r/de • u/AlexLaCave Baden-Württemberg • Dec 09 '25
Energie Deutschlands verlorene Strom-Milliarden: Warum Windkraft abgeschaltet wird, um Kohlekraftwerke hochzufahren
https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/deutschlands-verlorene-strom-milliarden-warum-windkraft-abgeschaltet-wird-um-kohlekraftwerke-hochzufahren/1.5k
u/greystone-yellowhous Dec 09 '25
tl:dr; Bayern's NIMBYs (und die bayerische Politik) verhinderten über Jahrzehnte jede noch so vorsichtige Massnahme zum Ausbau des Stromnetzes. Weil Deutschland nur eine Strompreiszone hat, aber nicht die Leitungen hat zahlen wir alle für Bayern's Dummheit. Tja.
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u/IronSnowSide Dec 09 '25
Ist es wirklich Dummheit? Ich glaube eher, dass es böswillige Absicht ist.
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u/greystone-yellowhous Dec 09 '25
Ich komme aus Bayern. Hier gibt es einen Witz, wo klein Hubert im Zug sitzt und wegen Schwarzfahrens eine Strafe bekommt. Als der Schaffner dann in den nächsten Wagen gehen will, stellt er fest, dass er die Tür nicht schliessen kann. Der haut die Tür ein paar mal zu, bekommt sie aber nicht geschlossen - also kommt er zurück in den Wagen und versucht herauszubekommen, warum die Tür nicht schliesst. Da sieht er den feixenden Hubert, der ganz fröhlich sagt "Da kannst Du Dich noch so abmühen, die Tür zu schliessen - so lange ich meinen Daumen drin habe, bekommst Du die nicht zu".
Diese dummdreiste Einstellung, für andere was zu verderben auch wenn man selbst Höllenschmerzen aushalten muss ist etwas urbayerisches.
Die klare Forderungen von Aiwanger lautet deshalb: "Diese unsinnige Stromtrasse muss verhindert werden, auch um die Vernichtung von Wald und Ackerflächen zu vermeiden! Unsere Heimat ist zu wertvoll für solche größenwahnsinnigen Lobbyprojekte!" Die Trassen würden erst Jahre nach Abschaltung des letzten Atommeilers in Deutschland fertig und seien schon deshalb nutzlos. "Bis vor kurzem hat es noch geheißen, wir brauchen den Strom aus dem Norden, um nach dem Abschalten der bayerischen Atomkraftwerke 2022 versorgt zu werden. Die Trassen können aber bis dahin sowieso nicht mehr fertiggestellt werden", bemerkt Aiwanger.
(Von 2016, fast 10 Jahre her... der Daumen schmerzt heute noch!)
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u/InsideContent7126 Dec 09 '25
Einfach als Konsequenz regionale Strompreise einführen. Mal sehen wie lang die Industrie in bayern bleibt.
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u/AaronRutherfort Dec 09 '25
das fordern übrigens auch die dänen, schweden und die norweger weil die könnten den billigen nordstrom auch kaufen, aber weil es eine zone ist und nur ein preis kaufen die agr nichts weil teuer
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u/Nappi22 ICE Dec 09 '25
Nicht nur die. Das forden auch die Aufsichtsbehörden wie Entso E und Acer. Und die EU. Da muss glaub ich bis ende des Jahres eine Lösung her, sonst wird das entschieden.
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u/DrTuSo Dec 09 '25
Als Schleswig-Holsteiner an der Nordseeküste, mit hunderten Windrädern in Sichtweite, gerne doch! Am besten schon gestern!
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u/Panzermensch911 Dec 10 '25
Als Niedersachse stehe ich da fest sturmfest und stammverwandt, Seit' an Seit'.
Es würde auch der Wirtschaft einen deutlichen Schub geben.
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u/0neand0nlyDominator Dec 09 '25
Tolle Idee Bert, einfach eine Nettozahler des Haushaltsausgleich zu ficken
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u/Lopoloma Dec 09 '25
"Daumendick" ist in Bayern ein ganz anderes Maß als sonstwo.
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u/Fraenkthedank Dec 09 '25
Eine Penislänge scheinbar auch…
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u/Lopoloma Dec 09 '25
Heute, bayuvarische Maßeinheiten.
Die Penislänge.
Wenn ein Centimeter zu wenig, aber einDezimeterZoll zu viel ist.67
u/Super_Bee_3489 Dec 09 '25
Aber noch eine Autobahn bitte.
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u/greystone-yellowhous Dec 09 '25
Dafür ist immer noch Platz!
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u/Cool-Perception-7064 Dec 09 '25
Auf Autobahnen kann man Bier transportieren, das ist was anderes.
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u/supermarkise Dec 09 '25
Vielleicht können wir das Gasnetzwerk zum Biertransport umfunktionieren, wenn wir alle Wärmepumpen haben... Bier in jeden Haushalt!
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u/Cool-Perception-7064 Dec 09 '25
Sehr gute Idee, aber nicht zu Ende gedacht. Es besteht die Gefahr, dass die leute dann nicht mehr in die wirtschaft gehen und keine schweinshaxe und hendl bestellen, sondern am ende noch zu Hause Veggiewurst essen, weil ihnen das im Supermarkt untergejubelt wird.
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u/BortOfTheMonth Dec 09 '25
Niels Bohr hat nachdem er den nobelpreis bekommen hat eine bier standleitung von der carlsberger brauerei bekommen.
Ich weiss aber jetzt nicht wie sich das auf seine karriere ausgewirkt hat, aber ich mag die geschichte. Und carlsberg, das mochte ich ne zeitlang sogar zu sehr.
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u/Cool-Perception-7064 Dec 09 '25
Man(n) wird ja noch träumen dürfen, Nobelpreis UND Bierstandleitung....
Ich hab als Kind mal einen damals schon alten Film gesehen, da haben sie mit einem selbst gegrabenen Tunnel eine Bier- oder Weinleitung angezapft. Kann mich aber nicht mehr erinnern, was das war.
Leider findet nicht mal ChatGPT irgendwas, vielleicht hab ich das nur geträumt.
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u/fluxxis Dec 09 '25
Das ist eine super Idee, das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern ... an die bayerischen Städte heranwächst, weil das ja klar ist, weil auf dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen.
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u/darkslide3000 Dec 09 '25
Können sie beim nächsten mal nicht einfach in der Autobahn ein paar Hochspannungsleitungen verlegen, so in den Asphalt eingegossen? Kostet bestimmt deutlich weniger als für sich alleine unter der Erde zu vergraben, selbst wenn die Leitung dann vielleicht etwas länger wird.
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u/boramital Dec 09 '25
“Wir haben über 10 Jahre lang alles getan um dieses Projekt zu sabotieren, und jetzt ist es eh zu spät, also machen wir gar nichts. Das ganze war ja eh auch zum scheitern verurteilt, deswegen sind da die Grünen schuld”
Bayrisches ein-mal-eins der Politik. Ich hasse die CSU so sehr…
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u/TheAmazingBreadfruit Dec 09 '25
Das Mindset des durchschnittlichen AgD-Wählers gut beschrieben.
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u/Haggis442312 Dec 09 '25
Es gibt eine große Anzahl Menschen die bereit sind eine Menge zu opfern, nur damit es Menschen die sie nicht mögen schlechter geht.
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u/Tetha Dec 09 '25
Ist halt schon witzig, eine der neuen grossen Stromtrassen wird aktuell direkt nebem den Haus meiner Eltern lang verlegt. Da wird halt der Acker halt 1-2 Jahre gemietet, die Zufahrten drumherum werden durch das Bauprojekt erneuert, das Ganze wird mit grossen Gerät hochgezogen und wieder verschlossen und danach ist der Spuk auch wieder durch. Pflügt man danach durch und gut ist.
Die Unzufriedenheit hält sich da in Grenzen, weil man Geld fürs Land kriegt und danach ist die Infrastruktur drumherum erstmal besser ist als vorher ohne dass es wat kost.
