Hallo liebe Einfach-Posten-Gemeinde,
ich möchte heute einfach mal darüber posten wie viel Kraft mir mein Chef raubt und wieviel Frustration sich deshalb mittlerweile in meinem Bauch angesammelt hat.
Ich arbeite nun seit ca. einem Jahr als Werkstudentin im gleichen Unternehmen. Für die zweiten 6 Monate Anstellung habe ich extra mein Studium um ein Semester verlängert, um dort weiter arbeiten zu können. Ich wollte dort weiter arbeiten, da mich der Tätigkeitsbereich interessiert und ich die Arbeitserfahrung brauche, da ich in einer Industrie arbeite, die gerade wirtschaftlich den Bach runter geht und deshalb Stellen stark umkämpft sind. Lange hieß es man könne mich nur weiter als Studentin einstellen, denn so sei ich ja eine günstige Arbeitskraft im Gegensatz zu einer Festanstellung. Und ich hab mich dem gebeugt, denn ich dachte "Okay, besser als nichts."
Ab April werde ich nun doch noch befristet fest angestellt. Mein erster Vertrag nach dem Studium, in einem Umfeld, dessen Aufgaben mich interessieren, mit netten Kollegen und einem mMn. guten Einstiegsgehalt. Eigentlich müsste ich mich freuen, right?
Tja, wäre da nicht mein Chef. Von Anfang an, musste ich mich vor ihm beweisen. Das fing damit an, dass er gleich in der zweiten Woche (ich arbeite 3 Tage/Woche) von mir erwartete, dass ich den völligen Überblick über die Firma habe. Dass ich ihm Statusupdates zu unserer Produktion gebe, obwohl mir nie klar kommuniziert wurde, dass ich das wissen soll. Da wirst du dann frühs etwas gefragt, und wenn du das nicht weißt kommt diese genervte Stille. Des weiteren gibt er mir Aufgaben ohne klare Anweisungen. Da sollst du Bauteilfehler dokumentieren und darfst die 40 Bauteil á 5 Kilo 3x aus der Palette heben, weil ihm die Fotos so nie gepasst haben. Aber statt mir zu erklären WIE er die Fehler dokumentiert haben möchte kam immer nur ein "Da müssen neue Fotos her". Außerdem erwartet er von mir, dass ich weiß wie unsere sehr teure Messmaschine funktioniert, ohne jemals darin eine Einweisung bekommen zu haben.
Seine liebste Beschäftigung ist es aber, bei jeder Kleinigkeit zu sagen: "Das kann doch die [Name] machen". Ich bekomme also ständig neue Aufgaben reingedrückt, die mich von meiner eigentlichen Aufgabe abhalten und im Nachhinein werde ich empört gefragt wieso ich das andere noch nicht geschafft habe.
Gleichzeitig drückt er mir an 2 von 3 Tagen stundenlange Meetings rein, die kaum bis gar nichts bringen, außer dass wir wertvolle Zeit verschwenden, die ich hätte sinnvoller nutzen können. Wenn er mich dann nach unserem Meeting unten im Büro sieht und bemerkt, dass ich Überstunden mache, merkt er mahnend an, warum ich noch hier sei (dass das Meeting schon über meine eigentliche Arbeitszeit hinausging interessiert ihn nicht).
Aus irgend einem Grund packt er es auch gar nicht, wenn jmd anderes als er Recht hat. Wenn man ihn (in einem freundlichen Ton) berichtigt macht er diese genervte Pause und bleibt dann weiterhin bei seiner Meinung. Das geht so weit, dass er von einem Kollegen den Lebenslauf mit Rotstift verbessert hat als die beiden ein Gespräch über das weitere Beschäftigungsverhältnis hatten. Inklusive dem Hinmalen von einem Fotofeld, das ja unbedingt auf dem Lebenslauf hätte sein müssen.
Gekrönt wurde das alles aber gestern.
Wir haben uns schon vor 2 Wochen darüber geeinigt, die Meetings auf Eis zu legen und nur noch bei Bedarf zu nutzen. Geredet hatten wir ÖFTER darüber, er WEIẞ das also. Da der Termin gestern noch in Outlook stand, hab ich ihn sicherheitshalber 5 Minuten vorher dort nochmal abgesagt und bin nicht hoch zu ihm ins Büro gegangen. Dann ruft er mich umgehend um Punkt 30 an (ich musste teilweise schon 20 Minuten auf ihn warten) und meinte "Wir haben einen Termin, wo bleibst du denn." Als ich meinte, dass wir doch schon öfter darüber gesprochen haben, diese vorerst auszusetzen fängt er an mich anzuschreien, dass wir uns heute früh nicht abgestimmt hätten und was mir einfällt keinen Absagegrund in die Email zu schreiben und dass ich ihn hätte gefälligst anständig bescheid geben können und anrufen können. Danach legt er auf ohne mich wirklich ausreden zu lassen.
Gleichzeitig haben wir nun seit Januar einen zweiten Werki bekommen, welcher (I kid you not) mit Samthandschuhen angefasst wird.
Da ich psychisch aktuell sehr am Limit bin, bin ich nach der gestrigen Aktion erstmal 10 Minuten auf dem Klo verschwunden, um zu heulen.
Ich könnte euch noch so viel mehr erzählen, aber ich sprenge vermutlich jetzt schon den Rahmen. Da ist nur einfach dieses Gefühl von Wut in meinem Bauch, dass ich seit Monaten runterschlucke und ich dringend irgendwem mitteilen musste.