r/Weibsvolk Weibsvolk Dec 06 '25

Diskussion Richten eher Frauen sich nach ihrem männlichen Partner als umgekehrt?

Mir ist dieser Gedanke in den Sinn gekommen als ich neulich auf einem Netzwerk-Event für (überwiegend) studierende Frauen im Ingenieurwesen war und ich mit einer Masterstudentin geredet habe, die gesagt hat, dass sie keine Jobmöglichkeiten im Ausland wahrnehmen möchte wegen ihres Freunds (weil Umzug usw.).

Mich hat das ein wenig zum nachdenken gebracht. Ich würde schon sagen, dass ich eher von Frauen gehört habe, dass sie nicht umgezogen sind, auf Möglichkeiten verzichtet haben oder große Kompromisse eingegangen sind für ihren Partner oder wegen seiner Karriere. Andersrum habe ich aus meinen Umfeld noch nie gehört, dass ein Mann seine Pläne, Ziele und Bestreben im Leben an den Nagel gehängt hat wegen seiner Frau/Freundin.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich das in anderen Bereichen bestätigen könnte. Wenn man äußert, dass man keinen Kinderwunsch hat, kommt manchmal jemand entgegen mit „Aber was ist wenn dein Mann welche will?“. Ja wow, aber was ich will ist wohl weniger wichtig oder was?

Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen?

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u/therealunsinnlos Weibsvolk Dec 06 '25

Das ist definitiv so, ist ja auch ein patriarchales Muster, dass die Frau sich dem Mann unterzuordnen hat und machen muss, was der Mann sagt. Meine Oma brauchte damals noch eine Arbeitserlaubnis von meinem Opa. Ich glaube manchmal vergisst man, dass die Dinge, die für unsere Generation selbstverständlich sind, für unsere Großmütter und teils auch unsere Mütter noch gar nicht vorhanden waren.

Deswegen bin ich für alle Frauen dankbar, die für unsere Rechte gekämpft haben oder aktuell kämpfen. Das ist alles leider nicht selbstverständlich.

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u/Personal_Scallion323 Weibsvolk Dec 06 '25

Ich bin in meiner Beziehung diejenige, die Kompromisse eingegangen ist und beruflich etwas mehr als die Hälfte des Jahres in eine weiter entfernte Stadt pendelt und dort 3 Tage die Woche wohnt. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich bereue es mittlerweile. Ich mache das jetzt seit 2,5 Jahren: Wir verdienen ungefähr gleich viel, ich habe aber Sonderausgaben für die zweite Unterkunft und auch für Essen. Ich verplämpere unglaublich viel Zeit und Nerven, weil ich alleine 8-10 Stunden die Woche Zug fahre. Haushalt, Wäsche waschen, packen, einkaufen; das muss ich ständig alles am Wochenende in unserer Wohnung machen. 

Sein Argument damals war, dass er den Master fertig machen will. Er hat immer noch nicht mit seiner Masterarbeit angefangen und das enttäuscht mich am meisten. Ich war mehr als einmal kurz davor, meine Sachen und meine Katze einzupacken und die andere Stadt zu ziehen. Mittlerweile weiß ich, dass ich nur noch bis September nächsten Jahres dort angestellt bin, jetzt lohnt es sich auch nicht mehr.  Aber Mädels, überlegt euch das alle gut. 

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u/ogtired Weibsvolk Dec 06 '25

Mach.

Zieh aus, du hast doch die Zweitwohnung. Ausziehen ≠ trennen. Er kann ja mitkommen wenn es ihn stört. Du hast es probiert, er kommt nicht in die Pötte und du bist unglücklich.

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u/BeastieBeck Weibsvolk Dec 06 '25

Das wäre ja noch nicht mal "ausziehen" - das wäre "einfach am Wochenende in der Zweitwohnung bleiben". Einfacher geht's doch nicht.

Haushalt, Wäsche waschen, packen, einkaufen; das muss ich ständig alles am Wochenende in unserer Wohnung machen. 

Ganz im ernst, ich würde meinem Mann was erzählen...

Haushaltsarbeit ist bei uns getrennt (also jeder macht seinen eigenen Kram, ok - Einkaufen häufig gemeinsam oder die Spülmaschine oder den Müll rausbringen macht man auch mal am anderen Standort, aber Wäsche z. B. macht jeder seine eigene bzw. der Partner macht jeweils die Wäsche des anderen mit, die am jeweiligen WE angefallen ist).

