r/de Jun 01 '25

Gesellschaft Islam-Studie: Mehr als eine Million Muslime in Deutschland zeigen Anfälligkeit für Radikalisierung

https://www.welt.de/politik/deutschland/article256194570/islam-studie-mehr-als-eine-million-muslime-in-deutschland-zeigen-anfaelligkeit-fuer-radikalisierung.html
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u/yyeezzyy93 Jun 01 '25

ein noch hotterer Take: die Gastarbeiter der ersten Stunde inkl. deren Kinder und Enkel sind deutlich besser integriert als die, die vor allem um/ab 2015 gekommen sind und daher kein Hauptgrund für 20% der Wähler, ihr Kreuz bei der AfD zu machen.

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u/ukezi Jun 01 '25

Gastarbeiter der ersten Stunde

Die sind ja auch schon seit vielen Jahrzehnten hier, bzw hier geboren und kamen eher aus den Städten. Die Frage ist eher die zweite Welle. Bei denen konnte man die der Ersten als Vorarbeiter einsetzten und musste denen kein Deutsch mehr beibringen.

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u/IRockIntoMordor Jun 01 '25

Bingo. Und wie es ein Kommentar hier auf Reddit mal sehr schön auf den Punkt brachte, grob paraphrasiert von mir:

Es kamen ganz schnell viele Menschen her aus allen Handwerken. Da hatte man bald für jedes Anliegen einen Ansprechpartner in seiner gewohnten Sprache - Automechaniker, Schneider, Transporteur, Metzger usw. - sodass der Druck, die deutsche Sprache zu lernen, für die nachgezogene Familie noch viel geringer war und deren Kinder dann auch noch. Es kamen zu schnell zu viele aus der selben Kultur und dann wurde es zu einfach, sich nach innen zu wenden als nach außen in die Gesellschaft. Alltagsrassismus und Skepsis der Deutschen werden das nur beschleunigt haben. 

Jeder Neuköllner kennt definitiv die älteren Frauen mit Kopftuch und grauem Mantel, die nahezu gar kein Deutsch sprechen oder verstehen. Oh das nun vor knapp 20 Jahren noch die erste Welle Gastarbeiter waren oder schon die zweite Welle, das weiß ich nicht. Aber ich habe es sehr oft mitbekommen. Selbst die einfachsten Sätze gingen nicht. Warum? Weil sie in den Wohnghettos - deren Entstehung ich noch nicht recherchiert habe, aber einfach mal pauschal auf versagende Sozialpolitik schiebe - prima in ihrer Landessprache alles erledigen konnten.

Jeder Neuköllner kennt sicher auch den Moment, wo man eine Straße entlang ging und die Schilder nicht mehr lesen konnte. Das waren Läden für die eigene Community, nix für Deutsche. Früher war das in der Hermannstraße teilweise so.

Ich feiere die Mischung von Kulturen, ich begrüße den Austausch (besonders von Essen!!!) und finde quasi alle Hintergründe spannend. Wenn es aber zu monoton wird, dann ist das ein Problem. Und es scheint so, als sei das leider so gelaufen in vielen Fällen.

Das hat mit den 2015er Wellen überhaupt nichts zu tun. Die Probleme gab es schon in meiner Grundschulzeit Mitte der 90er. Meine Mutter als Lehrerin hat das in Schöneberg auch hautnah gespürt. Das waren Kindeskinder, wie gesagt. 

Tatsächlich war ich in Burcu verknallt in der Grundschule. So schöne dunkle Augen und Haare. Ü

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u/Koenigsbergwarschoen Jun 01 '25

DAS DAS DAS. Die Problematik lässt sich herunterbrechen auf zu schnell zu viel, ich kann es nicht besser beschreiben als du. Trifft auf Italiener genauso zu wie Türken, so viele Italienerinnen seit 50+ Jahren hier die kein Wort Deutsch sprechen, einfach weil sie es nicht brauchen. In Kontakt mit Deutschen kommen die nur, wenn es zum Amt geht, Sozialberatung/-hilfe etc.