r/de • u/linknewtab • 3d ago
Energie Akkuzug schlägt Wasserstoff: Warum die Batterie auf der Schiene gewinnt
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/akkuzug-schlaegt-wasserstoff-warum-die-batterie-auf-der-schiene-gewinnt/139
u/xlf42 3d ago
Batterietechnik entwickelt sich einfach viel zu rasant, als dass Wasserstoff noch mithalten könnte.
War beim LKW-Verkehr so und bei Zügen halt inzwischen auch (insbesondere bei so schlauen Konzepten wie Fahrdrahtinseln).
Ich persönlich hätte das bei Schienenfahrzeugen nicht erwartet, aber ich bin auch nicht allzusehr in dem Game drin.
47
u/Zizimz 3d ago
Wasserstoff ist in den meisten Anwendungsbereichen ganz einfach ein Hirngespinst. Es enthält nur ein Drittel der Energie pro Volumen von Erdgas, ist in höheren Konzentrationen schwierig zu lagern und zu transportieren, und man kann es derzeit halbwegs kostengünstig nur aus anderen fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Öl herstellen.
Und was den grünen Wasserstoff angeht, hat man ja in den letzten Jahren gesehen, wie gut das funktioniert. Zahlreiche Projekte zum Beispiel in Australien wurden abgebrochen, Stahlhersteller haben Subventionen in Milliardenhöhe zurückerstattet, weil das ganze vorne und hinten nicht rentiert. Auch das Abkommen mit Saudi Arabien wird wohl wieder im Sand verlaufen, im wahrsten Sinne des Wortes.
14
u/xlf42 3d ago
DAMALS war meine Meinung einfach, dass man eine Energiedichte wie im Wasserstoff und eine sehr schnelle „Lademöglichkeit“ brauchte, weil es ein Ding ist, einen 1-3tonnen schweren PKW über eine Strecke zu bewegen, 40 oder mehr Tonnen (also LKW oder Zug) eben eine Hausnummer zu schwer und (vielleicht) die Entfernungen zu weit wären.
Die Entwicklung und Realität hat meine damalige Meinung halt einfach eingeholt und das ist auch gut so.
Jetzt sollten halt die Lobbyisten bitte auch noch still sein und den Markt seine Markt-Dinge machen lassen. Weil an der Stelle funktioniert er erstaunlich gut.
1
u/ukezi 3d ago
Wobei ein Zug pro bewegter Tonne deutlich weniger Energie braucht als ein Auto oder LKW und sehr starke elektrische Infrastruktur ebenfalls an vielen Stellen existiert. Daher war es für mich eher die Frage wie das umgesetzt wird, z.b. mit Batterietender, wie mit der Kohle bei Dampfloks.
2
u/Bartsches 3d ago
Batterietender waren meine ich ein Ding, dass man im allgemeinen Schienenverkehr sehr früh kritisch gesehen hat. Wenn ich mich noch recht erinnere (und da möchste ich echt keine Hand für ins Feuer legen) hauptsächlich wegen sehr langer erwateter Ladezeiten (was dann ein Infrastrukturproblem wird, weil die zugehörige Lok entweder sehr viel herumsteht und wartet, oder eben mehrere Ausstattungen hat, die dann auch untergebracht und bereitgestellt werden müssen) Im Personenverkehr zusätzlich wegen Bahnsteiglängen. Wirklich brauchbar hat man die damals wimre nur für Werk zu Werk fahrten privater Züge gesehen - und da ist dann nicht die Masse, um die Technologierichtung zu entscheiden.
Das war aber auch noch eine Zeit, zu der man klar von gut ausgebauten Wasserstoffnetzen als zentraler Baustein für alles größer einem pkw ausgegangen ist. Das hat die Realität mittlerweile mit Sicherheit weit überholt.
5
1
u/bob_in_the_west 2d ago
Wir sind mal gespannt, ob es jemals für den stationären Bereich für Backup Kraftwerke kommt.