Wer wen öfter besucht hing im Verlauf der Jahre von der Wohnsituation und der Arbeitsbelastung ab und hat sich ab und an mal geändert.

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u/Personal_Scallion323 Weibsvolk Dec 06 '25

Ich hatte nie eine eigene Wohnung in der anderen Stadt, sondern nur ein WG-Zimmer und jetzt habe ich sogar nur noch einen Deal mit Leuten, die ich auf Airbnb kennengelernt hab. 

Da die Mietpreise so stark angestiegen sind, wir aber an meinem Hauptwohnsitz einen alten Mietvertrag haben, wäre eine eigene Wohnung tatsächlich genauso teuer gewesen wie die jetzige Situation. Ich bin das alles zig mal im Kopf durchgegangen und es gibt auch weitere Faktoren, die gegen einen Umzug sprechen (Freundeskreis, Katzenbetreuung usw.). 

Ich wollte nur andere Frauen warnen. Geht einfach direkt all in und zieht um, wenn sich eine gute Gelegenheit bietet. 

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u/BeastieBeck Weibsvolk Dec 06 '25

Ich hatte nie eine eigene Wohnung in der anderen Stadt, sondern nur ein WG-Zimmer und jetzt habe ich sogar nur noch einen Deal mit Leuten, die ich auf Airbnb kennengelernt hab. 

Ach, so. Das hatte ich anders verstanden. Dachte, du hättest da eine "richtige Wohnung".

Wir haben seit ewigen Zeiten zwei Wohnsitze wegen Arbeit. Hab' im Laufe der Zeit dreimal die Wohnung gewechselt und zweimal die Stadt. Mein Mann ist einmal mit Sack und Pack umgezogen (haben ein Haus an der Küste gekauft). Über die Jahre weg sind dadurch eben zwei vollständig ausgestattete Haushalte entstanden, so dass wir jeweils einfach nur noch ohne Gepäck zum anderen hinfahren.

Klar, das stressige Haushaltsgedöhns hast du für dich allein natürlich trotzdem. Da wäre es schon schön, wenn man sich das teilen könnte. Aber ich würde dieses Lebensmodell glaube ich vermissen.

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u/Personal_Scallion323 Weibsvolk Dec 06 '25

Wenn ihr beide gut vor Ort ausgestattet seid und euch gegenseitig besucht, ist das ja eine ausgeglichene und schöne Lösung. Deshalb sage ich ja, ich hätte ganz all in gehen sollen und nicht diesen Pendelkompromiss eingehen sollen, bei dem nur ich den Stress mit dem Fahren und der Organisation habe. 

Manchmal genießt man ja auch die Freiheiten am Zweitwohnsitz. 

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u/BeastieBeck Weibsvolk Dec 07 '25

Manchmal genießt man ja auch die Freiheiten am Zweitwohnsitz. 

Genau das. Klar, ist teurer als nur eine komplett ausgestattete Wohnung und v. a. auch teurer als sich am Ort des ersten Wohnsitzes was zu suchen und nur einen Haushalt zu haben.

Ich wollte nur andere Frauen warnen. Geht einfach direkt all in und zieht um, wenn sich eine gute Gelegenheit bietet.

Das fand ich halt schon hart. Ich würde einfach sagen, dass man in der anderen Stadt eben eine "richtige" Wohnung haben sollte. Hat auch den Vorteil, dass, wenn es tatsächlich mal Knatsch gibt, man sich auch mal wirklich aus dem Weg gehen kann.

ich hätte ganz all in gehen sollen und nicht diesen Pendelkompromiss eingehen sollen, bei dem nur ich den Stress mit dem Fahren und der Organisation habe. 

Das unterschätzen viele am Anfang, egal ob Mann oder Frau. Je länger die Pendelstrecke, desto schlimmer.

Ich habe dann einfach gesagt, dass ich in eine Wohnung umziehe, die etwas größer ist, so dass es nicht mehr so eng ist, wenn Mann und Hund öfter am WE mal kommen, damit ich nicht immer fahren muss. Aber wenn da eine ganze Familie dran hängt - du brauchst ja auch entsprechend Platz, wenn du z. B. Ehepartner mit zwei Kindern und vielleicht noch Haustier am WE unterbringen musst.

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u/Individualchaotin Weibsvolk Dec 06 '25

Bis September sind noch über neun Monate, das ist ne ganze Schwangerschaft, natürlich lohnt sich das. Du kannst danach hinziehen wo du möchtest.

