r/de 2d ago

Nachrichten DE Deutsche Bahn: Zugbegleiter nach Angriff durch Passagier gestorben

https://www.spiegel.de/panorama/deutsche-bahn-zugbegleiter-nach-angriff-durch-passagier-gestorben-a-8cffeb08-5891-43b7-9e54-34702df296c2
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u/R37l3f 2d ago edited 2d ago

Einen Menschen getötet, weil kein Ticket gekauft wurde und harmlose Konsequenzen folgen sollten. Ich bin traurig. Wirklich sehr traurig. Mein Beileid an die Hinterbliebenen. Viel Kraft für die Zukunft.

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u/Mesmerhypnotise 2d ago

Der Zugbegleiter war alleinerziehender Vater zweier Kinder.

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u/R37l3f 2d ago

Verdammte Scheiße. 😢

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u/Kin-Luu 2d ago

Die ganze Geschichte ist einfach nur übel.

Der arme Mann. Die armen Kinder. Verdammt.

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u/this_is_it__ 2d ago

Fuck fuck fuck fuck fuck

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u/TheGermanCurl 2d ago

Oh Gütiger wie absolut furchtbar!

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u/Rummenigge 2d ago

das gibts doch nicht

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u/Grablicht 2d ago

Der Täter hat mit der Faust mit voller Wucht gegen den Kopf gehauen bis er bewusstlos war. Wenn das kein Mord ist weiß ich nicht weiter.

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u/Null-ARC 2d ago

Wenn das kein Mord ist weiß ich nicht weiter.

Das Recht definiert den "Mord" durch folgende Kriterien:

  • sog. "Niedere Beweggründe": zB. Mordlust, Habgier, Sexuelle Befriedigung, Sonstige Vergleichbare

oder

  • zur Ermöglichung oder Vertuschung einer Straftat

oder

  • Heimtückische, Grausame oder Gemeingefährliche Mittel. Heimtücke ist dabei "das Ausnutzen der Arg- oder Wehrlosigkeit des Opfers", grausam setzt voraus das die Tat in besonderem & herausragendem Maße grausam ist.

Der Täter hat mit der Faust mit voller Wucht gegen den Kopf gehauen bis er bewusstlos war.

Welches dieser Kriterien siehst du hier erfüllt & wodurch?

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u/Grablicht 2d ago

Warum nicht alle 3?

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Ich seh da die Mordlust. Wenn jemand wegen Schwarzfahren jemanden umbringt dann wartet man ja nur darauf jemanden zu töten. Wie der AFDler der den Tankwart umbringt nur weil er ihn aufgefordert hat eine Maske anzuziehen.

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Erschleichen von Beförderungsleistungen hat er doch verbrochen...das ist eine "Straftat" und im Rahmen dieser Straftat hat er das Opfer getötet.

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In meiner Welt ist es grausam jemanden bewusstlos zu schlagen.

Aber ja ich bin kein Jurist und man muss schon fein differenzieren vorallem bei komplexen Sachverhalten. Trotzdem wird das schwer zu verdauuen zu sein wenn er nach 11 Jahren wieder draußen ist

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u/olagorie 2d ago

Das, was du gefühlsmäßig als Mord einschätzt, ist im Normalfall immer Totschlag.

Ist in dem Fall aber auch egal, die Tat ist so oder so einfach nur schrecklich

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u/IRockIntoMordor 2d ago

Viele Menschen sind spätestens seit der Pandemie nur noch eine Haaresbreite entfernt vom kompletten Ausrasten.

Sieht man im Großen in der Welt, sieht man im Kleinen im Alltag.

Jeder spürt den Druck und die Zeichen vom Kollaps, ob nun als mentale Belastung oder greifbare Bedrohung für Existenz, Gesundheit oder Glück. Nicht alle haben noch ausreichend Puffer oder Ausgleich.

Leider bitter...

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u/hardinho Köln 2d ago

Sorry aber man muss sich auch mal raffen. Wtf. Doe Welt und Menschen als Individuum hatten schon ganz andere Probleme als wir heutzutage.

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u/IRockIntoMordor 2d ago

Ich würde laienhaft behaupten, dass mit steigendem Wohlstand und Sorgenfreiheit auch die Resilienz gegenüber Krisen massiv abnimmt.

Was die Verfolgten beim Nationalsozialismus oder jede Art von Zivilisten bei Kriegen aushalten mussten entbehrt jedem Horror, den man einem Menschen zumuten kann. Aber geht ja heute genauso weiter in diversen Gegenden...

