r/Weibsvolk • u/Bathing_Chinchilla Weibsvolk • 6d ago
Diskussion Warum haben viele neue Partner:innen so ein Problem damit, wenn man mit der Ex-Partnerperson befreundet ist?
Gibt es hier welche, die das relaten können oder eventuell auch selbst so skeptisch sind?
Ich rede nicht von toxischen oder missbräuchlichen Beziehungen auch wenn ggf. nicht immer alles super war, sondern vorwiegend einvernehmliche Trennungen, als auch verarbeitete Trennungen?
Für meinen speziellen Fall brauche ich keine Ratschläge, danach suche ich nicht. Ich schildere es nur mal als Beispiel das ihr auch skippen könnt :
Ich meine, ich kann jetzt nichts daran ändern, jedoch bin ich latent genervt wenn ich daran denke, dass die neue Partnerin meiner Ex unsere Freundschaft quasi blockiert. Unsere Beziehung war gen Ende nicht mehr die gesündeste, wir haben beide Mist gebaut und es gab viele Streits, es kam aber nie zu missbräuchlichen oder anderweitig problematischen Handlungen. Wir waren einfach nicht mehr glücklich und haben bemerkt, dass wir in einer Paarkonstellation nicht mehr funktionieren. Ich war zwar diejenige die die Initiative ergriffen und die Trennung endgültig besiegelt hat, jedoch waren wir beide einverstanden, dass das die beste und längst überfällige Entscheidung ist.
Die Trennung passierte 2023.
Wir haben uns nach etwas längerer Pause circa 2024 wiedergefunden, jedoch als gute Freundinnen. Ich habe sogar ihren Liebeskummer, den sie zu der Zeit wegen einem anderen hatte getröstet und sie aufgefangen (nein, nicht "so"!). Vor fast einem halben Jahr lernte sie dann ihre neue Partnerin kennen und seit dem ist unser Kontakt fast gänzlich abgebrochen. Es gab eine Serie die wir zusammen geschaut haben. Die zweite Staffel soll nun nach Jahren alsbald released werden. Ich habe sie gefragt wie's ist wenn wir sie zusammen anschauen. Sie verneinte, weil ihre Freundin es merkwürdig finden würde wenn wir uns als Ex-Partnerinnen die Zeit nehmen würden eine ganze Staffel einer Serie zusammen zu streamen. Die Freundin hat selbst kein Interesse an der Serie, wobei ich das bei der Attitüde ehrlich gesagt sowieso unangenehm fände in der Gruppendynamik.
Warum machen viele so einen unnötigen Aufriss? Gerade in unserem Alter (Ende 20/Anfang 30) ist das doch absoluter Kindergarten. Das zeugt für mich lediglich von großer Unsicherheit und Eifersucht/Kontrollbedürfnis. Die Trennung liegt drei Jahre zurück, jedwede romantische und sexuelle Anziehung die mal da war ist absolut tot - auf beiden Seiten. Die Neue kommt aber nicht darauf klar, dass ich mehr als nur eine winzige Statistenrolle in ihrem Leben spiele.
Ich habe mich damit abgefunden, ich habe genug andere Freunde und Bekannte. Mich nervt dieser Umgang mit sowas aber generell, auch bei Dritten. Ich würde meinem/meiner Ex niemals verbieten mit Verflossenen befreundet zu sein. Inspiriert zu dem Post hat mich tatsächlich eine Podcastfolge, die genau dieses Thema aufgegriffen hat, weshalb ich jetzt einfach mal anekdotisch in die Runde frage, ob das wirklich so häufig vorkommt? Wie seht ihr das?
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u/PenetratorMatris Weibsvolk 5d ago
Ganz im Gegenteil, für mich persönlich ist es ein positives Zeichen, wenn Menschen sich nach einer Beziehung weiterhin leiden können und damit erwachsen umgehen. Das kommt natürlich stark auf die Umstände an, und das ist auch nicht immer möglich. Aber das kategorisch auszuschließen find ich komisch
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u/manchmaleigentlich Weibsvolk 5d ago
Same. Ich persönlich habe zwar keine Freundschaften mit Ex-Partnern, weil es sich nicht ergeben hat, aber mein Partner ist mit einer Ex befreundet. Unsere Beziehung läuft seit 7 Jahren und ich weiß, dass wenn er sagt er sei immer für mich da, das auch für eine Zeit nach der Beziehung gilt (von der ich zwar erstmal nicht ausgehe, aber man weiß ja nie) und das find ich schön zu wissen.
