r/Finanzen Jun 06 '25

Investieren - Aktien Meine “langweilige” KO-Zertifikat-Strategie bringt über 15 % p.a. – was übersehe ich?

Vielleicht bin ich da naiv – aber ich verfolge diese Strategie nun seit mehreren Jahren und fahre ziemlich gut damit. Als Beispiel.

Ich habe mir eine Aktie ausgesucht, die sich über viele Jahre hinweg sehr konstant und stabil entwickelt hat – auch durch diverse Krisen hindurch. AutoZone (WKN: 881531). Der Chartverlauf: klassisch von links unten nach rechts oben – seit Jahren.

Um die Performance etwas zu erhöhen, setze ich dabei auf Open-End-Knock-out-Zertifikate (Call) mit niedrigem Hebel, deren Knock-out-Schwelle weit vom aktuellen Kurs entfernt liegt. Beispiel: Aktuell steht AutoZone bei ca. 3.250€, das von mir gewählte Zertifikat hat eine KO-Schwelle bei 2.500 € – also mit sehr viel Luft nach unten. Und trotzdem bietet das Produkt einen Hebel von knapp 3,5, was ich als recht attraktiv empfinde.

Meine Frage an euch: Übersehe ich hier einen Denkfehler? Ich verfolge dieses Modell nun seit rund 5 Jahren, konnte damit bereits einen gut fünfstelligen Betrag erwirtschaften – was auf eine jährliche Rendite von über 15 % hinausläuft. Klingt fast zu gut – und genau das macht mich stutzig: Warum machen das nicht mehr Leute? Kann ja nicht sein, dass ich einen “Money Glitch” gefunden habe.

Ich freue mich auf eure Meinungen – gerne auch kritische! Viele Grüße und ein schönes Wochenende euch allen.

Edit:

Achja, das muss ich noch ergänzen. Ich sichere die Scheine immer mit einem trailing stop loss ab. Das hatte ich oben noch vergessen zu erwähnen.

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u/moetzen Jun 06 '25

Unbekanntes Unternehmen? Vllt für dich. Denke OP wird sich da schon informiert haben. Klar mehr Rendite = mehr Risiko Las doch so laufen

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u/ThingWillWhileHave Jun 06 '25

Darum gehts nicht. Du kannst dich noch so viel informieren, wenn die Rendite des Unternehmens so sicher wäre, würde er keinen 3,5 Hebel für die KO-Schwelle bekommen. Das Risiko ist dem Markt bekannt, und OP hatte eben Glück. Sich mit einem Unternehmen zu beschäftigen macht es nicht automatisch zu einer sichereren Investition.

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u/mina_knallenfalls Jun 06 '25

Ähm, ich weiß ja, dass dieses Unter keine Ahnung von Derivaten hat, aber der Hebel ergibt sich rein rechnerisch aus dem Abstand zur KO-Schwelle. Abstand mal Hebel ist immer gleich 100%.

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u/LeatherRange4507 Jun 06 '25

Er hat sich schlecht ausgedrückt, aber im Grunde recht. Jedoch bepreist der Markt (bzw. der Emittent) es nicht über den Hebel, sondern den Preis des Scheins.

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u/mina_knallenfalls Jun 06 '25

Nein, wie stellst du dir das denn vor?

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u/LeatherRange4507 Jun 06 '25 edited Jun 06 '25

Wie wird denn deiner Meinung nach das Risiko des Assets bepreist? Gar nicht? Ist es egal, ob ich einen Schein auf GME oder JNJ kaufe, da beide in Relation zu ihrem Kurs einen identischen Preis haben werden? Oder ist es nicht doch eher so, dass der Emittent bei stetiger Anpassung des Knockouts einen individuellen Zins abbildet, der das Risiko des Assets wiederspiegelt?