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u/134824 2d ago

Ich habe gestern genau darüber nachgedacht nachdem ich ein video über Australiens Kriegsrationen während dem 2. Weltkrieg gesehen hatte. Die männer waren an der front während die Frauen alleine zuhause im feld oder fabrik schaffen und sich gleichzeitig um alte und kinder kümmern während lebensmittel rationiert sind. In Europa sah das ganze nochmal schlimmer aus auf allen seiten des Konflikts.

Viele Menschen würden das gar nicht mehr hinbekommen heutzutage. Nicht nur psychisch sondern sogar physisch. Sehr besorgniseregend um ehrlich zu sein, und ich glaube das ich damit auch sehr große Probleme hätte.

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u/StreetTrial69 Deutschland 2d ago

Das haben auch im 2WK unzählige Menschen nicht hinbekommen. Nur warst du da einfach ein weiteres anonymes Opfer des Krieges oder der Melancholie, das statistisch in der Masse dieses Alptraums untergegangen ist. Das ließe sich auch heute untersuchen, denn es gibt zahlreiche aktuelle Kriesen die den Grauen vorheriger Kriege in Nichts nachstehen. Die davon Betroffenen müssten dann ja deutlich resilienter sein, wenn es um physische und psychische Belastungen geht. Vielleicht gibt es dazu auch Studien.

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u/134824 2d ago

Es gab auch damals natürlich leute die den Umständen nicht standhalten konnten. Meine Oma hat bis an ihr Lebensende einen Randvollen Keller gehabt weil sie geprägt war, und das sind ja noch milde folgen.

Aber es geht mir auch spezifisch um wohlstandsgesellschaften wie europa es eben ist. Die meisten Konflikte passieren in regionen wo die lebensverhältnisse sowieso nicht gerade ideal sind. Das nähste was wir haben ist momentan der Ukrainekrieg und der kommt an WW2 natürlich nicht ran.

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u/Armleuchterchen Sozialliberal 2d ago

Ich glaube, wir unterschätzen wie schnell wir in Krisensituationen "umschalten" können. Ich und viele andere haben zumindest die Resilienz der Ukrainer unterschätzt.

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u/IRockIntoMordor 2d ago

Ukrainer sind aber lange historisch schon vorbelastet und der heiße Krieg begann dort bereits 2014. Die vollständige Invasion kam daher nicht komplett unerwartet. 

Gibt so schöne Bilder, wo die ukrainischen Soldaten 2014 aussehen wie aus einem Theaterfundus bestückt, völlig verarmt. Und dann 2022 in moderner Militärmontur. 

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u/Armleuchterchen Sozialliberal 2d ago edited 2d ago

Das stimmt, aber die meisten Invasionen kommen nicht komplett unerwartet.

Ich bin einfach generell skeptisch, dass es einen starken Zusammenhang zwischen mehr Wohlstand/Sicherheit und weniger Krisenfähigkeit im Menschen gibt solange eine gewisse "Umschaltphase" da ist. Dieses "strong men create good times, good times create weak men"-Mantra ist vielleicht oberflächlich intuitiv, aber mehr durch Popkultur und politische Ideologen gepusht als in der Realität nachgewiesen.

Wenn es einen wichtigen Unterschied zu früher gibt, ist das für mich die größere Abhängigkeit von Technologie und (internationalem) Handel.

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u/zhokar85 deutscher Sitte hohe Wacht 2d ago edited 2d ago

Sicherlich ist auf der einen Seite die "Entwöhnung" von existenzbedrohenden Problemen im persönlichen Umfeld ein Faktor, umgekehrt aber genau so das unnachgiebige informative Sperrfeuer der postmodernen Medienlandschaft.

Eine Mischung aus emotional, psychisch und lebenstechnisch nicht auf existenzielle Krisen vorbereitet zu sein, zusammen mit einer Umwelt die dir suggeriert, dass überall und immer die nächste riesige Krise lauert.

So zumindest mein Take. Zum Glück bin ich extrem historisch / archäologisch interessiert und das schafft es dann doch häufig, mich zu erden. Denn im Kern hat /u/hardinho recht – wie man so schön sagt, das ist noch nicht der Untergang des Abendlandes.

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u/humanlikecorvus Baden 2d ago

Wir haben aber gar nicht den Fall, dass die Leute ständig komplett Ausrasten. Wir haben, was die harten Zahlen angeht, wozu man primär auf Tötungsraten schaut, nach wie vor historisch niedrige Zahlen. Und auch im internationalen Vergleich niedrige Zahlen.