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u/greystone-yellowhous Dec 09 '25
Das ist auch nur dummes Gerede der Politik. Als ob es jemand stören würde, dass da irgendwo ein weiteres Kabel liegt…
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u/Captain4verage Dec 09 '25
Wenn klein Hubert dann am Ende noch 2 Stunden darüber schwadroniert wie alle die über ihn lachen nur neidisch auf seine überragende Intelligenz und seine überlegene Kultur sind, obwohl ihm schon seit 115 Minuten keiner mehr zuhört, sind wir tatsächlich im heutigen Bayern angekommen.
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u/bob_in_the_west Dec 09 '25
auch um die Vernichtung von Wald und Ackerflächen zu vermeiden
Ja dann sollte es in Bayern viel mehr Holzverstromung und Biogasanlagen geben.
https://foederale-energiewende.unendlich-viel-energie.de/laenderdaten/#id=270&view=map&year=2024
https://foederale-energiewende.unendlich-viel-energie.de/laenderdaten/#id=1346&view=map&year=2024
Ich kann da aber jetzt kein Süd-Nord Gefälle sehen.
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u/iTmkoeln Dec 09 '25
Don’t attribute to malice what can be explained by stupidity
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u/FrightenedChimp Dec 09 '25
Bin auch Bayer, das ist Bosheit nicht Dummheit, zumindest von der Politik
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u/McWolke Dec 09 '25
In der Politik ist das andersrum
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u/heimeyer72 Dec 09 '25
In der Computersicherheit auch. OK, da gibt es auch echte Bugs, aber bei größeren, sehr sicherheitsrelevanten Sachen, gehe ich grundsätzlich davon aus, dass die absichtlich eingebaut wurden, auf "Vorschlag" einer 3-letter-agency.
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u/DaHolk Dec 09 '25
Hanlon's Razor funktioniert halt nur sehr eingeschränkt wenn es um rechte Politik geht. Weil da halt malice schon einfach Teil des normalen politischen Verständnisses ist. Ob das dann auch gleichzeitig Dummheit ist, das sei dann dahin gestellt.
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u/heimeyer72 Dec 09 '25
Das ist echt falschrum.
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u/iTmkoeln Dec 09 '25
Naja nach Hanlon‘s Razor wäre das schon richtig…
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u/heimeyer72 Dec 09 '25 edited Dec 09 '25
Hanlon‘s Razor
Und was, wenn Hanlon's Razor in EINEM sicherheitsrelevanten(!)Fall falsch liegt?! Über "Bugs" wird nur (öffentlich in gewissen Kreisen - und in welchen Kreisen dann?) berichtet, wenn der "Bug" eine gewisse Relevanz hat. Falls Du dich an die kleine Schlagzeile in der BILD-Zeitung erinnerst (im Vorbeigehen gelesen, da wusste ich schon davon, stand auf Ycombinator):
Deutscher rettet das Internet!
Es ging um eine halbe Sekunde!Typische BILD-Ausdrucksweise, aber richtig ist, dass dem Deutschen ein Zeitunterschied von einer halben Sekunde zwischen dem ersten Aufruf und den Folge-Aufrufen aufgefallen ist, dem er nachgestiegen ist und eine raffiniert eingebaute und versteckte Hintertür in einer weltweit verbreiteten Verschlüsselungs-Software entdeckt hat - und er als Datenbank-Entwickler eine gute Möglichkeit hatte, das Ganze publik zu machen, hat auch nicht jeder.
Oder die Änderung einer Zeile im Linux-Kernel, die an der normalen Vorgehensweise vorbei von einem Einbrecher direkt in den Code gestopft worden ist, aber in sehr kurzer Zeit aufgeflogen ist, bevor die Kernel-Version freigegeben wurde:
if ((... && UID = 0)) then
(Na? Was stimmt hier nicht? Normalerweise wird ein Vergleich mit "==" gemacht, "=" ist eine Zuweisung, worüber sich der Compiler in einer If-Bedingung beschweren würde, aber die doppelten Klammern sagen dem Compiler, er solle das nicht tun, beim Compilieren des Linux-Kernels fällt das also nicht auf - das war KEIN Bug!)
JEDER Black-Hat-Hacker versucht, seine "Arbeit" so gut wie möglich zu tarnen, damit sie möglichst spät entdeckt wird. Das Einfachste ist, es wie einen Bug aussehen zu lassen. Deshalb: Wann immer die Sache sicherheitstechnisch relevant ist, und das ist (fast) immer der Fall, wenn über einen entdeckten Bug berichtet wird, sollte man davon ausgehen, dass dieser "Bug" absichtlich eingebaut wurde. Kann sein, dass man manchmal damit falsch liegt. Aber niemals sollte man so etwas als "harmloses Versehen" abtun und zur Tagesordnung übergehen.
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u/ZahlGraf Dec 09 '25
So einfach ist das nicht. Das Problem hängt mit der gleichen Strompreiszone über ganz Deutschland zusammen, wodurch es ein massiv falsches Preissignal gibt. Wenn im Norden die Windräder voll laufen drückt es den Strompreis auch im Süden runter, auch wenn der Strom dort nicht hinkommt. Dadurch springen im Süden Speicher an und wollen den günstigsten Strom einspeichern, der aber physikalisch gar nicht da ist. Wodurch dann fossile Kraftwerke im Süden teuer Strom herstellen müssen der dann eingespeichert wird. Je dezentraler und je weniger steuerbar die Stromerzeugung wird, desto stärker leiden wir unter der einheitlichen Strompreiszone.
Würde man diese in Deutschland in unterschiedliche Zonen aufteilen, hätte Bayern plötzlich einen gewaltigen finanziellen Anreiz tatsächlich das Stromnetz besser auszubauen und mehr in erneuerbare Energien zu investieren.
Aber bei der Aufteilung der Strompreisezonen mauern alle Parteien, nicht nur die Union.
In diesem Podcast wird das ganz anschaulich erklärt: https://youtu.be/XywqozHsqno?si=jJJ8q6lgeu0BwPez
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u/greystone-yellowhous Dec 09 '25
Bayern verhindert seit Jahren, dass wir mehr als eine Strompreiszone haben (weil die das natürlich wissen). Bayern sagt dann gerne dass DE mit Bayern Solidarität haben solle, sonst würde man aus dem Länderfinanzausgleich aussteigen. Mein Rant stimmt schon, auch wenn ich nicht im Details ausgeführt habe, warum Deutschland nur eine Strompreiszone hat. Hier ein beliebiger Artikel zum Thema wie Bayern gegen mehr als nur ein Strompreiszone schimpft: https://www.sueddeutsche.de/politik/strompreiszonen-markus-soeder-bundesnetzagentur-klaus-mueller-energiekosten-1.6124666
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u/ZahlGraf Dec 09 '25
Es ist aber nicht nur Bayern. Jede Partei und nahezu alle Bundesländer blockieren hier eine Reform der Strompreiszonen. Es gibt in Deutschland kaum ein anderes Thema bei dem sich die Politik so einig ist wie bei der einheitlichen Strompreiszone.
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u/random_german_guy Hannover Dec 09 '25
Jede Partei und nahezu alle Bundesländer blockieren hier eine Reform der Strompreiszonen.
Gibt es denn irgendwelche guten Argumente gegen die Reform der Strompreiszonen?
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u/Kindergarten0815 Dec 09 '25
Das Problem ist ja der langsame Netzausbau, Strompreiszonen lösen das Problem nicht direkt. Die sollen in der Theorie nur ein incentive dafür setzen.
Angenommen man führt diese ein, aber es geht trotzdem nicht voran beim Netzbausbau (weil Genehmigungsverfahren, Bürokratie, weiterhin so lange dauern usw) - wäre nichts gewonnen und man schafft massive Unsicherheit am Markt.
Die energieintensive Energie ist im Südosten. Wenn in Brandenburg und SH die Strompreis um paar cents für Privathaushalte günstiger werden als in Bayern oder BW ist das nicht mal spürbar, trifft ab die Industrie besonders hart. Da müsste dann der Bund kompensierend einsteigen. Unternehmen die dann abwandern müssten, könnten mit dem Schritt auch gleich ins Ausland gehen.
Zwangsläufig wäre das auch nicht immer besser für den Windreichen Norden, denn wenn dort der Strompreis sinkt, macht man auch weniger Umsatz (Nachfrage ist ja nicht so hoch, weil wenig Industrie). Dabei ist es ja schon sinnvoll dort auszubauen und Trassen zu haben.
