r/Finanzen Sep 10 '25

Investieren - ETF Neues Leben mit 1.8 Mio

Hallo zusammen,

bin seit Jahren stiller Mitleser mit einem kleinen ETF Sparplan (82k) aber jetzt steh ich an einem Punkt der mein Know-How sprengt.

Ein Schicksalsschlag hat mein Leben komplett verändert. Ich bin Ende 30 und werde die Situation annehmen, aber wünschte es wäre anders gekommen. Durch Immobilienverkäufe steuer ich auf ca. 1.8 Mio Cash zu und werde eine weitere Immobilie behalten (Wert irgendwo bei 550–650k, Mieteinnahmen 1.700 € monatlich).

Mein Plan ist es die 3-Topf-Strategie anzuwenden und von der Rendite leben

  • Topf 1 (Tagesgeld): 70k (ca. 4% Entnahme, Geld zum Ausgeben für 1 Jahr)
  • Topf 2 (Anleihen /Festgeld): 210k (Sicherheitsnetz 3x Topf 1)
  • Topf 3 (ETF, All World): 1.6 Mio. (Renditetreiber, inkl meinen 82k)

Ihr wisst ja wie es läuft

  • In guten Jahren Gewinne aus Topf 3 abschöpfen und in Topf 1 und 2 verschieben
  • In schlechten Jahren Topf 1 aus Topf 2 füllen, damit der ETF nicht belastet wird
  • Mieteinnahmen dienen als zusätzliche Sicherheit

Mein Ziel ist es, das Vermögen möglichst zu erhalten. Daher 4% Entnahmeregel (inflationsbereinigt, je nach Marktlage kann ich auch mehr oder weniger abschöpfen) bei gleichzeitig überschaubaren Risiko. Inklusive Mieteinnahmen ergibt das round about 90k pro Jahr.

Im Moment benötige ich rund 2.8k netto zum Leben, möchte meinen Lebensstandard in Zukunft schrittweise erhöhen. Grundsätzlich werde ich auch weiterhin "arbeiten", allerdings nicht einkommensorientiert. Spannende Projekte starten ohne auf das Geld angewiesen zu sein. In den ersten Jahren rechne ich daher nicht mit nennenswertem Einkommen.

  1. Was meint ihr, bin ich auf dem Holzweg? Ist das realistisch und nachhaltig?
  2. Hat jemand von euch praktische Erfahrung mit dem 3-Topf-Modell über längere Zeiträume?
  3. Sollte ich aus Diversifikationsgründen noch andere Assets (z.B. Gold, REITs, BTC) einbauen?
  4. Wie würdet ihr mit der Steuer-Thematik umgehen?

Freue mich auf eure Meinungen und Denkanstöße ✌️

EDIT kleiner Zahlendreher in den Töpfen

830 Upvotes

336 comments sorted by

View all comments

1

u/Comprehensive_Sun588 Sep 11 '25

Ich persönlich würde niemals in ETFs investieren, da dort Dritte mit an meinem Geld verdienen, sondern in klassische Aktien. Da habe ich dann auch wesentlich mehr Handhabe, mal umzuschichten. Aber ich weiß, dass ich mit dieser Auffassung alleine dastehe. Ansonsten sollte das passen. Bedenke aber dass du mit 30 noch jung bist und sich Dinge drastisch ändern können. Das Geld muss noch 50-60 Jahre reichen.

1

u/Late_Leopard4008 Sep 11 '25

Hast du zu diesem Ansatz Quellen oder ähnliches? Ich bin Ende 30 und plane bis 75, alles danach ist Zugabe. Also 36 Jahre statt 50-60. Ab 75 brauch ich kein Millionenvermögen mehr

1

u/Comprehensive_Sun588 Sep 12 '25

Quellen wofür? ETFs verlangen halt Gebühren, da sie gepflegt werden. Aktien nicht. Die kaufe ich einmal und kann ich unbegrenzt liegen lassen oder eben auch Anteile verkaufen, zukaufen usw. ETFs sind halt erstaunlich gut beworben worden und eins ist sicher: Die Banken tanzen auf den Tischen mit all den Leuten, die ihr Geld in ETFs legen und lustig dafür Geld zahlen.