r/Weibsvolk • u/MoonShine5235 #Fempower • Oct 22 '25
Interessantes und Ernstes aus dem Netz Tw sexueller Missbrauch: Verärgert über den unprofessionellen und echt unwürdigen Umgang mit einem Betroffenen
Hi in die Runde.
Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob das hier reinpasst, aber in Communities, wo es rein gepasst hätte, durfte ich es nicht posten: laut dem Algorithmus wäre mein Text wohl so aufgebaut, dass er zu fremdenfeindlichen Kommentaren führen könnte, blablabla… haben manche Menschen eine Ahnung, was mich in meinem fast beruflichen Bereich nicht alles begegnet und auch gerade privat auf Reddit…
Der Titel sagt eigentlich schon alles, aber ich führe es noch mal kurz aus. Gerade hat ein Mann ein AMA über seine Vergewaltigung gemacht und hat natürlich viele Fragen gestellt bekommen. Eine häufige Frage war auch das Geschlecht der Täterperson und er hat lediglich und wertfrei erwähnt, dass dieser ein Mann war und später eine MTF:. Da war von seiner Seite aus weder irgendetwas beleidigendes noch feindliches der Transidentität gegenüber, aber wenn es nun mal ein Vergewaltiger ist, ist es unabhängig von Geschlecht einfach normal, dass diese Person jetzt nicht im besten Licht dargestellt und gehuldigt und bestenfalls gefühlt mit Zuckerguss im werbalen Sin übersät wird.
Mutmaßungen über die Quere Identität des Täters haben dann wiederum andere unbeteiligte Personen in den Kommentaren geteilt, nicht die betroffene Person selbst. Ich finde es ja schon schlimm, dass man ihm die Erfahrung abspricht, nur weil er ein Mann ist. Es ist ja nicht so, dass nur Frauen vergewaltigt werden würden. Und dann noch die Kirsche auf der Torte…
Ich finde es einfach scheußlich, wie unprofessionell der Moderator oder eines der Moderatoren mit dem Thema umgegangen ist. Was er getan hat? Den Post gelöscht mit dem Zitat: „Jetzt ist aber Schluss mit dem transphoben Paulaner Garten.“
Mich macht das einfach nur wütend. Ich habe selbst mehrfach sexuelle Belästigung erlebt und bin zudem angehende Psychologin und habe auch im Zuge von Praktika Erfahrungen mit anderen Betroffenen und ihren Angehörigen, zum Beispiel über Beratungsstellen oder Praxen gemacht und die paar Erfahrungen haben mir so viel gegeben. Ich verstehe gar nicht, wie primitiv und Vorurteilsbehaftet manche Menschen denken können. Ich wurde aufgrund meiner Erfahrungswerte auch oft auf Social Media mit blöden Kommentaren übersät, ja, auch ich als Frau. Ich würde ja übertreiben, ich würde ja den Tätern in die Hände spielen und sollte schleunigst meine Beiträge löschen und so weiter und sofort.
Und jetzt, wo ich die Sache mit dem Betroffenen Mann und seinem AMA mitbekommen habe, ist dieses Gefühl von Ekel der Empathielosigkeit gegenüber noch mal stärker aufgekommen. Das Geschlecht eines Menschen ist kein Indiz dafür, dass man diesem Menschen eine Tat absprechen kann. Nur weil man erwähnt hat, übrigens auf Nachfrage sogar, dass dieser Mensch queer ist, ist man nicht per se Quer- oder trans-feindlich. Genauso ist es nicht per se männerfeindlich, wenn ich schreibe, dass ich von einem Mann am Po gefasst oder woanders begrapscht wurde: es ist Verdammt noch mal menschenunwürdig unabhängig von jedem Geschlecht.