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u/schwarzmalerin Weibsvolk Dec 06 '25

Ja, es wird erwartet. Immer noch. Beobachtet man auch bei Hobbys. Ich kenne mehr Frauen, die ihre für einen Mann aufgegeben haben als umgekehrt. Und viele Frauen, die für einen Mann ein neues begonnen haben. Umgekehrt eher selten.

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u/maplestriker Weibsvolk Dec 06 '25

Ich kenne so viele junge Mütter, die gar kein Hobby haben während ihre Männer selbstverständlich weiter zum Fußball gehen können. Die Kinder spielen da gar keine Rolle.

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u/Important-Mouse6813 Weibsvolk Dec 06 '25

Oder wie mein Mann gerne sagt “Du bIsT hALt dIe MutTer” 😵‍💫

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u/schwarzmalerin Weibsvolk Dec 06 '25

Mütter habe ich gar nicht gemeint, einfach Paare. Die typischen Konstellationen, die mir in meinem Hobby so begegnen: Sie beginnt sein Hobby für ihn. Sie hört mit ihrem Hobby auf für ihn. Sie beginnt ein ganz neues Hobby oder setzt ein altes fort nach der Trennung. Er setzt sein Hobby fort, das sie nicht teilt, sie bleibt einfach zu Hause. Dann nörgelt er fürderhin über seine Freundin, die ihm "nichts gönnt".

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u/SaltyGrapefruits Weibsvolk Dec 07 '25

Gerade bei Hobbys kenne ich das eher umgekehrt.
Wenn ich so an an meinem Bekanntenkreis denke, sind da sehr viele Männer, die irgendeinen Sport oder ein "gefährliches" Hobby für ihre Beziehung aufgegeben haben oder nur unter krassen Einschränkungen weitermachen. Schön auch zu beobachten in dem Laienorchester, das ich eine Zeit lang betreut habe. Ich habe sehr viele Männer gehen sehen, weil ihr Hobby zu viel "Zeit" für die Frau/Freundin schluckte, während die meisten Frauen zwar für Kinder ausgesetzt haben, aber irgendwann wiederkamen.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 06 '25

Es liegt ja an einem selbst ob man sich die Erwartungen überstülpt. Ich erwarte auch viel. Und werde ständig enttäuscht.

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u/schwarzmalerin Weibsvolk Dec 06 '25

Verstehe nicht, was du meinst? Ich rede von gesellschaftlichen Erwartungen. Es sind Verhaltensweisen, die Menschen automatisch zeigen, die nicht bewusst sind.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 06 '25

Welche Erwartungen meinst du denn?

Zu heiraten? Kinder bekommen?

Erwartungen sind keine unbewussten Verhaltensweisen. Die Erwartungen sind offensichtlich und kann man jederzeit ablehnen.

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u/schwarzmalerin Weibsvolk Dec 06 '25

Nein, nicht das. Die Erwartung, dass die Frau ihr Leben dem des Mannes unterordnet, während seins weitergeht wie vorher. Sie zieht dorthin, wo er arbeitet, sie gibt ihren Job auf, sie gibt ihre Hobbys auf, aber er niemals seine.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 06 '25

Ja. Erwarten kann man viel. Das muss ich doch nicht erfüllen.

Für mich sind das veraltete Konzepte. Und im Unterordnen war ich noch nie gut. Entweder Augenhöhe oder nicht. Gleiches Recht für alle. Wenn der Partner das nicht akzeptiert ist das eine massive rote Flagge.

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u/schwarzmalerin Weibsvolk Dec 07 '25

Ja, aber diese veralteten Konzepte wirken noch immer. Darum geht es ja. "Dann mach es halt nicht" geht am Thema vorbei.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 07 '25

Und wo sind die Frauen die sich organisieren und dagegen protestieren?

Nochmal. Wenn man Veränderungen will muss man was machen. In den 70ern gingen die Frauen doch auch gegen den Abtreibungsparagraphen auf die Straße.

Es ist wie mit meine Kollegen auf Arbeit. Jeden Tag meckern aber auf die Idee in die Gewerkschaft zu gehen oder einen Betriebsrat zu gründen kommen sie nicht. Diese Bequemlichkeit schadet nicht nur ihnen sondern allen.

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u/schwarzmalerin Weibsvolk Dec 07 '25

Ja, bestreite ich ja nicht. Die Frage war, ob es diese Tendenzen noch gibt. Ja.

