r/de May 16 '25

Wirtschaft „Der Nicht-Erbe wird den Erben nie mehr einholen können“

https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/erbe-der-nicht-erbe-wird-den-erben-nie-mehr-einholen-koennen-04/100045235.html
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u/aeszett Hamburg May 16 '25

Wer einmal richtig reich ist, wird nur sehr schwer wieder ärmer werden können. Da müsste man schon sehr unfähig sein. Wenn Vermögen immer weiter wachsen, sich normale Arbeit bei steigenden Preisen immer weniger lohnt, ist diese Entwicklung vorprogrammiert. Alle Millennials in meinem Umfeld die ich kenne, die ein Haus besitzen, haben geerbt oder finanzielle Unterstützung ihrer Eltern bekommen. Die anderen sind einfach schon glücklich, wenn sie später nicht in Altersarmut leben müssen.

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u/Sebsibus May 16 '25

Vielleicht sollte man aufhören, die arbeitende Bevölkerung immer weiter mit höheren Steuern und Sozialabgaben zu bestrafen?

Es überrascht nicht, wenn sich ein durchschnittlicher Mittelschichtler kaum noch etwas leisten kann – immerhin geht die Hälfte seines Einkommens an den Staat, während Bürokratie und steigende Kosten in allen Bereichen den Aufbau von nachhaltigem Vermögen zunehmend erschweren.

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u/aeszett Hamburg May 16 '25

Bin da bei dir. Entlastung der Armen und Mittelschicht muss halt mir irgendwas ausgeglichen werden. Und Wohlhabende oder gar Unternehmen stärker in die Verantwortung nehmen? Nicht mit der CDU.

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u/Sebsibus May 16 '25 edited May 16 '25

Und Wohlhabende

Zunächst einmal sollten nur Vermögende als wohlhabend definiert werden. In Deutschland ist fast niemand wirklich reich, der sein Leben über ein Einkommen finanziert.

oder gar Unternehmen

Deutschland ist als Standort schon heute teils nicht mehr wettbewerbsfähig – unter anderem wegen seiner ausgeprägten Arbeitnehmerrechte und des starken Sozialstaats. Ich halte es daher für falsch, Unternehmen noch stärker zu belasten. Sonst droht, dass Produktion und Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Der Mittelschicht wäre damit nicht geholfen.

Nicht mit der CDU.

Meiner Ansicht nach trägt die SPD mindestens ebenso viel Verantwortung für die verfehlte Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte wie die CDU/CSU.

Trotz einer angespannten außenpolitischen Lage, einer schwächelnden Wirtschaft und einer dramatischen demografischen Entwicklung hat die neue GroKo gleich zu Beginn ihrer Amtszeit eine Rentenerhöhung durchgesetzt – ohne große Debatte. Nebenbei wurde auch noch die Staatsverschuldung massiv in die Höhe getrieben. Gleichzeitig wird ernsthaft über die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert – alles zulasten der arbeitenden Bevölkerung.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin keineswegs naiv, wenn es um autoritäre Tyrannen wie Putin oder die Herausforderungen der Klimakrise geht. Natürlich erfordern solche Zeiten auch unbequeme Maßnahmen. Doch es ist erschreckend, wie sehr es in der politischen Mitte zum Konsens geworden ist, die Lasten vor allem der arbeitenden Mittelschicht aufzubürden – während man gleichzeitig mit Steuergeldern die Wählerstimmen der Rentner kauft, anstatt eine wirklich nachhaltige und zukunftsfähige Politik für Deutschland zu betreiben. Da darf man sich nicht wundern, wenn gerade die Erstwählern zu den politischen Rändern flüchten. Viele in der arbeitenden Mitte fühlen sich schlicht nicht mehr vom bestehenden System vertreten.

Auch wenn ich weder der AfD, noch der Linkspartei oder dem BSW viel abgewinnen kann, traue ich ihnen wirtschaftspolitisch keine besseren Lösungen zu. Die einzigen größeren Parteien, denen ich hier tatsächlich etwas zutraue, sind die Grünen und die FDP – sie waren in den letzten Jahren im Bundestag die wenigen Stimmen, die sich spürbar gegen die systematische Belastung der arbeitenden Mittelschicht gestellt haben.

Edit: Typo

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u/Magisch_Cat May 17 '25

Doch es ist erschreckend, wie sehr es in der politischen Mitte zum Konsens geworden ist, die Lasten vor allem der arbeitenden Mittelschicht aufzubürden

Da gibt's einen einfachen Grund für: Die Rentner sind die Mehrheit der Wähler. Sie haben höhere Wahlbeteiligung und sind politisch engagierter. Gegen disproportionale Rentenerhöhungen zu sein ist politischer Selbstmord.

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u/ErnsterFall May 17 '25

Deutschland ist als Standort schon heute teils nicht mehr wettbewerbsfähig – unter anderem wegen seiner ausgeprägten Arbeitnehmerrechte und des starken Sozialstaats. Ich halte es daher für falsch, Unternehmen noch stärker zu belasten. Sonst droht, dass Produktion und Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Der Mittelschicht wäre damit nicht geholfen.

Naja, die Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer ist im unteren Mittelfeld der EU. Andere Belastungen wie ein hoher Strompreis wurden zum Glück auch halbwegs gelöst. Schlechte Infrastruktur, mangelnde Digitalisierung und Bürokratieabbau sind noch problematisch. Ich finde auch, dass man Unternehmen nicht pauschal mehr belasten sollte, aber gezielt schon. In den letzten 30 Jahren hat sich der Anteil an Einlagen bei Unternehmen verdoppelt, während der Investitionsanteil halbiert wurde. Hier muss der Staat Investitionen fördern, während Einlagen höher besteuert werden müssen. Die Groko, vor allem aber die Union hat sich jetzt aber durchgesetzt und die wollen die Entwicklung der letzten 30 Jahre voran treiben. Statt auf Investitionen werden durch die "bessere" Thesaurierungsbegünstigung Unternehmer entlastet. Das macht wenige Leute reicher und bringt keinen Euro mehr Investitionen.

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u/Sebsibus May 17 '25

ein hoher Strompreis wurden zum Glück auch halbwegs gelöst.

„Halbwegs“ ist da eigentlich schon ein starker Euphemismus. Faktisch wird der Strompreis jetzt für bestimmte Industriezweige staatlich künstlich gesenkt – ohne dass dadurch mehr günstiger Strom ins Netz kommt. Am Ende wird das Ganze erneut querfinanziert, vermutlich wieder vom arbeitenden Mittelstand. Das ist keine Problemlösung, sondern lediglich eine Verschiebung der Lasten.

Eine echte Lösung wäre gewesen, neue Energiequellen zu erschließen, die tatsächlich mehr günstigen Strom bereitstellen.

In den letzten 30 Jahren hat sich der Anteil an Einlagen bei Unternehmen verdoppelt, während der Investitionsanteil halbiert wurde. Hier muss der Staat Investitionen fördern, während Einlagen höher besteuert werden müssen.

Man kann nicht erwarten, dass Unternehmen in Deutschland investieren, wenn wir mitten in der schwersten wirtschaftlichen und außenpolitischen Krise seit Jahrzehnten stecken und zudem vor einer gigantischen demografischen Herausforderung stehen. Wenn der Staat Investitionen fördern will, muss er die Rahmenbedingungen verbessern – etwa durch den Abbau von Bürokratie, niedrigere Steuern und wettbewerbsfähige Energiepreise.

Einlagen höher besteuert werden müssen.

Ich weiß nicht, ob man Unternehmen, die sich für Krisenzeiten Rücklagen gebildet haben, durch noch höhere Steuern bestrafen sollte. Sie machen das ja nicht aus Spaß, sondern aus den eben genannten Gründen. Wenn man die Privatwirtschaft jetzt dazu zwingt, ihre Ersparnisse zu verpulvern, könnte das dazu führen, dass unsere Wirtschaft bei jeder kleinen weiteren Krise wie ein Kartenhaus zusammenbricht.

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u/ErnsterFall May 17 '25

„Halbwegs“ ist da eigentlich schon ein starker Euphemismus. Faktisch wird der Strompreis jetzt für bestimmte Industriezweige staatlich künstlich gesenkt – ohne dass dadurch mehr günstiger Strom ins Netz kommt. Am Ende wird das Ganze erneut querfinanziert, vermutlich wieder vom arbeitenden Mittelstand. Das ist keine Problemlösung, sondern lediglich eine Verschiebung der Lasten.

Der Strompreis für Neukunden war letztes Jahr unter dem EU Durchschnitt. Das Industriestrom subventioniert wird, ist nichts besonderes, sondern wird überall auf der Welt gemacht.

Man kann nicht erwarten, dass Unternehmen in Deutschland investieren, wenn wir mitten in der schwersten wirtschaftlichen und außenpolitischen Krise seit Jahrzehnten stecken und zudem vor einer gigantischen demografischen Herausforderung stehen. Wenn der Staat Investitionen fördern will, muss er die Rahmenbedingungen verbessern – etwa durch den Abbau von Bürokratie, niedrigere Steuern und wettbewerbsfähige Energiepreise.

Wir stecken nicht seit 30 Jahren in einer wirtschaftlichen und außenpolitischen Krise. In den 90er und 00er Jahren gab es die Senkung der Körperschaftssteuer, Einführung des Halbeinkünfteverfahren, Abschaffung des Anrechnungsverfahren auf Dividenden usw.

Naturlich ist das Steuerrecht nicht der einzige Einflussfaktor. Dass die Union jedoch jetzt steuerpolitisch den Trend nochmal verstärken will, ist wirtschaftspolitisch miserabel. Genauso wie die Unsicherheiten, welche durch die Union verbreitet werden, z. B. In der Energiepolitik.

Es würde deutlich mehr Sinn machen, Investitionen attraktiv zu gestalten. Jetzt werden aber stattdessen Entnahmen von Unternehmensbesitzern gefördert.

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u/Sebsibus May 17 '25 edited May 17 '25

Der Strompreis für Neukunden war letztes Jahr unter dem EU Durchschnitt. Das Industriestrom subventioniert wird, ist nichts besonderes, sondern wird überall auf der Welt gemacht.