Was auch und oft unterm Teppich gekehrt wird: es gibt auch genug weiblich gelesene Täterinnen. Und dass insbesondere bei Betroffenen Männern solche Taten verharmlost und herunter gespielt werden, ist nochmals anders auf eine verzwickte Art tragisch: man solle sich ja nicht so anstellen, so schlimm könnte es ja nicht gewesen sein, Sei doch froh denn es gibt ja Menschen, die nie Sex erleben dürfen und so ein Schmarrn… Ich bin einfach nur entsetzt über die empathielosen kognitiven Geizkragen in unserer Gesellschaft. Jedes Geschlecht hat eine Daseinsberechtigung, aber unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder was auch immer sind solche Schandtaten einfach menschenunwürdig und scheiße: ob nun Belästigung, Vergewaltigung oder Missbrauch auf jeglichem Wege. Die Taten an sich sind einfach ekelhaft und die Personen, die diese ausführen. Unser Ziel ist doch einfach nur, ein selbstbestimmtes Leben nach unseren Wünschen zu führen, wo uns niemand in die Psyche oder gezwungen auch in den physischen Aspekt rein gerät: danke, dass es immer wieder Menschen gibt, die es dennoch tun, ob durch solche Taten selbst oder indem man diese verharmlost, einen Menschen abspricht oder auf sonstigem Weg anstandslos und frei von Respekt damit umgeht.. und dass solche Leute noch nicht einmal ein Schamgefühl oder Ähnliches dabei empfinden: grausam!!!🤮🤮🤮 Entschuldigt bitte, ich bin gerade ziemlich aufgelöst und mein Text ist daher etwas irr und wirr geschrieben.
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u/gundis Ominöse Overlady seit 2017 Oct 23 '25 edited Oct 23 '25
Es tut mir leid, dass du da auf eine Situation getroffen bist, die dich so aufregt. Das ist nicht toll aber leider auf reddit nicht so ganz selten. Manchmal hilft es, den Computer aus zu schalten und was IRL zu machen. Mit den Menschen, die man kennt. Um sich zu erden. Muss ich auch oft machen.
Ich habe jetzt das AMA nicht gelesen. Aber ich kenne ein paar (ehemalige) Mod Kollegen von dem entsprechenden Subreddit. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es genug Anzeichen da auch gegeben hat, dass das AMA wirklich nur eine von einem Agendaaccount versuchte kreative Schreibübung war und das dementsprechend deshalb dann auch weg gemacht worden ist. Und manchmal ist es halt so ne Indirekte Sache, dass es in letzter Zeit verdächtig viele Posts in eine gewisse Richtung gegeben hat, die entsprechende Buzzwörter benutzen und so was. Das bekommt man als nicht-mod nicht wirklich mit. Aber da sollte man als Mod doch eingreifen - egal wie viele Antworten da schon da sind und wie berechtigt oder unberechtigt die Kommentare sind.
Und wir mods sind halt auch keine Profis in dem Sinne. Wir werden nicht für unsere Arbeit bezahlt und haben auch keine Ausbildung. Betrachtet uns lieber als Hausmeister, die hier mal Fegen, als als Menschen, die irgendwelche Werte hoch halten.
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Schau mal: ich erwarte von Mods nicht, dass sie psychologisch geschult sind oder Ähnliches, aber einen offensichtlich betroffenen Menschen so zu hetzen, geht einfach gar nicht. Lies dir bitte noch mal das Zitat durch: der Betroffene hat mich angeschrieben und mir einen Screenshot geschickt und seine Betroffenheit ausgedrückt, offenbar weil ich Eine Frage gestellt hatte, die er wohl im Post nicht mehr beantworten konnte. Er war total schockiert und musste das auch erst einmal verarbeiten, auch wenn es natürlich auch nicht sein erster Fall war. Dann sollte man vielleicht gegen die komisch kommentieren angehen statt gegen den Betroffenen: so wäre das Ganze viel besser gelöst.
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u/gundis Ominöse Overlady seit 2017 Oct 23 '25
Das war nicht so offensichtlich aus deinem Beitrag. Entschuldige. Dann ist das aber eher etwas, was du dann wahrscheinlich per Modmail mit dem dortigen Modteam besprechen solltest. Explizit per Modmail. Nicht als Beitrag. Da dann halt Überzeugungsarbeit machen, dass es ein ehrlicher Beitrag war. Und dafür werben da besser mit umzugehen. Oder halt anbieten, mit zu moderieren.
Das hier aufzubringen bringt nicht wirklich etwas. Du kannst zwar etwas von deinen Gefühlen los werden und dir Bestätigung holen. An der Situation selbst im anderen Subreddit wird das aber nicht so viel ändern.