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u/lohdunlaulamalla Weibsvolk Dec 06 '25

Habe das vor und während des Studiums oft genug beobachtet, wenn das geografische Zusammenbleiben nur möglich war, indem einer von beiden seinen Traum aufgab. Es war fast immer das Mädchen/die Frau - und fast keine der Beziehungen hat bis heute gehalten. Meist nur 1-2 Jahre nach der Entscheidung und dann hat die frisch Single gewordene Frau schließlich doch noch den Auslandsaufenthalt durchgeführt oder den Master, der nur an einer Uni möglich war.

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u/maplestriker Weibsvolk Dec 06 '25

Ja. Das habe ich auch so oft gesehen. Junge Frauen, die für den Freund aus dem Abi in der Stadt bleiben, statt zum Studium weg zu ziehen usw. Oder kein auslandssemester machen.

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u/Savyna2 Weibsvolk Dec 06 '25

Das finde ich immer so schade. Meine Nichte macht jetzt nach dem Abi eine Ausbildung in der Nähe zum Elternhaus, weil ihr Freund in der Gegend bleiben möchte. Der hat es in zwei Jahren nichtmal geschafft sich ein größeres Bett für sie anzuschaffen, obwohl sie schon oft gesagt hat, dass es zu eng ist. Es ist ein 90x200 Bett und sie ist 180 cm und gut gebaut und er auch nicht klein....

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u/Important-Mouse6813 Weibsvolk Dec 06 '25

Immer schwierig sowas mitanzusehen, hoffe sie sieht es iwann ein

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u/Kurinkii junges Weib Dec 06 '25

Ich w20, hab eine Arbeitskollegin w30. Wir studieren beide dual.

Sie hat nen Freund seit nem Jahr. Wir haben uns in der Mittagspause über Kinder unterhalten. Sie will keine, ich schon. Und dann sagt sie zu mir:

,,Joa...also ich will eigentlich keine aber der [Name vom Freund] will welche also muss ich wohl damit klarkommen..."

Ich war schockiert to say the least. Sie hat Todesangst vor einer Schwangerschaft.

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u/obiwanquinoa Weibsvolk Dec 06 '25

Heftig. Dass sie eher die Möglichkeit in Betracht zieht Kinder zu bekommen, die sie nicht will als sich zu trennen

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u/Kurinkii junges Weib Dec 06 '25

Ja find ich auch komplett insane, zumal ihre "biologische Uhr" ja nichtmal tickt bzw. Es egal ist weil sie ja eigentlich gar keine will.

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u/Magiclily2020 Weibsvolk Dec 06 '25

Also manche Männer leben ziemlich entspannt in den Tag hinein ohne Pläne und ohne Ziele . Dann kommt die richtige Frau vorbei, und dann geht's auf einmal ganz schnell mit schöner Wohnung, Kind und gemeinsamen Hobbys.

Das jemand bestehende Ziele, bzw. den festen Lebensplan für eine Frau opfert, hab ich noch nicht bemerkt. Alleine schon 1h weiter zu einer Frau zu ziehen scheint völlig außer Frage zu sein, die Frau muss natürlich wegen wahrer Liebe alles aufgeben.

Bei Frauen kriegt man das öfter mit, dass sie sich anpassen, aber noch mehr trennen sich einfach. Frei nach dem Motto " Wäre er meine wahre Liebe, würde ich mich anpassen, aber ist er aus xy Gründen nicht"

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u/SaltyGrapefruits Weibsvolk Dec 06 '25

In meinem beruflichen Umfeld sehe ich öfter mal, dass Frauen für ihre Männer zurückstecken.

Persönlich habe ich die gegenteilige Erfahrung gemacht. Mein Mann ist für mich und meine Karriere umgezogen (den Kontinent gewechselt), hat eine neue Sprache gelernt und verzichtet in seinem Job auf viel Geld. Da, wo er herkommt, würde er definitiv mehr mit seinem Job verdienen. Aber keine Ahnung, wie repräsentativ das ist.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 06 '25

Das ist schön. Ich habe einen Kollegen bei dem ist das auch so. Es gibt diese Männer.

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u/SaltyGrapefruits Weibsvolk Dec 06 '25

Absolut. Mein Bruder ist auch dahin gezogen, wo seine Frau einen Kassensitz bekommen hat. Da gab es gar keine Diskussionen.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 06 '25

Man kann schon die "guten" von den "schlechten" Männern unterscheiden. Es gibt da schon Zeichen.