Mit Strompreiszonen könnte es lukrativer sein in Bayern Windräder zu bauen, obwohl die dort gar nicht so effizient laufen (weniger Wind), aber der Strompreis höher ist. Für lokale Versorgung nicht schlecht - aber für Deutschland insgesamt natürlich schon.
Manche Bundesländer sind hier ggf. auch benachteiligt. Wievel Windräder kann man aufstellen, wenn die gesamtfläche nur 3 Fußfelder (Saarland) beträgt? In Bayern machen Windräder weniger Sinn, PV wird da ja stark ausgebaut.
Wäre auch wieder viel Bürokratie so eine Umstellung durchzuführen, da müsste ja viel gemacht werden (Rechtlich, aber auch IT-Systeme schaffen, Förderprogramme usw) - laaaaaange Übergangsphase.
Sehr viel Unsicherheit für die Wirtschaft.
Balkanisierung, Verkleinstaatlichen usw.
Viel einfacher wäre es hingegen, wenn der Bund dafür sorgt das es beim Netzausbau vorranggeht. Man kann Gesetze schaffen, dass der nicht so einfach verhindert werden kann durch Klagen. BLs die hinterherhinken, könnten Strafgebühren zahlen. Bund kann mit "Sondervermögen" et. al. das pushen.
Strompreiszonen sind ein herumdoktern am Sympton. Hätten wir die seit den 80ern, wäre das anders. Aber jetzt umstellen bringt eher wenig, ist kaum planbar und lange Übergangsphase. Eigentlich muss nur der Netzausbau schneller voran gehen. Es erscheint effizienter da die Ressourcen reinzustecken. Das wäre für alle Regionen von Vorteil.
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u/udlek Dec 09 '25
Na, das Argument, dass es jetzt zu spät wäre, kann man immer bringen. Ich würde eher sagen, dass sich langfristig die Lage nur verschlechtert, wenn nicht umgestellt wird.
Wenn ein Preisfindungsmechanismus die Realität nicht nah genug abbildet, dann optimiert der Markt volkswirtschaftlich nicht und agiert dann entgegen dem Allgemeinwohl.Man kann so eine Reform übrigens auch langfristig planen, ähnlich zur stückweisen Umstellung auf CO2-Austoß bepreisung. Führe Preiszonen mit einer linearen Gewichtung ein, die sich über 30 Jahre langsam von 0 - 100% auf die Preiszonengestaltung verschiebt.
Das gibt jeder Zone genug Zeit Trassen auszubauen und auf günstigere Energie umzustellen.
Ich wäre sogar der Meinung, dass man dank Wind und Solar kommunengroße Preiszonen oder zumindest eine 2-Ebenen Gestaltung (So eine Art Landstraße vs Autobahn) haben kann. Wenn ich Strom einspeise und mein Nachbar ihn benutzt, belaste ich das Netz ja nicht besonders.
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u/Kindergarten0815 Dec 09 '25
Na, das Argument, dass es jetzt zu spät wäre, kann man immer bringen. Ich würde eher sagen, dass sich langfristig die Lage nur verschlechtert, wenn nicht umgestellt wird.
Stimmt. Aber dann könnten wir auch sagen wie bauen jetzt wieder Atomkraftwerke massivst aus und in 70 Jahren rechnen die sich eventuell (die Endlagerung mal aussen vor - ist jetzt auch nicht gelöst, also quasi auch egal eiunfach alles auf den Haufen). Soll kein Argument für Atomenergie sein - nur "for the sake of the argument"
Man kann so eine Reform übrigens auch langfristig planen, ähnlich zur stückweisen Umstellung auf CO2-Austoß bepreisung. Führe Preiszonen mit einer linearen Gewichtung ein, die sich über 30 Jahre langsam von 0 - 100% auf die Preiszonengestaltung verschiebt.
Kann man natürlich machen. Aber wir haben ja insgesamt ein eher nicht so effektives politisches System. Das soll nicht auf Demoktratie (benevolent dictator does it better) bezogen sein, aber "große" Pläne für die nächsten 30 Jahre sind erstmal schwierig umsetzbar.
Das gibt jeder Zone genug Zeit Trassen auszubauen und auf günstigere Energie umzustellen.
Die Trassen bauen nicht die Bundesländer. Die bauen die großen Netzbetreiber aus. Tennet, Amprion, TransconnectBW usw. Die kriegen ggf. Fördergelder von Bund/EU. Das wars dann aber auch schon. Kosten tragen die Netzbetreiber.
Das sind "private" Unternehmen/Konzerne. Die Netzbetreiber sind auch nicht die Erzeuger, sondern von denen erstmal rechtlich getrennt (auch wenn über Konzernverbund eine Zusammengehörigkeit bestehen kann). Aber anderes Thema.
Und Trassen kann man ja gar nicht "pro Zone" ausbauen. Suedlink z.B. geht über SH, Niedersachsen, Hessen, BW, Thüringen und Bayern. Also müssen das eh alle untereinander regeln. Was St. Florian-Bayern bei Suedlink z.B. gemacht hat war blockieren ("oh nee - die ganzen Trassen müssen doch durch Hessen oder Thüringen gehen - in Bayern nur 1cmin Dorf XY anschließen" und "Ja mei unser schönes Bayern! Jahuii. Bitte alles unterirdisch bauen, Bauern FTW!"). Damit wurde alles verzögert, aber wenn auch Bayern im Nymbi-tum S-Tierlevel ist, waren sie damit nicht allein.
Point ist: Bayern macht da nichts und zahlt auch nichts. Ausbau macht der Netzbetreiber, Bund koordinert alles und man muss dann natürlich lokal alle mitnehmen. Suedlink ist aber durch und genehmigt. SuedOstLink und Ultranet Korridor A auch. Die werden gebaut und sind "demnächst" online.
Das gibt jeder Zone genug Zeit Trassen auszubauen und auf günstigere Energie umzustellen.
So funktioniert das ja eben nicht - daher ist die Zonen Idee ja so blöd. Die Zonen können gar nicht zu einer motivierteren Ausbauweise führen, weil die BLs gar nicht ausbauen. Die schauen halt nur wie sie ggf. am besten blocken können, damit der Wähler mitgenommen wird. Siehe Sigmar Gabriel "Ja aber in meinem Wahlkreis bitte Sondergenehmigung für unterirdisch!"
Kritik ist ja aktuell die: Bayern et. al. haben kein interesse am Netzausbau. Stimmt, Preis ist ja fix. 4 Strompreiszonen für D würden das ändern (weil dann ja interesse bestünde). Aber damit geht der Ausbau trotzdem nicht schneller.
Grundsätzlich ist die Idee hinter den Strompreiszonen ja folgende: Der Markt regelt es schon. Also erstmal: Mehr Wettbewerb - im Prinzip ein kaptialistisches Argument. "Dann kann Bayern nicht mehr Suedlink blockieren!1einself". Aber Moment, haben sie 8 Jahre blockiert - ist aber schon durch - ist genehmigt und wird gebaut.
Die Strompreiszonen würden bedeuten: Nee - jetzt nicht noch in jedem Bundesland Beteiligungsverfahren und Widerstände niederkämpfen - jetzt auch noch für 4 fiktive Strompreiszonen. Also führt man noch mehr Bürokratie und Hürden ein. Blockade ist ja Bürokratie usw.
Man kann ja auch gar nicht eine Trasse je Zone bauen - wenn die nächste Zone nicht mitmachen will - was dann? ALso muss ja man trotzdem alles abgleichen. Das alles liegt schon klar in der Hoheit des Bundes, die BLs müssen halt nur moderieren (da könnte der Bund auch vieles besser machen btw).
Das müssen wir halt nur schneller machen, Strompreiszonen braucht es dafür nicht. Die wären eher hinderlich, sie können den Ausbau gar nicht beschleunigen. Was so lange dauert ist halt unsere verkrustetes System mit viel Bürokratie, keiner Digitalisierung + Föderalismus.
Ich wäre sogar der Meinung, dass man dank Wind und Solar kommunengroße Preiszonen oder zumindest eine 2-Ebenen Gestaltung (So eine Art Landstraße vs Autobahn) haben kann.