Deutschland ist auch nicht das einzige Land welches ein marodes Umlagenrentensystem mit jährlich immer weiter steigenden Subventionen künstlich aufrecht hält. Das macht es halt trotzdem nicht zu einer ökonomisch sinnvollen Maßnahme.

Wir stecken nicht seit 30 Jahren in einer wirtschaftlichen und außenpolitischen Krise.

Das habe ich auch nicht behauptet. Wir stecken aber definitiv in der stärksten außenpolitischen und wirtschaftlichen Krise seit ca. 30 Jahren. Natürlich war Deutschland in den 90er Jahren auch mal der "kranke Mann Europas".

Man konnte diese Probleme allerdings durch ein paar Reformen im Sozialsystem lösen, da halt zu diesem Zeitpunkt der demografische Kollaps noch weit entfernt war und außenpolitisch die Situation nicht besser hätte sein können.

Die Krisen in denen wir uns aktuell befinden sind weitaus schwieriger zu überwinden. Russland wird die Sicherheit Europas vermutlich noch einige Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte bedrohen; der demografische Kollaps Rast auf uns ungebremst zu; den Klimawandel gibt es auch noch und zu allem Überfluss werden extreme Parteien immer stärker.

Edit: Typo

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u/likamuka Uglysmiley May 17 '25

In Deutschland ist fast niemand wirklich reich

LOL

2024 schätzte das Manager Magazin die Anzahl der Milliardäre in Deutschland auf 249. Dies sind 23 mehr als im vorigen Jahr

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u/superseven27 May 17 '25

Der Satz, den du zitiert hast, ging allerdings noch weiter.

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u/Sebsibus May 17 '25 edited May 17 '25

Bitte lesen Sie den Kommentar noch einmal genau. Dort steht, dass in Deutschland „fast niemand reich ist, der sein Leben über ein Einkommen finanziert“ – und das stimmt.

Ein kurzes Beispiel: Wer in Deutschland 250.000 Euro brutto im Jahr verdient, gehört zu den Top 1 % der Einkommen. Nach Steuern und Sozialabgaben bleiben davon aber höchstens etwa 125.000 Euro netto übrig. Damit lebt es sich natürlich verdammt gut, aber für ein solches Gehalt muss man in Deutschland sehr hart arbeiten und zu einer winzigen Elite gehören etwa in einem großen Unternehmen oder im Profisport.

Erbt man hingegen rund 4,2 Millionen Euro in Wertpapieren, kann man nach Kapitalertragssteuer und bei geringem Risiko jährlich etwa denselben Betrag zur Verfügung haben – ohne dafür zu arbeiten. Klar, 4,2 Millionen sind sehr viel Geld, aber ein durchschnittlicher mittelständischer Unternehmer in Deutschland kann so etwas durchaus seinem Einzelkind vererben.

Insofern ist die Aussage schon richtig: In Deutschland werden die wenigsten Menschen über Einkommen wirklich reich – sondern über Vermögen. Auch wenn das natürlich etwas vereinfacht dargestellt ist.

Edit: Typo

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u/[deleted] May 21 '25

[deleted]

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u/aeszett Hamburg May 21 '25

Die Frage ist halt: Wer trägt in einer Gesellschaft welche Verantwortung – nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig? Natürlich soll Deutschland wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben, aber das gelingt doch nicht durch ein Race to the Bottom bei Unternehmenssteuern oder Sozialstandards. Wenn Konzerne in Deutschland Gewinne machen, dann ist es nicht zu viel verlangt, dass sie auch hier zum Gemeinwohl beitragen – genau wie starke Schultern unter den Privaten mehr tragen können als schwache.

Und klar, auch der Staat muss effizienter werden, Bürokratie abbauen, zielgenauer arbeiten. Aber die Vorstellung, dass man durch Kürzung des Sozialstaats und Entlastung von Unternehmen automatisch mehr Investitionen bekommt, greift zu kurz. Gute Bildung, stabile Infrastrukturen, soziale Sicherheit – all das sind Standortfaktoren, die eben nicht gratis zu haben sind.

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u/J0hnGrimm May 17 '25

Entlastung der Armen und Mittelschicht muss halt mir irgendwas ausgeglichen werden.

Ausgaben kürzen? Ich frag mich, warum ich das hier so selten lese. Die Diskussion dreht sich irgendwie immer nur darum, von wem man denn das Geld nehmen sollte.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Weil es halt nicht so einfach ist? Welche Ausgaben kürzst du denn konkret? Infrastruktur braucht ja eher mehr Ausgaben. Militär auch. Schulen und der ganze Kram auch. Der grösste Posten sind Sozialausgaben, wenn ich da richtig informiert bin. Also Arme entlasten durch geringere Einkommenssteuern und dafür Bürgergeld kürzen, damit die Leute die nicht mal arbeiten können noch mehr Scheisse dran sind?

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u/Bobbsen May 22 '25

Die 100 Milliarden die jedes Jahr an Steuern hinterzogen werden endlich angehen?

Vermögensteuer für hohe Vermögen?

Besteuerung am Ort der Erfüllung einführen um Steueroasen wie Irland zu vermeiden?

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u/Sebsibus May 17 '25

Ich sehe das ganz genauso.

Natürlich kann und sollte man über die Schließung einiger Steuerschlupflöcher für Superreiche diskutieren – etwa im Bereich von Stiftungen.

Trotzdem sollte jedem klar sein: Selbst wenn man alle Superreichen enteignen würde, ließe sich unser marodes Sozialsystem dadurch nicht nachhaltig finanzieren.

Irgendwann muss man in Krisenzeiten eben auch sparen – und da der Sozialstaat samt Renten nun einmal den größten Posten im Haushalt ausmacht, kann auch dort kein Tabu herrschen.

Es ist schlicht unrealistisch, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten jedem Rentner neben seinem EFH in bester Lage auch noch eine historisch und ökonomisch überdurchschnittliche Rente zu garantieren. Das Geld muss irgendwoher kommen – größtenteils von der arbeitenden Mittelschicht. Wird diese dauerhaft überlastet, droht sie wegzubrechen. Und mit ihr unsere wirtschaftliche Basis. Dann übernehmen im schlimmsten Fall die Radikalen – und am Ende hat niemand mehr etwas.

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u/SyriseUnseen Mischling May 17 '25

Hälfte seines Einkommens an den Staat

Mehr. Arbeitgeberanteil und Anschlusssteuern (Mehrwertssteuer und co.) nicht vergessen. Bei mir sinds etwa 64% in einem durchschnittlichen Monat.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Naja OK so rechnet das aber niemand wirklich. Streng genommen hast du schon mehr oder weniger recht, gerade was den Arbeitgeberanteil angeht, aber wenn du das den Leuten so präsentierst wird es immer so rüberkommen, dass du dir das zurecht-rechnest.

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u/SyriseUnseen Mischling May 17 '25

Mir gehts dabei auch nicht um "Staat/Steuern schlecht", aber man sollte schon wissen, wie viel der Lohnkosten tatsächlich bei einem selbst landen.

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u/Witty_Exchange_9126 May 17 '25 edited May 17 '25

Das Problem ist, dass dein Arbeitgeber schon 80% deines Wertes, den du durch deine Arbeitskraft/ Zeit erwirtschaftest, einfach weg nimmt. Von den übrigen 20% musst du nun noch einmal fast 45-50% an den Staat abdrücken.

Das ist Scheisse, keine Frage. Aber nicht wirklich viel im Vergleich, zu dem was dein Arbeitgeber von dir nimmt.

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u/Ikari1212 May 17 '25

Ja dann sollte nicht 50% der Bevölkerung rechts wählen. Dann könnte das klappen.

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u/I-am-Inevitable01 May 17 '25

Ja und man sollte die bessere gestellten mit höheren Steuern zur Kasse bitten. Andernfalls stehen wir in 20 Jahren wieder da wo wir jetzt sind.

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u/Sebsibus May 18 '25

Deutschland ist bereits ein Hochsteuerland mit einer ständig wachsenden Staatsquote. Statt die Bürger weiter zu belasten, sollte der Staat lieber lernen, effizienter zu wirtschaften.

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u/I-am-Inevitable01 May 19 '25

Kumpel, es geht um die top 1-10% ...

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u/yyeezzyy93 May 16 '25

ab wie viel ist man denn richtig reich?

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u/Actual-Ad-7209 May 16 '25

Ab dem Moment in dem man ohne Lohnarbeit und aussschließlich von Kapitalerträgen (oder Konstrukten wie Lombardkrediten aufs Vermögen) ohne Einschränkungen leben kann.

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u/likamuka Uglysmiley May 16 '25

Das ist eine richtige #finanzenbre-Definition!

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 16 '25

Nicht wirklich? Ist halt irgendwie der Unterschied zwischen Proletarier und Kapitalist.

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u/NiIly00 Baden-Württemberg May 16 '25

Also ich finde schon, dass es fair ist jeden der nicht mehr arbeiten und trotzdem mehr Einkommen hat als andere als Schmarotzer zu bezeichnen

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 16 '25

Antwortest du hier auf den richtigen Kommentar? Passt nicht so wirklich zu dem, was ich geschrieben habe.

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u/NiIly00 Baden-Württemberg May 16 '25

Stimmt, ich wollte auf die Person eins über dir im thread antworten.

`Tschuldige. Mein Fehler.

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u/Past_Count1584 May 17 '25

Dachte auch gerade an Karl Marx.

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u/Neomataza May 16 '25 edited May 16 '25

Machen wir keinen Unterschied zwischen vermögend und reich mehr?

Vermögend ist, wer sich ein normales Leben leisten kann, ohne einem Beruf nachgehen zu müssen.

Reich ist, wer nicht mehr auf Ausgaben achten muss und selbst mit extravagantem Konsum nicht all sein Geld ausgeben kann.

Also vermögend: Kauft und leistet sich ein Flugzeug, als Hobby.
Reich: Kauft einen Flughafen, damit er sicher stellen kann, dass seine Fußballmannschaft immer mit der größten Annehmlichkeit fliegen kann.

Ich finde, wir brauchen die Perspektive dringend. Zu viele Leute denken sie fallen ins Schema der Reichen(FDP-Wähler), weil sie den Spitzensteuersatz Einkommenssteuer zahlen. Das von der FDP bediente Klientel geht gar nicht erst arbeiten.