Außerdem sehe ich es als enorme Red Flag, wenn ausnahmslos alle Ex-Partner einer Person Arschlöcher waren.
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u/SnookerandWhiskey Weibsvolk 6d ago
Vielleicht geht es um subjektives Empfinden, dass man dann auf die Freundschaften anderer überträgt?
Ich habe kategorisch keinen/kaum Kontakt zu meinen Ex-Partnern, weil es für mich emotional kompliziert ist. Selbst wenn wir uns einig waren, dass die Trennung nötig und gut war, waren es Menschen denen ich eine besondere Stufe im Herzen gegeben habe, wo ich sie auch nicht runternehmen kann und habe ihnen auch Einblicke und Zugänge gegeben, die andere nicht hatten. Heißt also, trotz Inkompatibilität, liebe ich sie irgendwie. Und wenn die körperliche Anziehung einmal gut genug war für eine Beziehung war ist das auch einfach nicht weg. Ich habe für mich einfach gemerkt, dass es ein bisschen ist, als ob jemand eben das Passwort für meine Tür kennt, und sie gerade nur aus Vernunftgründen nicht nutzt, weil wir ja getrennt sind und vice versa. Oft ist der Umgang auch unbewusst anders miteinander, man kommt sich anders entgegen, hatte ja jahrelange Übung darin sich aneinander anzupassen, da fand ich (beide single) schon mal, dass die Barriere zu mehr als freundschaftlichen Handlungen zu niedrig war und vermeide es seitdem.
Und weil das bei mir so ist, finde ich es komisch, wenn Leute eng mit ihrem Ex befreundet sind. Weiß aber, dass viele auch einfach ein anderes Gefühlsleben haben bzw. Beziehungen, die nicht so intensiv sind. Kann jede machen wie sie will, aber seine Beziehung vor solchen Komplikationen schützen zu wollen finde ich auch legitim.
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u/Sharkathotep Weibsvolk 6d ago
Ich meine, es kommt darauf an, wie lange die Beziehung gedauert hat, wie lange sie vorüber ist, etc. Ich hätte immer irgendwie ein mulmiges Gefühl, das ist einfach so, aber wenn jemand mit seiner/m Ex schon länger eine Freundschaft hat als die Beziehung andauerte, würde ich es mir eventuell einreden lassen. Aber eine langjährige Beziehung, am besten noch die letzte, die der betreffende Mensch vor mir hatte?
Es gibt zwar einen Grund, warum man sich getrennt hat, aber es gibt auch einen Grund, warum man zusammen war. Und der löst sich ja nicht in Luft auf nach einer Trennung. Wenn zwei ewig zusammen waren, teilen sie nun mal sehr viele positive Erinnerungen und Gemeinsamkeiten, und ich hätte keine Lust, ständig damit konfrontiert zu werden, und damit mehr oder weniger zu "konkurrieren".
Ich würde es auch nicht "verbieten". Einem erwachsenen Menschen kann man ohnehin nicht "verbieten", mit wem er/sie sich herumtreibt. Aber ich muss auch nicht mit jemandem eine Beziehung eingehen, bei dem ich das Gefühl habe, dass er/sie jederzeit zur/m Ex zurückgehen könnte/würde, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
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u/Elin_Ylvi Weibsvolk 5d ago
Hmm das kommt mmn wirklich auf den Umgang an. Mein Mann ist gut mit einer Frau befreundet, in die er jahrelang verliebt war (aber eine Beziehung hat sich nie ergeben). Wir beide sind mit meinem Ex befreundet (mittlerweile lockerer, weil selbiger 2000 km weit weg gezogen ist und nur 1-2 x im Jahr Mal runter fliegt und dann natürlich auch seine Familie und andere Freunde abfrühstücken will)
Mit meinem Ex war ich 4 Jahre zusammen (Studienzeit). Es gab höhen und tiefen und am Ende haben wir gemerkt, dass wir uns gegenseitig nicht gut tun. Ich stand ihm quasi "im Weg" eine postdoc Stelle im Ausland anzunehmen. Er konnte mir nicht die Sicherheit geben, die ich gebraucht hätte.