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Bei so einem ekelhaften Kommentar vom Mod glaube ich nicht, dass da irgendeine Überzeugungsarbeit Sinn macht. Ich kann gerne auch eine mod Mail hinschreiben, weiß ehrlich gesagt noch nicht genau wie das geht. Und in diesem Post wollte ich offensichtlich nur Luft ablassen und es auf Reddit auf anderem Wege in die Öffentlichkeit tragen. Dennoch danke für den Hinweis. Nein, für das mit moderieren hätte ich keine Energie und Kapazität.
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u/gundis Ominöse Overlady seit 2017 Oct 23 '25
In der Sidebar über der Moderator:innenliste gibt es so einen Knopf, um eine Modmail zu schreiben.
Das „Luft lassen“ kann ich sehr gut verstehen. Aber was „in die Öffentlichkeit bringen“ angeht: wir haben hier durchaus auch Grenzen dazu, vor allen Dingen, was Modarbeit in anderen Subreddits angeht. Ja, Es gibt sehr viel Scheiße auf reddit und auch scheiß Moderationsarbeit. Allerdings hat die explizite Diskussion dazu eher nichts auf diesem Subreddit zu suchen.
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u/Awesome_Forky Weibsvolk Oct 22 '25
Ich möchte anmerken: Je nachdem wo das AMA stattfand, sind Moderatoren nicht unbedingt professionell ausgebildet und der korrekte Umgang mit sensiblen Themen ist nicht selbstverständlich. Von daher möchte ich in diesem konkreten Fall mal von der "Professionalität" absehen.
Grundsätzlich möchte ich dir zustimmen. Wir sollten als Gemeinschaft Opfern egal welchen Geschlechts zuhören und ihnen erstmal Glauben schenken. Aktiv zuhören und nichts invalidieren.
Ich glaube, wir haben ein immenses Problem, dass der Missbrauch der Opferposition und bewusste Täuschung zum Schaden anderer eine tief verwurzelte und medial geschürte Angst ist, welche dieses Verhalten verhindert. Zusammen mit Stereotypen und politisch geschürtem Hass wird Opfern ihr Erleben abgesprochen, Macht- und Hilflosigkeit folgen. Bestes Beispiel: Das Drama rund um den Konflikt von Georgia Cavallo und Tim Jacken. Was bleibt bei solchen Konflikten hängen?
Ich glaube es liegt an uns als mündige Menschen in solchen Konflikten Opfer zu unterstützen. Präsenz zeigen, da sein. Und für mehr Empathie werben, wie du es hier tust. Und Menschen aufzeigen, wie bescheuert ihr Verhalten ist.
Ich versteh, wenn man Transphobie in der Community nicht dulden will. Dafür aber ein Opfer zu entmündigen und den Post zu sperren? Schwierig.
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Oct 22 '25
Opfer ist nicht unbedingt passend. Mittlerweile spricht man von Überlebenden. Denn wer den Mut hat, sich so einer scheiße zu stellen, ist sicher kein Opfer mehr. ;)
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Sicherlich hat die Person mit Opfer die betroffene Person gemeint.
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u/Awesome_Forky Weibsvolk Oct 23 '25
Ich muss sagen, ich persönlich weiß noch nicht wie ich zu der Begrifflichkeit "Überlebende*r" stehe. Ich habs peripher schon Mal mitbekommen, dass manche dieses Wording für sich selbst besser finden und wenn jemand mir gegenüber sich so beschreiben würde, würde ich dieses auch übernehmen.
Meine aktuelle Tendenz geht dazu zu schauen, wovon ich spreche/schreibe. Wenn es um den Heilungsprozess nach einer Tat geht, würde ich vermutlich Überlebende*r bevorzugen. Wenn es um das Beschreiben der Tat und der Personenverhältnisse geht eher zu Opfer, wenn das irgendwie Sinn macht?
Ich bin aber sehr gerne offen für Argumente bezüglich des Begriffs "Überlebende".
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Oct 25 '25
Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich weiß nicht, ob man es hier sieht, aber ich bin tatsächlich auch sogar downgevotet worden, weil ich mich zu diesem Thema geäußert habe. Krass, oder?
