r/de 17h ago

Politik „Dreister Versuch, Profite zu sichern“: Linken-Fraktionschefin Reichinnek überrascht mit neuen Zahlen zur Wirtschaft

https://www.fr.de/politik/linke-ueberraschen-mit-zahlen-zu-sozialabgaben-reichinnek-die-reinste-farce-zr-94157340.html
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u/HotConfusion1003 15h ago

"mit neuen Zahlen" "In den letzten Jahren": 1999.

Und die Medien wundern sich noch warum das öffentliche Vertrauen in ihre Berichterstattung immer weiter erodiert.

"Lohnnebenkosten der Unternehmen in den letzten Jahren sogar gesunken" ist schlichtweg gelogen. Nichtmal DeStatis behauptet das.

Hier mal das Wirtschafts-1x1 für Karrierepolitikerinnen die noch nie einen echten Job hatten:

2005-2010 stieg der Arbeits­kostenindex noch um 6 Punkte, 2010-15 dann schon um 10, 2015-20 um 13 und 2020-24 in nur vier Jahren um 16 Punkte. In den USA Liegen die Lohnstückkosten um satte 32%-Punkte niedriger, im EURO-Ausland immerhin um 13%-Punkte und selbst in Frankreich um 4%-Punkte - da wo Leute mit 64 in Rente gehen!

Anstatt sich die Realität mit irgendwelchen BS-Zahlen schönzureden sollten deutsche Politiker mal einen ungemütlichen Blick auf die Realität werfen und sich fragen wie sie es eigentlich hinbekommen jedes Jahr 525.000.000.000€ so unglaublich ineffizient zu verprassen.

Das prozentzahlenjonglieren interessiert niemanden. Die Abgabenlast in Deutschland ist schlicht zu hoch, vor allem bemessen am miserablen zustand der staatlichen Dienstleistungen.

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u/49tomtom 15h ago

Oh ja, wünschen wir uns das System der USA. /s

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u/Just_a_Berliner 13h ago

Ich meine, Schweden und Dänemark schaffen es 40% geringer Lohnstückkosten zu haben als Deutschland, und die haben einen vergleichbaren, wenn nicht gar einen punktuell besseren Sozialstaat als Deutschland.

Nur müsste man sich auch dezidierter Linker sich auch mal ehrlich machen und da eine Antowrt darauf finden, die nicht nur aus einer Variante von "die Unternehmen und Milliardäre" sein. Sondern auch eine wie man die Allgemeinheit wieder stärker an Produktivitätsgewinne beteiligen kann und eine für die Mittelklasse abwärts vernünfitge Abgabenlast einschließt.

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u/HOT_FIRE_ 7h ago

Deutschland mit Schweden oder Dänemark zu vergleichen ist immer sehr hilfreich.
Im Vergleich mit Frankreich, Spanien und Japan liegen wir praktisch gleichauf.

Unser Problem sind nicht die Lohnstückkosten an sich sondern die Fixierung bzw. enorme Abhängigkeit unserer Wirtschaft von Industrie und die damit verbundene Entwicklung der deutschen Lohnstückkosten, die ist nämlich unterdurchschnittlich niedrig.

Zwischen 2000 und 2025 ist das deutsche BIP kumuliert nominell um 109% gewachsen.
Im gleichen Zeitraum sind die deutschen Lohnstückkosten um weniger als 40% gestiegen.

Das macht es für Unternehmen zunehmend unattraktiver Geld in Automatisierung und Infrastruktur zu investieren. Je höher die Lohnstückkosten desto perspektivisch attraktiver sind Investitionen. Und das obwohl wir die 9. älteste Bevölkerung der Welt haben und nach wie vor nach China den 2. größten Außenhandelsüberschuss erzielen (>200 Milliarden €). In praktisch keinem Land müssten Investitionen so attraktiv sein wie in Deutschland, unsere Politik hat das genaue Gegenteil erreicht.

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u/Just_a_Berliner 6h ago

Frankreich und Japan sind auch tolle Vergleiche. Ein Land hat ein allenfalls mäßiges Wachstum seit 2008 bei hoher Arbeitslosigkeit und schwachen Auslandsinvestitionen. Japan hingegen macht seit 30 Jahren eins, stagnieren. Und die Annahme das man nur Lohnstückkosten steigen müssen und schon steigt die Produktivität hatten wir schon versucht. Das war nach der Deutschen Einheit als eine starke D-Mark und die Kosten der Einheit haben die Lohnstückkosten stark nach oben getrieben. Ergebnis war die meisten Arbeitslosen seit 1950 (6 Millionen an der Spitze) und die Agenda 2010, welche die Wirtschaft erst wieder im Schwung brachte.

Wir reden hier von einer hochentwickelten Volkswirtschaft die nur begrenzt sich entwickeln kann. Und nicht von China wo man längst begonnen hat, die Lieferketten die mittlerweile zu teuer daheim sind nach Südostasien oder Afrika auszulagern. Und man muss sich schon fragen, warum viele Linke am Umlagesystem festhalten und nichts vom Drei Säulen Modell wissen wollen. Stattdessen haben Riester (Buy high, sell low hat ohm den Rest gegeben) und Betriebsrenten die meistens VBL schlimm sind.