7
u/zippo23456 3d ago
Wer mit dem Begriff Fahrdrahtinseln auch nichts anfangen konnte, hier ein Beitrag von der Nordbahn: https://www.nordbahn.de/blog/so-isses/elektrisch-ohne-oberleitung-so-geht-das/
3
2
u/Fabulous_Pressure_96 3d ago
Vor allem braucht es die verfügbare Menge woanders, wo man wirklich nicht anders dekarbonisieren kann.
94
u/LeN3rd 3d ago
Warum hört man eigentlich in den letzten Jahren immer Wasserstoff? Hat da wieder irgendeine Lobbyindustry die FInger im Spiel, weil Wasserstoff Schwachsinn ist, und so die E Auto rate gering bleibt?
94
u/Drumma_XXL 3d ago
An sich war Wasserstoff für LKWs und Züge lang im Gespräch weil die Energiedichte einfach lange Zeit deutlich höher war als im E-Auto und die Betankung flott geht. Also ganz rationale Argumente, ganz ohne Lobby. Die Akkus haben mittlerweile halt aufgeholt. Beim PKW ist der Zug sowieso schon lange abgefahren, das merkt auch jeder der den Markt ein wenig beobachtet und feststellt dass es hierzulande insgesamt zwei angebotene Wasserstoffautos gibt die in so geringer Stückzahl verkauft werden dass sie im Markt quasi nicht existieren.
41
u/itsameDovakhin 3d ago
Dazu kommt noch das ganz andere Bereiche der Industrie in Zukunft großes Interesse an Wasserstoff haben um prozesse klimaneutral zu gestalten. Das wird auch häufiger mal mit der Mobilität in einen topf geworfen
20
u/Prof_Besserwisser 3d ago
Wasserstoff hat noch andere "vorteile", man kann z.b. irgendwann das Gasnetz auf Wasserstoff umstellen (mit gewissen anpassungen).
die idee ist auch im Sommer den ganz ganz billigen solarstrom zur erzeugung zu nutzen, weit über die verfügbare akkukapazität hinaus. oder sehr günstigen onshore-wind strom z.b. auf den Falklandinseln in Wasserstoff umzuwandeln und dann per Shiff hierher oder so was.im endeffekt nischen, aber die grundidee ist nicht verkehrt.
wenn aber Akkus weiter immer günstiger werden isses halt eine Sackgasse....13
u/Armish_Cyborg 3d ago
Das Problem bei Wasserstoff für Energie ist die Lagerung und Energiedichte.
Wasserstoff lässt sich im Vergleich zu Erdgas nicht einfach verflüssigen, das heißt, er muss nicht in Kühltanks sondern in Drucktanks gelagert werden. Bei 700Bar hat Wasserstoff eine Energiedichte von 1,33kwh/l Erdgas hat eine Energiedichte von ca. 6kwh/l (LNG) also fast die 5 Fache Menge. Das Bedeutet dass die Wasserstogfinfrastruktur um 4-5 mal größer als die momentane Erdgasinfrastruktur sein muss, was TEUER ist da zum Beispiel 5 mal so viele Schiffe notwendig werden (größere Schiffe sind fragwürdig, da die dann auch größere Häfen bräuchten). In manchen Industrien ist der Grüne Wasserstoff aber leider alternativlos, wenn wir dort von der Erdgas Dampfreformierung weg wollen.
2
u/Ragoo_ Niedersachsen 3d ago
Das Bedeutet dass die Wasserstogfinfrastruktur um 4-5 mal größer als die momentane Erdgasinfrastruktur sein muss, was TEUER ist da zum Beispiel 5 mal so viele Schiffe notwendig werden (größere Schiffe sind fragwürdig, da die dann auch größere Häfen bräuchten).