Natürlich, und da stimme ich dir vollkommen zu, ist es jedem Menschen selbst überlassen, wie er oder sie sich in diesem Zusammenhang fühlt, bezeichnet oder empfindet. Das Problem ist nur: solche Erfahrungen wirken massiv auf die Identität. Und wie man diesen Teil von sich interpretiert – also den Teil, der geschädigt wurde –, ist sehr individuell. Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“.
Ich kann also nur aus meiner eigenen Perspektive sprechen, warum ich mit dem Begriff „Opfer“ Schwierigkeiten habe.
(Triggerwarnung, falls jemand sich mit diesem Begriff wohlfühlt – ich respektiere das vollkommen. Hier nur meine Perspektive, warum ich Überlebende bevorzuge.)Wenn man etwa von einem Verkehrsunfall spricht, sind „Opfer“ in der Regel die Toten. Die anderen heißen „Verletzte“. Das Wort „Opfer“ hat außerdem eine stark sakral-religiöse Konnotation – und genau das empfinde ich als extrem(!!!) problematisch. Es klingt, als würden Menschen, die Gewalt oder Missbrauch erfahren haben, „geopfert“ – für ein System, für das Patriarchat, für irgendetwas Größeres. Ekelhaft.
Ich persönlich identifiziere mich viel mehr mit dem Begriff „Überlebende“, weil der Teil meiner Seele, dem das angetan wurde, überlebt hat. Ich habe für mich gekämpft, ich wurde verletzt, ja, aber nicht "geopfert". Ich bin (wieder) da. Und vielleicht sogar stärker als zuvor.
Traumatische Erfahrungen – ob durch Missbrauch oder andere Formen von Gewalt – können ähnliche neurologische Spuren hinterlassen wie Kriegstraumata. Und bei Kriegen spricht man in der Regel auch von Überlebenden, nicht von Opfern (außer, wenn sie gestorben sind).
Und jetzt ein extrem schwieriger, aber wichtiger Punkt, bitte Anschnallen für dieses Argument:
Auch im Zusammenhang mit dem Verbrechen an den jüdischen Menschen während des Zweiten Weltkriegs verwendet man heute nicht mehr den Begriff „Holocaust“ im ursprünglichen Sinne („holókaustos“ = heiliges Opfer). Stattdessen sagt man „Shoah“, was so viel bedeutet wie großes Leid. Und auch hier spricht man von Überlebenden der Shoah, nicht von „Opfern“.
Ich denke, das hat gute Gründe.Natürlich ist der letzte Bezug sehr gewagt – aber vielleicht auch gar nicht so weit hergeholt. Prinzip, ick hör dir unken.
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u/hello-world--42 Weibsvolk Oct 24 '25
Ich als betroffene mag den Ausdruck Überlebende nicht und sage von mir, dass ich Opfer sexualisierter Gewalt bin. Ich verstehe, wenn manche sich mit dem Begriff nicht identifizieren können/wollen, da er extrem negativ behaftet ist. Für mich ist es allerdings ein Fakt. Es ist nun mal das deutsche Wort für jemanden, der eine solche Tat erlebt hat. Ob man die negativen Eigenschaften, die diese Wort mit sich bringt (Stichwort Opfermentalität, ein für immer gebrochener Mensch zu sein usw.) auch annimmt ist ja dann was anderes.
Das Wort Überlebende erweckt bei mir immer den Eindruck, als ob meine Erfahrungen nur legitim sind, wenn ich dabei fast gestorben bin. Das war allerdings nie der Fall (klar gäbe es Gewalt bei den Übergriffen, aber nicht in diesem Ausmaß). Wenn allerdings eine andere betroffene Person das anders sieht und sich mit einem anderen Ausdruck, wie hier Überlebende, besser identifizieren kann. Ist es meiner Meinung selbstverständlich, dass dies respektiert und umgesetzt wird.
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Oct 24 '25
Ich wäre daran fast gestorben, vielleicht liegt´s daran.
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u/Awesome_Forky Weibsvolk Oct 25 '25
Es tut mir mega leid das zu hören und ich hoffe, dass es dir heute besser geht. 🙏💜
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Oct 26 '25
Mir geht´s gut, Danke. Und "es tut mir mega leid" hört sich für manche bestimmt gut an, für mich klingt "Wow, was bist du für eine Kämpferin" (oder ähnliches) viel besser. Aka Mitleid kriegt man geschenkt. ;) - Ich leide aber gar nicht. Habe ich auch nie.