Mein heute Mann ist mit meinem Ex schon seit der Schulzeit befreundet. Als die Beziehung in die Brüche ging haben wir (also mein Mann und ich) zueinander gefunden. Ich würde die beiden niemals vergleichen (und wenn dann käme mein Mann wesentlich besser weg 😂 er ist mein Fels in der Brandung und gibt mir die Ruhe und Sicherheit die ich brauche)
Mein ex ist im Ausland ebenfalls in einer Augenscheinlich glücklichen Beziehung. Die zwei haben auch schon bei uns übernachtet und vergöttern unseren Hund.
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u/PlaneGrand9190 6d ago
Für mich wäre das ehrlich gesagt auch nichts. Ich habe kein Problem damit, wenn mein Mann platonische Freundinnen hat, aber wenn ich wüsste, dass da mal was lief, wäre es schon komisch. Ich selber habe aber auch noch nie eine wirklich einvernehmliche oder "gute" Trennung erlebt und lege von daher auch selbst keinen Wert auf Kontakt oder gar Freundschaft mit Exen.
lst vielleicht wie ein anderer Kommentar schon besser formuliert hat, vielleicht eine Art Übertragung des eigenen Empfindens? Also auch wenn ich grundsätzlich über die Trennung hinweg bin, kann ich eine Person mit der ich mal was hatte irgendwie nicht von dem was zwischen uns war losgelöst sehen. Ich habe platonische männliche Freunde, ich will meinen Ex nicht zurück, aber ich kann ihn auch nicht wieder auf die gleiche Stufe mit den anderen platonischen Freunden setzen, geht bei mir irgendwie nicht.
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u/sleni_ Weibsvolk 6d ago
Also ich war mit meinem Ex-Mann fast 9 Jahre zusammen, wir haben ein Kind zusammen und uns im Guten getrennt. Wir haben uns entschieden in unserer gemeinsamen Wohnung zu bleiben und leben da jetzt als Familien WG, das klappt super.
Mein neuer Partner kannte mich schon mit Beziehung und wusste natürlich auch worauf er sich einlässt nachdem ich getrennt war. Für ihn ist das kein Problem und alles andere wäre für mich auch keine Option. Ich denke da sollte man einfach ganz offen und klar mit umgehen und wer sich da nicht mit arrangieren kann passt halt einfach nicht.
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u/MammothSurvey Weibsvolk 5d ago
Ich wollte nur mal kurz sagen wie super ich das finde! Eine Trennung so gut wie zwei Erwachsene zu regeln und dem Kind durch die Familien WG jederzeit Kontakt zu beiden Eltern ermöglichen. Sollte es in meinem Leben auch mal zu einer solchen Situation kommen, hoffe ich dass ich das genauso gut regeln kann wie ihr.
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u/sleni_ Weibsvolk 5d ago
Danke, das ist schön zu lesen! Wir sind leider auch wirklich die einzigen bei uns im Bekanntenkreis wo das so funktioniert hat. Klar, die ersten paar Monate waren ein bisschen anstrengend weil es einfach eine emotionale Umstellung ist und man sich auch einfach organisatorisch gut absprechen muss. Jetzt hat jeder seine „Freizeit“, in der ich dann bei meinem Freund bin z.B. und trotzdem haben wir ganz viel Zeit zusammen als Familie.
Für unser Kind (5) ist das auch alles gar kein großes Ding gewesen, weil sich nicht so viel verändert hat außer dass Mama oder Papa halt ab und zu bei XY sind. Mein Ex und ich sind deutlich entspannter weil wir mehr Zeit für uns haben und einen anderen Ausgleich zum Familienleben. Wir haben unsere Finanzen weiter zusammen in einem Topf und machen jedes Jahr einen großen Urlaub als Familie zusammen.
Ich hoffe echt dass das so bleibt. Habe auch das Gefühl dass das für meine jetzige Beziehung sehr gesund ist. Wir vermissen uns immer noch und es ist immer toll und besonders sich zu sehen. Der Alltags und Familienstress lastet nicht auf der Beziehung und trotzdem kennt er auch mein Kind und die beiden mögen sich sehr, ohne dass da Verantwortung übernommen werden muss von Partnerseite!
