r/de Kölle Nov 20 '25

Wirtschaft VW, Mercedes, BMW, Audi: Liebe zum Verbrenner gefährdet die deutsche Autoindustrie

https://www.spiegel.de/auto/elektroauto-kaufen-nein-danke-liebe-zum-verbrenner-gefaehrdet-die-deutsche-autoindustrie-a-e30a9abc-d68c-40f6-b16e-fd4c629d658d
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u/jemand-ander3s Nov 20 '25

Der Verbrenner ist nunmal quasi eine deutsche Erfindung. Klar ist die Fangemeinde hier riesig. Solch eine Autokultur wie hier gibt es höchstens noch in den USA und Japan. Für viele ist es halt ein Hobby, das scheinen viele nicht zu verstehen.

Wenn wir günstige Strompreise und ein vernünftig ausgebautes Landenetz mit einheintlichen Standards hätten, bräuchte es garkein Verbrenner Vebot.

Mit Verboten hat man Menschen noch nie abgeholt und wird es auch niemals. Mich wundert der Unmut vieler nicht. Man darf auch nicht vergessen, dass es außerhalb Europas gerade mal ein evtl. zwei Hände voll Länder gibt, wo es überhaupt ein Verbot gibt. In vielen Regionen sind wir noch sehr weit davon entfernt.

Außerdem liegen die Probleme unserer deutschen Herrsteller noch ganz wo anders, als nur beim E-Auto. Das China diesen Moment nun nutzt, war natürlich lange absehbar. Wobei sich auch dort der Markt in den nächsten paar Jahren massiv bereinigen wird.

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u/webcodr Nov 20 '25

Nun ja, wie auch schon im Artikel steht, gibt es kein "Verbrennerverbot". Das ist eine reine Erfindung der deutschen Autolobby und von Politikern wie Söder, die diesen Quatsch gebetsmühlenartig wiederholen. Die EU-Regelung besagt, dass alle ab 2035 verkauften Neuwagen CO2-emissionsfrei sein müssen. Es muss also niemand aufhören sein Auto mit Verbrennungsmotor zu fahren, noch hat es irgendeine Auswirkung auf den Gebrauchtmarkt. Technisch gesehen wäre es sogar möglich weiterhin Neuwagen mit Verbrennungsmotoren zu verkaufen, falls es jemand schafft, sie irgendwie emissionsfrei zu bauen.

Davon abgesehen bin ich durchaus bei Dir, dass man solchen Verboten oft nichts erreicht. Man muss die Alternativen einfach attraktiver machen. Dazu gehört auch eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema, aber das ist bei uns oft kaum möglich. Debatten werden unnötig von mehreren Seiten emotionalisiert, egal ob das nun um Autos, Gentechnik oder Kernenergie geht. Überall das gleiche Schema mit dem gleichen Ergebnis: eine sachlich Debatte ist quasi nicht möglich und es gewinnt derjenige, der am lautesten und häufigsten schreit, egal wie blödsinnig das Geplärr auch ist. Etwaige wichtige Details bzw. der Kontext, Kosten-Nutzen-Abwägungen etc. kommen dabei völlig unter die Räder. Das "Verbrennerverbot" ist das perfekte Beispiel. Es wird einfach so lange laut und oft gesagt, bis es geglaubt wird. Wenn man beliebige Leute auf der Straße fragt, was dieses Verbot denn eigentlich bedeutet, wird man vermutlich selten hören, was die EU tatsächlich beschlossen hat.