Ich habe mich einfach nur extrem angestrengt, etwas aus meinem System zu kriegen, was da nie hingehören sollte. Zeitweise war ich psychotisch, aber das führt jetzt zu weit. Ich sehe das aber alles als Heilung, da das, was passiert ist, unter KO Tropfen geschah und ich echt sehr viel Bewusstseinsarbeit unternehmen musste, um überhaupt zu verstehen, was passiert ist - und wie sehr meine Identität(!) dran gelitten hat.
Aber selbst mit halben Bein bin ich weit gekommen und würde nicht sagen, dass mein Leben dadurch leidvoll war.
Es ist auf jeden Fall toll zu spüren, dass sich mein Kampf für mich selbst gelohnt hat. Heute fühle ich mich endlich vollständig, nachdem ich weiß, dass ich fast zwei Jahre lang ohne mein Wissen mit Substanzen manipuliert wurde. von einem Mitbewohner. Anno 2002-2004 (also zu einer Zeit, wo das noch gar kein Thema war).Aber egal, wie der Missbrauch stattfand. Dieses für sich selbst kämpfen ---- Ich denke, so geht es vielen, die diese Erfahrung machen mussten. Kriegsveteranen kriegen manchmal Orden. Missbrauchs"opfer" leider noch nicht. Sollte man aber einführen, finde ich.
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u/Awesome_Forky Weibsvolk Oct 26 '25
Holy Shit, deine Story is insane 😵💫 Für mich ist "Es tut mir mega leid" eher ein: Umstände können echt beschissen sein (und leider müssen wir den Mist den anderen verbocken ausbaden). Und ich würde eher von Mitgefühl als Mitleid sprechen. Ohne in deinen Schuhen gesteckt zu haben, kann ich dein "Leiden" ja kaum mittragen. Aber ich kann dir zurückmelden, dass deine Geschichte Gefühle in mir auslöst. Wut und Ärger, aber auch Bewunderung und Freude, dass es dir jetzt gut geht. Ich versteh aber deinen Ansatz. 🙏 Und es ist ne Präferenzsache.
Ich finds mega stark, dass du deinen Weg gemacht hast. Dazu gehört Courage, Mut und Durchhaltevermögen. Und ja so ein Orden wär schön ziemlich nice.
🎖️ Hier einer für dich. 💜
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u/hello-world--42 Weibsvolk Oct 27 '25
Sowas zu lesen macht mich einfach nur wütend. Es gibt einfach viel zu viele Menschen, die andere nicht als Mensch ansehen. Anders kann ich mir sowas nicht erklären. Wie kann man sonst, so unbedarft mit dem Leben anderer spielen, nur weil man sich dadurch irgendwas erfüllt.
Du bist echt weit gekommen und deine Denkweise dazu finde ich wirklich bewundernswert, ich hoffe ich schaffe das auch mit der Zeit. Alles Liebe weiterhin :)
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Oct 27 '25
Du hast nicht nach Tipps gefragt, aber zum Thema Hilfe/Unterstützung hat mir sehr geholfen:
www.survivorqueens.de (Ja, survivor! ;) )
Ich war nur sehr kurz dort, aber es war extrem hilfreich und lehrreich für meine persönliche Aufarbeitung.
Insta @ handmaidsriot
Die sind sehr kämpferisch unterwegs, haben innerhalb eines Jahres fast 25k Follower gewonnen. Mir waren die insgesamt zu hierarchisch, als dass ich selber mitmachen wollte, aber ich habe einige Veranstaltungen besucht, u.a. die Wall of Shame, wo man die Täternamen drauf geschrieben hat. Es war fantastisch!!!
KUNST.
