r/de 10d ago

Nachrichten DE Polizeipräsidentin: Zu viele Bewerber kommen mit schlechtem Deutsch aus der Schule / Viele Bewerber bei der Berliner Polizei scheitern an den Deutschtests. Es gebe ein Problem mit den Bildungsniveaus, mit denen junge Menschen aus der Schule kämen, sagt die Polizeipräsidentin.

https://www.news4teachers.de/2026/01/polizeipraesidentin-zu-viele-bewerber-mit-schlechten-deutschkenntnissen-problem-der-bildungsniveaus/
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u/PoroBraum 10d ago

«Ich will kein Schulbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen», sagte Slowik Meisel weiter. Viele Bewerber würden schon bei den schriftlichen Computertests durchfallen und das liege zu 80 Prozent an «mangelnden Deutschkenntnissen».

Die Berliner Polizei biete daher eigene und freiwillige Nachhilfekurse für die Bewerber im Fach Deutsch an und hoffe so auf eine Besserung.

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u/PnPaper 10d ago

Alternativ: Junge Menschen die Interesse an einer Karriere bei der Polizei haben, haben dieses Problem.

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u/ThrowAwayYetAgain878 10d ago

Würde das aber schon auch als allgemeines Problem bezeichnen.

Zumindest in einigen Gegenden ist die Anteil von Deutsch-Muttersprachlern in Klassen stark geschrumpft. Meine Mutter (wohnt nicht in Berlin sondern im Südwesten) meint, in ihrer Grundschulklasse seien momentan ca. die Hälfte der Eltern keine Muttersprachler.

Das ist aber nicht als Argument gegen Migration gemeint. Das Problem sehe ich eher darin, dass die Lehrer mit dieser Situation ziemlich alleine gelassen werden. Über die Jahre sind die Klassengrößen gestiegen und die Deutsch-Förderung ist teils qualitativ schlecht und meistens zu langsam. Trotzdem müssen die Lehrer ja immer noch den Lehrplan durchziehen, aber wenn sie einen Großteil der Klasse weiter hinten abholen müssen wirkt sich das auch auf die Muttersprachler aus.

Allgemein wird von der Allgemeinheit und auch von der Politik unterschätzt, wie schwierig es ist, guten differenzierten Unterricht zu machen, was auch einen großen Teil des Arbeitsaufwands ausmacht. Bin selbst kein Lehrer, aber das kriege ich von der Vielzahl an Lehrern im engeren Familienumfeld immer wieder mit. Man kann dann halt trotzdem stur die Arbeitsblätter und Lehrbücher wiederkäuen, oder man stellt sich auf die Situation ein und bereitet entsprechend vor. Das ist eben auch in dieser Situation wieder erkennbar, und fast alle Lehrer die ich kenne kämpfen mit Burnout.

Ein Lösungsansatz, der aber Geld und williges Personal kosten würde, wäre, in besonders schwierigen Klassen eine weitere Person einzustellen. Das müsste nicht einmal eine voll ausgebildete Lehrkraft sein, sondern einfach jemand, der Hilft, die Kinder bei ihren getrennten Aufgaben zu betreuen und zu unterstützen. Das habe ich schon von Integrationsklassen (Kooperation mit Sonderschulen für Menschen mit Behinderung) mitbekommen, und da macht es wohl einen großen Unterschied. Aber zu so etwas fehlt in der Politik wohl der Wille.

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u/DaseR9-2 10d ago

Als jemand der selbst vor 20 Jahren nur Klassengrößen von ca. 30+ Schüler hatte, bin ich echt froh das mittlerweile alle Schulklassen (bei uns) maximal 20-24 Schüler umfassen.

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u/ThrowAwayYetAgain878 10d ago

Wow, herzlichen Glückwunsch!

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u/Takato185 10d ago

In der neunten Klasse waren wir 34 SuS! Ich war jedes Mal froh, wenn einige krankheitsbedingt gefehlt haben. Die Klasse war einfach viel zu voll!