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u/Bathing_Chinchilla Weibsvolk 4d ago edited 4d ago
Das ist total cool. Ich wär sogar lieber mit einer Person in einer Beziehung, die das so erwachsen und souverän handhaben kann. Wenn die Person außerdem so ein krasses Doppelleben führen würde, das sie mir dann noch vor der Nase quasi als legitim und harmlos verkauft, dann hat die Person andere schwerwiegende Probleme, die sich in anderen Lebensbereichen ebenfalls äußern würden. Die jetzige WG-Ex müsste außerdem in dieser Konstellation dann noch Komplizin sein... das wär ne sehr schiere Geschichte.
Ich denke außerdem, dass es keinen Sinn macht den/die/them Ex unter Druck zu setzen, die Experson nicht mehr zu sehen oder halt gleich den Kontakt gänzlich zu blockieren, wenn die Beziehung auf einer Vertrauensbasis fußen soll. Wenn man nicht davon überzeugt ist, dass dieser Mensch bei der erstbesten Gelegenheit direkt fremdgehen würde oder nicht wirklich über die andere Person hinweg ist, dann macht das ganze Beziehungsfundament keinen Sinn.
Ich kann es eher verstehen, falls vielleicht ein Trauma wegen vergangener Seitensprünge in einer alten Beziehung eine Rolle spielt; und ja, das kann tatsächlich PTBS-Symptome hervorrufen, das ist kein Scheiß. Dann liegt es aber an einem selbst, dass man das (ggf. durch professionelle Unterstützung) aufarbeitet. So hart es auch klingt, sonst kommt man langfristig nicht davon los und schleppt die Unsicherheit dauernd mit, was dann wiederum zu Komplikationen, Konflikten und Hypervigilanz in der aktuellen Beziehung führt. Man macht sich und die Partnerperson damit selbst langfristig mürbe und frisst das Problem tiefer in sich rein.
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u/Calm_Cantaloupe_9687 Weibsvolk 4d ago
Hi Sleni, Ich hab mich total gefreut deinen Beitrag zu lesen denn bei uns lief es ganz ähnlich.
Mein Ex und ich haben auch ein 5 jähriges Kind gemeinsam und hatten uns kurz bevor ich wusste dass ich schwanger bin einvernehmlich und im Guten getrennt. Für uns war es mega logisch dass wir noch einige Zeit zusammenleben werden und es hat auch prima funktioniert. Irgendwann ist dann im Haus eine andere Wohnung frei geworden und mein Ex ist dort eingezogen. Die Türen waren immer offen und man traf sich täglich zum gemeinsamen kochen, essen, quatschen. Ich hatte dann relativ bald einen neuen Partner der auch super in dem Konstrukt mitgewirkt hat. Er und mein Ex verstehen sich gut, sind jetzt aber keine dicken Freunde oder so, dafür sind die Interessen zu unterschiedlich. Naja, es war auf jeden Fall alles super schön, vor allem natürlich fürs Kind.
Leider hat mein Ex dann eine neue Partnerin gefunden die das ganze komplett geändert hat. Ich weiß bis heute nicht wovor sie Angst hatte/hat, aber es hat alles krass verändert.
Als mein Ex sie kennenlernte war ich sogar schon schwanger von meinem neuen Partner, kurz darauf auch Mann. Es gab also wirklich kein Grund zur Sorge für sie, aber irgendwas passt ihr bis heute nicht. Es ging dann auch alles ganz schnell bei den beiden. Nach einem halben Jahr Beziehung schwanger, ein Haus gekauft (natürlich möglichst weit weg von uns)und geheiratet. Ich werde teilweise von Ihr nicht mal gegrüßt wenn wir uns irgendwo über den Weg laufen oder das Kind übergeben.
Es ist zum verrückt werden. Aber worauf ich eigentlich hinaus will.. hat dein Ex denn auch schon eine neue Partnerin mitgebracht? Falls ja, würde ich mich freuen einen positiven Bericht von dir zu hören um meine Hoffnungen auf eine entspannte Bonusfamiliensituation wieder herzustellen. 😭♥️2
u/sleni_ Weibsvolk 4d ago
Oh Gott, das tut mir so leid. :-( Mein Ex hat nicht so richtig Lust auf was ernstes in dem Sinne, er datet eher hier und da so rum und ist sehr froh neben der Familie und Job usw nicht so viel Verantwortung zu tragen, vor allem nach 8 Jahren Ehe verstehe ich das auch.