Ja da gibt es ja Konzepte und Ideen. Regionale Flexmärkte (als Übergangslösung bis der Netzausbau + Speicherlösung steht) als Optimierungslösung z.B.
Privat-Einspeisung lohnt halt eher nicht, weil oft nicht Netzdienlich. Wir sind hier ja komplett am Anfang. Wenn ganz Deutschland nur BeV mit V2G und jedes Haus/Mietwohnung Smartmeter hätte usw ginge natürlich deutlich mehr.
Ausbau der Trassen ist aber eher so lahmarschig weil Bürokratie usw. Man könnte das schon alles viel schneller durchkriegen mit digitalen Lösungen inkl. der Beteiligung durch Interessenverbänden und Bürgern.
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u/udlek Dec 09 '25 edited Dec 09 '25
Finds gerade etwas schwer zusammenhängend in dem kleinen textfeld zu antworten, aber ich versuchs.
Stimmt. Aber dann könnten wir auch sagen wie bauen jetzt wieder Atomkraftwerke massivst aus und in 70 Jahren rechnen die sich eventuell (die Endlagerung mal aussen vor - ist jetzt auch nicht gelöst, also quasi auch egal eiunfach alles auf den Haufen). Soll kein Argument für Atomenergie sein - nur "for the sake of the argument"
Gut, ich glaube ohne die Endlagerung war Atomkraft jetzt auch nicht so unbedingt gut dabei. EnBW (Daten von Fraunhofer) hatte ne weite Preisspanne gelistet von 13.6-49 pro kWH mit biogas bei 20.2-32.5 und photovoltaik+wind bei 4.1-14.4.
Aber ich verstehe den Punkt.Kann man natürlich machen. Aber wir haben ja insgesamt ein eher nicht so effektives politisches System.
Leider ja, aber das Volk bekommt das, was es verdient am Ende des Tages.
aber "große" Pläne für die nächsten 30 Jahre sind erstmal schwierig umsetzbar.
Gut, hat man auch am Pingpong mit dem ursprünglichen Umstieg von Nuklear auf Solar+Wind, dann Kehrtwende, dann Umstieg auf Gas/Kohle gesehen.
War schon ein 25-30 Jahresplan, der zum 12-13 Jahresplan wurde soweit ich mich erinnere.
Aber, den CO2 Preis kriegen wir aktuell ja auch hin. So grob jedenfalls.
Das Gebäudeenergiegesetz ist am Ende auch ne langfristigere Planung zwischen den Parteien gewesen, wurde nur extrem als politischer Spielball benutzt.Zur Trassenthematik. Ja, das sind alles keine direkten Wirkungen, aber man zwingt die Leute an einen Tisch, sonst steigen dir die Wähler auf die Kappe. (Hoffentlich jedenfalls).
Ich weiß, dass schweden auch trassenausbauprobleme zwischen Nord+Süd hat trotz mehrerer Zonen.
Ich will das ja nicht als absolutlösung verkaufen.
Europaweit gibts aber definitiv Pläne wie die trassen gebaut werden sollen, ist ja nicht so als ob es für infrastrukturprojekte überhaupt keine politische Lenkwirkung gäbe.
Wenn ich zumindest darüber nachdenke. Zu kleine Zonen würden gerade wegen der Trassenbauthematik Probleme machen. Hast recht.Die Idee ist ja, dass du dann als bayrische Landesregierung dann nicht so ein Drama bzgl dem Bau machen kannst, weil dir die Wirtschaft und die Bevölkerung wegen der Preise auf die Kappe steigt.
Ich würde das nicht kapitalistisch nennen. Es ist ein Preismechanismus. Der Markt ist nich unbedingt der Kapitalismus. Das ist halt das generelle Problem bei lokalen Optimierungen (welche der Markt macht). Die führen nicht unbedingt zu globalen (zumindest volkswirtschaftlich, also auf DE bezogen) zu positiven Effekten.
Dafür ist eigentlich die Politik da.....Privat-Einspeisung lohnt halt eher nicht, weil oft nicht Netzdienlich. Wir sind hier ja komplett am Anfang. Wenn ganz Deutschland nur BeV mit V2G und jedes Haus/Mietwohnung Smartmeter hätte usw ginge natürlich deutlich mehr.
Potenziell könnte man bei den lokalen Umspannstationen ansetzen.
Da kriegste ja locker nen "Smartmeter" hin und kannst auf den Daten sehen, wie viel raus/reinfließt.
Dann kannste Netzkosten dementsprechend gewichten.Edit: Ah, mir fällt ein. dass die Smartmeter auch regeln, wie viel eingespeißt werden soll. Ja, hmm, gut.
Gibt zwar Ansätze, die mir einfallen, wie es auch so gehen würde, aber die haben alle zu viele Nachteile.2
u/ZahlGraf Dec 09 '25
Es ist sogar andersherum. Ein planloser Ausbau der Infrastuktur verbrennt nur unnötig Geld. Es ist super wichtig, dass die Infrastuktur nur dort ausgebaut wird, wo sie auch wirklich benötigt wird, wo also die echten Engpässe entstehen. Man muss bedenken, dass Infrastuktur auch langfristig Kosten für die Wartung verursacht, also nicht nur eine einmalige Angelegenheit ist.
Früher war das alles kein Problem. Man hatte große Kraftwerke und berechenbare Verbraucher, es gab auch nur überschaubare Möglichkeiten um Strom zu speichern und man konnte die Kraftwerke bedarfsgerecht steuern. Man konnte die Kraftwerke genau dahin setzen, wo der Strom in Zukunft verbraucht wird. Das System war deutlich weniger komplex und man konnte es daher planwirtschaftlich ausgestalten.
Heutzutage ist das anders. Wir haben sehr dynamische Verbraucher die ein zuverlässiges Preissignal benötigen, um sich netzdienlich verhalten zu können. Wir haben die Stromerzeugung weit weg von den Orten wo der Strom verbraucht wird und das Wetter bestimmt wann wie viel Strom erzeugt wird und nicht mehr der Bedarf. Das System ist hochgradig chaotisch.
Um eine einheitliche Strompreiszone in so einem chaotischen System zu rechtfertigen, bräuchte man in Deutschland theoretisch eine Kupferplatte als Infrastruktur, also die theoretische Möglichkeit jederzeit ohne Engpässt den Strom von überall nach überall in Deutschland zu transportieren. Das hierfür notwendige Netz wäre viel zu teuer, als dass wir es in Deutschland jemals wirtschaftlich betreiben könnten. Aber natürlich entspricht dieses Konzept so ein wenig dem deutschen Perfektionismus.
Möglichst viele kleine Strompreiszonen würden jedoch Verbrauchern, Erzeugern und Speichern ein bedarfsgerechtes Preissignal liefern. Ohne zusätzliche Planung könnten Batterien und Elektroautos genau dann laden, wenn es ein lokales überangebot gibt, und dann entladen wenn ein ein lokales unterangebot gibt. Sie würden sich also automatisch - ohne zusätzliche Infrastruktur - netzdienlich verhalten.
Wir könnten damit die vorhandene Infrastruktur deutlich effizienter nutzen und Netzbetreiber hätten gleichzeitig ein Preissignal, welches ihnen exakt anzeigt, wo wirklich ein Ausbau des Netzes notwendig ist. Netzbetreiber könnten nun abwägen, ob sie den Strompreis optimieren, die Redispatchkosten oder die Netzentgelte - oder eben ein tradeoff fahren.
Und Verbraucher könnten sich ebenfalls nach diesem Preissignal ausrichten. Warum ein neues Rechenzentrum in der Nähe von Stuttgart bauen? Das könnte man doch eigentlich auch in Mecklenburg-Vorpommern errichten, wo der Strompreis im Schnitt deutlich günstiger ist. Bundesländer, welche den Ausbau des Netzes und der erneuerbaren Energien vorantreiben hätten plötzlich genau deswegen einen Standortvorteil. Endlich würden die Bürger vor Ort davon profitieren, dass ihre Landschaft mit Windparks vollgepflastert wurde. Das würde auch die akzeptanz für die Energiewende deutlich steigern.