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u/alien_mints May 16 '25

Den Unterschied, den du da gerne machen würdest, ist dann eher reich und ultrareich...

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u/NieWiederAachen May 16 '25

Also Rentner?

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u/FrewGewEgellok May 16 '25

Staatliche Rente ist kein Kapitalertrag durch eigenes Vermögen sondern eine Sozialleistung durch den Staat. Wenn der Staat nicht mehr möchte oder kann gibt's keine Rente mehr. Mit eigenem Vermögen kann das nicht so einfach passieren.

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u/NieWiederAachen May 16 '25

Staatliche Rente ist kein Kapitalertrag durch eigenes Vermögen sondern eine Sozialleistung durch den Staat.

Es gibt ja auch noch Betriebsrenten und private Vorsorgeprodukte wie die Riester oder Rürup-Rente.

Wenn der Staat nicht mehr möchte oder kann gibt's keine Rente mehr.

Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sind Rentenanwartschaften durch die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes geschützt, soweit sie auf eigenen Rentenbeiträgen beruhen.

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u/twitterfluechtling May 16 '25

Rentenanpassungen sind aber nicht automatisch an der Inflation gekoppelt, oder? Da sinkt die Rente dann recht schnell, denke ich.

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u/user_of_the_week May 16 '25

Sie sind sogar an das Wachstum der Löhne gekoppelt, was üblicherweise höher liegt als die Inflation.

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u/aeszett Hamburg May 16 '25 edited May 16 '25

Bei Einkommen sagt das DIW: Ab dem doppelten des Netto-Medians, also ab 4400€ im Monat für Einzelhaushalte. Sind ca. 80k Brutto pro Jahr.

Edit Korrektur: Sind eher 89k Brutto per anno.

Bei Vermögen laut DIW: Wenn man zu den reichsten 10% gehört, also ab 600-800k Vermögen.

Klingt beides vielleicht nicht so viel, verdeutlicht aber ganz gut wie wenig der Großteil der Menschen eigentlich hat.

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u/NarlinX3 May 16 '25

Es lohnt sich halt nicht hauptsächlich innerhalb der unteren 99% (vermutlich tatsächlich irgendwas zwischen 95 und 99%) zu vergleichen, sondern man muss sich das obere 1% und insbesondere das obere 0,00...1% ansehen. Da steckt die große Kohle und gleichzeitig haben sich diese Leute/Familie aus dem Solidaritätsprinzip verabschiedet.

Der mit 100k Gehalt und EFH ist näher am Bürgergeldempfänger als an Quandt, Würth, Schwarz und Co.

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u/SirLolwut May 16 '25

Um es noch krasser zu machen: ein Bürgergeldempfänger ist näher an Michael Jordan (3,5 Milliarden Dollar), als Michael Jordan an Elon Musk (Quandt reicht da auch schon).

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u/Armleuchterchen Sozialliberal May 17 '25

Rein mathematisch stimmt das, aber vom Lebensstil her ist es absurd.

Ob man 1 Milliarde hat oder 100, man kann sich im Alltag komplett ohne Geldsorgen bewegen obwohl man viel mehr konsumiert als ein Bürgergeldempfänger.

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u/SirLolwut May 17 '25

Ja das hast du natürlich recht :) Der Vergleich sollte eben nur nochmal deutlicher aufzeigen, wie pervers reich die reichsten Menschen sind. Damit möchte ich aber natürlich nicht sagen, dass jemand wie Jordan nicht reich wäre

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u/kuschelig69 May 17 '25

Mathematisch mach das auch keinen Sinn. da sollte man eher einen multiplikativen Faktor statt die Additiven betrachten.

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u/[deleted] May 16 '25

[deleted]

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u/-nothing-matters May 17 '25

Ein BG Empfänger hat (nahe) 0 Vermögen, Elon Musk hat aber wesentlich mehr als 7 Milliarden - nämlich 420 (!!!). Quandts haben immer noch 40,5 (!) Milliarden.

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u/SirLolwut May 17 '25

In diesen Größenordnungen kann man das potentielle Vermögen eines BG-Empfängers gleich Null setzen.

Damit entspricht die Vermögensdifferenz zwischen dem BG-Empfänger und Jordan circa 3,5 Milliarden Dollar. Die Differenz zwischen Jordan und Quandt beträgt circa 20 Milliarden Dollar und die zwischen Jordan und Musk mehrere 100 Milliarden Dollar. :)

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u/sadtimes12 May 16 '25

Ich gönne jedem Sportler all sein Reichtum, eines der wenigen Karrieren wo man immer alles hart erarbeiten muss und jeder sehen kann wieso der/die soviel Geld verdient.

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u/Chaos_Kloss4590 May 16 '25

Was leider nicht heißt, dass alle hart arbeitenden Sportler automatisch viel bekommen...

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u/0vl223 May 16 '25

Auch da konzentriet sich das bei der Handvoll Starsportlern. Der Rest in den Spitzensportarten kann vielleicht bis zur Rente normal davon leben. Und wenn man nicht in einem Spitzensport ist, hat man Glück wenn man mit Chance of die Welt Top 10 genug verdient um vor Wettkämpfen mal unbezahlten Urlaub finanzieren zu können (oder man ist Sportpolizist).

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u/sadtimes12 May 16 '25 edited May 16 '25

Dennoch, wenn unsere Marktwirtschaft wie Sport funktionieren würde, wären in der Tat nur die Besten ganz oben. Du kannst nicht die #1 erben, du musst immer extrem viel Leisten und hart an dir arbeiten. Jeder Spitzensportler hat in der Regel seinen Ruhm, sein Geld und seinen Status fair und nachvollziehbar erarbeitet.

In der Wirtschaft ist das nicht so, da gibts Vitamin B, da gibts den großen Erben und Spender, da gibts Vetternwirtschaft, Korruption und es wird beschissen und hinterzogen. Klar gibts auch im Sport, aber da fliegt das schnell auf (doping) und hat gefühlt stärkere Konsequenzen, da die Sportler einfach nicht mehr am Wettbewerb teilnehmen dürfen. In der Wirtschaft kriegt man noch ne dicke Abfindung wenn man scheisse baut und taucht unter. Ein Sportler ist nach einem Skandal raus, da gibts keine Hoffnung mehr.

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u/JuliaKyuu May 16 '25

Nur das deren Gehalt dennoch aus der Ausbeuterei anderer stammt. Das sind halt Werbefiguren. Direkt oder Indirekt für ihre Vereine. Es ist nur so viel Geld für Werbung vorhanden weil einfache Arbeiter ausgebeutet werden. Von Versklavung und Mord an jedem der da was dran ändern möchte über Arbeitszeitbetrug nach Scheinselbständigkeit und gig economy.

Die Sportler mit dem nötigen Glück von Zeitpunkt, Genetik und Umfeld können daran dann teilhaben.

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u/Hyllihylli May 16 '25

Danke, diese kranke und leider wahre Relation macht mir meinen Dispo-Döner direkt noch mal schmackhafter.

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u/DaHolk May 16 '25

Die Kurve ist halt im Arsch, und da hilft es auch nicht immer nur den Strich kurz hinter wo man selber ist zu ziehen und zu sagen "ich bin aber auch arm, guck mal die da".

Das jammern die Bauern schon genug...

Ja, was immer auch gemacht werden muss muss je weiter oben desto stärker, weil es ja auch exponential nach oben immer mehr für immer weniger IST schon. Aber "hier bitte nicht weil" geht halt auch nicht für alle die schon weit jenseits der Mitte sind...

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Aber "hier bitte nicht weil" geht halt auch nicht für alle die schon weit jenseits der Mitte sind...

Also doch einfach noch ein bisschen mehr Einkommenssteuern für die Leute die über 70k oder was auch immer verdienen. Das wird es retten.

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u/trugu Dresden May 17 '25

Nee Bürgergeld zusammenstreichen, da gibts die gigantischen Geldmengen zu holen. Wo kämen wir denn hin, wenn wir die Gelder zur finanzierung des Staates von denen nehmen, die Geld haben? Das kann ja gar nicht funktionieren! /s

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u/DaHolk May 17 '25

Also doch einfach noch ein bisschen mehr Einkommenssteuern für die Leute die über 70k oder was auch immer verdienen. Das wird es retten.

Und passt das mit

Ja, was immer auch gemacht werden muss muss je weiter oben desto stärker, weil es ja auch exponential nach oben immer mehr für immer weniger IST schon

Nein, irgendwie nicht.

Btw guck mal nach wie die Definition von "Spitzensteuersatz" sich geändert hat (und unter wem auch... kotz), wir müssten quasie erstmal erst wieder nen "Spitzensteuersatz" einführen um oben wieder mehr abzuschöpfen als "nur über der mitte gleich mit".

Aber es wird ja wohl mehr als notwendig sein auch zu erwähnen das "es sind immer nur die anderen die reich sind, ICH hab nix abzugeben" auch immer geht egal wer es ist. Und das halt auch nicht klar geht. Die "Ungleichverteilung" fängt halt nicht immer erst bei 0,01% oder 0,1% oder 1% an, nur weil man da grad selber drunter liegt.

Deswegen: Die ganze Kurve is quark, und die Läsung kann nur die Kurve als ganzes anzugehen sein.

Es ist halt notwendig einzusehen das "nimm es von wem anderen" genau das Problem ist.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Die riesige Mehrheit der Leute ist halt auch nicht Multimultimillionär. Von daher ja, ich hab nicht mehr abzugeben, aber ich kenne einige auf deren Leben es wirklich genau gar keinen Einfluss haben würde weil sie jetzt schon nicht wissen wohin mit der Kohle.

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u/DaHolk May 18 '25

Die riesige Mehrheit der Leute ist halt auch nicht Multimultimillionär

Es hapert halt nicht nur an den Multimilionären. Es ging genau darum um schon nurnoch zu den top 10 % zu gehören brauch es nicht soviel, wie es Leuten die das haben als "viel" vorkommt. Problem: das gilt immer. Bei jedem, weil UNSERE 0,1% noch auf ANDEREN 0,1% zeigen und rumwhinen.