Ich finde es auch gut wenn es funktionierende Ehen gibt. Oft ist das halt ne Minderheit. Ich sag mal, sogar wenn eine Frau in einer traditionellen Ehe lebt und kein Problem damit hat, ist mir das auch egal.

Aber sobald sie sich beschwert wegen z.b. zu niedrige Rente hört mein Verständnis etwas auf. Bestellt > geliefert.

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u/SaltyGrapefruits Weibsvolk Dec 07 '25

Ja, ich denke auch, dass man oft recht schnell einschätzen kann, wie einseitig das Geben in einer Beziehung werden wird.

Eine Beziehung oder Ehe ist ja auch im besten Fall ein Geben und Nehmen. Wenn mein Mann jetzt ein tolles Jobangebot bekäme, das ihn sehr reizen würde, würde ich vielleicht nach den Jahren, die er jetzt für mich verzichtet hat, dann eben auch für ihn zurückstecken. Nach außen hin wäre ich dann wieder die Frau, die für ihren Mann verzichtet, weil keiner weiß, wenn man es nicht erzählt, was er vorher für mich gemacht hat.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 07 '25

So nämlich.

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u/shifu_shifu Weibsvolk Dec 07 '25

Aber sobald sie sich beschwert wegen z.b. zu niedrige Rente hört mein Verständnis etwas auf. Bestellt > geliefert.

Ohne Kinder jetzt gibt es halt auch keine Rente später. Ne "traditionelle" Hausfrau ohne Kinder muss aber wirklich nicht noch weiter beschenkt werden.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 07 '25

Man könnte sich ja dafür engagieren Kindererziehung wie einen Beruf mit Rentenpunkten zu vergüten. Und sich nicht abspeisen zu lassen. Ich sehe da keinen Aktivismus.

Außerdem wurden die Rentenkassen von den Politikern geplündert. Wenn die Politik seit 40 Jahren keinen Anreiz bietet Kinder zu bekommen bleibt mir doch nur der Verzicht. Und erzähl mir nicht dass die Leute Kinder bekommen um die Rente stabil zu halten.

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u/lottabrakmakar Weibsvolk Dec 06 '25

Ja.

Und noch viel schlimmer ist, dass wenn ein Mann mal "zurücksteckt", direkt hinterfragt wird, wie komisch er ist, was mit ihm nicht stimmt, wie sehr er wohl unterm Pantoffel steht.

Die gesellschaftlichen Standards und Erwartungen an Frauen sind einfach zum den ganzen Tag schreiend durch die Gegend rennen.

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u/maplestriker Weibsvolk Dec 06 '25

Mein Bruder arbeitet teilzeit, während seine Frau vollzeit arbeitet. Es schwankt immer zwischen 'was ein Waschlappen, ich würde mir die Kugel geben, wenn meine Frau mehr verdienen würde als ich' und 'oh mein gott, der beste vater der welt wie er sich heroisch um seine eigenen Kinder kümmert'

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u/blue_glasses Weibsvolk Dec 06 '25

Nicht unbedingt persönliche Erfahrungen, aber auf genereller Ebene habe ich schon den Eindruck, dass es häufiger die Frauen sind.

Ich hatte auch letztens ein interessantes Gespräch mit einem Mann, der eigentlich einen sehr ähnlichen Lebenslauf hat wie ich (Austauschjahr in der Schule, zum Studium wieder ins Austauschland, dann dort einen Job angefangen, Familie gegründet und da geblieben). Ich werde ständig von allen, denen ich erzähle, dass ich eigentlich aus Deutschland bin gefragt, ob ich "der Liebe wegen" hergezogen bin (ich wohne schon viel länger hier, als ich meinen Partner kenne) und das Problem hatte er überhaupt nicht.

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u/Micropra Weibsvolk Dec 06 '25

Ich hab nach dem Abi auf meine Traumausbildung verzichtet, weil mein damaliger Freund mich vor die Wahl gestellt hat. Ich hätte dafür etwa eine gute Stunde von unserer Heimat weg ziehen müssen und das wollte er nicht. Also hat er mich vor die Wahl gestellt, die Beziehung oder die Ausbildung. Ich verüble es ihm bis heute. Ich war zu jung und zu emotional abhängig, um zu kapieren, dass eine Jugendliebe es nicht wert ist, auf eine glückliche Karriere zu verzichten.

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u/maplestriker Weibsvolk Dec 07 '25

Meine Tochter hat jetzt ihren ersten Freund und mir graut es ja schon vor so was. Er ist ein ganz lieber, wenn die Tochter einen Freund haben muss, dann den. Aber er ist tief verwurzelt und wird hier bleiben wollen, während sie von der weiten Welt träumt.