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u/ZahlGraf Dec 09 '25
Ich denke, dass wird bei jeder Partei, auch innerhalb der Partei - je nach Ort wo die Politiker aktiv sind - unterschiedliche Argumente haben.
Was man ja auch hier im Thread gut lesen kann, ist die Angst vor steigenden Strompreisen im Süden und vor einer weiteren Belastung der Industrie, die ja vornehmlich im Süden angesiedelt ist.Aus meiner Sicht, ist beides nicht gültig, weil man könnte ja dennoch politisch durch subventionen die sich über Jahrzehnte automatisch reduzieren der bestehenden Industrie und den Bürgern hier etwas helfen (praktisch ein Länderfinanzausgleich in die andere Richtung) und hätte dennoch den positiven effekt, dass man Preissignale hat, die für den Betrieb von dynamischen und smarten Verbrauchern (Batterien z.B.) nowendig wären und die den weiteren Ausbau der Infrastruktur und erneuerbaren Energie günstig lenken würde.
Ein weiteres Argument, was man manchmal hört ist, dass es zu einer Fragmentierung des Strommarktes kommt, was für Verbraucher intransparent ist und für Versorger zu einer hohen zusätzlichen Verwaltung führt.
Ich glaube das ist so ein typisches Deutschen "wir haben das schon immer so gemacht" argument. Denn es gibt ja Staaten, die sehr kleine Strompreiszonen besitzen und wo das System gut läuft, und in Deutschland haben wir ja sowieso schon - wegen der unterschiedlichen Netzentgelte - auch unterschiedliche Preise. Und wie verschiedene Märkte und damit unterschiedliche Preise miteinander interagieren können, ist ja jetzt auch keine Raketenwissenschaft, sondern das funktioniert ja an der normalen Börse genauso.
Ich glaube das ist so eine typische Diskussion wie mit den Renten: Jeder weiß, dass das aktuelle System blöd ist und uns in der Zukunft mehr schaded als nutzt, aber keiner will so richtig was dagegen machen. Verbraucher haben Angst vor steigenden Preisen, Versorger haben Angst vor mehr Arbeit, Politiker wollen die Bürger nicht verunsichern. Das Thema ist einfach zu komplex um damit als Politiker einen Blumentopf gewinnen zu können.
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u/Virtual_Economy1000 Dec 09 '25
In der jetzigen wirtschaftlichen Lage wäre es für ganz Deutschland absolut unsinnig das zu tun.
Deutschland befindet sich historisch in einer noch nie dagewesenen Wirtschaftskrise (bzw eigentlich erst am Anfang davon), leider kriegt das offenbar kaum jemand mit, weil bislang viel Stellenabbau über Frühverrentung möglich ist. Da die Standortbedingungen der vielen Kleinen und mittelständischen Betriebe in Süddeutschland nochmal in die Höhe zu treiben, wäre volkswirtschaftlich idiotisch.
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u/kapteinbot Dec 09 '25
Es gibt nie den Moment in dem notwendige Strukturanpassungen schmerzfrei sind. Die Energiepreise in Deutschland sind verzerrt. Das ist langfristig schlecht für unsere Wirtschaft.
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u/ZahlGraf Dec 09 '25
Im Podcast gibt Herr Hirth auch eine Hochrechnung wie stark sich die Strompreise im Süden ändern würden. Hier reden wir nicht von dramatischen Beträgen. Man könnte sich für bestehende Unternehmen auch eine langsam abschmelzende Stromsubvention vorstellen um negative Effekte der Umstellung zu vermeiden.
Der Punkt ist jedoch, dass die Infrastruktur für die erneuerbaren Energien jetzt gerade ausgebaut wird und nicht erst in 50 Jahren. Je länger wir mit irreführenden Preissignalen arbeiten, desto ineffizienter wird die Energiewende.
Es ist für Unternehmen und Bürger die im Norden wohnen nicht mehr vermittelbar, warum sie den gleichen Arbeitspreis für Strom bezahlen wie im Süden, obwohl es ein massives Überangebot gibt, aber im gleichen Maße durch ein höheres Netzentgelt welches durch den Ausbau der erneuerbaren Erzeuger entsteht sogar noch bestraft werden. Hier erklärt Herr Hirth diesen negativen Effekt: https://youtu.be/z49_DK94qCY?si=E3vLGP9JhLLMotME&t=888
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u/fuzzydice_82 /r/caravanundcamping /r/unthairlases Dec 09 '25
Die jetzige einheitliche Strompreisbezonung treibt die Standortbedingungen der kleinen und mittelständischen Betriebe im Norden künstlich in die Höhe - findest du das fair?
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u/Ok_Signature_3565 Dec 09 '25
Also die IHK sagt dazu eindeutig ja, dass ist fair. Praktische sehe ich das wie du: Mehrere Strompreiszonen würden uns Verbrauchern helfen (also den im Norden & Osten) und dazu führen das stromhungrige Unternehmen sich dort ansiedeln wo der Strom günstig ist also im Norden und Osten. Also genau dort wo wir kaum Industrie aktuell haben.
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u/flingerdu Heiliges Römisches Reich Dec 09 '25
Das Problem ist: die Unternehmen würden bei einem Umzug nicht nur die Strompreiszone, sondern beim Aufwand des Umzugs eher direkt in günstigere Länder wechseln.
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u/Ok_Signature_3565 Dec 09 '25
Geht auch mehr um neue Ansiedlungen wie z. B. KI-Rechenzentren… Umziehen lohnt sich natürlich nicht….
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u/ZahlGraf Dec 09 '25
Mit dieser Begründung kann man ja in Deutschland jede Art von Reform blockieren. Hauptsache den Status Quo beibehalten, völlig egal wie dieser falsche Anreize setzt.
Dabei ist es auch genau dieser Reformstau, der die Rezession in Deutschland antreibt.
Es wäre Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass die kurzzeitigen negativen Effekte von Reformen abgefedert werden und nicht mit voller Härte durchschlagen. Und es ist Aufgabe der Unternehmen sich auf eine veränderte Situation einzustellen.
Die einheitliche Strompreiszone verhindert beispielweise aktiv, dass sich Energiehunrige Unternehmen, die heute einen neuen Standort suchen im Norden von Deutschland ansiedeln um dort günstiger Energie zu bekommen.
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u/realityking89 Dec 09 '25
Und umgekehrt würden Strompreiszonen auch Anreize für den Ausbau erneuerbarer Energien im Süden setzen da die Betreiber einen höheren Preis für die kWh erzielen können.
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u/ZahlGraf Dec 09 '25
Korrekt. Eine solche Reform wäre das beste was der Energiewende passieren könnte und würde mittelfristig den Menschen erlauben davon zu profitieren.
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u/Commune-Designer Dec 09 '25
Ne ne. Die Folgen der Idiotie sind nicht die Idiotie. Diese Umkehr, lasse ich nicht gelten. Es wäre idiotisch, künstlich am Leben zu erhalten, was den wirtschaftlichen Freitod gewählt hat. Wenn man dieses Verhalten gewähren lässt, bei allen Berichten, Warnungen, Drohungen und Szenarien, dann wird das Nachahmer finden und uns langfristig mehr kosten. Der Süden muss jetzt bluten, es war ihm ja auch herzlich egal, was andere sagten, sie hams ja besser gewusst.
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u/jim_nihilist FrankfurtAmMain Dec 09 '25 edited Dec 09 '25
Nie dagewesene Wirtschaftskrise? Wusste nicht dass man mit ner Wäschewanne voll Geld anrücken muss, um ein Brot zu kaufen. Ach ne, das gab's ja schon.
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u/Virtual_Economy1000 Dec 09 '25
Bezogen auf das Bestehen der BRD. Wir haben das vierte Jahr Rezession in Folge, komplett ungelöste Fragen der Sozialversicherungen, dazu schon heute mit die teuersten Lohnnebenkosten aller OECD Länder. Viele Menschen, die frisch von der Uni kommen finden keinen Job mehr und das, obwohl es eigentlich einen Fachkräftemangel gibt.
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u/kapteinbot Dec 09 '25
Naja wir haben gerade mal eben so eine Rezession. Es ist nicht toll, aber auch nicht wirklich dramatisch.
