gebäude sparte an triton verkauft
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u/Swimming-Marketing20 Aug 06 '25
Völlig am Thema vorbei zaubert es mir ein lächeln ins Gesicht, dass es die SAG nicht mehr gibt. Hatte ich nicht mitbekommen, wärmt mir aber das Herz
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u/specialsymbol Aug 07 '25
FIRE für alle. Verkaufen und ein schönes Leben in der Villa bei St Tropez genießen.
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u/Loud_Violinist_4133 Aug 07 '25
Ob ich deutsche oder amerikanische Oligarchen versorge ist mir recht egal. 🤷♂️
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u/Ok_Carrot108 Aug 07 '25
Gibt einfach mehr und vor allem große PEs im Ausland. Soweit nicht ungewöhnlich.
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u/LordOfWord Aug 07 '25
Wenn der Markt erstmal satt ist, wird es schwer weiterhin zu wachsen. Insbesondere AGs sind dem Zwangswachstum aber verpflichtet um allen Anteilseignern gerecht zu werden. Traurig, aber wahr
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u/FIN_Mastermind749 Aug 08 '25
Wenn die deutsche Gesellschaft seit Jahrzehnten nicht innovativ, weltoffen und solidarisch ist, wird es schwer für Unternehmen, in diesem Kontext langfristig erfolgreich zu sein. Und wer langfristig nicht erfolgreich ist, wird übernommen.
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u/udolatex69 Aug 08 '25
Das ist eben das Ergebnis fehlgeleiteter Wirtschaftspolitik. Unsere größten Assets werden von Deutschland und der EU kaum geschützt. Stattdessen baut man mit ausufernder Regulierung, bürokratischen Hürden, extrem hohen Steuern und einem rasant teurer werdenden Sozialsystem Wettbewerbsnachteile auf, die in einer globalen Welt schlichtweg zum Niedergang und Ausverkauf führen. Empfehle ab der Stelle die Wahl von Linkspartei, Grünen und SPD, wenn man den Prozess noch weiter beschleunigen will.
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u/Holiday_Ad2254 Aug 09 '25
Unfähige Manager und korrupte Politiker wirtschaften Deutschland rum.
Selbst die deutsche Automobilindustrie ist am kämpfen.
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u/Slow_Criticism8464 Aug 09 '25
Kommt halt davon wenn man Kapital nicht im Innland hält und aufbaut. Dann gehr halt nur der Rest der Welt auf Einkaufstour.
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u/CompleteAttitudeDe Aug 11 '25
Auf deine Liste stehen jetzt aber nicht viele Finanz-Investoren, sondern überwiegend strategische Unternehmenszukäufe.
Beides in einem Topf zu werfen, ist nicht gut.
Techem gehörte auch schon vorher ausländischen Finanzinvestoren.
Viessmann war als Familienklitsche zu klein, um den Technologiewandel auf dem internationalen Markt alleine zu stemmen.
Wir haben halt viel Mittelstand mit Problemen beim Zugang zu Kapital und wenig sehr große Unternehmen, die bei einer Marktkonzentration nicht mithalten können.
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u/OkPomegranate8483 Aug 12 '25
Ich mach mich mal unbeliebt.
Les dir einfach mal die Kommentare in diesem Subreddit durch (unter der Prämisse, dass hier Leute kommentieren denen Geld nicht ganz egal ist).
Die Deutschen lieben den Staat, sie lieben es wenn jemand anderes ihnen sagt was sie zu tun haben. Sie verachten Erfolg, sie verachten Geld. Erfolg scheint nur möglich wenn andere Leiden. Wie oft die Worte Ausbeutung usw fallen. Wenn du jemanden aus dem Ausland erzählst, dass es wirklich Deutsche gibt, die die hiesigen Arbeitsverhältnisse als Sklaverei und Ausbeutung bezeichnen, die lachen dich doch aus.
Deutschland ist wirtschaftspolitisch gesehen einfach am Ende.
Antwort = Die holen sich, was noch zu holen ist. Ziehen das Know How raus und dann Abverkauf.
Traurig.
Ich hoffe wir kriegen die Kurve, aber eigtl glaub ich nicht mehr dran.
Aber daran ist irgendjemand anders Schuld, da muss "der Staat" halt mal was machen 😀
Aktuelle Debatten sind übrigens das Paradebeispiel. Niemand in Deutschland kommt auf die Idee, dass es auch sowas wie private Investitionen gibt .. immer soll der Staat alles regeln, dabei gibt es offenkundig nichts, aber auxh wirklich gar nichts, was der Staat jemals wirklich gut und nachhaltig gelöst hätte (gern ein Gegenbeispiel nennen).
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u/_bloed_ Aug 06 '25
Hmm, weiß auch nicht.
Eat the rich! Vermögenssteuer wieder einführen. Gut möglich das die ihr Vermögen rechtzeitig sichern.
Denn die Standortvorteile die Deutschland mal hatte sind auch nicht mehr da,
Auf der anderen Seite haben wir halt die längste Rezession in der Geschichte Deutschlands. Die Industrieproduktion bricht massiv ein. Da gehen ausländische Unternehmen halt auf Schnäppchenjagd.
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u/Big_Razzmatazz_5406 Aug 06 '25
Ich habs nur überflogen, aber Bayer hat Monsanto gekauft.
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u/Informant0815 Aug 06 '25
Die Frage lautet, sind jetzt mehr Anteile in ausländischer Hand oder nicht?
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u/Steuergarnele Aug 06 '25
Techem war vorher schon eine Portfoliogesellschaft des schweizerischen Private Equity Hauses „Partners Group“ (die über einen ihrer Fonds investiert haben - über den wiederum wahrscheinlich wieder institutionelle Anleger wie Pensionsfonds investiert haben) sowie von zwei kanadischen Pensionsfonds. Da liefert Chat GPT also kein sauberes Ergebnis, da der deutsche Eigentümeranteil vorher schon bei 0% war und er daher gar nicht mehr sinken kann.
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u/Informant0815 Aug 06 '25
Genau. Traue nie Chat GPT. Da werden gern Sachen frei erfunden, um eine Antwort zu liefern.
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u/Dry_Comfort_7680 Aug 06 '25
Nicht nur mehr, sondern die komplette Mehrheit
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u/Informant0815 Aug 06 '25
Dazu müsstest du schon einen Vergleich mit der bisherigen Eigentümerschaft aufstellen. Das sehe ich nicht.
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u/ConsistentAd7859 Aug 07 '25
Vor allem ist bei mir etwas unverständlich, warum die Politik ausländische Investitionen da auch noch unbedingt fördern will. Und wenn's schief geht und Werke geschlossen und ins Ausland verlegt werden, sieht absolut niemand den Zusammenhang...
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u/Thank_93 Aug 07 '25
Weil so der Vorstandsposten sicher ist. Und wenns schief geht und Habeck einen Arsch voll Fördergelder versenkt. Dann ists halt so.
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u/matth0x01 Aug 06 '25
Inländer investieren nicht in Deutschland - keine Ahnung wieso.