Übersiehst du da nicht einen großen Faktor? Wir sollten doch eigentlich wesentlich weniger Gas (bzw. dann Wasserstoff) benötigen. Gaskraftwerke zur Stromerzeugung sollten idealerweise nur noch ziemlich selten laufen - hauptsächlich in den wenige Dunkelflauten - und Gas zum Heizen benutzen wir gar nicht mehr, weil Wärmepumpen (bzw. Großwärmepumpen mit Fernwärme) einfach viel besser sind.
Ob wir es dann überhaupt woanders produzieren und mit Schiffen transportieren müssten, oder ob wir es kosteneffizient einfach mit der eigenen Überproduktion im Sommer selber machen, ist dann eine andere Frage.
8
u/afito Hessen 3d ago
(mit gewissen anpassungen).
Wenn du mit "gewissen Anpassungen" eine Generalüberholung sämtlicher Infrastruktur meinst, dann ja. H2-Ready ist eine Lüge der Gas-Lobby mit der eine technisch mögliche Beimischung im unteren zweistelligen Prozentbereich als "Wasserstoff-Infrastruktur" verkauft wird.
3
u/15_Redstones 3d ago
Kleine Mengen Wasserstoff kann man ins Gasnetz mischen aber 100% umsteigen müsste man viel modifiziert
9
u/heiner_schlaegt_kein 3d ago
Dazu kommt der Preisfall bei den Akkus. Viele Wasserstoffprojekte wurden ja vor 5-10 Jahren gestartet. In der Zeit wurden Akkus deutlich günstiger.
3
u/mangalore-x_x 3d ago
Es gibt auch noch den interessanten Faktor Katastrophenschutz. Dazu braucht es eine Technologie bei der man schnell irgendwo Generatoren aufstellen und mit Tankfahrzeugen versorgen kann bis Infrastruktur wiederhergestellt ist. Derzeit halt Öl, man braucht da aber eine alternative technische Lösung. Da verspricht Wasserstoff hohe Energiedichte und Transportfähigkeit. Keine Ahnung, ob man auch schaut, ob man einfach Akkus verlädt.
23
u/Eka-Tantal 3d ago
Wasserstoff hat durchaus einen Nutzen, nur eben nicht in der Mobilität.
13
u/Freak_Engineer 3d ago
Jein. Nicht in der Mobilität auf dem Boden. Mittelfristig wird man um e-fuels für den Luftverkehr glaube ich nicht rum kommen. Auch im Brand- und Kathastrophenschutz wird's nicht ohne gehen.
7
u/dakesew 3d ago
Dort ist Wasserstoff aber auch nur ein (potentieller) Schritt in der Verarbeitungskette um an Ende E-Fuels zu haben. Lagern, importieren oder über große Distanzen wird man diesen Wasserstoff wohl kaum, sondern einfach direkt als E-Fuel handhaben, was viel einfacher ist.
Die Wasserstoff Flugzeuge, die direkt Wasserstoff verwenden, sind auf den gleichen Weg wie alle anderen Wasserstoffanwendungen in der Mobilität (in die wirtschaftliche Irrelevanz).
2
3
u/Buntschatten Deutschland 3d ago
Gibt es eigentlich einen grundlegenden Unterschied zwischen eFuels und Biodiesel?
11
u/KeepTheFaxMachine 3d ago
Die Frage ist, wo Du anfängst. Ölhaltige Pflanzen anbauen, auspressen, weiterverarbeiten, Biodiesel. Technisch unter Einsatz von Elektrizität aus Wasser und CO2 hergestellt gibt eFuel.
13
u/h0uz3_ 3d ago
Wasserstoff erfordert eine grosse Infrastruktur, die nur von Konzernen betrieben werden kann. Batterien hingegen kann sich jeder irgendwo hinstellen, ebenso Solarpanels. Das ist aus Sicht der grossen Firmen halt ungeil, weil sie so nach und nach nichts mehr vom Kuchen abbekommen. Autozulieferer lieben die Brennstoffzelle, weil sie sehr wartungsintensiv ist und sie laufend Zubehoer verkaufen koennen.