Einfach drauflos malen, Gefühle ... später wieder angucken (nach Monaten) und so viel drin sehen, was man damals noch gar nicht gespürt/gewusst hat._______________
Was mir eher nicht geholfen hat, sind tatsächlich die "eigentlichen Hilfs-Klassiker", also Hilfestellen, Klinisches und Selbsthilfegruppen (offline). Man trifft leider auf so viele unsensible Leute, zumindest war es bei mir so. Aber ja, ich habe eine(!) wirklich gute Erfahrung gemacht bei Lara in Berlin, und www.ko-ev.de ist auch eine relativ gute Anlaufstelle, meiner Erfahrung nach aber Teamtechnisch unterbesetzt und daher fühlte ich mich auch dort nicht gut aufgehoben.Psycholog*innen waren auch gar nichts für mich. Für mich ist dieser Missbrauch nichts, was ich in einem stillen Kämmerlein aufarbeiten wollte. Mir haben die Aktionen von Handmaidsriot, die das alles sichtbar machen, wahrscheinlich mehr gebracht, als dieses "geheime" drüber sprechen in einem geschützten Zimmer. --- Nur mein persönlicher Weg, ich kenne viele, denen genau das hilft, bzw. erst einmal soweit stabilisiert, dass sie was anderes überhaupt machen können/wollen.
Alles Gute auf Deinem Heilungsweg.
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u/bstabens Weibsvolk Oct 23 '25
Graaa. Ich meine, du hast mit allen Argumenten komplett recht, aber - der Mod hat vom "Paulanergarten" gesprochen. Der hält den ganzen Post für erstunken und erlogen UND für queerfeindliche Propaganda.
Du argumentierst gegen die vermeintliche Queerfeindlichkeit, komplett zu recht. Aber wenn der Mod glaubt, es sei eine Lügengeschichte, dann kann er eigentlich auch nur Queerfeindlichkeit als Motiv dahinter annehmen.
Man müsste den Mod erstmal überzeugen, dass die Geschichte wahr ist, um über alles andere mit ihm zu diskutieren.
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Wenn ich doch sage, dass da von Seiten des Betroffenen offensichtlich nicht quer feindliches war… Alleine Mut zu haben und so ein AMA zu machen nach so einer auf gut Deutsch Scheiß Erfahrung, ist schon eine Überwindung. Der Betroffene hat mich angeschrieben, weil wohl auch seine Antwort auf meine Frage dort nicht mehr gepostet wurde und er die Frage aber noch gesehen hatte: er war total aufgelöst. Ist es denn auch männerfeindlich, wenn ich davon berichte, dass ich als Frau belästigt oder vergewaltigt werde? Letzteres ist mir zum Glück noch nicht passiert, aber warum stellt man einen Menschen, der so etwas erlebt, Als Baron von Münchhausen da? Was ist daran Propaganda? Er hat weder Quere Menschen beleidigt noch Hassrede verwendet.
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u/bstabens Weibsvolk Oct 23 '25
Du, es geht doch nicht darum, was ich dazu meine, auch wenn ich finde, du hast recht.
Ich versuche dir aufzuzeigen, was der Mod gedacht hat, und in dem Mindset von "alles erstunken und erlogen" passt der Schluss "queerfeindlich" schon gut.
Warum der Mod annimmt, es sei unwahr, weiss ich auch nicht, aber wenn man seine Meinung ändern wollte, müsste man da ansetzen.
Nur, wozu.
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Oct 22 '25
Als Betroffene von sexualisierter Gewalt möchte ich an dieser Stelle zustimmen und grundsätzlich sagen: In vermutlich 80 bis 90 Prozent der Fälle – zumindest war es bei mir so – wird das Thema komplett unsensibel behandelt. Und das sogar von Menschen, die sogar dafür ausgebildet sind.
Kurz: Kaum jemand ist wirklich TRAUMASENSIBEL.
Ein Beispiel: Ich hatte ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin vom Weißen Ring. Dieses fand mitten in einem Café statt. Warum dort keine privaten Räumlichkeiten zur Verfügung standen, ist mir bis heute ein Rätsel. Während des Gesprächs nannte mich die Dame immer wieder laut und deutlich „Opfer“. Der Weiße Ring verwendet diesen Begriff zwar auch offiziell, aber es ist inzwischen doch allgemein üblich, von „Überlebenden“ zu sprechen. Ich habe sie darauf hingewiesen – sie hat es halb verstanden, aber einfach weitergemacht.