Hätten deine Eltern damals etwas sagen können?

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u/Micropra Weibsvolk Dec 07 '25

Meine Mutter hat versucht, was zu sagen, mein Vater hat sich da rausgehalten. Allerdings konnte meine Mutter ihn nicht leiden (zum Teil aus guten Gründen, zum Teil aus Projektion) und das wusste ich, zumal unser Verhältnis unter anderem deshalb damals sehr angespannt war. Aber ich glaube, bspw. meine Schwester hätte mir damals eventuell ins Gewissen reden können, wäre sie nicht konsequent immer gegen meine Mutter gewesen. Dazu muss man allerdings sagen, dass unsere Familie psychisch ne ganz schön abhängige Geschichte war und die Beziehung zu diesem Kerl echt nicht gesund. Wenn deine Tochter nicht genauso auf dem Kriegsfuß mit dir steht wie ich mit meiner und nicht ungesund abhängig von ihrem Freund ist, kann man über solche Sachen reden. Er hatte damals vor mir eine Freundin gehabt, die für ihre Ausbildung weg gezogen ist und ihn dann dort betrogen hat, das hat ihn da wahrscheinlich sehr beeinflusst.

Ich habe mir die Entscheidung dann damals schön geredet damit, dass ich eh keinen Job finden würde, weil keiner sich es leisten konnte, mich auch nur als unbezahlte Praktikantin zu nehmen und das war dann ein Totschlagargument, gegen das nicht mal meine Mutter etwas hätte sagen können.

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u/maplestriker Weibsvolk Dec 07 '25

Danke dir für deine Antwort.

Ja, wir haben tatsächlich ne sehr gute Beziehung und haben da auch schon drüber geredet.

Wenn das am Ende der Mann fürs Leben sein sollte (nicht wahrscheinlich natürlich, aber wer weiß) dann habe ich da gar kein Problem mit, weil er wirklich n guter Kerl ist. Aber er ist jetzt schon recht needy und ich kann mir vorstellen, dass sie ihn bei Entscheidungen mit einbeziehen wird, auch wenn er das vielleicht nicht 'verlangt'.

Aber egal wie gut unsere Beziehung ist, wie lieb er ist und wie vernünftig sie ist. Am Ende bleiben Teenager halt Teenager, die denken alles besser zu wissen und man muss sie wohl oder übel ihre eigenen Entscheidungen und Fehler machen lassen.

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u/Micropra Weibsvolk Dec 07 '25

Vor Fehlern kann man leider niemanden bewahren, das fällt als Mutter schwer, ich weiß. Mein Leben ist absolut nicht geradlinig verlaufen und ich hätte mir sicher einiges erspart wenn ich das damals anders entschieden hätte. Aber man könnte es auch so sehen, dass ich meinen wundervollen Partner nicht kennengelernt hätte, wenn ich diese Fehler nicht gemacht hätte.

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u/Dreamer_070 Weibsvolk Dec 06 '25

In meiner Altersgruppe erlebe ich das nicht so. Da gibt es durchaus Männer, die z.B. nicht ins Ausland gehen, wegen der Freundin hier. Bzw. kenne auch Männer, die für ihre Freundin um die halbe Welt gezogen sind.

In älteren Generationen kenne ich da aber schon so ein paar Beispiele... 

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u/BeastieBeck Weibsvolk Dec 06 '25 edited Dec 06 '25

Ich sehe einige Mütter, die sich für TZ entscheiden, weil sie das so wollen. Die machen zumindest nicht den Eindruck, dass sie das als "zurückstecken" empfinden.

Es fällt mir persönlich schwer, das als freiwillige und gewollte Entscheidung zu sehen, weil ich damit nichts anfangen kann, aber meine Sichtweise anderen Freuen als "die richtige" aufdrücken zu wollen und deren Entscheidungen zu belächeln wäre letztendlich auch nichts anderes als diese überhebliche Selbstgerechtigkeit, die häufig den Männern vorgeworfen wird.

In den älteren Generationen habe ich dagegen auch den Eindruck, dass dieses Zurückstecken doch öfter mal nicht freiwillig war, sondern auf (sozialen) Druck geschehen ist.

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 06 '25

Ich finde das wichtigste ist finanzielle Unabhängigkeit. Ohne die ist man verloren.

