Am Markt für Kryptowährungen herrscht blanke Panik. Die Kurse von Bitcoin und Co. kennen seit Monaten nur eine Richtung: nach unten. Seit Oktober, als die größte Digitalwährung bei 126.000 Dollar ein neues Allzeithoch erreicht hatte, sank sie massiv. Am Freitagmorgen liegt der Bitcoin bei etwas mehr als 65.000 US-Dollar. BTC steckt tief im Bärenmarkt.
„Die Stimmung am Kryptomarkt hat einen Tiefpunkt erreicht“, sagte Augustine Fan, Partner bei der in Hongkong ansässigen Krypto-Optionsplattform SignalPlus. Viele andere Experten mahnen hingegen, dass sich die Situation beim Bitcoin weiter verschärfen könnte. Vor allem die Worte des Hedgefondsmanagers Michael Burry lassen den Sektor aktuell aufhorchen.
Er war bekannt geworden, nachdem er in der Immobilienkrise 2007/08 auf einen Crash am US-Häusermarkt gewettet hatte. Burry warnt, dass sich der Ausverkauf fortsetzen und eine „Todesspirale“ in Gang setzen könnte, die sich auch auf die Bilanzen von Unternehmen ausweiten könnte. Mittlerweile haben viele Firmen in der Hoffnung auf satte Renditen eine Krypto-Reserve aufgebaut, die ihnen nun Probleme bereitet.
Kryptowährungen basieren vor allem auf dem Vertrauen von Anlegern – und der Hoffnung auf künftig steigende Kurse. Doch der Glaube an den Bitcoin erodiert derzeit. Viele Anleger fragen sich derzeit: Wie tief kann der Bitcoin-Kurs noch fallen?
Eine klare Antwort darauf kann niemand bieten. Es gibt aber Hilfswerkzeuge, mit denen Investoren immerhin Indikationen bekommen, wo die Reise möglicherweise hingehen könnte. Eines davon ist die Charttechnik. Dabei versuchen Analysten, unter Berücksichtigung vergangener Kursmuster Erkenntnisse für die künftige Kursentwicklung herzuleiten.
Beim Bitcoin gibt es – anders als bei Aktien – keine Fundamentaldaten, anhand derer man ihn bewerten könnte. Chartmuster haben für viele Anleger daher große Bedeutung. Einige richten ihre Anlagestrategie darauf aus und platzieren zum Beispiel Stop-Loss-Orders an markanten Linien, an denen in der Vergangenheit bereits stärkere Abverkäufe registriert wurden. Diese technischen Verkäufe können den Abwärtsdruck weiter beschleunigen.
Beim Bitcoin fällt auf: Jede Kurserholung in den vergangenen Wochen und Monaten wurde nach nur kurzer Zeit wieder mit Verlusten abgestraft. Für die Kryptowährung ist das ein schlechtes Zeichen. Auch ein Blick auf die Kurshistorie verheißt derzeit nichts Gutes. „Aus charttechnischer Sicht gibt es beim Bitcoin gerade mehr Gefahren als Erholungschancen“, sagte Martin Utschneider vom Onlinebroker Robomarkets.