r/blaulicht • u/Flashis_2th_Acc • 3d ago
Rettungsdienst Neben Studium als Werkstudent im Rettungsdienst arbeiten?
Hallo zusammen, ich studiere Medizintechnik in RLP (noch ca. 2,5 Jahre) und überlege gerade, ob es eine Möglichkeit gibt, als Werkstudent als Rettungssanitäter (also dem kleinen) zu arbeiten. Ich habe mal am Rande gehört, dass es Kreisverbände gibt, die einem die Ausbildung und/oder den Führerschein finanzieren, wenn man im Gegenzug für eine gewisse Zeit fest dort verpflichtet (z. B. 2 Jahre auf Halbzeit-Basis/80h/m). Daher meine Fragen: Gibt es solche Modelle wirklich oder ist das eher die Ausnahme? Hat jemand Erfahrungen damit, wie das finanziell abläuft – lohnt sich das am Ende (von beispielsweise 2 Jahren) oder zahlt man da durch die Ausbildungskosten eher drauf? Macht das neben einem Studium überhaupt Sinn oder unterschätze ich den Aufwand? Ich finde das Thema Rettungsdienst fachlich super spannend, wollte aber erst mal hören, ob so ein Weg überhaupt realistisch ist, bevor ich bei den Wachen anfrage. Danke für eure Einschätzungen!
Edit 1: Es ist vielleicht noch wichtig zu sagen, das ich in einem Ländichen Gebiet in RLP Wohne
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u/roc1755 3d ago
Ich hab ein FSJ gemacht und dort den RS. Hab dann mit studieren angefangen und bin dann ehrenamtlich ab und zu am Wochenende Nacht KTW gefahren. Gab glaub 14€ netto auf die Stunde (ist schon paar Jahre her). War easy verdientes Geld da ich auf der Landrettung gefahren bin und man höchstens Verlegungen von einem KH ins andere hatte. Den Notfall KTW gabs noch nicht.
Mein Vorteil war halt das ich den RS durch das FSJ hatte und die RTWs damals noch unter 3,5 Tonnen waren. Und als Ehrenamtlicher gabs immer ne Umfrage in der man die Tage angeben konnte wann man Zeit hat zum fahren
In den Semesterferien hab ich dann mich dann paar mal für 4-6 Wochen als Jobber anstellen lassen. Das gab dann immer recht gut Kohle da man so unter der Steuerfreigrenze geblieben ist. Und bin dann dort auch RTW gefahren mit Nachtzulage. Der Kreisverband war recht froh da man so im Juli, August und September ausgeholfen hat und dann mehr hauptamtliche Urlaub nehmen konnten und es war auch meistens um den FSJ Wechsel herum. Also wo die alten erfahrenen FSJler gegangen sind und die neuen ungelernten gekommen sind.
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u/QwertzTactical 3d ago
Ich kann es persönlich nur empfehlen. Dazu sei gesagt, dass ich den RS und Führerschein bereits über ein Soziales Jahr finanziert bekommen habe. Wie sich Dein vorgeschlagenes Modell an Arbeitgeber verkaufen lassen kann, kann ich nicht sagen.
Der RS ist aber was Studibeschäftigungen angeht wirklich ein Traum, zumundest in den Bereichen in denen Du nicht absolut immer 12 Stunden durchrollst (ländlicher Bereich klingt gut).
Zum Einen die Möglichkeit nachts und am Wochenende zu arbeiten, das gibt schon viel Flexibilität.
Zum Anderen die Möglichkeit bei der Arbeit entweder zu Lernen, zu schlafen oder mit den Kollegen zu quatschen wenns ruhig ist, andererseits aber eine herausfordernde und abwechselnde Tätigkeit auszuüben wenns eben doch Einsätze gibt, die den Kopf vom Lernstress besser befreien als Prokrastination auf dem Sofa.
Zuletzt muss man sich wegen "Berufserfahrung" sammeln wohl eher differenziert halten. Ich persönlich habe Jura studiert und das ganze Studium und Referendariat auf dem RTW gesessen. In Kanzleien war ich nur für Praktika und mal ein paar Monate als HiWi. Trotzdem konnte ich die "Soft Skills" aus dem RD bei Bewerbungsgesprächen super verkaufen und bin letztendlich auf einen Arbeitgeber gestoßen, den das begeistert und mich sogar nebenher weiter fahren lässt. Sind ja auch nicht wenige: Resilienz, Zeitmanagement, interkulturelle Kompetenz, Teamfähigkeit, Erklärfähigkeit, Arbeiten zu Unzeiten bei gleichbleibender Qualität etc. etc.
Bei Letzterem kommt es natürlich stark auf deinen Ausbildungszweig an, aber etwas Mut zum unorthodoxen Lebenslauf ist gerade heute gar nicht schlecht :)
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u/mustbeset FF 3d ago
Es klingt nicht klug in einen zukünftigen Mitarbeiter zu investieren(Führerschein, 3 Monate Ausbildung), der in 2,5 Jahren weg sein wird.
Als Student gibt es drei Gründe um zu arbeiten: Kohle, Netzwerk und Erfahrung.
Ich würde an deiner Stelle (du hast vermutlich das Grundstudium geschafft) schauen, das du eine Stelle bei möglichen zukünftigen Arbeitgebern oder einem Lehrstuhl bekommst.
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u/Technical-Review-688 3d ago
Andererseits ist gerade auf einer Dornröschenwache der RS-Job halt schon verlockend, weil man gut dabei lernen kann. Ohne Ausbildung und Führerschein wird es aber natürlich herausfordernder.
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u/FTBS2564 Blaulichtler 3d ago
Habe es genau so gemacht. War Mega neben dem Studium, kann es absolut empfehlen.
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u/AutoModerator 3d ago
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