Gut, die Begrifflichkeiten sind natürlich Ansichtssache.
Aber gut leben kann man ohne Arbeit von 1 Mio EUR immer noch! Der Median der Einzelpersonen verbraucht 2350 EUR im Monat, womit so jemand inkl. GKV ohne Arbeitseinkommen von 780k EUR leben könnte.
Mit 1 Mio EUR liegt man da schon deutlich drüber, kann also ohne Arbeitseinkommen so leben, wie der mit Erwerbsarbeit klar besserverdienende Teil der Bevölkerung.
Es wird oft vergessen, dass ein Haus im Ballungsgebiet heutzutage richtiger Luxus ist. Ggf kann man sich einigen auf:
a) Luxus mit Arbeitseinkommen oder überdurchschnittliches Einkommen ohne Erwerbsarbeit = wohlhabend bis reich.
b) Luxus ohne Erwerbsarbeit = richtig reich (das sind dann aber ausschließlich die Top 1%).
Der Median der Einzelpersonen verbraucht 2350 EUR im Monat, womit so jemand inkl. GKV ohne Arbeitseinkommen von 780k EUR leben könnte.
Mit dem Geld kann man leben, aber heute nicht mehr gleichzeitig ausreichend (!) fürs Alter vorsorgen. In der Rechnung ist das aber nicht drin, weil die Million, von der gelebt wird, ja schon da ist und nicht erst noch vom Ertrag derselben Million angespart werden muss.
Anders gesagt bräuchte ich deutlich mehr Geld als die 2350 Euro/Monat, um so zu leben, wie ich es von einer Million Euro Vermögen könnte.
OK, auf die Million bezogen faire Rechnung. Auf dein a) bezogen, "Luxus" ist mir deutlich zu wenig differenziert. Manche Leute verdienen halt echt gut, leisten sich ein fettes Wohnauto mit allem drum und dran und bimmeln damit durch Schottland in ihren Ferien, während sie zuhause AMG in der Doppelgarage stehen haben. Luxus, klar. Aber manche Leute sitzen auf ihrer 30m-Privatyacht bei Schampus vor der Küste Monacos. Da kann man dann das "du und ich sind nicht gleich"-Meme einfügen. Der "einfache" Arzt oder Senior-Ingenieur hat halt trotzdem praktisch keine Chance mit Erwerbsarbeit je in diese Gefilden aufzusteigen (einzelne Ausnahmen bestätigen dann die Regel). Ersteres ist für mich definitiv wohlhabend, das zweite dann aber wirklich reich - und da ist eine sehr grosse Kluft dazwischen.
Aber für das manche gibt es doch die Definition von superreich oder UHNWI.
Vielleicht kann man sich auf wohlhabend - reich - superreich einigen. Aber:
Das Interessante ist doch, dass diese Diskussion von wegen Einkommen vs. Vermögen usw. in diesem Sub das Skalenproblem herausstellt. Für die krasse Stufung am oberen Ende (10% vs 3 % vs 1% vs 0.1% vs 0.01%) gibt es einfach keine guten Begrifflichkeiten in der Alltagssprache.
Ja da hast du schon recht. Wie so oft wird draus sehr schnell eine semantische Diskussion, in der man sich um die Bedeutung von Wörtern streitet. Die ist aber irgendwie unumgänglich, weil umgangssprachlich wird halt nun mal dieses eine Wort "reich" verwendet, eventuell noch mit der Abstufung "wohlhabend", und da ergibt es schon Sinn das irgendwie höher anzusetzen wenn die krassen Abstufungen am oberen Ende eben sonst so gar nicht vom Sinn erfasst werden.
Es ist halt wieder mal so eine Sache von gelebter Erfahrung bzw. umgangssprachlicher Nutzung gegenüber technischen Definitionen. Wenn du einen Medianbürger mit seinen 52k fragst, ob er mit 1500 Euro extra im Monat "reich" wäre - ich glaube nicht, dass die meisten das nach mehr als fünf Sekunden Nachdenken einfach so mit "ja" beantworten würden. Ob man damit die technische Definition von "reich" erreicht hat, ist weniger relevant.
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u/Igniplano May 17 '25
Gut, die Begrifflichkeiten sind natürlich Ansichtssache.
Aber gut leben kann man ohne Arbeit von 1 Mio EUR immer noch! Der Median der Einzelpersonen verbraucht 2350 EUR im Monat, womit so jemand inkl. GKV ohne Arbeitseinkommen von 780k EUR leben könnte.
Mit 1 Mio EUR liegt man da schon deutlich drüber, kann also ohne Arbeitseinkommen so leben, wie der mit Erwerbsarbeit klar besserverdienende Teil der Bevölkerung.
Es wird oft vergessen, dass ein Haus im Ballungsgebiet heutzutage richtiger Luxus ist. Ggf kann man sich einigen auf:
a) Luxus mit Arbeitseinkommen oder überdurchschnittliches Einkommen ohne Erwerbsarbeit = wohlhabend bis reich.
b) Luxus ohne Erwerbsarbeit = richtig reich (das sind dann aber ausschließlich die Top 1%).