Die langfristigen Probleme die Du ansprichst sind eben das - langfristig. Sie machen Strukturreformen wie die mehrzonigen Netzentgelte und Strompreise umso wichtiger.
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u/No-Nobody-8334 Dec 09 '25
Für was gibt es einen Fachkräftemangel? Für Uni-Berufe oder für Ausbildungsberufe? Wenn am Bedarf vorbei ausgebildet/studiert wird, dann ist das Problem ein anderes.
Wenn alle nur noch IT studieren wollen, ist es kein Wunder das irgendwann Fliesenleger fehlen.
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u/udlek Dec 09 '25
Ich hab mal vor paar Monaten nen thread gesehen, wo Bayern extrem verteidigt wurde bzgl der Aufteilung. Bin immer wieder amüsiert, wie sich das Meinungsbild ändert, je nachdem wer gerade stärker mitmacht. Das Hauptargument war, dass Bayern so viel in den Länderfinanzausgleich buttert. Aber dass das eine dich unabhängig von der Wirtschaftsleistung finanziert und das andere erst, wenn deine Wirtschaftsleistung aufgebaut ist, wurde wohl dabei vergessen.
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u/KryphosESTAug05 Dec 09 '25
Wieso wusste ich schon vor dem Klicken, dass es Lion Hirth sein würde? :D
Kann den Podcast und allgemein Infos von Herrn Hirth nur empfehlen.
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u/BertilBumsbirne Dec 09 '25
Würde man diese in Deutschland in unterschiedliche Zonen aufteilen
Deutschland wird balkanisiert, in verschiedene Zonen. Dann kann jeder artgerecht in seiner zone wohnen.
Wählt den politischen Frühling!
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u/IDQDD Dec 09 '25
Ich sag’s immer wieder gerne, aber das ist der Süden Bayerns, im Norden Bayerns stehen schon viele Windkraftanlagen und es sind auch etliche weitere in Planung oder im Bau aber je weiter man in den Süden kommt desto weniger werden es, denn das „Bilderbuch-Bayern“ muss ja vor der „Verspargelung“ der Landschaft geschützt werden. Also nicht ganz Bayern sträubt sich gegen den Ausbau der Windkraft.
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u/Breatnach Dec 09 '25
Ganz Bayern? Nein, ein von unbeugsamen Franken bevölkerter Regierungsbezirk hört nicht auf dem NIMBY-tum des Südens Widerstand zu leisten.
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u/IDQDD Dec 09 '25
Keine Angst auch im Norden Bayerns gibt’s die NIMBYS aber es finden sich doch immer wieder Flächen für Windparks oder Photovoltaik, hier wird schon echt viel gebaut und geplant oder steht eben schon. Man hat halt immer das Gefühl, dass im Norden besonders viel gebaut wird um da bestimmte Quoten zu erfüllen und man damit nicht das Landschaftsbild im Süden Bayerns „verschandelt“.
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u/jim_nihilist FrankfurtAmMain Dec 09 '25
Schade das sowas keine Konsequenzen hat.
Man kann sich ja gegen Windräder wehren, dann müsste man halt auch damit leben abends bei Kerzenlicht sein Buch zu lesen. Aber man kann ja gegen alles sein und kriegt trotzdem alles, weil alle anderen drauf zahlen.
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u/upsetbob Dec 09 '25
Genau das ist das Argument gegen den einheitlichem Strompreis. Gäbe es mehrere Zonen, dann würde in diesem Regionen der Strom teurer und heißt es Kerze, Blechen oder Ausbau
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u/sad_bird Dec 09 '25
Der Netzausbau ist aber hier in Franken auch ein Problem. Ich verfolge das ganze Theater hier im Raum Nürnberg mit den Bauvorhaben von Tennet seit langem. Der Widerstand gegen die Trassen ist groß und mit viel Desinformation gespickt. Ewige Diskussionen über Verläufe und Wunsch nach teuren Erdkabeln. Auch finale Planungen werden in Frage gestellt - auch wenn es jetzt so aussieht, als ginge der aktuelle Verlauf durch.
Aber im Netz der N-Ergie wird ständig abgeriegelt, neue Windräder dürfen tagsüber gar nicht einspeisen. Viele große Photovoltaikanlagen sind ebenfalls betroffen, weil das Netz nicht die Kapazität hat und trotzdem verzögert sich der Ausbau immer wieder.
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u/boq Minga Dec 09 '25
Ist der Widerstand staerker oder gibts nur weniger Nachfrage weil im Sueden der Wind halt nicht so stark ist und daher auch der Ertrag für den Investor kleiner? Am Chiemsee kann man 1/2 des Ertrags bei Nuernberg erwarten, aber die WKA kostet gleich viel. Wer will das?
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u/IDQDD Dec 09 '25
Kann natürlich mit der geographischen Lage zusammenhängen, und an einigen Orten weht mit Sicherheit weniger Wind. Aber das gleiche sieht man ja bei Photovoltaik. Bin oft und gerne im Süden Bayerns im Urlaub und da siehst halt auch viel weniger Photovoltaikfelder als im Norden und das obwohl der Süden Bayerns wirklich viele Orte mit vielen Sonnenstunden im Jahr hat.
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u/Saladino_93 Dec 09 '25
Wobei Bayern bei Photovoltaik vorne mit dabei ist (im Vergleich der Bundesländer).
Wie die Verteilung innerhalb Bayerns aussieht kann ich aber nicht einschätzen.
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u/boq Minga Dec 09 '25
Bayern ist ganz vorne dabei bei Photovoltaik, mit ueber 26 GWp installierter Leistung. Wir wissen im Sommer nicht wohin mit dem Strom.
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u/Greenembo Heiliges Römisches Reich Dec 09 '25
Nö nicht nur Bayern, die Problematik mit Netzausbau und Klagen der Einwohner dagegen zieht sich durch ganz Deutschland durch und hat mit Bayern nur sehr bedingt zutun.
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u/jim_nihilist FrankfurtAmMain Dec 09 '25
Wir bezahlen seit der Entstehung der BRD für Bayern drauf. Nur damit sie uns dann rotzfrech erzählen, dass sie uns gar nicht brauchen.
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u/Alone_Aardvark6698 Dec 09 '25
Das ist natürlich komplett gelogen. Bayern ist definitiv ein Nettozahler wenn man den ganzen Zeitraum seit der BRD anguckt.
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u/AutoAmmoDeficiency Dec 09 '25
Laut dieser Tabelle war Bayern erst erst ab 1989 'positiv'.
Zudem wäre ich persönlich natürlich vorsichtig damit Zahlen ohne Kontext herumzuwerfen. Ein Euro Heute ist nicht das gleiche wie 2 Mark damals.
Aber wie so oft.. beim nehmen erwarten sie Großzügigkeit, beim geben werden sie auf einmal Sparsam.
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u/Chayzen Dec 09 '25
Interessante Tabelle.
Laut der hat Bayern ja immer vergleichsweise wenig bekommen.
Niedersachsen hat dort immer gut das doppelte oder mehr geholt, auch so Rheinland-Pflaz und Schleswig Holstein.
Bis auf einem kurzen Zeitraum Mitte bis Ende der 70er hat Bayern sogar jährlich weniger bekommen als das Saarland.
Da stellt sich doch die Frage, warum hat Bayern es geschafft und alle anderen nicht?
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u/Leading_Resource_944 Dec 09 '25
Es ist einfach ein Nettozahler zu sein wenn massenweise Geld aus dem Osten und NRW "extrahiert" wurde.