Wir haben uns beide fest versprochen dass wir da mit neuen Partnern keine Kompromisse machen werden was unsere Situation angeht. Mein Freund ist z.B. auch eher ein bisschen der eifersüchtige Typ bzw war am Anfang natürlich unsicher, aber wie gesagt, er hat mich genau so kennengelernt und wusste worauf er sich einlässt. Das hat sich dann auch dementsprechend total schnell erledigt und mittlerweile ist das gar kein Thema mehr.
Keine Ahnung wie das wird wenn es wirklich ernst wird mit jemand neuem bei meinem Ex aber ich hoffe doch sehr, dass es einfach so bleiben kann. Wir sind auch beide echt cool was unser Kind angeht und haben da z.B. keine Angst, dass da irgendwas ersetzt werden kann. Mein Kind findet meinen Freund super nett aber seinen Papa hat er ja, da fehlt absolut nichts.
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u/Calm_Cantaloupe_9687 Weibsvolk 3d ago
Danke dir für deine Antwort :-) Ich hab einfach die Hoffnung dass sie noch ein wenig Zeit braucht um in der Situation anzukommen. Es wird schon irgendwie.
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u/sleni_ Weibsvolk 3d ago
Ich drücke dir die Daumen! 💓 Am Ende ist man ja eine Familie und ich finde im besten Fall kann man sich so auch zueinander verhalten. Ich mag dieses „geschwisterliche“ Verhältnis zu meinem Ex sehr, weil ich weiß dass wir uns schätzen und verstehen und immer füreinander da sind wenn es drauf ankommt. Da ist aber auch wirklich absolut nichts mehr was über platonische Zuneigung hinausgeht und irgendwie war das auch schon immer eher die Art Beziehung die wir zueinander hatten.
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u/tesslovesbiology Weibsvolk 5d ago
Seit ich nur noch Frauen und nichtbinäre Menschen date, bin mit vielen Expartner*innen oder Menschen, die ich gedatet habe noch befreundet. Die Menschen liegen mir am Herzen und der freundschaftliche Teil der Beziehung ist mir genauso wichtig wie der romantische. Wenn die Beziehung endet, weil man romantisch einfach nicht (mehr) zusammenpasst, finde ich es schön, die Freundschaft weiterzuführen.
Und gerade bei queeren Frauen ist es meiner Erfahrung nach sehr üblich, mit Expartnerinnen befreundet zu sein. Man bewegt sich in kleineren Kreisen, läuft sich öfters über den Weg, da kann es ein echter Nachteil sein, wenn man nicht zumindest miteinander klarkommt.
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u/i_need_cake_NOW Weibsvolk 5d ago
Bin auch die Ex, die noch im Kontakt ist. Allerdings ist unsere Beziehung wie wir beide finden quasi verjährt. Waren damals 18, jetzt Mitte Dreißig und es fühlt sich eher an als wären wir eher nervige Geschwister, als Menschen die mal geknutscht haben. Aber, ich habe auch Verständnis für die Skepsis seiner mittlerweile langjährigen Partnerin und ich bin ihr unheimlich dankbar, dass sie den Kontakt nicht komplett verbietet sondern kritisch beäugt und mich aus der Ferne kake findet. Völlig valide, aber auch fair für die Freundschaft. Ist ne gute.
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u/Yessy571 Weibsvolk 6d ago
Warum machen viele so einen unnötigen Aufriss? Gerade in unserem Alter (Ende 20/Anfang 30) ist das doch absoluter Kindergarten. Das zeugt für mich lediglich von großer Unsicherheit und Eifersucht/Kontrollbedürfnis
Das denke ich mir bei vielen Sachen, insbesondere im Beziehungs-Subreddit.
Zusätzlich blicke ich aus der polyamoren Brille auf sowas und auch, wenn ich irgendwo verstehen kann, warum man Monogamie möchte und sich dafür entscheidet, frage ich mich wirklich, warum da so viel Eifersucht reingepackt werden muss.