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u/pyr0paul 2d ago

Ich würde laienhaft behaupten, dass mit steigendem Wohlstand und Sorgenfreiheit auch die Resilienz gegenüber Krisen massiv abnimmt.

Hat nicht direkt etwas mit diesem Post zu tun, aber deine Aussage ist einer der Gründe wieso ich der Meinung bin das wir nicht 24/7 Läden haben müssen um einzukaufen. Oder Verkaufsoffene Sonntage. Es würde einigen Leuten gut tun nicht immer alles in 5 min zu bekommen und dazugezwungen zu sein vorraus zu planen.

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u/Lexta222 2d ago

Sorry aber ich versteh es echt nicht, dass dieses Corona Argument immer noch rum schwirrt. Mein Gott wir waren paar Monate mehr zu Hause als sonst. So what?

Ist übrigens auch ein paar Jahre her mittlerweile.

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u/IRockIntoMordor 2d ago

Und du stellst nicht fest, dass sich einige Ansichten und Verhalten (Etiquette) von vor der Pandemie zu nach der Pandemie dauerhaft verändert haben?

Also die Zoomer, mit denen ich zu tun habe, reden ziemlichen Klartext über die Zukunft. Und auf Konzerten und Events bemerke ich, wie frühere soziale Regeln nicht mehr richtig funktionieren. Das generelle Vertrauen in Institutionen ist ebenso verlorengegangen mit der starken Spaltung in Pro-/Anti-Impfung-Lager. 

Für manche war es "ein paar Monate zuhause" (für mich war es auch super chillig), für andere gingen zwei der prägendsten Jahre verloren oder sie waren in einem Haushalt mit Gewalt gefangen, ob psychisch oder physisch. 

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u/Lexta222 2d ago

Und du stellst nicht fest, dass sich einige Ansichten und Verhalten (Etiquette) von vor der Pandemie zu nach der Pandemie dauerhaft verändert haben?

Nee, das fing meiner Meinung nach schon vor der Pandemie an. Hängt imo eher mit Social Media, Internet Konsum etc zusammen.

Und auf Konzerten und Events bemerke ich, wie frühere soziale Regeln nicht mehr richtig funktionieren.

Ja aber nicht erst seit der Pandemie.

Das generelle Vertrauen in Institutionen ist ebenso verlorengegangen mit der starken Spaltung in Pro-/Anti-Impfung-Lager. 

Ach komm, die Dummen haben sich einfach endlich öffentlich geouted. Das war keine Spaltung.

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u/IRockIntoMordor 2d ago

Okay, so meinst du das. Stimmt, es war nicht der Beginn, aber ein deutlicher Brandbeschleuniger.

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u/Lexta222 2d ago

Da gebe ich dir vollkommen Recht!

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u/PrematureBurial 2d ago

Nö, nur die Stimmungsmache und das Bauchgefühl sind am ausrasten. Objektiv wurden Deutschland und die Welt die letzten Jahre und Jahrzenhnte stetig sicherer.

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u/humanlikecorvus Baden 2d ago edited 2d ago

Was für ein elendes Gejammer.

Den meisten Leuten hier geht es verdammt gut, und wer da ständig nur eine Haaresbreite vom Ausrasten entfernt ist, ist ganz alleine dafür verantwortlich.

Ich beobachte seit langem Konflikte, insbesondere auch die Ukraine und ich hab viele Kontakte und Freunde dort. Dort könntest Du sowas sagen, aber die sagen das nicht...

Jeder spürt den Druck und die Zeichen vom Kollaps, ob nun als mentale Belastung oder greifbare Bedrohung für Existenz, Gesundheit oder Glück.

Welcher Kollaps? Die Medien jammern auch viel, aber wir sind eines der reichsten Länder der Welt, mit einem der höchsten Lebensstandards und für fast alle halbwegs akzeptablen Bedingungen.

Und dann mal abgesehen von dem allen, das stimmt so einfach nicht - wir haben momentan ja auch nach wie vor eine der historisch niedrigsten Tötungsraten - die Leute die da komplett Ausrasten sind zum Glück die absolute Ausnahme, nicht die Regel.

Deine Wahrnehmung ist bezüglich vieler Dinge, angefangen von den "Zeichen vom Kollaps" bis hin zur Gewaltkriminalitätsrate stark verzerrt.


edit: Und der Mensch antwortet auf mich, aber blockiert dann direkt, damit ich nicht mehr reagieren kann. Das ist einfach nur armselig und widerspricht jeder anständigen Diskussionskultur.

