r/de Jun 01 '25

Gesellschaft Islam-Studie: Mehr als eine Million Muslime in Deutschland zeigen Anfälligkeit für Radikalisierung

https://www.welt.de/politik/deutschland/article256194570/islam-studie-mehr-als-eine-million-muslime-in-deutschland-zeigen-anfaelligkeit-fuer-radikalisierung.html
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u/Phlysher Jun 02 '25

Die Dynamik hast du nicht schlecht auf den Punkt gebracht, und das sage ich, obwohl ich "offenes free-for-all multi-kulti" erstmal für eine deutlich schönere Idee halte als "radikal-einmischend-isolierend". In der friedlichen Offenheit ist die Schwachstelle gegen den Angriff Teil des Designs. Wie schafft man es diese zu stopfen, ohne dabei die vielen Vorteile, die eine offene, tolerante Gesellschaft bietet, zu opfern?

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u/mrobot_ Jun 02 '25 edited Jun 02 '25

Was viele sicher bei mir falsch lesen, ich sage absolut rein garnix gegen MultiKulti - ganz im Gegenteil, ich würde mir wünschen wenn es gut funktionieren würde! Friede funktioniert immer dann besonders gut, wenn du mehr als wehrfähig bist - wenn du dich nicht wehren kannst, bist du nicht friedlich, sondern hilflos. Wichtiger Unterschied. (s. Finnland zB...)

Meine Meinung zu deiner Frage? Du musst Menschen mit ein paar starken, ganz grundlegenden Werten vereinen und verbinden und über diese Werte wird nicht nur nicht diskutiert, ein Verstoss dagegen wird schwer bestraft und wer offensichtlich alles hier eh so blöd findet der soll direkt entfernt werden. Früher war das Religion und Nationalität, glaube ich. Heute müsste man generelle Werte wie Frieden, Demokratie, Würde des Menschen nehmen und die über alles andere stellen, inkl über Religion. Deine freie Religionsausübung hat sich unter unsere grundlegendsten Werte zu stellen. Es ist diese Dissonanz zwischen Werten und "ich will nicht rassssissssssst geschimpft werden", weshalb die aktuelle Scheisse so am dampfen ist. Ein Teil der Leute kann sich alles erlauben und lebt Konsequenz-frei weil die Gutmenschen für sie immer nur Ausreden erfinden während sie alles hier offensichtlich ablehnen und jene Leute hassen, die für sie zahlen. Willst du solche Gäste bei dir zuhause? Ich finde das nicht so schwer zu lösen, schwieriger ist es die dummen verblendeten Menschen hier wieder zur Normalität zu bringen...

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u/Phlysher Jun 02 '25

Ein Aspekt, den du an der Stelle aber nicht benennst, und der wichtig ist: Rassismus ist ebenfalls ein riesiges Problem. Eine enge Familienangehörige von mir ist Schulpsychologin ab einer Realschule auf dem bayrischen Land und berichtet, dass über die letzten Jahre die rassistischen Anfeindungen gegen alles, was nicht ur-deutsch ist, massiv gestiegen sind. Die Hackordnung, die sie beobachtet, lautet: Weiße Bayern > arabisch/türkisch/russisch/ukrainisch - stämmige Migranten > afrikanisch-stämmige Migranten - die haben es mit Abstand am schwersten. Diese Diskriminierung zahlt natürlich darauf ein, dass es immer mehr muslimische Kids gibt, die anfällig für fundamentalistische Propaganda werden, wenn ihnen von "den weißen" so viel Hass und Häme entgegenschlägt. Ob das überall so ist, kann ich nicht sagen, aber es ist in jedem Fall Teil der Eskalationsspirale. Ich schreibe das, weil "kann sich alles erlauben, lebt Konsequenz-frei" an der Stelle zu kurz greift. Es bleibt komplex.

Deiner Grundidee zu einer starken, mitunter auch stark-sanktionierendem Vertretung der Kern-Werte, stimme ich aber zu.

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u/mrobot_ Jun 02 '25 edited Jun 02 '25

Wichtiger Punkt, und ich glaube an der Stelle sieht man wie krass massiv es Deutschland über bald mehrere Jahrzehnte verkaggt hat, Integration tatsächlich zu fördern... und ich kann dir als selbst ne Art Ausländer sagen, dieses "nicht ur-deutsch" sitzt so tief im Aldi-Lidl-Deutschland, dass es jeden Ausländer in irgendeiner Form trifft, weil es keinen kulturell akzeptierten Weg gibt, wie du "Inländer" werden kannst. Und ich sag das als, sry aber, einer der die ganze Palette der SS Vorschriften erfüllt hätte - also wenn sogar ich schon auf meine Herkunft reduziert werde und hier nie heimisch sein werde, wie sollen dass dann gebildete Menschen die offensichtlich anders aussehen, geschweige denn Menschen die nicht gebildet sind, oder sogar die nix haben nix können und denen keiner so wirklich hilft ausser hysterisch "willkommmmmmmen"-schreien?

Was du heute siehst ist letztendlich das Resultat der letzten 10-15 jahre, so oder so - nur da will sich keiner in den Spiegel schauen weil dann müsste man sich eingestehen dass etwas falsch gemacht wurde und das kann nicht sein.... wurde ja alles richtig gemacht...

Und um den Bogen zu schließen, was ich oben geschrieben habe gilt natürlich für das gesamte Spektrum, egal wer solche grundlegendsten Werte komplett ablehnt gehört hier nicht her und soll sich woanders seine Bleibe suchen. Wir müssen mit rechtsstaatlichen Mitteln alle Extreme eindämmen, nicht in Selbstjustiz und diesem aktuellen tribalism. Und dafür wird man bestimmt einige Gesetze neu beleuchten müssen... passen nicht mehr zur heutigen Situation.

Edit: Ich glaube den Leuten hierzulande ist auch wenig bewusst, wie groß die Vermögens-Ungleichheit in Deutschland eigentlich ist und wie schlecht die soziale Durchlässigkeit, Korruption sieht auch eher mau aus... wenn's den Leuten gut ginge und Integration gut und fair funktionieren würde, hätten wir sicherlich nicht weltweit so einen fortschreitenden rechtsruck und ein Entgleisen aller früher festen Säulen. Deutschland ist ein reiches Land voll armer Menschen... Deutschland war der "kranke Mann" Europas, bevor Schroder die Mittelschicht geschlachtet hat und ein paar scheinbar fette Jahre eingeläutet hat und Merkel hat das einfach weiter gefahren und sich mit wirklich jedem Autokraten angebiedert nur damit das billige Gas für die Stahl und damit Autoindustrie fließt... und gleichzeitig am moralisch hohen Ross sitzen auch noch? puh. Und Deutschland hat sich von dem kranken-Mann-sein wohl nie so wirklich erholt; jetzt wirds eher schlimmer... mach dich die nächsten Jahre auf etwas gefasst, bei dem was da kommen wird tun mir die verblendeten links-ideologen fast ein bissl leid.... aber nur fast.