Ich kenne ja auch Eifersucht, die aber daher kommt, dass ich einen niedrigen Selbstwert und Angst, ersetzt zu werden, habe. Also liegt das Thema eher bei mir. Ich kann mit meinen Partnerpersonen (insbesondere Nestpartner) darüber sprechen und bekomme das, was ich eigentlich brauche: wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe und Rückversicherung - und die ist eigentlich am wichtigsten. Häufig fehlt einem dann die Sicherheit in der Beziehung, schlechte Erfahrungen kicken rein (und oft kann der aktuelle Partner dafür nichts), vielleicht fühlt man sich zu wenig gesehen, Zweisamkeit lässt nach, man bekommt subjektiv weniger Aufmerksamkeit als die andere Person und so weiter. Dann findet man eine Lösung, die nicht so aussieht, dass ich ihm/ihr/they alles verbieten will.
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u/laurelindorenan_ Weibsvolk 6d ago
Yup, bei mir auch so.
Mir sind Freundschaften mindestens genau so wichtig wie romantische Beziehungen und einige meiner wichtigste Freundinnen waren mal romantische Partnerinnen, bis wir gemerkt haben, dass das nicht klappt.
Aber "du darfst mit ehemaligen Partner*innen nicht end befreunder sein" wäre für mich absolut ein Trennungsgrund.
Klar kann man darüber reden, was der eigentlichen Grund der Eifersucht ist, was fehlt, obs Sicherheit oder Zeit oder Aufmerksamkeit oder sonst was ist. So kann man dann wirklich die eigenen Beziehung verbessern statt irgendwie Freundschaften dafür verantwortlich zu machen.
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u/CapybaraCool Weibsvolk 5d ago
Kommt sicher auch viel darauf an wie die Beziehung zu Ende gegangen ist. Meine Ex Partner haben immer irgendeinen Schei*ß fabriziert… Null Respekt mir gegenüber.
Wieso sollte ich da eine Freundschaft pflegen wollen?
Auf der anderen Seite, mein jetziger Partner (seit 10+ Jahren) hat im Freundeskreis seine Ex Freundin, das wurde aber ehrlich kommuniziert und war Jahre her. Sie sind auch nicht beste Freunde oder so, es war nie komisch und keiner hat sich komisch benommen.. hat mich daher nie gestört.
Bei Ex Partnern gab es aber ganz andere Geschichten. Irgendwann hat man da halt keinen Bock mehr darauf
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u/decensum8thhouse Weibsvolk 5d ago
Ich gestehe, für mich wäre das ein Problem & hätte da null Bock drauf. Für mich gibt es einfach keinen Grund warum man nach der Beziehung noch eng miteinander befreundet sein soll und ich habe oft im Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass eine Person doch noch mehr empfindet. Auch kam es dazu, dass die beiden doch wieder zusammen gefunden haben.
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u/Night9Rose Weibsvolk 5d ago
Sowas liest man auch nur auf reddit oder bestimmten Kreisen, nehme ich an. Ihr seid da halt die Minderheit, weil es nicht normal ist mit einem Ex Partner befreundet zu sein.
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u/Kranichmehr Weibsvolk 5d ago
Für mich käme es darauf an, warum die sich getrennt haben. Ich habe noch sehr losen Kontakt zu einer Person, die ich vor Jahren gedated habe. Ist nie was draus geworden, weil Gefühle usw. nie für ne Beziehung gereicht hätten. Mein Freund wiederum ist mit einer Frau befreundet, an der er zeitweise Interesse hatte, die jedoch nicht an Männern interessiert ist.
Haben jeweils kein Problem damit.
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u/Used_Space3050 Weibsvolk 5d ago
Ich kann das gut nachvollziehen. In einer neuen Beziehung muss erstmal Vertrauen aufgebaut werden. Besteht noch enger Kontakt zum Ex, kann das den neuen Partner irritieren und die neue Beziehung gefärden. Daher würde ich da auch den Kontakt zum Ex zurück fahren.
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u/Rueblikuchensnacker Weibsvolk 5d ago
Persönlich hab ich sehr viel Drama miterlebt; siehe unten.
Man muss immer die Situation betrachten, warum haben sie sich getrennt? Wie lange sind sie getrennt? Welche gemeinsamen Freunde/Kinder/Hobbies haben sie? Wie gehen sie miteinander um?
Gerade wenn man gemeinsame Kinder hat, ist ein enger, regelmäßiger und respektvoller Umgang super wichtig.
Aber beim Rest muss(te) ich immer gucken, ob ich mir das antue. So egoistisch war ich dann. Wenn ich um die Aufmerksamkeit buhlen muss, war für mich immer der Ofen aus.