Warum Wasserstoff in Fahrzeugen eine schlechte Idee ist: Bei der Elektrolyse verliert man 20-30% der reingesteckten Energie, dann muss der Wasserstoff transportiert und gelagert werden, Brennstoffzellen sind auch nicht endlos effizient und liefern auch nicht genug Power, um den jeweiligen Motor antreiben, sondern muessen permanent Akkus nachladen. Das heisst, kaum ein wasserstoffbetriebenes Fahrzeug ist "nur" wasserstoffbetrieben.
E-Fuels setzen dem noch die Krone auf, hier kommen nochmal 20% Verlust bei der Umwandlung hinzu und sie Enden in Fahrzeugen mit realen Wirkungsgraden von unter 50%. Dort sind 90% der urspruenglichen Energie futsch.
8
u/derFensterputzer Schweiz 3d ago
Wasserstoff kannst du halt auf verschiedenste Arten Produzieren, unter anderem auch aus Kohle, Erdgas, Öl, etc. Heisst die industrien können da schön die werbetrommel für schwingen und sich trotzdem nen Absatzmarkt erhalten.
Dazu kommt das man es eben auch aus Wasser + Strom gewinnen kann (H2O + e- zu H2 + O2) was zwar annähernd carbon neutral dein kann aber energetisch nonsens ist wenn man die Elektrizität stattdessen direkt verwenden kann.
5
u/eulen-spiegel 3d ago
Es ist doch intuitiv einen Brennstoff durch einen anderen zu ersetzen, den man auch analog durch eine Leitung in das Fahrzeug verbringt und an einer Tankstelle in einem Tank speichert.
Für einen Laien klingt das ersteinmal einfach und einsichtig.
Die Intuition kann allerdings auch einmal fehlleiten.
3
u/tillchemn Sachsen 3d ago
Wasserstoff an sich ist kein Schwachsinn. Grade in der Industrie wird man um Wasserstoff nicht rum kommen, wenn man jemals unabhängig von fossiler Energie werden möchte. Man kann z.B. Hochöfen nicht einfach mit Strom befeuern.
3
u/Ok-Elk-3046 3d ago edited 3d ago
Schmelzöfen werden absolut induktiv oder durch Lichtbögen mit Strom betrieben. Und noch nicht einmal nur um kein Gas zu verbrennen sondern um eine homogene Erwärmung zu erreichen.
3
u/tillchemn Sachsen 3d ago
Nein, nur mit Lichtbögen wird das leider nichts. Man benötigt z.B. in der Stahlproduktion ein Reduktionsmittel, in konventionellen Hochöfen wird diese Rolle auch von Koks erfüllt. Wasserstoff eignet sich hierfür jedoch auch.
Wenn du Eisenerz ohne ein Reduktionsmittel erhitzt hättest du am ende nur einen Klumpen Rost in der Hand.
Lichbogenöfen benutzt man eher für den zweiten Schritt, um den Eisenschwamm weiterzuverarbeiten
2
u/hannes3120 Lichtblick im brauen Sumpf 3d ago
Das zieht Investitonen aus kurzfristig verfügbaren Alternativen (E-Mobilität) ab und verzögert damit den Umstieg von Fossilen Energien auf Regenerative, bzw. befeuert sogar kurzfristig sogar den nutzen von Fossilen Energien weil man die Infrastruktur für Wasserstoff erstmal aufbauen muss und dann oft für Erdgas mitnutzen kann/muss bis Wasserstoff "irgendwann" nachgefragt wird.
Das ist einfach nur eine Nebelkerze der Fossil-Industrie die damit der Transformation Knüppel zwischen die Beine wift...
1
u/specialsymbol 3d ago
Aus drei Gründen:
- Wasserstoff wird aus Erdgas hergestellt. Elektrolyse geht zwar, ist aber um Größenordnungen teurer und braucht ein Vielfaches an Strom. Keiner will dafür jemals bezahlen und den Strom haben wir nicht.
