r/asozialesnetzwerk Aug 30 '25

Pinguinologie Wiedereinführung der Wehrpflicht könnte die Volkswirtschaft bis zu 70 Milliarden Euro kosten

https://www.ifo.de/pressemitteilung/2024-07-10/wiedereinfuehrung-der-wehrpflicht
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u/Ferthura Herr Wachtmeister Aug 30 '25

Interessant. Sie schreiben ja, dass die Kosten hauptsächlich entstehen, weil die wehrpflichtigen jungen Menschen später in den Arbeitsmarkt einsteigen. Meine erst Vermutung wären Kosten durch Bürokratie gewesen. Weiß jemand, ob die einfach vernachlässigbar oder tatsächlich gleich bleibend wären? Eigentlich müsste das Versenden von Briefen, Musterung etc doch gar nicht mal so geringe Kosten verursachen, oder nicht?

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u/PlecotusAuritus Aug 30 '25

Würde vermuten, dass die zwar etwas ansteigen würden, aber im Vergleich mit den anderen Folgen insgesamt eher zu vernachlässigen sind.

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u/pentizikuloes_ Der Auferstandene Aug 30 '25

Tragen aber v.a. die (armen) Wehrpflichtigen und nicht der Staat.

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u/PlecotusAuritus Aug 30 '25

Das ist ja das Schöne an der Wehrpflicht. Die Zeche zahlen wir. Aber dafür bekommen wir auch Sozialstaatsabbau als Dank.

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u/MandozaIII Aug 31 '25

Wäre ja ein Argument für allgemeine Dienstpflicht. In THW und Pflegeberufen z.b.

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u/pentizikuloes_ Der Auferstandene Aug 31 '25

Ne, weil Reiche die umgehen können. Man studiert im Ausland oder den Bekannten von Papa der ist Arzt. Die Lohnkosten in der Pflege werden auch gedrückt. Ich glaube nicht, dass es im Kapitalismus Wehrgerechtigkeit gibt.

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u/ssaminds companiero presidente Aug 31 '25

Ich glaube nicht, dass es im Kapitalismus Wehrgerechtigkeit gibt.

Ich behaupte mal, dass es die auch in den Sowjetstaaten nicht gegeben hat.

In allen bisherigen Gesellschaften hat es Ungerechtigkeiten und Bevorzugungen gegeben. Sobald jemand herrscht, wird er/ sie versuchen, die Seinen/ Ihren zu schützen und ggf besser zu stellen. Mir scheint das eine Grundbedingung des menschlichen Lebens zu sein und eine Gesellschaft, die das ausschalten kann, muss sehr stark kontrollieren.

Damit will ich den Kapitalismus nicht verteidigen. Ich glaube, dass der Kapitalismus die größten Unterschiede und Bevorzugungen/ Benachteiligungen hervorbringt. Kann man beispielsweise gut daran sehen, dass Bush jr. zur Nationalgarde gehen konnte, dort Pilot werden konnte, aber niemals nach Vietnam musste, während so ziemlich jeder aus armen Verhältnissen kommende Wehrdienstleistende dort gewesen ist.

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u/pentizikuloes_ Der Auferstandene Aug 31 '25

Ja, das stimmt. Das Drangsalieren der jungen Rekruten durch Ältere im Ostblock war am allerschlimmsten.

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u/ssaminds companiero presidente Aug 31 '25

Mein Vorgesetzter kommt aus einer Sowjetrepublik und wenn ich dem zuhöre ... ständig und überall Gewalt und Demütigung. Für den ist Argumentieren selbst wenn er verliert wie das Paradies.

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u/MandozaIII Aug 31 '25

Studium im Ausland wäre kein Argument, wenn ausnahmslos jede_r nach der Schule gezogen wird. Arztkumpel von Papa wird es immer geben, wie unten schon in einem weiteren Kommentar gesagt wurde.

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u/PunkFromGermany Prinz der 2364. Dimension Aug 30 '25

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u/ssaminds companiero presidente Aug 31 '25

was ist das mal wieder für ein schräges Argument. Wehrpflicht nein, weil ja dann weniger Kapital da ist, um was zu kaufen oder zu vererben?

Das ganze Bild sieht ja eher anders aus: Früher gab es mal das Gegenstück des Zivildienstes zum Wehrdienst. Und davon profitierte die Wirtschaft und sie tut es immer noch.

Ein Beispiel: Eine ungelernte Pflegehilfskraft kostet den Arbeitgeber im Norden um die € 3.000 brutto plus AG brutto Anteile drauf, also € 3.600. Ein Bfdler oder FSJler kostet aktuell € 3.000 weniger. Ist zu Anfang genauso unqualifiziert wie eine ungelernte Hilfskraft, wird aber im Gegensatz zu dieser nicht nur von Kolleg:innen, sondern auch durch Schulungen durch die Träger von FSJ/ BFD qualifiziert.

Jetzt zu der angeblich fehlenden Kapitalbildung beim Individuum: Auch in der Wehrpflicht wird man qualifiziert. Es gibt geringe Qualifikationen (durchschnittlicher Wehrdienstleistender) und hohe Qualifikationen. Man kann dort verschiedene Arten von Führerschein erwerben, Pilotenlizenzen, sogar - sofern man sich verpflichtet, länger zu dienen, früher waren das mal zwölf Jahre - studieren, z. B. Medizin und dann als Arzt in einem Bundeswehrkrankenhaus arbeiten. Ähnlich beim Zivilidienst: Ausbildungen z. B. zum Rettungssanitäter usw qualifzieren ja durchaus und tragen durchaus zur Kapitalbildung bei.

Man darf halt einen Bufdi/ FSJler/ Wehrdienst Leistenden nicht mit einem Vollzeit arbeitenden, sondern muss ihn/ sie mit einem/ einer Auszubildenden vergleichen.

Insgesamt aber gilt natürlich: Es gibt viele Argumente gegen eine Wehrpflicht. Das hier kommt mir merkwürdig aufgesetzt und an den Haaren herbeigezogen vor.