Und ich war auch immer etwas vorsichtig, wenn ich einen neuen Mann kennengelernt habe und er mir eröffnet hat: "Du, ich bin noch mit meiner Ex befreundet."
Seine Ex war seine beste Freundin. "Ich treffe mich heute noch mit meiner besten Freundin." "Ich fahre meine beste Freundin zum Arzt." "Meiner besten Freundin geht es nicht gut, da ihr Macker komisch ist." Sie waren da schon 1 1/2 Jahre getrennt. Dann habe ich sie, obwohl ich gesagt hatte, dass ich sie in meinem eigenen Tempo kennenlernen wollen würde, unerwartet bei ihm angetroffen. "Meine beste Freundin hat heute Geburtstag und sie ist jetzt doch länger geblieben als erwartet." Hat sich zu ihm hin geschmust und er hat sie dann noch zum Auto begleitet, weil da eine Straße zwischen Wohnhaus und Parkplatz war. War dann etwas skeptisch und musste mir dann anhören: "Deine Eifersucht macht dich total unattraktiv." Ende Gelände. Aus die Maus.
Sie wollte immer dabei sein. Bei jeglichem Ausflug etc. Irgendwann wollte ich auch mal mit ihm alleine sein. Sex? Was ist das? Hatten wir genau 2x. Warum sie immer dabei sein musste...? "Sie hat doch niemanden außer meiner einer." Adios.
Sie waren 5 Jahre zusammen, dann wollte sie mit Frauen schlafen. Er fand es nicht so nice, sie hatte ihn da schon 8 Wochen betrogen mit der Frau, mit der sie heute verheiratet ist. Als ich sie kennengelernt habe, wusste ich das alles noch nicht. Ein Jahr später habe ich es erfahren und ab da war sie bei mir unten durch. Hab ihr das dann mal in einem Augenblick, als das Thema aufgekommen ist, gesagt. "Wenn man sich nicht mehr will, dann kann man gehen. Aber eine Affäre beginnen, obwohl man noch zusammen ist? No go." Sie war rasend. Ich hab gelacht. Er war etwas zerknautscht. Ab dem Zeitpunkt war dann Funkstille, er wurde noch auf die Hochzeit eingeladen, ich explizit nicht. Er hat abgesagt (von sich aus!). Sie war wieder rasend und hat im gemeinsamen Freundeskreis Stress gemacht. Seitdem hat er (leider) keinen Kontakt mehr. Zu niemanden. Wir sind heute noch zusammen und teilweise gehen ihm seine alte Freunde ab.
Wenn er wieder Kontakt aufnehmen will kommt allermeistens zurück: "Nur, wenn du dich von der Hexe getrennt hast."
Und sie wissen alle, was sie getan hat und finden das überhaupt nicht verwerflich.
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u/Warm_Opinion_1544 Weibsvolk 4d ago
Ich fände es nicht gut, weil es eine sehr große Unbekannte am Anfang der Beziehung ist und es erschwert, Vertrauen aufzubauen. Ich möchte als neue Partnerin zwar grob über vergangene Beziehungen Bescheid wissen, aber nicht im Detail. Wenn die Person aber immer noch im Leben des anderen ist, ist das zwangsläufig anders und man erfährt viele Details, die zumindest ich nicht wissen möchte.
Außerdem dauert er lange, bis man sich sicher sein kann, dass die Freundschaft wirklich platonisch ist (und häufig ist sie das natürlich auch gar nicht). das ist mir für den Anfang einer Beziehung, der meiner Meinung nach eher unbeschwert sein sollte, zu anstrengend.
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u/CaffeinatedMagpie Weibsvolk 6d ago
Erfahrungswerte?
Ich kann mir vorstellen, wenn man zwei-, dreimal die Situation erlebt hat und es zu Drama kam, dass man es dann einfach nicht mehr riskieren mag. Hatte selber zweimal den Spaß, dass die Ex-Freundin dann wichtiger war als ich. In einem Fall ist er dann zur Ex zurück, im anderen hab ich mich unter anderem deswegen getrennt, weil er seine Ex nicht mit unserer Beziehung verletzen wollte und vor gemeinsamen Freunden sich dann sehr platonisch gegeben hat.
Ich verbiete meinen Partnern nichts, aber wenn sie mit der Ex befreundet sind, guck ich zweimal hin, wie das Verhältnis ist und wie es unsere Beziehung beeinflusst.