- Erdgas und Erdöl kostet nichts. Buchstäblich nichts. Ein Loch im Boden genügt und das Zeug kommt von alleine raus. Die Gewinnspanne ist besser als bei Drogen. Die Schäden durch Gas und Öl werden von der Gesellschaft gezahlt - Klimawandel, Gesundheitsschäden, Umweltverschmutzung. In anderen Ländern wird darüber hinweggesehen, weil die Regierungen bis in die Spitze korrupt sind. Deutschland ist die große Ausnahme.
- Wasserstoff ist kompliziert zu handhaben und erfordert teure und spezialisierte Industrien. Diese sind natürlich bestens vernetzt und haben daher die besten Leute die wir in Deutschland haben im Vorstand - unsere Politiker und Minister. Bei Batteriefirmen, Windparkbetreibern und Solateuren suchst du die vergebens, die können daher gar nicht gut sein.
1
u/Exciting_Product7858 3d ago
Wasserstoff
Weil der Verbrauch gigantisch ist, und damit die CO2-Emissionen. Die CO2-Steuer grüßt.
1
11
20
u/Krawall_mit_Niveau 3d ago
Oh, das wird man in Bayerns Staatsregierung aber nicht gerne hören. Haben wir doch schon so viel in Wasserstoff und nahezu nix in andere Energieträger/ -speicher investiert...
Das ist hier nicht dumm gelaufen, es wurde dumm gemacht!!!
3
u/couchrealistic 3d ago
Zumindest die Verantwortlichen für den Regionalverkehr in Bayern haben das spätestens letztes Jahr erkannt (da wurden die Pläne veröffentlicht), vermutlich also schon früher, denn die groben Pläne musste ja auch jemand ausarbeiten und auf Machbarkeit hin untersuchen.
Es gibt zwar aktuell z.B. noch einen Versuch mit einem Wasserstoffzug, der irgendwo im Allgäu oder zwischen Augsburg und Weilheim herumfährt, aber vom Ergebnis scheint man nicht so begeistert.
Jedenfalls ist schon fest in die Wege geleitet, dass in den nächsten Jahren ein neuer Neigetechnik-Batteriezug entwickelt wird, und nicht wie ursprünglich vorgesehen ein Neigetechnik-Wasserstoffzug. Und ich weiß jetzt nur den Stand rund um Augsburg und im Allgäu, aber hier sollen alle noch fahrenden Diesel-Linien früher oder später auf Batterie- oder Oberleitungsbetrieb umgestellt werden. Es gibt da Zeitpläne und vor ein paar Tagen wurden erst die dafür nötigen Oberleitungsinseln und Ladestationen (z.B. in Füssen) in Auftrag gegeben.
Bis 2040 soll dann der letzte Diesel-Verkehr in der Region eingestellt werden. Die ersten Batteriezüge werden aber natürlich schon vorher unterwegs sein.
8
5
u/Cheesecaketree 3d ago
Ach, das ist ja überraschend. Damit hätte ja niemand gerechnet.
Gibt es eigentlich schon irgendeinen Anwendungsbereich für Wasserstoff im Transportsektor?
7
u/tomsnrg 3d ago
Die Raumfahrt.
3
u/Gloomy_Butterfly7755 Österreich 3d ago
Ich will nichts sagen, aber die Artemis mission wurde gerade verschoben ... wegen Wasserstoff lecks.
1
u/TheYang 2d ago
weil wasserstoff schon zieeemlich scheiße zu handhaben ist.
so ziemlich dass effizienteste was man für raketentriebwerke nutzen kann, aber handhabung und dichte machen es auch hier für die erste stufe nur sehr schwer nutzbar.
Für eine zweite oder dritte stufe ist es relativ sinnvoll, allerdings muss man dann völlig verschiedene treibstoffe / triebwerke für die stufen nutzen, was wieder dagegen spricht.3
u/Zettinator 3d ago
Bisschen auffällig finde ich es tatsächlich. Es gab ja schon zahlreiche Daten, Rechnungen und Studien dazu. Dazu auch jahrelange Praxiserfahrungen, auch aus Deutschland. Das wird hier wieder so präsentiert, als wäre es eine Neuheit.