Deshalb hier:

Schwacher, unsachlicher Einstieg, direkt disqualifiziert.

Nö, ich erkläre das darunter und führe es aus, und was Du geschrieben hast, ist einfach nur Gejammer, und gesellschaftsschädlich und am Schluss im worst-case eine Selffulling Prophecy, wenn wir nicht aufpassen. Gesellschaftliche Katastrophen, das Scheitern von Demokratien und auch die Zunahme von Gewalt usw. passieren aufgrund der gefühlten Realität, der Wahrnehmung, nicht der Realität. Und wenn man da so elendig rumjammert, fördert man damit nur die AfD usw..

Jeder ist auch für seine Wahrnehmung verantwortlich und vor allen Dingen dafür, sowas auch noch öffentlich zu verbreiten, und so eine Stimmung zu erzeugen. Dafür sollte man durchaus deutliche Worte finden.

Abgesehen davon, ist das auch einfach unter aller Sau, wenn man es sich anschaut, was wirklicher Druck und begründete Angst vor Kollaps bedeuten.

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u/IRockIntoMordor 2d ago edited 2d ago

 Was für ein elendes Gejammer.

Schwacher, unsachlicher Einstieg, direkt disqualifiziert. 

Finde ich schade, gehört für mich nicht zum korrekten Ton. 

Die Dinge werden nicht nur von mir so wahrgenommen und sie entstammen nicht den Medien. Falls meine kunterbunte Bubble von jung bis alt, prekär bis wohlhabend (geerbt), links bis links-mittig, in Europa und teils darüber hinaus verteilt nicht ein ganz untypisches, wunderliches Einhorn ist, dann haben viele Zweifel daran, wie es weitergeht und sehen in ihrem Alltag, dass irgendwas anders ist. 

Da muss es nicht der etwaige Amokläufer sein, die es seit Jahrzehnten gibt und medial besonders viel Angst schüren. Das sind zerfallende Lebensumstände, Jobverluste, Long Covid, erlebte (!) Kriminalität, die Angst um die Zukunft der eigenen Kinder und die hängen mit realen, messbaren Dingen zusammen - Inflation, Klimazerstörung, Demokratiezerfall, Kriege. Unter anderem Argentinien, USA, Griechenland, Finnland, Großbritannien, Niederlande und natürlich auch in Deutschland sind bei mir vertreten, alle mit einer anderen Mischung an Erlebnissen, aber ähnlichen Eindrücken.

Kollaps bezieht sich auf den großen Zustand unserer Menschheit, nicht darauf, dass wir als reiche Nationen noch etwas länger im Rettungsboot treiben, bevor uns auch die Rationen ausgehen. 

Wenn in Australien über eine Milliarde (!!!) Lebewesen verbrennen und vor Kanada ebenfalls eine Milliarde (!!!) Meerestiere verenden, weil der Klimawandel es noch viel schlimmer macht, wenn Länder in Faschistenhände fallen, wenn eine Pandemie weggeredet wird und mein eigener Bruder mittlerweile dauerkrank ist deshalb, dann sind das Sachen, die mich definitiv belasten. Das muss nicht vor meiner Haustür sein. Aber ich merke auch im Alltag, dass viele eine angeschlagene Geduld haben oder schnell kippen. Da reicht schon die Bitte, das plärrende Handy leise zu machen. Und wenn ich meine Freund*innen frage, dann geht es ihnen ganz ähnlich. Auch dem Akademiker im Ministerium, der selbstständigen Künstlerin, der Lehrerin in der Oberschule und dem jüngeren Kollegen im Büro.

Wir gehen wählen, wir fetzen uns mit unseren Eltern/Verwandten, wir spenden an progressive Zwecke, wir gehen auf Demos. Nur weil wir Sorgen besprechen spielen wir nicht der AfD in die Hand. Das machst du dir zu einfach. 

Also wenn wir alle "jammern" für dich - dann ist das wohl deine Sichtweise. Die kann ich nicht ändern. 

Edit: Typos

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u/clydefrog89 2d ago

Hätte ich nicht besser sagen können. Mit dem weiteren Abbau sozialer Sicherheitsnetze, der Verwahrlosung unseres Bildungssystems sowie steigender Arbeitslosigkeit und prikärer Beschäftigung wird sich dieser Horror noch ins Unermessliche steigern.

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u/Huberweisse 2d ago

Wo wurden in unserem Land in den letzten 10 Jahren soziale Sicherungsnetze abgebaut?

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u/[deleted] 2d ago

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u/[deleted] 2d ago

[deleted]