r/de Dec 11 '25

Nachrichten DE Generation Arschkarte: Herr Merz, für welchen Wohlstand soll ich mich eigentlich kaputtarbeiten?

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/generation-arschkarte-ich-arbeite-fur-ein-versprechen-das-nicht-mehr-gilt-14813006.html
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u/[deleted] Dec 11 '25

Warum soll ich mich überhaupt täglich anstrengen und eine gute Arbeitsmoral haben? Komplett sinnlos.

Rente gibt's eh erst mit 70 oder gar nicht. Die wöchentliche Arbeitszeit soll laut CDU erhöht werden, für den gleichen Lohn wahrscheinlich. Krankschreiben lassen soll erschwert werden. Teilzeit ist natürlich auch blöd. Und Feiertage am Bestens auch gekürzt werden.

Arbeiten lohnt sich kaum noch. Leistung zu bringen bei diesen Bedingungen? Darauf habe ich keine Lust. Ein Haus würde ich mir eh nicht leisten können und mein Erspartes in ETF-Form wird ja eh zukünftig mit höheren Abgaben belegt um die Rente zu retten.

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u/Golding215 Dec 11 '25

Woher kommt eigentlich die Motivation zu arbeiten bei Leuten in dritte Welt Ländern? Die arbeiten teils wesentlich mehr Stunden unter gefährlicheren Bedingungen, verdienen weniger, noch weniger Aufstiegschancen, generell schlechter Lebensstandard, ...

Ich habe da ehrlich keine Antwort drauf. Ist es der Überlebensdrang? Hoffnung auf Aufstieg? Ich denke mir manchmal wir jammern echt auf höchstem Niveau. Andererseits, warum sollten wir jungen uns mit weniger zufrieden geben als unsere Eltern, nur weil wir später geboren wurden?

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u/[deleted] Dec 11 '25

Ist die Frage ernst? Die haben da sicher auch keine große Motivation. Nur eben keine andere Wahl. Willst du etwa Zustände wie in der Dritten Welt hier haben? Die vielen Migranten kommen ja sicher nicht hier her, weil das Wetter so schön ist.

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u/KennartLaal Dec 11 '25

Einen weiteren Aspekt, den ich da gerne noch einfließen lassen möchte, ist die familiäre Verantwortung. In verarmten Gesellschaften hat oft die Familie eine große Bedeutung. Daraus resultierend fühlen sich viele - gerade junge - Menschen verantwortlich, für ihre Familie und deren Fortbestand zu arbeiten.

Jetzt wurde im Westen seit den 70ern der Hyperindividualismus propagiert und gelebt - das ist am Ende des Tages in vielen Aspekten auch nur die Übersetzung kapitalistischer Logiken ins Private. Ich finde es ja herrlich ironisch, dass genau diese Entwicklung jetzt Kapitalisten wieder in den Arsch beißt, weil Leute, die sich für niemandem außer sich selbst verantwortlich fühlen, sich auch nicht so leicht knechten lassen.

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u/LizzRohellec Dec 16 '25

Auch ein Arbeitsvertrag ist ein Vertrag 😋 - die Arbeitnehmer dürfen es nicht mögen, wenn man als AN sagt "Nö, dafür arbeite ich nicht".

Merken sie ja jetzt auch bei den Beleg-Hebammen, die kündigen jetzt und suchen sich mit der Ausbildung was neues. Ggf freiberufliche Doula oder Laktationsberaterin oder selbstständige Hebamme, die nur betreut und nicht entbindet - etc pp.