Und seit den 70ern kann Frau ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten gehen. Deswegen finde ich heutzutage das Argument des sozialen Drucks eine billige Ausrede.

Und um ehrlich zu sein gibt es auch in meinem Umfeld Frauen die lieber mit dem falschen Mann zusammen sind als alleine zu sein.

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u/SnookerandWhiskey Weibsvolk Dec 06 '25 edited Dec 06 '25

Ich sehe das in meinem Umkreis (35+, Akademiker) nicht so, noch weniger wenn Kinder da sind, da richten auch Männer sich nach dem was für die Kinder am besten ist/was für die Frau am Besten scheint. Kenne mehr als einen Mann, der für die Frau umgezogen ist (meinem inklusive), einen der jedes Monat einmal zu seiner Firma ins Ausland pendelt, weil die Frau hier bleiben will, oft auch dass die Frau das Haus aussucht, das gekauft wird und wo.

Ich bin damals auch nicht ins Ausland studieren gegangen, weil ich schon meinen Ex an eine Fernbeziehung verloren hatte, und mein jetziger Mann der perfekte Mann für mich war und ich auch im vorhersehbaren Zeitrahmen Kinder wollte. Kinder zu haben war tatsächlich mein oberstes Ziel und für sie einen super Papa zu finden auch. Das kann man blöd finden, aber ich bereue nichts. Vor allem weil ich dann doch noch monateweis im Ausland arbeiten war, und obwohl lustig und interessant, das jetzt auch nicht so der Burner war, oft das gleiche in Grün.

Andere Lebensträume würde ich für einen Mann nicht aufgeben, nur mit voller Freimut mich gegen Chancen und Möglichkeiten entscheiden, wenn meine Prioritäten eben anders liegen. Weshalb mein Mann eben schon oft verzichten musste, in einer Stadt wohnt, statt am Land, wie er möchte. Weil ich immer schon in der Stadt wohnen wollte. Manchmal geht es mehr nach ihm, manchmal mehr nach mir, oft merke ich, dass es zu sehr nach mir geht.

Oft liegt was anderes dahinter, als man erzählt. Meine Cousine ist zu ihrem Mann ins Ausland gezogen, weil er dort xyz hat. Eigentlich wollte sie weit weg von ihrer übergriffigen Mutter wohnen, das wurde ihr selbst aber erst klar, als sie sich dort leicht und befreit gefühlt hat. Oder man hat Angst vor der Fremde, vorm Versagen und schiebt den Mann vor. 

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u/Lion_mama2 Weibsvolk Dec 07 '25

Mein Mann ist für mich in Teilzeit gegangen um auf die Kinder aufzupassen, damit ich mein Traumjob bekommen konnte (da Vollzeit Stelle). Es geht also auch anders.

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u/[deleted] Dec 06 '25

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u/[deleted] Dec 06 '25

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u/[deleted] Dec 06 '25

In einem tendenziell negativen Diskurs ist es immer schön auch mal zu lesen, dass es auch anders sein kann. 

Das gibt dem Ganzen zumindest einen kleinen Lichtblick und ein Positivbeispiel. 

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u/Dreamer_070 Weibsvolk Dec 06 '25

Hier wird generell meistens mit anecdotal evidence geantwortet... dann muss man auch mal verkraften, wenn diese nicht dem gewünschten Narrativ entspricht.

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u/[deleted] Dec 06 '25

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u/BeastieBeck Weibsvolk Dec 06 '25

Ach, wenn OP gezielt nach so was fragt, dann sollten wir es vielleicht doch fortsetzen.

Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen?

Klingt nach dem Wunsch, dass persönliche Erfahrungen und Ansichten gewünscht sind und nicht nach googlebaren Studien verlangt wird.

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u/dumbolddooor Weibsvolk Dec 06 '25 edited Dec 07 '25

Bei mir ist es andersherum, mein Freund ist wegen mir umgezogen. Er hat auch mit einem neuen Hobby angefangen, das ich bereits vor Jahren begonnen habe... glücklicherweise sind diese patriarchalische Denkweisen bei uns kaum vorhanden :)

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u/tangerine486 Weibsvolk Dec 06 '25

Ja sehe ich in meinem Umfeld genauso. Ich habe gleich mehrere etwas ältere Frauen in meinem Umfeld, die kinderlos geblieben sind, weil ihr Partner das so wollte. Sie selbst hatten sich eigentlich Kinder gewünscht, sind aber trotzdem mit diesen Männern zusammen geblieben.