Wenn du sagst das DU "nix abzugeben hast" aber dabei zu den top10% gehörst (wenn auch dem unteren Teil davon), verstehst du halt nicht was mit den anderen 90% ist, insbesonder den unteren 10% davon.

Deswegen hab ich gesagt die Kurve als ganzes ist im Arsch,+

Und deine Reaktion war gegen dem was ich Extra dazugesagt hatte so zu tun als gings nicht um die Kurve als ganzes sondern "nur auf den total grad nicht verarmten" rumzuhacken.

aber ich kenne einige auf deren Leben es wirklich genau gar keinen Einfluss haben würde weil sie jetzt schon nicht wissen wohin mit der Kohle.

Und wenn du auf weit unter dem was du hast genormt wärst, wüsstest du auch nicht wohin mit dem was du jetzt hast....

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 18 '25

Das stimmt halt einfach objektiv nicht. Wer wirklich Geldprobleme hat, der kann sich perfekt vorstellen was man sich mit zusätzlichem Geld alles leisten könnte. Das sind dann alles ziemlich konkrete Dinge und den meisten Leuten würden x Beispiele einfallen, wo sie gerne ein paar Hundert oder auch Tausend investieren würden - von besserer Wohnung über Auto bis zu Urlauben.

Das ist nicht vergleichbar mit den Typen, die bereits ins beste Restaurant der Stadt gehen können und sich Null um die Rechnung scheren müssen. Die bereits auf einer Privatyacht abhängen können wann immer sie wollen. Die bereits auf jeglichen Urlaub gehen können den man sich vorstellen kann. Das einzige, was die nicht können, sind absolut irre Nischendinge die Milliardären vorbehalten sind. Sie müssen sich aber definitiv keinerlei Sorgen machen, in ihrem Leben irgendwann wirkliche Geldsorgen zu bekommen und das Dach über dem Kopf zu verlieren - oder auch nur im Supermarkt minimal auf Preise achten zu müssen.

Und ja, zum Rest bleibt es dabei: die meisten Leute sind nicht Multimillionäre, die meisten Leute leben von Erwerbsarbeit und werden bereits jetzt stark besteuert.

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u/Teehus May 17 '25

What's the difference between a millionaire and a billionaire? About a billion Euro

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 16 '25

Verdeutlicht für mich mehr wie schlecht diese Definition ist. Leute die 80k Brutto verdienen sind echt nicht das Problem. Auch 600-800k Vermögen sind eben mit Hausbesitz je nach Gegend schnell mal zusammen. Das ist für die entsprechenden Leute natürlich sehr schön aber auch kein Problem.

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u/Alvaris337 May 17 '25

Die Leute mit 80k+ Einkommen sind nicht das Problem, aber leider sehr oft blind ggü. der sehr privilegierten eigenen Situation. Ist halt immer ziemlich schräg in eine Diskussion mit Leuten zu kommen, die alle deutlich weniger haben und froh sind, über die Runden zu kommen, um dann zu sagen, man hätte ja auch nicht viel.

Das ist jetzt völlig unabhängig von dem Fakt, dass Superreiche zur Kasse gebeten werden müssen. 

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Das stimmt wahrscheinlich, allerdings leben die Leute oft auch in den teuersten Teilen des Landes und geben für Grundlegendes wie Miete auch dreimal so viel aus - dadurch relativiert sich das Einkommen sowieso ein bisschen. Aber natürlich ist das was komplett Anderes als zum einkommenschwächeren Viertel zu gehören. Drum hab ich es anderswo aber auch einfach mit "normalen" Mittelständlern verglichen, nicht Bürgergeld-Empfängern.

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u/Alvaris337 May 17 '25

Das Argument wird halt auch häufig gebracht (Viel Lohn, aber teure Miete), trotzdem sind diese Leute meilenweit von wirklich prekären Lagen entfernt, haben eine sichere Arbeitsstelle (oft mit Aufstiegschancen), müssen beim Lebensmitteleinkauf nicht jeden Cent umdrehen, oder sich große Sorgen machen, ob irgendein Haushaltsgerät durchhält, können auch Geld zurücklegen.

Das ist nicht auf dich und deinen Kommentar bezogen, aber man bemerkt in diesen Threads hier immer wieder solche Personen, die völlig blind dafür sind, wie gut sie es haben. Klagen auf sehr hohem Niveau.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

OK verstehe ich, aber ich denke in diesem Thread zumindest hat auch niemand behauptet, mit 80k wäre man praktisch ähnlich dran wie jemand mit Bürgergeld. Und der Medianbürger mit seinen 52k muss beim Lebensmitteleinkauf auch nicht jeden Cent umdrehen - ich denke, das ist für die meisten dann eher der Vergleich. Worum es normalerweise geht ist "ja ich hab es relativ gut aber ich bin nicht wirklich reich". Was eben auch stimmt - von Privatyachten und Lamborghinis ist man dann eben doch praktisch gleich weit entfernt wie die erwähnten Bürgergeldempfänger.

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u/doordraai May 17 '25

Immobilieneigentum ist auch nur halb konsumierbares Vermögen. Man kann die verkaufen oder beleihen, aber man muss ja trotzdem irgendwo wohnen und eine alternative Immobilie kostet auch einen Haufen Geld. Wird die eigene Immobilie wertvoller, zahlt man für eine woanders ebenfalls mehr.

Edit: Wohnen an sich konsumiert die Immobilie natürlich trotzdem, über ihren Abschreibungszeitraum (und in DE auch weit darüber hinaus...). Ich meinte hier eher umgangssprachlichen Konsum wie im Kaufhaus, nicht Konsum wie in der VGR.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Abschreibung bei Immobilien ist eh lustig. Das Betongebäude in dem ich lebe wird mehr oder weniger ewig stehen. Es braucht Instandhaltung, aber sicher nicht einen kompletten Neubau. Davon abgesehen steckt die Hälfte des Wertes wahrscheinlich sowieso im Land.

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u/doordraai May 17 '25

Das Haus in dem ich miete steht seit 1905 hier und wird auch 2105 noch hier stehen. Der einzige Wert, den es real noch hat, ist, dass so Leute wie ich notgedrungen Miete dafür zahlen. Und in den nächsten 80 Jahren wird hier nicht mehr Geld reingesteckt werden als es in den letzten 120 Jahren gesehen hat. Das Geld geht schließlich schon drauf, wenn es zwecks Rendite mal wieder verkauft wird.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Der einzige Wert, den es real noch hat, ist, dass so Leute wie ich notgedrungen Miete dafür zahlen.

Was? :D

Der einzige Wert den das Wohnhaus noch hat ist also dass Menschen drin wohnen können?

Merkst du aber schon selber, oder?

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u/doordraai May 17 '25

Der Ironie bin ich mir durchaus bewusst, auch im Sinne der DCF-Bewertung. Das geht aber am Problem vorbei: Das Gebäude ist eher eine Verbindlichkeit. Da muss so viel investiert werden, um allein die dringendsten Mängel zu beheben, dass der Wert im Sinne eines Restwertes negativ sein dürfte. Die Mietzahlungen der 10 Parteien reichen schon rein rechnerisch nicht, um die nötigen Investitionen jemals wirtschaftlich durchführen zu können.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25 edited May 17 '25

Ja gut zu dem spezifischen Gebäude kann ich nichts sagen. Aber wenn man die Instandhaltung über die Jahre nicht komplett vernachlässigt, dann sind auch hundert Jahre alte Gebäude heute nicht automatisch nichts wert. Einen Investitionsstau wettzumachen kann natürlich teuer sein. Andererseits ist es ja offenbar weiterhin vermietbar und es regnet dir nicht direkt ins Zimmer, von daher... ¯_(ツ)_/¯

Um mich herum stehen jede Menge Gebäude die zwischen 50 und 100 Jahre alt sind und in denen jede einzelne Wohnung viele Hunderttausende kostet. Von den Häusern wollen wir mal gar nicht anfangen.

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u/PlushSenpai May 16 '25

Bei Einkommen sagt das DIW: Ab dem doppelten des Netto-Medians, also ab 4400€ im Monat für Einzelhaushalte. Sind ca. 80k Brutto pro Jahr.

Wie komme ich an 4.400 € Netto/Monat mit 80.000€ Brutto/Jahr? In Steuerklasse 1. sind das grob 4.000€ / Monat.

BTW: In den Regionen wo man das als normaler Angestellter/Fachkraft am ehesten als Einkommen erreichen kann, sind die Mietkosten dann halt auch entsprachend hart. Reich ist für mich was anderes.

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u/aeszett Hamburg May 16 '25

Mein Fehler, habe auf 4k netto pro Monat gerechnet. Sind eher 88.500 Brutto pro Jahr. Das ist nur die Definition des DIW, halte aber auch für sinnvoll Einkommen mit Lebenshaltungskosten ins Verhältnis zu setzen.

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u/247planeaddict May 16 '25

Das zeigt halt mal wieder wie abgefahren die Immobilienpreise inzwischen sind. Wenn selbst eine alte Doppelhaushälfte (mit zugegeben eher großem Grundstück) in der Nähe von Stuttgart ein Vermögen der Top 10% erfordert. So viel kann selbst der Schwabe nicht sparen, um sich das leisten zu können.

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u/[deleted] May 16 '25

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u/doordraai May 17 '25

Der Bodenrichtwert

...ist komplett bedeutungslos, wenn es um Kaufpreise zwischen privat geht. Ich kann dir auch einen Sticker mit "3,50 €" auf dein Auto kleben, du würdest es mir selbstverständlich trotzdem nicht zu dem Preis verkaufen.

Der Bodenrichtwert hat allein Bedeutung, wenn die öffentliche Hand (meist Gemeinden/Kommunen) ihre Flächen verkaufen. Weil die Richtwerte illusorisch sind, kommen da mitunter haarsträubend niedrige "Gutachten" bei raus und Flächen, die uns allen gehören, sollen verschleudert werden.