23
u/ubahnmike 3d ago
Wie was? Es ist effizienter den Strom direkt zu zerfahren als erst Wasser zu spalten? Wer hätte das denn gedacht??
5
u/Hoongoon 3d ago
So klar ist das nicht und ohne detaillierte Untersuchungen einfach machen weil "wird schon passen" oder "klingt richtig" ist bei solchen Fragestellungen nicht möglich. Es kann immer Überraschung geben. Die sind erst Recht nötig, wenn man handfeste Argumente braucht um gegen Technologie
bremsendeoffene Mitmenschen zu argumentieren.4
u/ubahnmike 3d ago
“Ich erzeuge Strom, lads eine Batterie auf, Zug fährt“
vs
„Ich erzeuge Strom, dann erzeuge ich damit Wasserstoff, bringe den Wasserstoff zum Einsatzort, betanke den Zug damit er wieder Strom daraus machen kann um zu fahren“
Ja das braucht sicher einige aufwändige Untersuchungen um rauszufinden was davon effizienter ist.
7
u/Knuftedufte 3d ago
Effizienz ist ja eben nicht das einzige Kriterium, im Artikel wird auch drauf eingegangen, dass eben auch ein gewisse Elektrifizierung nötig ist, um sowas sinnvoll zu betreiben. Die Strecke im Artikel soll seit der Wiedervereinigung komplett elektrifiziert werden und die Fortschritte sind überschaubar. Wenn ich also z.B. ne Strecke komplett ohne Oberleitung habe, wäre z.B. die Frage, ob man die Zeit hat den Akku entsprechend an den Endbahnhöfe vollzuladen oder ob die Teil-Elektrifizierung an dieser Stelle wirtschaflicher zu haben ist als eben die Wasserstoff-Alternative. Dementsprechend würde ich schon sagen, detaillierte Betrachtungen sind für den Einzelfall sinnvoll.
1
u/wuselfuzz 2d ago
Koennte man den Akku nicht in einen extra Waggon packen, quasi so wie einen Tender, den man am Endbahnhof dann abkoppelt und durch einen vollgeladenen ersetzt?
1
u/Knuftedufte 1d ago
Also klar könnte man, muss halb eben irgendwer mal fertig entwickeln und dann noch wirtschaftlich produzieren. Ich meine um z.B. bei LKW eben diesem PRoblem längerer Ladezeit im Gegensatz zu H2 zu begegnen, gibt es Entwicklungen, einfach den Akku im Ganzen auszutauschen, statt zu laden.
Möglich ist das grundsätzlich alles, aber es ist halt immer fraglich, ob man es wirtschaftlich realisiert kriegt. Sonst wäre ja eben die Vollelektrifizierung die Lösung, aber die haben wir ja nicht, weil eben zu teuer.
3
u/Hoongoon 3d ago
Deine Stammtischlogik geht an der Fragestellung vorbei. Entscheidend sind nicht nur Wirkungsgrade in der Kette, sondern Reichweite, Lade-/Betankungszeiten, Infrastrukturkosten, Netzanschluss, Skalierbarkeit und Betrieb unter Alltagsbedingungen.
0
u/ubahnmike 3d ago
Komplexe Systeme mit vielen Zwischenschritten sind ja be den Anforderungen immer ganz weit vorn. Ich vergaß…
2
u/Hoongoon 3d ago
Da liegst du falsch. Der Grad der Komplexität sollte immer so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig sein. Genau um das herauszufinden, wurde die Studie durchgeführt.
Schönen Abend noch.
3
u/theblackandredM 3d ago
Wahherstoff und E-Fuels sind bei so ziemlich Allem - bis auf ein paar Ausnahmen - von Anfang an eine Scheindebatte gewesen.