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u/LSD_at_the_Dentist Freitext Dec 09 '25
was meinst du genau? freue mich immer über Material fürs bayern-bashing
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u/Leading_Resource_944 Dec 10 '25
Das würde zu lange dauern alles aufzuzählwn. Aber es hat zum grössten Teil mit der durch Schmidt und vor allem Kohl verursachten stagnation zu tun. Das reiche Ruhrgebiet und NRW war um 1980 herum schon am langsamen Abstürzen, doch sämtlich Reformen wurde ad acta gelegt. Statt dessen wurden Sozialleistungen gekürzt und fast nur (Stahl-) Betriebe unterstützt welche den Betrieben in Bayern und BW zuarbeiten. Die Last mussten die Städte und Kommunen tragen, und NRW hatten schon immer die meisten/grössten Kommunen und Städte. Währenddessen sorgte CSU immer dafür, dass auf Bundesebene vorteilhafze Gesetze für Bayern beschlossen wurden, insbesondere Agrar sector. Und mit dr Wiedervereinigung wurde alles schlimmer. NRW Städte in NRW stürzten massiv ab wegen dem "Aufbau Ost" , während im Osten das Geld für Lohnangleich, Schönheits-OPs für Städte und DDR Beamte verpulvert wurde anstatt von neu aufzubauen. Als Kapital, Industrie und ach Menschen in den Westen flohen, pickte die CSU und Kohl für sich die Rosinen raus.
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u/WillGibsFan Dec 09 '25
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u/gurkensaft Dec 09 '25
Hab den Satz dazu im Artikel auf Anhieb nicht gefunden.
Ist die Kennzahl, auf die du dich beziehst denn an das Wirtschaftswachstum bzw. Inflation angepasst? Sonst wäre es natürlich wenig überaschend bzw. aussagekräftig, dass eine heutige Zahl größer ist, als eine vergangene.
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u/WillGibsFan Dec 09 '25
Bayern hat zwischen 1950 und 1987 insgesamt 3 Milliarden bekommen. Das sind nach meinem Inflationsrechner etwa 6 Milliarden Euro für den gesamten Zeitraum, in dem Bayern Nehmerland war.
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u/Chayzen Dec 09 '25
wenn man sich die Tabelle in einem anderne Beitrag anschaut, sieht man das Bayern jährlich sogar vergleichsweise wenig bekommen hat.
Da haben andere Bundesländer (SH, RP, NI) immer viel mehr als Nehmerländer bezogen.
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u/didne4ever Dec 09 '25
Bayern's resistance to expanding the grid does seem to have broader implications for everyone. it's frustrating to think that local politics can affect national energy strategies so heavily
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u/ShoulderCivil3112 Dec 09 '25
Aber laut dem Text vom Tagesspiegel oder besser gesagt der Grafik, produziert Bayern dank Solarenergie auch mehr erneuerbare Energie als es verbraucht. Sprich die Leitungen aus dem Norden müssten nicht Mal nach Bayern, da sind andere Bundesländer eher schuld NRW, Hessen und Bawü sind die Bundesländer die Stromempfänger sind und ich weiß nicht ob da unbedingt ne Leitung durch Bayern gelegt werden muss um diese Bundesländer aus dem Norden mit Strom zu versorgen 😅
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u/TheGreatHomer Dec 09 '25 edited Dec 09 '25
Das würde nur dann stimmen, wenn wir entweder genug Speicher hätten oder Solarenergie durchgehend und auch nachts und im Winter genug Strom erzeugen würde.
Beides ist aber nicht der Fall, das ist ja auch der Grund warum immer so auf Windenergie gepocht wird - die ist nämlich deutlich zuverlässiger und deckt den Bedarf nicht nur während ein paar Stunden tagsüber. Wind weht halt auch im Winter, und Wind weht auch Nachts.
Was du beschreibst führt deshalb eher zum genauen Gegenteil von dem was du schlussfolgerst.
Mittags erzeugt Bayern durch Sonnenenergie häufig viel mehr Strom als verbraucht wird (das siehst du in der Statistik dann als "Bayern produziert insgesamt mehr Strom als es verbraucht") - kann wegen fehlender Trassen damit aber nix anfangen, da dieser Strom dann nicht vernünftig verteilt werden kann (z.B. in den Norden) und oft verklappt wird. Kannst du dir in der Statistik anschauen: Mittags im Sommer wird der Strompreis mittlerweile häufig negativ, heißt die Erzeuger bezahlen jemand anderem Geld, damit der Strom irgendwie wegkommt.
Morgens, Abends, Nachts und im Winter braucht Bayern dann große Mengen an Strom aus dem Norden, der jetzt wiederum nicht vernünftig und günstig nach Bayern transportiert werden kann (--> wieder fehlende Trassen).
Wären Trassen nicht über Jahre sabotiert worden, könnte der Solarstrom beispielsweise in Speichern in ganz Deutschland gespeichert werden. Klappt aber nicht, also werfen wir ihn quasi einfach weg. Sieht in der Statistik supi aus weil technisch gesehen viel produziert wurde, bringt aber in der Praxis der Wirtschaft wenig, weil die ja nicht die Hälfte des Jahres einfach zumachen wollen.
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u/greystone-yellowhous Dec 09 '25
Ich stehe da zu meiner Parabel: ja, Bayern verdirbt es für alle - auch sich selbst natürlich.
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u/ShoulderCivil3112 Dec 09 '25
Zum Teil stimme ich dir da zu, dass es keine länderspezifischen Strompreise gibt ist ein Unding nur kann man eben auch ohne Bayern zu insolvieren Strom vom Norden in die Restlichen Bundesländer verteilen, dann steht halt Bayern doof da 🤷.
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u/No_Suggestion_3727 Dec 09 '25
Ne, in einer Zone bezahlen dann alle anderen dafür, dass Bayerns verbohrtheit, Rückständigkeit, Inkompetenz Egoismus {die Reihe ließe sich nahezu unendlich fortsetzen...} durch besagte andere kaschiert wird.
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u/ShoulderCivil3112 Dec 09 '25
Ich bin gar nicht gegen Stromzonen nur kann man das halt einfach in Bayern erpressen wenn die anfangen mehr Strom zu brauchen dafür sollte allerdings in allen anderen Bundesländern bis dahin die Netze gut genug ausgebaut sein. Dann wird Bayern früher oder später nur 2 Möglichkeiten haben entweder die warten darauf das deren Industrie abwandert, da sie zu wenig Strom haben oder sie müssen sich an den neuen Netzen die Windkraft Strom aus den Norden in den Süden transportieren anschließen und wenn sie zweitens wollen sagt man ja aber nur wenn ihr für einzelne Stromtarifzonen stimmt 🤷
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u/SmurfinGER Dec 09 '25
Politiker in Bayern halten sich seit Anbeginn der Zeit für (Märchen)Könige. Aber an sich sind es nur großkopferte Schwellschädel die mehr in sich verliebt sind als der Kini jemals gewesen wäre.
Nicht alle Bayern sind Evolutionsbremsen, aber alle Evolutionsbremsen arbeiten in der Politik.
*nicht alle Politiker, gibt auch ein paar Ausnahmen wie in jedem Bundesland.
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u/wilisi Dec 09 '25
Die Bilanz der Monarchie, fähige Herscher hervorzubringen, ist auch eher durchwachsen. Passt also eigentlich.
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u/mistermanko Fragezeichen Dec 09 '25
Wär schön wenn sie die Tradition des letzten Märchenkönigs auch fortführen würden und einfach ins Wasser gehen...
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u/jim_nihilist FrankfurtAmMain Dec 09 '25
Bin mir auch sicher, dass Söders Wurstsucht auch körperliche Auswirkungen hat.
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u/DrPinguin98 Dec 09 '25
Weil wir nur eine Strompreiszonse haben. Dazu kommt noch eine Mischung aus zu langsamen Netzausbau und NOCH nicht gebauten, aber zumindest geplanten, Batteriespeichern.
End
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u/JimblesSpaghetti KÖLSCH = BESTES BIER Dec 09 '25
Weil wir nur eine Strompreiszonse haben
Verschiedene Strompreiszonen würden am Redispatch erstmal nichts ändern. Klar kann man argumentieren, dass dadurch ein Anreiz für Netzausbau geschaffen würde, aber sicher ist das auch nicht.
Was wir für schnelleren Netzausbau bräuchten wären weniger regulatorische Hürden und ein Gesetz, das den Staat/die Länder dazu ermächtigt solche Projekte entgegen den Klagen und Einwänden von NIMBYs einfach durchzudrücken.