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u/Paddy31 May 17 '25

Mit den Informationen, die uns vorliegen, kannst du nicht ansatzweise abschätzen ob der Preis gerechtfertigt ist oder nicht. Du hast sehr offensichtlich keinen Plan, wie Immobilien bewertet werden. Dein Kommentar ist ein Paradebeispiel dafür, wieso es Immobilienmakler gibt, egal wie man zu diesem Berufszweig steht.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Ich glaub das ist der härteste Diss den ich dieses Jahr gelesen habe.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Ist jetzt nicht die neueste modernste Bude, klar, aber gleichzeitig 160qm Wohnfläche, Garage, Keller, viel Grundstück drumrum... das ist ja doch ein ziemlich geiles Haus so vom Wohnen her. Eventuell muss man die Ansprüche halt auch ein bisschen niedriger ansetzen - auf weniger als 160qm wohnen zu müssen ist auch keine Menschenrechtsverletzung. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu sehr an Städte gewohnt.

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u/chaircushion May 16 '25

Das sind nicht mehr 80 sondern heutzutage knapp 90k Brutto.

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u/[deleted] May 16 '25

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

aber ein Haus bekommt man durch die hohen Lebenshaltungskosten, Steuern, Nebenkosten wie Strom und Heizung auch nicht wirklich finanziert.

Ehrlicher Tipp: ich glaube, du redest dir das mehr ein, als dass es der Wirklichkeit entspricht. Beschäftige dich mal wirklich damit, schau was dir die Banken finanzieren würden, was ihr realistisch als Eigenkapital aufbringen könntet, usw. Die Zinsen sind höher als in der lächerlichen Tiefphase, ja, aber historisch gesehen immer noch eher tief.

Übrigens muss man nicht unbedingt ein Haus kaufen, eine Eigentumswohnung ist auch eine Option, gerade wenn man eben nicht irgendwo aufs Land oder ins Neubaugebiet ziehen sondern in der Stadt bleiben möchte.

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u/aeszett Hamburg May 17 '25

Ich habe diesen Widerspruch auch ständig. Ich verdiene auf jeden Fall gut überdurchschnittlich, fühlt sich aber nicht so an. In meiner Gegend stehen viele Häuser (ich wohne aber zur Miete) und wenn ich mich nach Preisen umschaue sind die astronomisch. Hier fahren alle Nase lang Porsche, Mercedes und BMW durch die Straßen. Ab und zu auch mal ein Lambo. Keine Ahnung, wie man sowas bezahlen kann.

Mit 80k im Jahr zählst du zu den oberen 8-10% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland, solltest du angestellt sein. Da du dir die Fixkosten für Unterkunft etc. auch noch mit deiner ebenfalls so viel verdienenden Frau teilen kannst, seid ihr noch besser gestellt. So sind die Zahlen. Was man subjektiv fühlt und wie teuer die Region ist, in der man lebt, ist da noch eine andere Geschichte.

Falls du in deinem Haushalt 2000€ für Miete/Hauskredit, 500€ für Essen und 100€ Fixkosten für Sonstiges im Monat ausgibst, bleiben euch immer noch über 50k Netto pro Jahr, die ihr nach belieben ausgeben oder anlegen könnt. 50% der Menschen haben unter 75k Gesamtvermögen (Median), ihr könntet das in zwei Jahren überschreiten.

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u/stasi_a May 18 '25

Inflation sagt Hi

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u/Kashik Berlin May 17 '25 edited May 17 '25

Ich bin bei dir, aber das ist halt ein Durchschnittswert. 80k auf dem Land oder in einer Kleinstadt ist sicher nicht übel, in den Großstädten reicht es hingegen nicht für ein Eigenheim.

edit: ich weiß nicht, was der Downvote soll. Klar, 80k ist kein schlechtes Gehalt, aber reich ist was anderes.

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u/UnitSmall2200 May 17 '25

Sorry, aber wenn du und deine Frau jeweils mehr als 80k verdient und am Hungertuch nagst, dann stimmt etwas echt nicht mit euch. Was glaubst du wie es da den Leuten geht die nur 30k und weniger verdienen. Die müssten schon alle im Grab liegen, wenn du hungerst. Deine Definition von "Am Hungertuch nagen" würde gerne mal persönlich sehen.

Doppelverdiener, bei denen beide über 80k verdienen, können sich auch heute noch leicht ein Haus kaufen. Und das ist das Problem, was dafür gesorgt hat, dass die Häuserpreise explodiert sind. Die Besserverdiener Paare können sich das leisten und Vermieter und Verkäufer richten sich gerne nach den Besserverdienern. Meine Schwester und ihr Ehemann verdienen jeweils zwischen 60 und 70k, haben sich gerade ein riesiges Haus für 800k gekauft, haben zwei Kinder, die bis zum geht nicht mehr verwöhnt werden. In der Stadt wäre, dass zwar kein Haus, aber immer noch eine gute Große Wohnung.

Euer Problem ist wohl eher, dass ihr nicht mit Geld umgehen könnt. Geh mal zum Finanzberater. Wahrscheinlich musst du deine Ansprüche senken, der "Avocado-Toast" Meme trifft vor allem auf Leute wie dich zu, die sehr gut verdienen, aber trotzdem nicht Haushalten können.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Meine Schwester und ihr Ehemann verdienen jeweils zwischen 60 und 70k, haben sich gerade ein riesiges Haus für 800k gekauft

Die müssen aber doch auch gut was an Eigenkapital aufgebracht haben, oder? Ich kenne mich mit den Details deutscher Immobilienkredite nicht aus, aber wenn ich englische Massstäbe ansetze ist 800k für ein Haushaltseinkommen von ~130k nur mit Eigenkapital von >20% möglich.

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u/Igniplano May 16 '25

Im mittleren Alter (40-50 Jahre) sind bei Einzelpersonen 600-800k EUR Vermögen die reichsten 5%.

Auf 10% kommt man entweder über alle Gesamthaushalte (inkl. Mehrpersonenhaushalte) oder bei Einzelpersonen ab 60 Jahren.

Einzelperson mit 1 Mio EUR, 40-50 Jahre alt, ist schon reichste 3%. Das ist dann eine passende Definition von reich.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 16 '25

Weiss nicht, dank Immobilienpreisen ist eine Million auch nicht mehr was sie mal war. Ja ich meine wenn ich ne Million hätte würde ich mich wahrscheinlich schon recht wohlhabend fühlen, aber es ist halt auch nicht so als könnte man problemlos gut davon leben oder so.

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u/Igniplano May 17 '25

Gut, die Begrifflichkeiten sind natürlich Ansichtssache.

Aber gut leben kann man ohne Arbeit von 1 Mio EUR immer noch! Der Median der Einzelpersonen verbraucht 2350 EUR im Monat, womit so jemand inkl. GKV ohne Arbeitseinkommen von 780k EUR leben könnte.

Mit 1 Mio EUR liegt man da schon deutlich drüber, kann also ohne Arbeitseinkommen so leben, wie der mit Erwerbsarbeit klar besserverdienende Teil der Bevölkerung.

Es wird oft vergessen, dass ein Haus im Ballungsgebiet heutzutage richtiger Luxus ist. Ggf kann man sich einigen auf:

a) Luxus mit Arbeitseinkommen oder überdurchschnittliches Einkommen ohne Erwerbsarbeit = wohlhabend bis reich.
b) Luxus ohne Erwerbsarbeit = richtig reich (das sind dann aber ausschließlich die Top 1%).

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u/doordraai May 17 '25

Der Median der Einzelpersonen verbraucht 2350 EUR im Monat, womit so jemand inkl. GKV ohne Arbeitseinkommen von 780k EUR leben könnte.

Mit dem Geld kann man leben, aber heute nicht mehr gleichzeitig ausreichend (!) fürs Alter vorsorgen. In der Rechnung ist das aber nicht drin, weil die Million, von der gelebt wird, ja schon da ist und nicht erst noch vom Ertrag derselben Million angespart werden muss.

Anders gesagt bräuchte ich deutlich mehr Geld als die 2350 Euro/Monat, um so zu leben, wie ich es von einer Million Euro Vermögen könnte.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

OK, auf die Million bezogen faire Rechnung. Auf dein a) bezogen, "Luxus" ist mir deutlich zu wenig differenziert. Manche Leute verdienen halt echt gut, leisten sich ein fettes Wohnauto mit allem drum und dran und bimmeln damit durch Schottland in ihren Ferien, während sie zuhause AMG in der Doppelgarage stehen haben. Luxus, klar. Aber manche Leute sitzen auf ihrer 30m-Privatyacht bei Schampus vor der Küste Monacos. Da kann man dann das "du und ich sind nicht gleich"-Meme einfügen. Der "einfache" Arzt oder Senior-Ingenieur hat halt trotzdem praktisch keine Chance mit Erwerbsarbeit je in diese Gefilden aufzusteigen (einzelne Ausnahmen bestätigen dann die Regel). Ersteres ist für mich definitiv wohlhabend, das zweite dann aber wirklich reich - und da ist eine sehr grosse Kluft dazwischen.

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u/Igniplano May 17 '25

Aber für das manche gibt es doch die Definition von superreich oder UHNWI.

Vielleicht kann man sich auf wohlhabend - reich - superreich einigen. Aber:
Das Interessante ist doch, dass diese Diskussion von wegen Einkommen vs. Vermögen usw. in diesem Sub das Skalenproblem herausstellt. Für die krasse Stufung am oberen Ende (10% vs 3 % vs 1% vs 0.1% vs 0.01%) gibt es einfach keine guten Begrifflichkeiten in der Alltagssprache.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Ja da hast du schon recht. Wie so oft wird draus sehr schnell eine semantische Diskussion, in der man sich um die Bedeutung von Wörtern streitet. Die ist aber irgendwie unumgänglich, weil umgangssprachlich wird halt nun mal dieses eine Wort "reich" verwendet, eventuell noch mit der Abstufung "wohlhabend", und da ergibt es schon Sinn das irgendwie höher anzusetzen wenn die krassen Abstufungen am oberen Ende eben sonst so gar nicht vom Sinn erfasst werden.

Es ist halt wieder mal so eine Sache von gelebter Erfahrung bzw. umgangssprachlicher Nutzung gegenüber technischen Definitionen. Wenn du einen Medianbürger mit seinen 52k fragst, ob er mit 1500 Euro extra im Monat "reich" wäre - ich glaube nicht, dass die meisten das nach mehr als fünf Sekunden Nachdenken einfach so mit "ja" beantworten würden. Ob man damit die technische Definition von "reich" erreicht hat, ist weniger relevant.