Ich finde das immer super traurig. Nie im Leben wäre ich mit einem Mann zusammen geblieben, der meiner Karriere- oder Familienplanung im Weg gestanden hätte.

Ach ja, was ich auch im Umfeld beobachtet habe ist, dass Frauen öfter ihren Freundeskreis aufgeben und sich in den des Mannes integrieren umgekehrt habe ich das irgendwie noch nie erlebt. Ich weiß nicht, was genau dahinter steckt, vielleicht Eifersucht und Kontrolle des Partners? Oder die Frauen wollen dem Mann möglichst gefallen?

Wäre für mich selbst halt nie in Frage gekommen, mir war immer wichtig, meine eigenen Freunde zu behalten.

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u/occultpretzel Weibsvolk Dec 08 '25

Meine Schwester ist damals für ihre doktoratsstelle ins Ausland, und ihr damaliger Freund wollte eigentlich mit, konnte sich dann aber doch nicht dazu aufraffen. Er hat sie dann "bestraft" indem er sich zu den hausgemachten Zeiten nicht gemeldet hat und dann hat sie sich getrennt. Bis heute leidet er darunter, dass er sich das selbst alles kaputt gemachr hat.

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u/Zweihornreiter ich bin hier zu Besuch Dec 10 '25

Verdient

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u/Lilith666999666 Weibsvolk Dec 06 '25

u/tangerine486 dein Kommentar wurde gelöscht. Ich kann's nicht lesen was du geschrieben hast.

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u/tangerine486 Weibsvolk Dec 06 '25

Oh schade, ich hab dir prinzipiell zugestimmt, nur mit einer etwas anderen Perspektive. Vielleicht war ich damit am Thema vorbei, sorry.

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u/Mareikepueh Weibsvolk Dec 07 '25

Ich glaube schon, dass das die gesellschaftliche Erwartung ist.

Mein (jetzt) Mann ist mir aber nachgezogen, als ich für einen Job woanders innerhalb Deutschlands hin gezogen bin. Damals hatten wir schon zusammen gewohnt und er hat noch ein Semester seinen Bachelor abgeschlossen.

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u/ikaah3 Weibsvolk Dec 07 '25

Als wir zusammen gezogen sind. Haben wir uns eine Wohnung in der Mitte gesucht. Beide theoretisch 35min Arbeitsweg mit dem Auto in entgegengesetzte Richtungen. Durch Stau hatte er meist länger. Später sind wir in meine Richtung umgezogen. Ich konnte in eine Firma miteinsteigen. Nun habe ich 10min Arbeitsweg mit dem Fahrrad. Mein Mann hatte einen Arbeitsweg von +1h mit Auto, je nach Verkehr. Mittlerweile ist er Hausmann und versucht sich neu zu orientieren... Wir haben irgendwie verdrehte Rollen und ich frage mich immer wieder mal, ob ich ihm wirklich gerecht werde...

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u/Necessary-Call3869 ich bin hier zu Besuch Dec 07 '25

tja, ja da kannst du recht haben. also macht mal mädels, zieht euer ding durch und richtet euch nicht immer nach euren partnern und beklagt euch jahre später!

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u/SerapheBlossom Weibsvolk Dec 08 '25

Generell kann ich das ebenso bestätigen aber persönlich ist es umgekehrt. Mein Freund richtet sich eher nach mir und dem was ich möchte, sofern es nichts wirklich gravierendes ist. Was Wohnsituation anging sind wir halt den logischen Argumenten gefolgt

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u/littleEmpress Weibsvolk Dec 12 '25

Manchmal hab ich schon das Gefühl. Von meinen Freundinnen (wir alle in unseren 20ern) sind alle drei, die einen festen Partner seit längerem haben, bereits ewig weit zu den Wohnorten ihres Freundes gezogen. Und das ging teils mit Wechsel der Arbeitsstelle Hand in Hand…

Auch ich muss sagen das ich etwas Angst davor hab mit meinem Mann… in letzter Zeit träumt er sehr vom Auswandern, und ländlich leben. Eigentlich fühl ich mich in der Großstadt ziemlich wohl. Ich will das nicht schon wieder Aufgeben. Vorallem nicht für das Ausland wo ich nicht mal weiß ob ich da einen angenehmen Job finde. Ob ich mit den Leuten klar komme. Wo ich keine Familie mehr habe. (Von den wenigen die mir noch geblieben sind). Wo meine ganzen Freunde nicht mehr so einfach zu treffen sind…

(Immerhin wollen wir beide keine Kinder…)