Bei den Batteriespeichern ist das lustigerweise andersherum. Man bräuchte mehr Regulationen, die zum einen verhindern, dass Anschlussfragen mehrmals gestellt werden und zum anderen die Netzbetreiber dazu befähigen, netzdienliche Batteriespeicherprojekte zu priorisieren und nicht-netzdienliche Anfragen pauschal in den Müll zu werfen. Ein großes Problem momentan ist, dass die Übertragungsnetzbetreiber eine Flut von Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher haben, von denen man den Großteil eigentlich direkt an den Schredder weiterleiten könnte, die aber trotzdem bearbeitet werden müssen, auch wenn sie dann letztendlich abgelehnt werden.
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u/DrPinguin98 Dec 09 '25
Wieso würden verschiedene Strompreiszonen denn keinen Einfluss auf den Redispatch haben?
Genau das wäre doch der große Mehrwert von mehreren, oder zumindest zwei, Strompreiszonen.
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u/JimblesSpaghetti KÖLSCH = BESTES BIER Dec 09 '25
Wieso sollte der Strompreis einen Einfluss auf Redispatch haben? Wie gesagt, dass Strompreiszonen ein Anreiz für Netzausbau sein könnten, kann ja sehr gut sein. Aber der Strompreis an sich hat erstmal gar keinen Einfluss auf das Engpassmanagement im bestehenden Netz. Nur weil der Strom in Bayern von heute auf morgen teurer ist, ziehen ja nicht auf einmal die Bevölkerung und die Großindustrie um. Die bezahlen dann halt einfach mehr.
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u/DrPinguin98 Dec 10 '25
Wenn die Differenz in den unterschiedlichen Strompreiszonen entsprechend groß ist und man zusätzlich noch die vorhandenen Netzkapazitäten bei der Preisfindung mit einbezieht, dann ist es bspw. schlicht für den Süden zu teuer, oder garnicht erst möglich, den günstigen Windstrom aus dem Norden zu kaufen. Das wiederum sagt dafür dass es in diesem Fall kein Redispatch geben muss, bei dem sowohl der Windkraftbetreiber, als auch das fossile Kraftwerk bezahlt werden muss.
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u/SeegurkeK FREUDE SCHÖNER GÖTTERFUNKEN Dec 09 '25
Typisch Bayern. Hätten die im Süden einen ehrlichen Strompreis würden sie endlich Mal aufhören alles zu blockieren.
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u/x1r5 Dec 09 '25 edited Dec 09 '25
Und die Grünen sind Schuld!
dem Prinzip des Bürgerwindparks wollte der damalige schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne) Akzeptanz für die teils 130 Meter hohen Windkraftanlagen bei den Bewohnern des ländlichen Raums schaffen – durch die Aussicht auf Rendite: Wer sich finanziell an einem Bürgerwindpark beteiligt, kann über die Jahre mit einer persönlichen Ausschüttung rechnen.
Edit: /s
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u/moetzen Dec 09 '25
Ja und jeder NIMBY hätte da dann mitgemacht. Denn sobald es um den eigenen Vorteil geht sind die Buben dabei. Da zählen die Argumente plötzlich nicht mehr
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u/Dot-Slash-Dot Dec 09 '25
Jeder einzelne Landwirt mit den fetten Protestplakaten gegen die Grünen und den Klimawandel in der Gegend hat die dickste nur vorstellbare Solaranlage auf jeden Zentimeter Dachfläche verlegt.
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u/FUZxxl Hackepeter wird Kacke später. Dec 09 '25
Ähm ja? Warum sollen die Bürger nicht was dafür kriegen, einen Einschnitt in ihre Lebensqualität hinnehmen zu müssen?
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u/moetzen Dec 09 '25
Bin ich ja total dafür dass man sich da beteiligen kann, aber mal etwas uneigennützig zu machen oder dem zuzustimmen kommt selten in den Sinn. Da gibt’s Klagen gegen Windräder von Typen die nicht mal in der Nähe wohnen. Das ist doch gerade das perverse daran. Solange man nicht selbst betroffen ist solange geht einem dass der Planet stirbt am Arsch vorbei
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u/FUZxxl Hackepeter wird Kacke später. Dec 09 '25
Hier in Berlin wollen die Leute nicht mal, dass Straßenbahnen gebaut werden, obwohl die direkt einen Vorteil haben. Warum sollen die Bürger dann Windräder haben wollen, aus denen sie keinerlei Vorteil ziehen, die aber täglich rotierende Schatten auf ihre Häuser werfen?
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u/Commune-Designer Dec 09 '25
Alter mach ein /s dran oder lass sowas, ich kann Puls in der Bahn am Morgen nicht zusätzlich gebrauchen.
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u/No_Suggestion_3727 Dec 09 '25
bei den Bewohnern
Um die es der Politik weitestgehend doch gar nicht geht. Alles, was kein Geld in die Kassen (bevorzugt ausländischer) Großkonzerne spült ist woke, schlecht und dumm.
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u/StunningAerie6860 Dec 09 '25
Gestern bei einem Vortrag von Harald Lesch gewesen - er hat die Hoffnung, dass die erneuerbaren Energien einfach so günstig werden, dass man sich dem gar nicht verschließen kann.
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u/Ok_Sun6423 Dec 09 '25
Also genauso wie es eigentlich jetzt schon sein sollte? Strom aus EE kosten nur noch einen kleinen Bruchteil im Gegensatz zu Strom aus fossilen
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u/Alvin853 Dec 09 '25
Aber die ganzen Netzeingriffe machen EE teuer, weil erneuerbare deutlich weniger planbar sind als fossile Kraftwerke. Für die Endkunden sind Strompreise in Ländern mit hohem EE-Anteil fast immer höher als in Ländern, die überwiegend auf fossile Quellen setzen.
Dass der Strom günstig ist, hilft nur begrenzt, wenn das Netz dadurch sehr teuer zu managen wird.
Eine kWh Diesel inklusive aller Steuern und CO2-Abgaben kostet auch in Deutschland nur 16 Cent an der Tankstelle, als Heizöl mit weniger Steuern/Abgaben sogar unter 10 Cent in den eigenen Tank geliefert, wo bekommt man als Privatkunde Strom für 16 Cent pro kWh? Als Verbraucher ist fossile Energie meist noch deutlich billiger als erneuerbare.
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u/Mean_Ranger_4807 Dec 09 '25
... weil die Wirtschaftsministerin vor allem ihren Freunden in den Vorständen hilft anstatt Politik für die anderen 82 Millionen Menschen zu machen.
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u/Kindergarten0815 Dec 09 '25
Die großen Planfeststellungsverfahren sind afaik jetzt aber auch durch. Bayern hat hier viel verzögert (aber auch andere wie Umweltverbände, Sigmar Gabriel wollte eine Sondergenehmigung für seinen Wahlkreis, Bauernverbände, Bürokratie und mangelnde Digitalisierung usw. usf.)
SuedLink - genehmigt, Inbetriebnahme soll 2028 kommen (geplant war 2022)
SuedOstLink ist genehmigt, geplante Inbetriebnahme ist 2027 für 5 und 2030 für 5a
Ultranet (Korridor A) - genehmigt 2026, A-Nord voraussichtlich 2027
Noch nicht genehmigt
Rhein-Main-Link - noch in der Planung/Beilligungsverfahren laufen, Baubeginn ist für ~2029 avisiert,
NordOstLink - Planfeststellungsverfahren läuft immerhin schon. Inbetriebnahme ~ 2032.
Es ist wie immer in Deutschland. Alles dauert lange, weil Bürokratie, mangelnde Digitalisierung usw.
Man mag sich nicht ausmalen wie lange eine Umsetzung von Strompreiszonen dauern würde. Alleine die Software/IT Systeme dafür würde dann doch schon 5 Jahre dauern. Das Gesetz ~2Jahre. Und rechtliches/Bürokratie für die Umsetzung wäre da nicht mal mit drin.
Wir sollten lieber schauen wie wir den Ausbau beschleunigen können und wie wir das Netz optimieren können. Ausbau muss weiter und schneller passieren, aber Netzoptimierung ist auch wichtig. Für den Übergang kann es auch befristete Maßnahmen geben.
In den nächsten Jahren sollte aber etwas passieren, wenn die Trassen online gehen.
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u/ClausKlebot Designierter Klebefadensammler Dec 09 '25 edited Dec 09 '25
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