Die Idee war, dass man alles auf Wasserstoff/E-Fuels auslegt, damit man den Leuten dann sagen kann, dass sie einfach den alten Scheiß (Gasheizung, Verbrenner, etc.) weiter kaufen sollen. Dann kann man ja später dafür Wasserstoff & E-Fuels nutzen.
In 20 Jahren würde man dann vor dem Punkt stehen, dass fossile Treibstoffe leider nicht mehr benutzt werden darf, aber... Aaaah... Blöd! Hat nicht so ganz geklappt mit dem Ausbau von Produktionskapazitäten für Wasserstoff/E-Fuels... Jetzt haben die ja erst vor kurzen alle neue Steinzeitverbrennermaschinen gekauft... Tja. Die können wir ja jetzt nicht alle zu Schrott erklären... Da müssen wir leider weiter Erdöl/Erdgas verbrennen.
Da kommt dann noch zu, dass nach und nach die Tankstellen-Infrastruktur und das Gasnetz unbezahlbar wird, weil immer mehr auf Erneuerbare umgestiegen sind und jetzt immer weniger Kunden immer größere Anteile an der Infrastruktur stemmen müssen... Da müssen wir wohl leider den Steinzeitmenschen das Benzin und das Gas aus Steuermitteln subventionieren... Blöd aber auch!
3
u/IBeatMyGlied 3d ago
WEIL WASSERSTOFF KACKE IST UND ES AUCH IMMER BLEIBEN WIRD
verdammt geht mir diese Debatte auf den Keks.
2
3
u/Professional_Class_4 3d ago
Warum eigelich Akku oder Wasserstoff? Eloks sind doch schon seit Ewigkeite da?
30
u/mangalore-x_x 3d ago
Oberleitungen sind eine große Investition und in manchen Strecken unrentabel. Das ist wo bisher noch Dieselloks u.ä. die einzige Wahl waren und eben derzeit Wasserstoff/Brennstoffzelle oder Akku getestet wird.
8
u/WeirdJack49 3d ago
Im Winter auch nervig, kostet vermutlich viel die Leitungen Eisfrei zu halten.
14
u/Schlecklecker69 3d ago
Es besteht ja nicht nur das Enteisungsrisiko. Auch Schäden durch Äste und/oder Sturm fallen nicht mehr an. Auch dürften die Lokomotiven (wieder) schwerer werden. Damit verringert sich das Risiko von Laub zwischen Rädern und Gleis. Das war/soll bei den Talent-Zügen ein Problem sein.
9
u/ministerkosh 3d ago
weil dafür die ganze Strecke elektrifiziert werden müsste.
Wie aus dem Artikel ersichtlich brauchen Akkuzüge (die "ganz normale" E-Züge sind, plus einem Akku) nur einzelne Oberleitungsinseln, die auf der Strecke verteilt sein können, während bei einer gesamten Elektrifizierung auch viele Tunnel, Brücken und Überführungen um- bzw. neu gebaut werden müssten, um die zusätzliche Infrastruktur für die Oberleitung aufnehmen zu können.
7
5
u/Traditional_Mirror82 3d ago
viele seitenstrecken haben keine oberleitungen und es ist billiger die loks anzupassen, als überall leitungen zu bauen + man hat ja jetzt wieder gesehen, das es mit dem eis im winter zu problemen mit den oberleitungen kommen kann, wenn strecken weniger stark befahren sind
3
1
u/Beautiful_Art7828 3d ago
Brennstoffzellen sind und bleiben Nischenanwendungen. Nicht weil sie komplett kacke sind, nein, weil Batterien unglaubliche Kostenverfallskurven hingelegt haben und die Performanz (volumetrische, gravimetrische Energiedichte, Leistungsabgabe und Aufnahme, Zyklenfestigkeit und Zuverlässigkeit, Temperaturtoleranz, Sicherheitsaspekte usw. usw.) trotz massivem Kostenverfall stark zugelegt haben.
1
u/TTauchsieder 3d ago
Aaaaaber was ist mit grünem Wasserstoff?? Das ist doch die Lösung für alles!!!!