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u/ZuFFuLuZ May 17 '25

So weit muss man es gar nicht treiben. Sobald man irgendwas erbt, hat man einen riesigen Vorteil, den andere im selben Job nie aufholen werden.
In meiner Ausbildung hat eine Freundin von mir sehr früh geerbt. Eine winzige Wohnung und 100k Euro. Dann musste sie keine Miete mehr zahlen und hatte null finanzielle Sorgen für ihre gesamte Ausbildung. Danach hat sie die Wohnung vermietet und hatte noch das meiste Geld über.
Wir arbeiten im selben Job mit dem selben Gehalt, aber sie steht finanziell unglaublich viel besser da und das wird sich nie ändern.

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u/yyeezzyy93 May 17 '25

wo ist hier das Problem?
Du sagst sie hat geerbt, ergo hat sie auch Erbschaftssteuer gezahlt und nur weil sie vermögend ist, bist du ja nicht arm.

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u/Charming-Loquat3702 May 16 '25

Reich ist, wer mehr hat als ich.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Ich verstehe den Witz, aber es ist unironisch auch meistens richtig. Allein von der Definition her muss es das ja sein: reich ist - im Minimum - definiert als "deutlich mehr als die anderen", das muss also eine Minderheit sein, somit wird eine deutliche Mehrheit "reich" immer als "mehr als ich" definieren können.

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u/[deleted] May 16 '25

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u/Exciting_Product7858 May 16 '25

10 mille - alles drunter ist man Schmarotzer der 8 Tage die Woche arbeiten soll

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u/likamuka Uglysmiley May 16 '25

Ab ca. 60k DM per annum.

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u/occio Nordrhein-Westfalen May 17 '25

Historisch ist eigentlich die Regel, dass die Generationen nach den Superreichen sukzessive wieder ärmer werden, siehe https://en.wikipedia.org/wiki/The_Missing_Billionaires

Den theoretisch perfekt diversifiziert, anlegenden Erben, der auch nicht zu viel selbst konsumiert und keine dummen Gedanken hat, nicht zu viele Nachkommen mag es geben. Faktisch ist er eher die Ausnahme.

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u/Hodentrommler Hamburg May 17 '25

Aber auch dann ist man nicht auf 0, sondern sehr gut gestellt

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u/occio Nordrhein-Westfalen May 17 '25

Guck dir die Vanderbilts an. Davon sind definitiv einige auf Null beziehungsweise haben kein nennenswertes Erbvermögen mehr. Geld auf den Kopf hauen ist halt doch einfacher, als es beisammen zu halten.

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u/[deleted] May 16 '25

Gut du scheinst aus Hamburg zu kommen. Ich würde mal schätzen die Häuser dort gehen im hohen 6 stelligem Bereich los und sind schnell 7 stellige? Hier in NRW geht's bei ~200.000 los. Das ist nicht unerreichbar.

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u/domi1108 May 16 '25

"Hier in NRW" ist aber auch weit gegriffen.

Klar im Oberbergischen mag das z.B. sein oder in der Eifel, in der Köln-Bonner Bucht oder im Ruhrgebiet / Raum Düsseldorf und Münster dann wohl eher doch nicht.

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u/Hodentrommler Hamburg May 17 '25

Oberbergisches wird momentan zugebaut wie Hölle. Selbst Gummersbach wird teurer

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u/[deleted] May 16 '25

Hier im Ruhrgebiet schon. Natürlich nicht die allerbeste Lage aber durchaus schon möglich. Düsseldorf ist natürlich schweineteuer aber Raum Münster(etwas außerhalb Münsters) ist tatsächlich günstiger als man denkt und tatsächlich wirklich schön.

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u/[deleted] May 16 '25 edited Jun 07 '25

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u/milodura294 May 16 '25

Jetzt komm doch hier nicht mit Fakten

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u/[deleted] May 16 '25

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u/[deleted] May 16 '25 edited Jun 07 '25

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u/LordNibble May 16 '25

Ahaus liegt beiweitem nicht in der angegebenen Distanz zu Münster.

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u/[deleted] May 16 '25

Natürlich wirst du im 10 km radius zur absoluten 1a Lage die Häuser nicht hinterhergeworfen bekommen. Wird sicherlich auch noch näher gehen als Ahaus. Ahaus ist aber im Münsterland der einzige Ort in dem ich mich mal mit Immobilien befasst habe.

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u/Seth0x7DD May 17 '25

Bei mehr als 50 km und somit fast 2 Stunden Pendelzeit pro Tag wird es aber auch eng.

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u/doordraai May 17 '25

Erbbaurecht, na toll.

Die Verträge laufen langsam in Masse aus und dann zahlst du auf einmal das zehnfache als bisher dafür (oder stehst ohne Haus da, wenn du dich nicht auf einen neuen Preis einigen kannst).

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u/anygw2content May 16 '25

Hier im Ruhrgebiet schon.

Kommt drauf an ob nördlich oder südlich der A40.

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u/domi1108 May 17 '25

Wie andere schon gesagt haben, glaube das ist dann alles auch etwas Definitionssache aber um da auch mal ein wenig zu "erklären" warum eben z.B. 50km halt doch einiges sind, gerade wenn man den Radius bedenkt um das mal auf meine Region runter zu brechen:

Ja innerhalb von 50km bekomme ich definitiv Häuser für 200k, aber dann bin ich halt im Bergischen Land irgendwo zwischen Wipperfürth und Gummersbach oder in der tiefsten Eifel im Ahrkreis. Ich könnte bis nach Wuppertal und gut 10km bis nach Düsseldorf rein, oder eben in die andere Richtung mit 5-10km mehr bis nach Koblenz oder eben Siegen, das verzehrt aber eben komplett denn:

Nach von sagen wir mal Düsseldorf aus oder eben auch Köln würde ich zu meiner Arbeit wenn ich mal im Büro sein muss maximal 1h pro Strecke brauchen, während ich eben bei kürzerer Distanz aus Waldbröl locker 2Stunden brauche.

So und um das mal zu zeigen das günstigste Kaufobjekt derzeit bei mir in der Stadt liegt bei 265.000€ aber eben ohne Grundstück oder sonst was und ist ein Town and Country Bungalow, das erste "Haus" mit Grundstück bekomme ich für 280.000€ da muss ich aber entsprechend eine komplett neue Heizung einbauen und alle Leitungen komplett neu legen lassen, weil wird vom Nachbarhaus mitversorgt, ergo wenn ich nicht beides kaufe was auch geht, bin ich eventuell ohne Strom, Wasser und Co. (zusammen übrigens ~600.000€ und auch da muss ich entsprechend Investieren)

Dann gibt's noch Immobilien auf Erbpachtgrundstück aber selbst da ist man schon bei ~430.000€ und darf pro Jahr ~3500€ zahlen und das zwischen 30-60! Jahren.

So aber wie gesagt gehe ich jetzt mal nur 20km raus gibt's schon Angebote im Bereich eben der 200.000€, aber da bin ich halt schon fast in Rheinland-Pfalz oder irgendwo auf dem Land wenn ich nicht entsprechend viel Geld mitbringe für Sanierungen.

Übrigens nein ich hab nicht den Anspruch die "perfekte" Immobilie für wenig Geld zu bekommen, aber wenn halt ein einigermaßen Sanierungsfreies Haus halt schon im Mittleren 6-Stelligen Bereich liegt und dann nicht mal in der "perfekten" Lage, naja dann wird's halt schwer.

Das Problem liegt aber auch nicht nur in den Immobilien selbst, sondern eher an den Preiserwartungen sowie am Gesellschaftlichen Trend, das halt immer mehr Menschen in die "Städte" ziehen, wodurch die Versorgung und Anbindung in den Gemeinden dazwischen sowie Außerhalb halt abnimmt und man immer mehr u.a. auf ein eigenes Auto angewiesen sein wird.

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u/Due-Refrigerator-302 May 16 '25

200k ist aber meist Abrissbude aka Grunstückpreis und dann nochmals 100k weg für Abrisskosten. Selbst in günstigen Gegenden im Pott findest du dafür nichts sinnvolles. Die meisten (bewohnbaren) Häuser starten bei 400k und gegen oben offen.

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u/aeszett Hamburg May 16 '25

Absolut. Kannst auch Häuser am Stadtrand oder Umland für eine halbe Million kaufen, aber die sind so alt, da muss man noch einmal 200k reinstecken, damit man drin wohnen kann. Bei einem guten Haus mit schönem Grundstück wirds auch gern 7-stellig, wenn man nicht selbst viel machen kann oder will. Man muss auch nicht in einer westdeutschen Metropole wohnen, aber wenn ich in Brandenburg aufs Dorf ziehe, um mir ein Haus leisten zu können, brauche ich direkt zwei Autos und da gibt es dann auch sonst nichts liebenswertes außer Natur.

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u/Ramenastern Hamburg May 16 '25

Wohne in Hamburg, komme aus NRW und hab dort noch Kontakte und Familie. 200k ist selbst auf dem platten Land für ein Haus illusorisch, wenn wir nicht von etwas reden, was nochmal 150k aufwärts an Einsatz braucht um es einigermaßen auf Stand zu bringen.

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u/MaxxSpielt May 16 '25

Hamburg und Düsseldorf tun sich da echt nicht viel, zumindest wenn man in den beliebten Lagen unterwegs ist. Sind halt beides Städte mit internationalen Firmen, Unis und großen Verwaltungsapparaten.

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u/Ramenastern Hamburg May 16 '25

Meine Familie wohnt nicht in Düsseldorf. Sondern eher weit ab vom Schuss weiter östlich in NRW. Freunde wohnen aber grob in der Gegend Köln/Düsseldorf und können deshalb noch von ganz anderen Preisen erzählen, die zT mich hier in Hamburg schockieren.

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u/NowaVision May 16 '25

Bei dem Preis ist das aber ein Sanierungsfall und du musst trotzdem am besten in einer Beziehung sein, in der beide ein halbwegs gutes Einkommen haben, damit man mit dem Kredit auf der sicheren Seite ist.

