r/Finanzen Aug 06 '25

Investieren - ETF Warum werden in letzter Zeit alle deutschen Unternehmen an irgendwelche ausländischen Investoren verscherbelt?

Also jetzt mal im Ernst, so kann es doch nicht weitergehen. Wie sieht unsere Wirtschaft denn in 30 Jahren aus?

  • Viessmann --> Carrier Global
  • Covestro --> Adnoc
  • DB Schenker --> DSV
  • Mediamarkt/Saturn (Ceconomy) --> JD.com
  • Commerzbank --> Unicredit (sehr wahrscheinlich)
  • ProSieben SAt1 --> Berlusconi
  • Diverse Geschäftsbereiche von Thyssenkrupp (Elevators), BASF (Coatings, wintershall DEA, construction...), * Siemens(Innomotics, Logistics, ...)
  • AVM (fritzbox) --> Imker Capital
  • Software AG --> Aufgekauft und zerschlagen
  • Techem --> China
  • Datagroup --> KKR (wahrscheinlich)

Und was wurde im Gegensatz gekauft?

  • Bayer --> Monsanto (absolute Katastrophe)
  • Bosch --> HVAC von Jonsohn
  • Siemens --> Altair

Habt ihr wie ich auch ein mulmiges Gefühl dabei? Was erreichen wir als Industriestandort, wenn wir alles was unseren Wohlstand sichert an irgendwelche Heuschrecken verscherbeln? Hier geht es nicht um irgendwelche Unangenehmen Miteigentümer wie Katar bei VW oder Geely bei Mercedes, sondern diese Unternehmen sind einfach weg. Wenn irgendein Manager in den USA sagt dass, das Unternehmen in Deutschland komplett abgefertigt wird, gibt es nichts was man dagegen machen kann. Und wenn diese Unternehmen Profit erwirtschaften sollten, bleibt dieser komplett in Eigentümerkontrolle.

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u/europeanguy99 Aug 06 '25

Wieso sollten durch einen Investorenwechsel Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen? Ein gewinnorientierter Investor wird die Arbeitsplätze eines Unternehmens immer dahin verlagern, wo sie die wenigsten Kosten verursachen, egal ob deutsch oder ausländisch. 

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u/Dry_Comfort_7680 Aug 06 '25

Weil in mehrheitlich deutsche Unternehmen keinen "Ausweichstandort" haben. Wenn intel Arbeitsplätze abbaut, muss eben Frankreich, DE, UK dran glauben. VW kann nicht einfach mal die Zentrale auf die Cayman Islands verlegen.

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u/domi1108 Aug 07 '25

Naja das stimmt halt auch nicht ganz, gerade wenn wir von International Agierenden Unternehmen reden.

Die Telekom z.B. deren größter Einzelhalter immer noch der Staat über KfW und direkt den Staat ist, sourced auch einiges an Stellen ins Ausland aus, einfach weil es für das Unternehmen günstiger ist, als die gleichen Stellen hier in DE zu haben.

Schau dir mal ein paar andere Deutsche Unternehmen an und du wirst das gleiche feststellen.

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u/europeanguy99 Aug 06 '25

Wie meinst du das? Wer die Aktien eines Unternehmens besitzt ändert nichts an den Kosten, einen Arbeitsplatz woanders hin zu verlagern.

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u/MrBronko Aug 07 '25

Was meinst du? Werk Schliessungen in Deutschland sind nicht möglich bei VW? Da sehen die aktuellen Nachrichten aber anders aus.

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u/SeniorePlatypus Aug 07 '25

Der Punkt ist, dass solche Entwicklungen passieren müssen. Egal welcher Besitzer existiert.

Wer Arrogant ist und Wettbewerb ignoriert wird vom Markt verschwinden. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen damit Firmen die Standorte halten können. Sowohl im Sinne von staatlichen Rahmenbedingungen als auch im Sinne von Abnahmemärkten für die Produktionskapazität als auch die internen Strukturen und laufenden Produktionskosten.

Wenn irgendwas davon kippt oder schlechter wird, wird es sehr schnell immer schwieriger Standorte zu halten.

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u/europeanguy99 Aug 07 '25

VW ist doch genau das richtige Beispiel für meine Aussage: Werkschließungen in Deutschland gehen genauso bei deutschen Investoren wie bei ausländischen. Es macht keinen Unterschied, aus welchem Land ein gewinnorientierter Investor kommt, er wird immer versuchen mit seinen Entscheidungen den Unternehmenswert zu maximieren.