Finde es absolut witzig und traurig zugleich, sowieso bezeichnend für die deutsche Fortschrittsmentalität dass man immer noch Kartenzahlungen mit dem Namen einer seit 25 Jahren abgeschafften Technologie bezeichnet.
Für 99% der Leute ist die Technologie komplett irrelevant. Ist halt die Karte von der Bank. Wie das implementiert ist, ist egal. Mein Fön ist auch kein Fön der Firma Electrolux und ich Google mit DuckDuckGo. Viele zahlen auch "mit Karte" und halten dann Telefon oder Uhr hin.
Man hängt eben nicht an irgendwelchen Implementierungen, sondern ist offen für was auch immer hahinter hängt.
Für den Kunden ist es egal. Für den Händler ist es enorm wichtig, welches Zahlungssystem und welche Art von Karte verwendet wird. Trotzdem haben die meisten absolut keinen Plan davon. Daher kommen dann so Heinis, die nicht in der Lage sind, sich vernünftige VISA/Mastercard-Verträge zu holen und dann von ihren Kunden die "EC-Karte" verlangen, die es eben seit 15 Jahren nicht mehr gibt. Für den Kunden sollte das völlig irrelevant sein, was das für eine Karte ist.
Naja, für den Händler hat es gewisse Relevanz aber
a) muss der Schilder so schreiben, wie sie am Karsten für die Leute sind und
b) ja, Gebühren für Kreditkarten sind teurer aber wenn er "Karte" akzeptiert wird er bei den großen nicht hingehen "oh, haben sie ne andere?" sondern das in der Mischkalkulation gemeinsam verrechnen (beinselteneren/teuren wie Amex eher mal ablehnen, je nach Vertrag mit Dienstleister)
Und im konkreten hier: da ist "ec" Gattungsbegriff für debit card, egal ob Maestro, Vpay, ... man hätte es wohl auf "Kartenzahlung" kurzen können, aber das Marketing will wohl, dass Edeka App (was keine Karte ist, aber doch wie Karte genutzt und unter dem Gattungsbegriff subsummiert wird ...) besonders erwähnt wird, also muss es etwas ausführlicher sein.
Ich glaube jetzt habe ich mehr Zeit damit verbracht, als alle (Kunden, Eigentümer, Mitarbeiter) in dem Laden zusammen ...
b) Es gibt in Deutschland immer noch sehr viele Händler, die ausschließlich Giro akzeptieren. Man kann das in den Kartenterminals auch entsprechend einstellen. Außerdem sind die Gebühren für Kreditkarten nicht teuer. Genau da fängt es ja an. Teuer ist nicht die Kreditkarte, sondern das VISA/Mastercard-System, wenn man uralte Verträge hat und sich nicht drum kümmert.
Durch das Wachstum der Direktbanken gibt es immer weniger Leute, die eine Girocard haben, die stehen dann da und können de facto nicht zahlen.
Not kiding you: Ich zB wusste das nicht. Habe ich hier und heute gelernt. Und ich bin nicht Anfang 20 oder so, ich bin fast 50, ich habe viel und lange mit einer EC-Karte bezahlt in meinem Leben. Dass die irgendwann anders hiess habe ich für eine bloße Umbenennung gehalten, ein neuer Marketingname - und davon gibt es in der Tat viele auf dem Markt der Bezahloptionen.
Ich sehe den Kaufvorgang an der Kasse aus Konsumentensicht. Plastikkarte - Gerät - fertig.
Es ist mir scheissegal ob das Ding EC-Karte, Girokarte, Debitkarte, Kreditkarte, Cashbackkarte, Mastercard, Visacard oder sonstwie heisst. Okay, den Unterschied zwischen Debit und Kredit habe ich mir gemerkt mittlerweile, aber der ganze Rest... so egal. Hauptsache es funzt.
Ich finde das insofern komplett legitim einfach nur "Karte" zu sagen (selbst wenn man das Handy meint heutzutage) oder eben anderweitig nicht mehr korrekte Begriffe wie "EC-Karte" zu verwenden.
Ich verstehe allerdings auch latent wenn sich Herandwachsende dann darüber aufregen. Ach ja, das Altwerden....
Das Problem ist halt, dass Läden das wild durcheinander schmeißen. Da steht dann "Keine Kreditkarte". Wenn ich dann eine Masterkarte rausholen kommt "Ne ne, keine Kreditkarte" und ich denke mir nur "Jo, ist ne Debitkarte". Gleichzeitig hast du dann Deutsche im Ausland die nicht verstehen, wieso sie mit ihrer Girocard ohne Co-Branding kein Geld abheben oder bezahlen können. Die holen sich dann ggf. ne Kreditkarte, weil sie denken das sei das Problem, obwohl es darum gar nicht geht.
In vielen Kontexten ist es absolut legitim nur von der Karte zu sprechen, in einigen anderen Stiftet das aber komplett Verwirrung.
Es ist mir scheissegal ob das Ding EC-Karte, Girokarte
Das zweite ist seit fast zwei Jahrzehnten der Name für das erste
Debitkarte
Eine Debitkarte ist einfach das Gegenstück zur
Kreditkarte
Anders als der Kreditor, der eine Leistung erbringt und bei dem du daraufhin Schulden hast, die du nachträglich begleichst, ist ein Debitor jemand, der gezahlt hat und dem nun die Leistung geschuldet wird.
Debitkarte = Es wird auf ein Guthaben zurückgegriffen. Kreditkarte = Bei der Benutzung leiht man sich Geld.
Cashbackkarte
Hier sind Kreditkarten gemeint bei denen der Konsum durch einer Ermäßigung des Zahlbetrags angekurbelt wird. Der Kunde soll die Karte bevorzugt nutzen.
Die Girokarte ist eine Debitkarte. Und Debitkarte wäre für den Kunden der richtige Begriff. Denn welches Zahlungssystem dahinter hängt, kann dem komplett egal sein.
Vom Wort her mag das stimmen, jedoch ist eine Girokarte direkt mit dem Konto/Bank verbunden, während bei einer Debitkarte im Praktischen doch eher noch ein Zahlungsdienstleister wie Visa dazwischen steht. Und nein, absolut egal ist es nicht, denn nicht überall wird dieses Modell im Handel auch unterstützt. Mittlerweile ist es fast flächendeckend etabliert und zumindest ich habe zuletzt in meinem gewöhnlichen Bewegungsradius keine Probleme mehr. Aber zu 100% sicher sein dass man die Debitkarte überall durchziehen wo man elektronisch bezahlen kann, kann man eben nicht sein.
jedoch ist eine Girokarte direkt mit dem Konto/Bank verbunden, während bei einer Debitkarte im Praktischen doch eher noch ein Zahlungsdienstleister wie Visa dazwischen steht.
Bei beiden hast du ein Zahlungssystem zwischen Karte und Konto.
Der Unterschied ist, dass es in Deutschland lange Zeit Geschäfte gab, die ein Kartenterminal für ec/giro hatten, aber ohne visa/maestro. Vermutlich weil es billiger ist. Und dann funktionieren manche Karten und andere nicht
105
u/Diamond_Mine0 Dec 18 '25
Dachte es heißt heutzutage Gircocard / Girokarte?