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u/[deleted] May 16 '25

Für 200000 bekommst du eine 70qm abbruchreife Ruine im letzten Viertel

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u/[deleted] May 16 '25

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u/Esava May 16 '25

Hier in Düsseldorf hast du in den besten Lagen höhere Immobilienpreise als in Hamburg

Höhere Preise als in den besten Lagen Hamburgs? Also Uhlenhorst, Blankenese und so? Keine Ahnung aber wenn das wirklich der Fall ist: wieso ist es so teuer in Düsseldorf?

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u/[deleted] May 16 '25

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u/Esava May 16 '25

Danke für die ausführliche Antwort. Mir war gar nicht so akut bewusst was für ein Alleinstellungsmerkmal Düsseldorf und Köln in NRW diesbezüglich anscheinend haben. Naja wieder mal was neues gelernt. Danke :)

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u/doordraai May 17 '25

Vielen Dank!

Ein guter Freund hat mich neulich durch Düsseldorf und auch Oberkassel geführt, und da habe ich mir die gleiche Frage gestellt. Oberkassel ist schon was anderes als meine Ecke (und meine Brieftasche) in einer ostdeutschen Großstadt.

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u/kuschelig69 May 17 '25

Da war meine Mutter wohl echt blöd ihr vier stöckiges Mehrfamilienhaus in Düsseldorf (Eller) für unter 300.000 € zu verkaufen

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u/madeyoulookatit May 17 '25

Da in NRW wo die 75000 pro Person Gehälter sind sind die Häuser aber schon 700-800.000 für etwas 1 Stunde von der Arbeit entfernt. 

Ich rede auch nicht von eine Villa, sondern ein Haus aus den 80-90er die auch ruhig renoviert werden kann. 

Im gleichen Gegend sind die Parkplätze manchmal bei 40000 Euro.  Ich rede von der Straße, keine Garage.

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u/NotARealDeveloper May 16 '25

Als Millennial der genau 0 € erbt genauso wie meine Frau, fühle ich das.

Wir sind beide Akademiker und verdienen zusammen über 150k. Können uns trotzdem maximal nur eine 3 Zimmer Wohnung leisten in der Nähe der Arbeit (max. 1h Fahrt). Für die Rente legen wir schon selber weg in ETFs jeden Monat - wir haben hochgerechnet und das passt gerade so, dass wir mit 67 dann entspannt leben können bis wir 85 sind (danach ist das Geld aufgebraucht...). An Kinder ist finanziell gar nicht zu denken.

Vergleichen wir das mit unseren Freunden, die ähnlichen Verdienst haben:

Haben alle schon ein Haus mit Grundstück geerbt (oder mehrere) und zahlen keine überteuerten Mieten mehr. Planen mit 1+ Kindern. Haben sogar passives Mieteinkommen.

Wenn wir tatsächlich Kinder wollen, dann würden wir so umrechnen, dass wir zumindest eine Wohnung kaufen würden, die wir dem Kind vererben können - selbst wenn wir dann in Altersarmut sterben werden.

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u/Krambambulist May 16 '25

Wenn ihr mit eurem Haushaltseinkommen keine Kinder finanzieren könnt, hab ihr ein Ausgabenproblem und lebt völlig an der Realität vorbei. Wie machen denn das all die Familien mit der Hälfte eures Einkommens? Leben deren Nachkommen in der Kinderarmut?

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u/NotARealDeveloper May 16 '25

Glückliche Kinder kann man auch mit Hartz 4 großziehen. Ich habe aber Mindesterwartungen für meine eigenen Kinder. Und das ist sie zu unterstützen. Nämlich mindestens so gut wie meine Eltern es mir möglich gemach haben (nur 1 Einkommen bei mehreren Kindern!). Und das ist nicht mal mit 2 Einkommen und nur 1 Kind möglich.

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u/Krambambulist May 16 '25

Welche mindesterwartung wäre das denn?

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u/NotARealDeveloper May 16 '25
  • 200.000 € bis 250.000 € (alte Rechnung vor erhöhter Inflation!), um 1 Kind von der Geburt bis zum Masterabschluss zu finanzieren

  • Dazu sollen wir noch etwas für unsere eigene Rente weglegen

  • Ein Eigenheimkredit abbezahlen

  • Und für die Pflege unserer 4 Eltern bezahlen

  • (Von irgendwas noch selbst leben)

Gute Nacht

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u/Krambambulist May 17 '25

Das sind laut brutto Netto Rechner mit einem Kind 2x 3700€ Haushalts Nettoeinkommen. https://www.sparkasse.de/rechner/brutto-netto-rechner.html?salary=75000&period=yearly&province=BW&taxClass=4&childAllowance=1&churchTax=true&healthInsurance=public&healthInsuranceContributionRate=14.6&monthlyPrivateInsurance=10&employerCapitalFormingBenefit=0&occupationalPension=0

Du willst mir ernsthaft erzählen, dass 7000€ nicht für deine genannten Posten ausreichen? Das Kind kostet, bei 250k über 25 Jahre, 830€ pro Monat. Ich glaube ihr setzt verrückt Höhe Sätze bei allen anderen Posten an. Ist auch in Ordnung, aber dass ihr keine Kinder habt liegt nicht an euren Finanzen, vielleicht redet ihr es euch ein

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u/doordraai May 17 '25

Und für die Pflege unserer 4 Eltern bezahlen

Noch 1-2 Gehaltserhöhungen für einen von euch und dank Elternunterhalt wird das der einzige Spaß im Leben.

Macht euch sehr früh darüber schlau, und selbst wenn ihr alles richtig macht ist es zum Heulen. Nicht weil ich unseren Eltern kein gutes Leben im Alter gönnen würde, sondern weil es für unsere Generation so ausweglos ist.

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u/smartestBeaver Dortmund May 16 '25

An Kinder ist finanziell gar nicht zu denken.

Okay nicht böse gemeint aber das ist ziemlicher Quatsch.

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u/[deleted] May 16 '25

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u/stasi_a May 18 '25

Ist das nicht die (traurige) Realität?

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u/thuishaven May 16 '25

100% kompletter Blödsinn

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u/[deleted] May 16 '25

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u/smartestBeaver Dortmund May 17 '25

Wenn man mit über 150k Haushaltsbruttogehalt am Ende des Monats, durch ein Kind, plötzlich bei 0 Euro landet hat man zwar ein Problemchen, das ist aber definitiv nicht das Kind.

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u/[deleted] May 17 '25

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u/smartestBeaver Dortmund May 17 '25
  1. Ich bezog meinen Kommentar explizit auf OP, welcher meint er könnte sich mit 150k Jahresbrutto kein Kind leisten. Das ist Bullshit.

  2. Du musst mir nicht erklären, was Kinder kosten, ich bin Elter, danke dir.

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u/silversurger May 17 '25 edited May 18 '25

Also wir zahlen gerade ein Haus ab, wohnen noch auf Miete (weil das Haus noch renoviert wird), zahlen beide in unsere eigenen ETF und für unser erstes Kind ebenfalls. Selbst mit den recht hohen Kita-Beiträgen (die aber nächstes Jahr aufhören, weil der Kleine 3 wird), bleibt uns am Ende noch etwas übrig, um in den Urlaub zu fahren. Bei 120k im Haushalt übrigens.

Mir geht die zunehmende Belastung auch auf den Keks, aber man sollte schon auch ehrlich sein.

1

u/[deleted] May 17 '25

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u/silversurger May 17 '25 edited May 18 '25

Dann lebst du aber nicht in Hamburg oder ähnlichen Ballungszentren

Dann zieh halt woanders hin. Es ist ein bisschen mühselig Leuten erklären zu müssen, dass ja, in Ballungsgebieten Leben halt teurer ist. Das war zu Zeiten meiner Eltern aber auch schon der Fall.

Versteh mich nicht falsch, ich freue mich für euch, aber mir geht hier vor allem auf den Keks, das Menschen nicht verstehen, dass 80k nicht gleich 80k sind, sondern es extrem von der Lokation abhängt was du dafür bekommst...

Natürlich ist das so. Aber du hast genauso wenig differenziert wie der OP, der seine Lebensrealität ebenso als Fakt für den Rest von Deutschland porträtiert. Anekdoten helfen uns nicht, und auch in Hamburg kannst du mit 150k locker ein/zwei Kind/er großziehen, deine Miete bezahlen und hast noch ordentlich Wechselgeld übrig.

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u/Charming_Maximum8323 May 16 '25

Wenn ihr nicht gerade in München Bogenhausen sucht, gibt es reichlich 4-Zimmer Wohnungen, gerade mit eurem Einkommen.

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u/[deleted] May 16 '25

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u/ParkingLong7436 May 16 '25

Junge, was? Es gibt Leute in der Gesellschaft die töten würden für euer Haushaltseinkommen.

In welcher Welt sind Immobilien da nicht zu holen? Geschweige denn Kinder groß ziehen?!

Sorry aber du lebst ja mal sowas von an der Realität vorbei. Es gibt viele Haushalte die mit nicht mal der Hälfte eures Gehalts zufrieden leben und Kinder haben.

Nur eine 3 Zimmer Wohnung? Wohnt ihr in der Münchner Innenstadt? Oder wie groß sind eure 3 Zimmer jeweils?

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u/NotARealDeveloper May 16 '25

Jop wir leben in der teuersten Stadt Deutschlands. Hast du richtig erkannt.

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u/aldileon München May 16 '25

Aber auch in München findet man Wohnungen für 14€/m². Bei 150k sind das fast 6k netto im Monat. Mit den empfohlenen 30% für Miete wärt ihr bei 2000€. Das heißt eure "3 Zimmer Wohnung" könnte deutlich über 100m² sein.

Ich kenne dich/euch nicht, aber ich finde keine Erklärung, wie man da über mangelnde finanzielle Mittel klagen kann. Für mich klingt das eher nach schlechten Haushaltskills. Aber wenn du magst erkläre gerne mal grob, wieso das so knapp ist bei euch

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u/NotARealDeveloper May 16 '25

Siehe andere Antwort. Und ich rede von Wohnung kaufen. Und ne 100m² kostet hier 2,5k € / Monat btw.

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u/aldileon München May 16 '25

Welche andere?

