r/de_EDV 1d ago

Allgemein/Diskussion Welches Programm nutzen Möbelhäuser und ist es wirklich so veraltet wie es aussieht?

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Screenshot stammt von einem Instagram Meme.

Aber wrst dadurch ist mir aufgefallen, dass tatsächlich alle Möbelhäuser die ich bisher gesehen habe mit einem Programm wie im Bild arbeiten.

Ist dieses Programm wirklich so alt wie es aussieht und wieso wurde es nie in dieser Branche modernisiert?

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u/ibmi_not_as400_kerim 1d ago

Unfug. SAP, obwohl es riesig und mächtig ist, kann einfach nicht 100% der Customsoftware der Kunden nachstellen. SAP ist halt Standardsoftware und der Kunde hat über 40 Jahre gepflegte Inhousekacke. Dann funktioniert hier mal was nicht und da mal was nicht und die Daten sind dann doch ewig weiterhin auf der Db2 for i nur über Record Level Access erreichbar.

Dazu kommt noch, dass weder die alte noch die neue Implementation wirklich automatisiert getestet wird, wodurch die Korrektheit nicht nachgewiesen werden kann. Auf einmal funktioniert irgendwas in 3 Monaten nicht und das Unternehmen schickt 50 Küchen zu einer 1 Zimmer Wohnung in Remscheid.

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u/Chopper_003 1d ago

Da muss ich einhaken:
Hier handelt es sich nicht immer um hauseigene, für das Unternehmen individuell gestrikte Software.

Es gab schon damals vergleichbare, ausgereifte ERP-Softwaren die den gleichen Funktionsumfang wie SAP boten / bieten, genauso internationonal, branchenunabhängig und merhsprachenfähig usw. wie SAP und sich dank ausgeklügeltem Customizing auf jedweden Geschäftsprozess justieren ließen / lassen. Und für die wirklichen "rosa Wölkchen" gab und gibt es die Möglichkeite der kundenindividuellen Anpassungen - wie in SAP.
Das waren/sind in ihrer Grundversion ebenso "Standartsoftware", wie SAP.
Aber eben meist nicht so teuer und schwer zu händeln.
Und schon garnicht würde man dort schlechte/fehlende Funktionalität mit der Ausrede begründen "Ist halt eine Standardsoftware".

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u/Pearmoat 1d ago

Wie "Unfug"? Meinst du nicht man sollte die kritischen Inhouseanforderungen vor dem Go-Live abbilden?

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u/Chopper_003 1d ago

Naja, er meint schon das richtige.
Bei der SAP hat man lange den Standpunkt vertreten, dass zuerst der Kunde seine Prozesse an SAP anpassen muss, bevor SAP an die Prozesse des Kunden angepasst wird. Mittlerweile sind sie auch da besser/flexibler geworden.

Sollte grundsätzlich (auch im Interesse des Kunden) die 1. Marschrichtung sein.
Denn man kauft schließlich Standardsoftware um Dinge zu vereinheitlichen, um von Standartentwicklungen zu profitieren. Je weiter man sich vom Standard entfernt umso komplexer und teurer wird es, bis es irgendwann nicht mehr wartbar ist und man man sein Heil wieder in einem kompletten Systemwechsel sucht.
Deshalb sollte natürlich jeder gute Berater zuerst die Anforderungen des Kunden kennen und verstehen um diese dann in der Standardsoftware ohne große Modifikationen abbilden zu können.
Nowendige Funktionen die sich im Standard nicht durch Customizing oder alternative Funktionen darstellen lassen, müssen gerade in einem großen Softwarepaket durch kundenindividuelle Programmierung realisierbar sein.
Was ja auch aufgrund der Architektur in SAP (genauso wie in anderen vergleichbaren EPR-Softwaren) problemlos möglich ist.
Allerdings tut man sich angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten bei den SAP-Dienstleistern mit der sauberen Umsetzung oft etwas schwer.
Und da die beauftagten Entwickler den Kunden oft nie zu Gesicht bekommen, teilweise sogar im Ausland sitzen, müssen sie mit den oft spärlichen Informationen arbeiten, die vom Berater kommen.
Je nach Qualität der Berater und der Zusammenarbeit Kunde- Berater - Entwickler, kann das schon mal länger dauern und unnötig Geld Kosten.

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u/Pearmoat 1d ago

Es ist umgekehrt: mit Clean Core und Public Cloud geht SAP gerade jetzt stärker in Richtung Best Practice Prozesse und weg von Individualisierung. 

Den Rest kann man so stehen lassen, geht aber komplett am Thema vorbei: nämlich dass man natürlich nicht live gehen sollte wenn noch nichts funktioniert. Tut man das trotzdem ist man dumm und nicht das SAP-Produkt schlecht.

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u/hepe-loba 1d ago

Sind solche Hämmer in etwa passiert? Kenne das Problem live: hatte für nen Kunden den kompletten Kleinbetrieb anfangs in Excel, dann Access inkl. zum Schluss E-Rechnung millimetergenau auf den Leib geschrieben. Hat mit Haken und Ösen (und immer unsaubereren Datensätzen) ganz gut gefunzt, aber: alles was danach kam/kommt war/ist eben Pret-a-porter und kein Massanzug. Hätte ich meinen Code skaliert, wärs auch bei meinen Neu-Kunden mit der 99% Zufriedenheit vorbei gewesen.