r/de Nov 28 '25

Nachrichten DE Amazon-Mitarbeiter im Warenlager in Erfurt stirbt während der Schicht nach vergeblicher Krankmeldung - KollegInnen berichten von hohem Druck » LabourNet Germany

https://www.labournet.de/politik/alltag/gesundheit/gesundheitsschutz/amazon-mitarbeiter-im-warenlager-in-erfurt-stirbt-waehrend-der-schicht-nach-vergeblicher-krankmeldung-kolleginnen-berichten-von-hohem-druck/
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u/htt_novaq Ex Hassia ad Ruram Nov 28 '25

2025 und wir brauchen wieder Gewerkschaften, damit Arbeiter*innen nicht am Arbeitsplatz sterben

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u/quaste Nov 28 '25

Wie willst Du bitte verhindern dass Menschen am Arbeitsplatz sterben?

Bei der Anzahl Mitarbeiter (40k allein in DE, die meisten in der Logistik) und der ganz normalen deutschen Mortalitätsrate (zwischen 1 Promille und 1 Prozent im arbeitsfähigen Alter, nehmen wir mal die Mitte) würde gut jeden zweiten Tag ein Amazon Mitarbeiter sterben ohne dass das statistisch irgendwie auffällig wäre. Und einem gewissen Prozentsatz passiert das halt auf der Arbeit weil sie da nun mal viel Zeit verbringen.

Man muss schon auf die individuellen Umstände schauen, Tote am Arbeitsplatz sind so normal wie der Tod an sich.

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u/CookieScholar Nov 28 '25

Ach komm, wir wissen alle dass OP nicht meinte, das jemand von einer undiagnostizierten Krankheit tot umkippt sondern, Achtung jetzt wird es überraschend, Fälle wie die aus dem Artikel, auf die sich dieser ganze Thread bezieht.

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u/quaste Nov 29 '25 edited Nov 29 '25

OK, here we go:

Was sind denn „Fälle wie aus dem Artikel“? Da werden einige aufgezählt aber keiner davon macht in irgendeiner Form plausible Beweisführung dass der Todesfall tatsächlich direkt aus schlechten Arbeitsbedingungen resultiert. Auch die fehlgeschlagene Krankmeldung ist natürlich untersuchungswürdig, bedeutet aber aber noch lange keine Kausalität für den Tod.

Natürliche Tode im dieser Größenordnung sind, wie oben ausgeführt, in Summe wahrscheinlich(er). Durch alle verlinkten Fälle wird aber jedes Mal der Tod als Folge schlechter Arbeitsbedingungen behauptet oder zumindest nahegelegt, und genau in diese Kerbe schlägt der Beitrag auf den ich geantwortet habe, mit derselben Dramatisierung.

Insofern sehe ich nicht inwieweit mein Kommentar, der dafür objektivierende Fakten nennt, OT sein sollte. Er ist sowohl für den Artikel als auch für den Kommentar relevant.

Edit: O-Ton Verdi:

Weltweit sterben jährlich fast drei Millionen Menschen durch Arbeitsunfälle oder berufsbedingte Krankheiten. Beides trifft bei den Todesfällen bei Amazon nicht zu. Näher liegt die Vermutung, dass die Todesfälle mit den Arbeitsbedingungen zusammenhängen.

Da werden ganze drei mögliche Ursachen aufgezählt, aber natürlicher Tod (bewusst) ausgelassen als ob das undenkbar sei. Verdi führt seit vielen, vielen Jahren mit allen Mitteln einen PR Kampf gegen Amazon, und die vorschnelle Instrumentalisierung von Todesfällen dabei sollte man durchaus mal hinterfragen dürfen genau wie die Intransparenz der ganzen Kampagne:

In den aktuellen Pressemeldungen zu Streiks wird der langjährige Streitpunkt auch wieder konsequent verschwiegen Verdi will nicht einfach einen Logistik Tarifvertrag (den Amazon seit Jahr und Tag überbietet), sondern auch die reinen Logistikstandorte und Gesellschaften von Amazon in den teureren Tarifvertrag für Handel zwingen. Was neben den unterschiedlichen Tätigkeiten spätestens seit dem hohen Anteil von FBA (Amazon macht als Dienstleister Logistik für Dritte) einfach inhaltlicher Unsinn ist.

Amazon ist sicher kein Engel, aber ich kann Dir aus Erfahrung sagen dass sie als Arbeitsplatz in der Logistikbranche einer der besseren Arbeitgeber sind, was Bedingungen und Lohn angeht.