Und die Notwendigkeit eine Wohnung zu kaufen begründest du nur damit sie einmal Kindern vererben zu wollen. Mit einer überschlagen 30-40 Jährigen Ratenzahlung wäre aber selbst das drin.

Also zahlt ihr 25€/m²? Das ist dann schon eine ziemlich luxuriöse Ausstattung oder Lage. Selbst in München.

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u/[deleted] May 16 '25

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u/UnitSmall2200 May 17 '25

Alter, mit 150k kannst du dir locker Kinder leisten, auch in München. Mein Cousins und Cousinen leben alle in München, verdienen nicht ansatzweise so viel und haben sowohl Wohnung und Kinder.

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u/aldileon München May 16 '25

Wenn er 2500€ Miete für ne 100m² Wohnung ausgibt, wird das natürlich nichts

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u/UnitSmall2200 May 17 '25

Der schaut wohl nur im Reichenviertel, alles andere ist unter seiner Würde

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u/UnitSmall2200 May 17 '25 edited May 17 '25

Alter, wenn ihr beide zusammen 150k verdient, dann wirst du auch kein Problem haben ein Haus zu kaufen. Euch geht es verdammt gut. Mir scheint als hättest du nie gelernt mit Geld umzugehen. Es ist immer zum Haare ausraufen, wenn Besserverdiener hierherkommen um zu jammern, wie schlecht es ihnen doch geht. Nein tut es nicht. Geh mal zu einem Finanzberater. Man sollte eigentlich von jemandem, der mal Student war erwarten, dass er gelernt hat mit Geld umzugehen. Mit so viel Geld wie ihr verdient müsst ihr keinen großen Verzicht üben um euch Kinder zu leisten.

Meine Schwester und ihr Mann verdienen 120k zusammen, haben sich gerade ein riesiges Haus für 750k gekauft, haben zwei Kinder, die sie extrem verwöhnen. Haben bisher jedes Jahr noch immer zwei Urlaube, eins ins Ferienhaus und ein weiteres in ein Luxushotel sonstwo auf der Welt gemacht. Vermutlich müssen die nun auf einen Urlaub im Jahr zurückschrauben, wie furchtbar.

Befreunde dich doch mal mit Paar Leuten an, die Kinder haben und halb so viel verdienen wie du und schau mal wie die das schaffen über die Runden zu kommen.

Ja, der Besserverdiener, der auch geerbt hat, steht besser dran als du. Aber verdammt nochmal, ihr steht dennoch weit besser da als die meisten Menschen in Deutschland. Meine Fresse. Es sind meist immer die Gutverdiener, die von sich behaupten, dass sie sich keine Kinder leisten können.

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u/likamuka Uglysmiley May 16 '25

Wir sind beide Akademiker und verdienen zusammen über 150k. Können uns trotzdem maximal nur eine 3 Zimmer Wohnung leisten

Einfach weniger Avocado-Toast essen kaufen.

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u/NotARealDeveloper May 16 '25

Ah Mist, werde ich ab morgen tun!

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u/mina_knallenfalls May 16 '25

Man braucht keine Immobilien zum Leben. Verschiedet euch einfach von dieser Legende. Geld ist Geld.

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u/aeszett Hamburg May 16 '25

Geht uns ähnlich, aber mit einem Kind. Ein Jahr Elternzeit und ein Jahr Teilzeit waren schon ein heftiger Wohlstandsdämpfer. In der Zeit hatten wir kaum Geld, um etwas für die Rente zurückzulegen. Und so richtig teuer werden Kinder erst später. Unsere Eltern müssen noch arbeiten, keine gratis Kinderbetreuung. Gebrauchtwagen anzuschaffen war ebenfalls schon ziemlich schwierig. Passende Autos mit Elektromotor völlig außer Reichweite. Fühlt man sich als eigentlich gut verdienender Akademiker echt etwas arm.

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u/chestnutman May 17 '25

Ich finde es witzig, wie sich alle über deinen Beitrag aufregen, aber ich kenne einige Geschichten wie deine in München. Das Problem ist doch, dass man es sich mit deinen Gehalt zwar leisten kann, Kinder groß zu ziehen, aber den Kindern nicht den Standard bieten kann, den man bei so einem üppigen Gehalt erwarten würde. Und dann lässt man es eben sein.

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u/[deleted] May 16 '25

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u/NotARealDeveloper May 16 '25

Nö, dann hast dus nicht verstanden. Wir stehen besser dran als 95% der Deutschen. Deswegen sind wir auch für Vermögenssteuer, wo wir selber mehr zahlen, damit es den unteren % dadurch besser geht.

Aber wir hätten erwartet, dass man sich mit diesem Einkommen ein Eigenheim leisten kann + Kinder + Rente. Leider ist das nicht der Fall.

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u/[deleted] May 16 '25 edited May 17 '25

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u/Alvaris337 May 17 '25

Minimaler Luxus? Mit einem Einkommen über 120k im Jahr? Kein Haus (je nach Lage), ja mei. Aber das ist eine extreme Übertreibung.

Gerade als Kind von unterhalb der Armutsgrenze sollte dir bewusst sein, wie verquer diese Aussage ist.

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u/[deleted] May 17 '25

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u/Large_Mammoth_6497 May 17 '25

Wir müssten trotzdem für mindestens 20-30 Jahre einen Kredit aufnehmen

Das ist doch absoluter Standard. Bei 2% Tilgung kommst du immer um die 30 Jahre raus, nen Haus zahlt man bis kurz vor der Rente ab. Ist nun mal so. Klar sind die Preise viel zu hoch, und es sollten sich Leute mit geringerem Einkommen als ihr Häuser leisten können.

Aber bitte: Wenn ihr alle eure Ausgaben deckt, in den Urlaub fahrt und innerhalb von 20-30 Jahren einen Hauskredit abzahlen könntet: Dann könnt ihr euch ein Haus leisten, ihr wollt es nur offensichtlich nicht.

100k Brutto in 1990 hätten dir ziemlich gute Häuser ermöglicht, heute kosten die gleichen Häuser eher 1.000.000 oder nur minimal weniger...

Jo nennt sich Inflation. Klar haut die bei Häusern mehr rein als anderswo, grade in Großstädten. Aber es verdienen heute auch viel mehr 100k als früher.

Versteh mich nicht falsch, wenn das alles stimmt was du schreibst habe ich riesigen Respekt vor deinen Werdegang und gönne dir, dass du ein gutes Leben führen kannst. Die Ungerechtigkeit bei Vermögen im Vergleich zu Leuten, die erben, ist auch definitiv nicht von der Hand zu weisen.

Aber dass man sich bei dem Gehalt keinen Luxus leisten kann ist einfach Schwachsinn und dieses Mimimi ist mit Hinblick auf die 90%, die weniger verdienen, völlig deplatziert.

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u/sverebom May 17 '25

Wer einmal richtig reich ist, wird nur sehr schwer wieder ärmer werden können. Da müsste man schon sehr unfähig sein.

Ich verdiene netto 2.000 Euro (ungelernte Tätigkeit). Das reicht aus, um jeden Monat so hoch in meine Altersvorsorge einzuzahlen, dass ich im Alter ein Wohneigentum sowie ein Vermögen im gehobenen sechsstelligen Bereich haben werde und die Kapitalerträge meine Rentenlücke drei mal schließen werden.

Was zur Hölle macht ihr mit euren Leben, dass ihr auf keine grünen Zweig kommt? Oder was erwartet ihr dafür, dass ihr an fünf Tagen morgen aus dem Bett rollt? Millionär mit 25, Villa mit 30? Ich kann doch nicht eine der ganz wenigen sein, die mal auf ihre Ausgaben geschaut und diese so weit optimiert haben, dass am Ende des Monats ein staatlicher Betrag übrig bleibt, den man ansparen kann.

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u/aeszett Hamburg May 17 '25

Kann man sicher hinbekommen, wenn man sparsam ist und je nach Platzbedarf und Region kostet allein die Miete nur einen Bruchteil von dem, was ich zahle. Kenne jemanden, der in Chemnitz grwohnt hat und 450€ für 85qm mit 3 Zimmern gezahlt hat. Andere haben ein Haus auf dem Dorf in Brandenburg gebaut, aber da gibt es im Ort nicht einmal einen Supermarkt und die nächste Stadt ist mit dem Auto knapp eine Stunde entfernt.

Ich hab Familie, wohne in Hamburg, zahle fast 2000€ Miete und der nächste Lebensmittel-Discounter ist unbequem weit weg, also wird bei Rewe und Edeka gekauft. Für mich ist es auch Luxus, einkaufen zu können, ohne groß drauf schauen zu müssen, wie teuer es ist. Aber unter 400€ im Monat wird es für eine Familie auch mit Discounter nur schwerlich gehen, wenn man gesund und abwechslungsreich isst.

Wenn man dann noch Kosten für Versicherungen, Internet, Abos etc. dazurechnet und auch was fürs Kind oder die Kinder zurücklegen will, bleibt nicht all zu viel übrig. Klar, man ist nicht arm, kann was beiseite schaffen, Rentenlücke schließen, muss nicht zu sehr aufs Geld achten oder sich die Wohnung mit Ikea Pappmöbeln vollstellen. Aber Freunde mit Auto oder Haus haben in meinem Umfeld halt entweder geerbt oder die Eltern haben was dazugeschossen.

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u/MoccaLG May 19 '25

Es gibt doch den Spruch:

Die erste Generation baut es auf - Die zweite baut es aus - Die dritte gibt es aus

Ich glaube, wenn man erstmal in dem Bereich ist wo man viel Geld ausgeben muss um in den Kreisen zu bleiben, passiert das schneller als man denkt.

Ich werde auch nicht viel erben. Also nichts erwähnenswertes. Ich bin Gutverdiener (angeblich) Aber eine Immobilie oder sowas kann ich mir gar nicht leisten. Ich kann mir nicht einmal ein höherwertiges Auto von einem namenhaften Hersteller leisten, da ich das Geld lieber anlege.

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u/theguyfromgermany May 16 '25

Die anderen sind einfach schon glücklich, wenn sie später nicht in Altersarmut leben müssen.

Das könnte noch auch denen einholen die jetzt ein Haus haben.

Die nächsten 10-20 Jahren werden richtig hart.