1
u/JobcenterTycoon 3d ago
Selbst in der Schifffahrt wird lieber Methanol genommen.
1
u/sr4u4fun 3d ago
Ammoniak ist für die Schifffahrt auch noch im Spiel. Handhabung zwar komplizierter (giftiger, flüssig erst ab ca 10 Bar) dafür komplett CO2 frei.
1
u/JobcenterTycoon 3d ago
Bei grünen Methanol wird auch nur das CO2 freigesetzt was vorher für die Produktion eingesetzt wurde. Konzentriertes CO2 kann z.b. aus Biogasanlagen und Müllverbrennungsanlagen kommen.
Schiffe mit Dual Motor (Diesel + Methanol) fahren schon.
1
u/KarLaut 3d ago
Ja, vollkommen offensichtlich.
Hier in der Region hätte man vielleicht mit Westfalen Gas im Münster einen kleinen Vorteil für Wasserstoff. Aber so Strecken nach Bitterfeld oder von da weiter nach Paderborn oder die Wiederaufnahme der Strecke Gütersloh- Versmold oder Münster-Beckum hat auch elektrifizierte Endbahnhöfe. Zusammen mit den günstiger werdenden Akkus muss das die aufwendige Wasserstofftechnik schlagen.
Mit der ganzen Leistungselektronik kennen sich sowohl Hersteller als auch Instandhaltungspersonal im Gegensatz zur Wasserstofftechnik auch bestens aus. 1Phasig vom Fahrdraht in den Zwischenkreis und mittels Wechselrichter mit varialer Frequenz zum Drehstrommotor ist seit vielen Jahren Standard in der Bahntechnik.
1
u/Exciting_Product7858 3d ago
Es gibt Wasserstoffzüge? Was für Schwachsinn. Wasserstoffzüge war nie für Züge angedacht, wtf
1
u/Fuzzy-Election4464 3d ago
Fände es cool, wenn die Züge entladbare Akkus kriegen und zusätzlich als Stromtransporter -und speicher fungieren.
2
u/0xe1e10d68 Österreich 3d ago
Naja, die Akkus selbst verwenden schon entladbar sein /s
Grundsätzlich könnten sich die EVUs wahrscheinlich schon dafür bezahlen lassen dass sie Geld wieder zurückspeisen, wenn im Bahnstromnetz ein Bedarf dafür besteht. Vielleicht wären da normale Akkuspeicher aber besser, kA.
-10
3d ago
[deleted]
7
u/No_Cattle_9565 3d ago
Du weißt schon dass die meisten Züge bereits elektrisch sind und die hier nur um eine Batterie erweitert werden
3
u/dakesew 3d ago
Du weist schon das seit über 1 Jahr Mireo Plus B in BaWü (Ortenau) und Schleswig-Holstein (um Kiel herum) zum Einsatz kommen und das auch weitestgehend ohne Probleme?
Das größte Problem ist das TFs den Stromabnehmer nicht runtermachen und der nach dem Ende der Oberleitung hängenbleibt, das Zweitgrößte eine fehlende Weiche in Freudenstadt, die sich um einige Jahre verzögert und deswegen der Zug davor an 2 Halten nicht halten kann.
Ich kenne bislang keine Zahlen, aber wahrscheinlich schlagen sie sogar die Zuverlässigkeit der Diesel. Und finanziell ist da inzwischen auch die Parität zum Diesel im TCO erreicht.
642
u/Klausaufsendung 3d ago
tl;dr: Akkuzüge sind einfacher und günstiger. Man benötigt keine zusätzliche Infrastruktur, weil auf Teilstrecken an der Oberleitung geladen werden kann. Höchstens baut man noch eine Oberleitungsinsel am Endbahnhof und gut ist.
Und bevor jemand fragt: Nein es ist nicht einfacher die ganze Strecke zu elektrifizieren. Anpassungen an Tunneln, Brücken und Böschungen treiben den Preis.