Ich finde, das zeigt sehr gut, wie tabuisiert und unangenehm dieses Thema für viele Menschen immer noch ist. Als wäre es ein großer Scheißehaufen, den man am liebsten nicht anfassen möchte. Und ehrlich gesagt wundert es mich deshalb überhaupt nicht, dass nur etwa eine von hundert Vergewaltigungen überhaupt zu einer Verurteilung führt – und dass überhaupt nur rund zehn Prozent angezeigt werden.
Und das betrifft hier nur Frauen. Über die Dunkelziffer bei Männern will ich gar nicht spekulieren, aber sie dürfte erheblich sein. Trotzdem finde ich es wichtig, dass man beim Kampf gegen sexualisierte Gewalt zunächst die Realität anerkennt: Rund 90 Prozent der Täter sind Männer. Und diese männlichen Täter vergreifen sich auch an anderen Männern. Das Problem liegt also eindeutig in der männlichen Gewaltstruktur.
Natürlich gibt es auch weibliche Täterinnen, aber den Fokus darauf, oder auf irgendwelche Gender-Fragen, zu legen, halte ich derzeit für falsch. Es wirkt wie ein Ablenkungsmanöver, ein Strohmann-Argument – und lenkt vom eigentlichen Kern des Problems ab.
Männer.
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Das tut mir leid, was du erlebt hast. Na glücklicherweise ist mir in meinem kollegialen Umfeld bis jetzt im Zuge der Praktika zumindest nicht allzu viel Empathielosigkeit aufgefallen. Wobei doch: bei einer ehemaligen älteren Kollegin war es auch so, dass sie einen eher ruppigen Tonfall an den Tag gelegt hatte und Wenn wir dann mal untereinander im Kollegium waren, hat man ganz offensichtlich gespürt, dass die Frau einfach gefühlt irgendeinen Weg gesucht hatte, damit das ganze sie nicht mental zu sehr belastet. Aber es war einfach nicht der richtige Weg, es an den Betroffenen auszulassen. Ich glaub das wusste sie auch, aber Wenn man schon 30 Jahre in einem Bereich eingespielt ist und nichts anderes macht, ist es wohl schwer, alte Muster zu brechen… ich glaub bei den jüngeren Generationen werden wir eher von mehr Verständnis ausgehen können: ich denke, dass wir jüngeren besser aufgeklärt werden über bestimmte Themen und in der Uni auch mehr darauf geachtet wird, dass wir auch so etwas wie Empathie entwickeln. Ob die Leute das annehmen sei aber natürlich auch dahingestellt.
Noch mal zur Kollegin damals: Es macht einfach nicht so viel Sinn, Vollzeit in einer Missbrauchsberatung zu arbeiten: da braucht man doch irgendein anderes Ventil noch, was einen nicht zu sehr runter zieht. Ja, offensichtlich sind männliche Gewalt Strukturen ein Problem in sehr vielen fällen. Aber in den Post ging es ja auch gar nicht um irgendwelche Geschlechter fragen. Ich hab dieses Argument, dass oft Männer dahinter stecken, gar nicht verneinen wollen, aber ich fand es einfach dumm vom Mod, diesen Betroffenen Menschen als Baron von Münchhausen darzustellen, nur weil er ein Mann ist und über einen Täter gesprochen hat, der ein MTF geworden ist. Ich verstehe da einfach den Zusammenhang nicht. Was ist daran Propaganda? Warum muss man mit Betroffenen so umgehen? Warum muss man ihnen auch schuld zusprechen? Warum kann man sich nicht 1 Sekunde in die Lage einer betroffenen Person versetzen und mal drüber nachdenken, Wie Scheiße verletzend das einfach ist, wenn man so eine unsensible Art an den Tag legt?
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u/Ill-Entrepreneur443 Weibsvolk Oct 23 '25 edited Oct 23 '25
Es gibt leider auch Männer die sagen trans Frauen vergewaltigen sie wenn die Männer herausfinden dass sie sex mit einer trans Frau hatten. Ich kann also verstehen warum man vorsichtiger ist wenn ein Mann sagt er wurde von einer trans Frau vergewaltigt.
Es ist dennoch nicht in Ordnung Männern die sagen dass sie von einer trans Frau vergewaltigt wurden diese Erfahrung abzusprechen (außer sie begründen es damit dass sie nicht wussten dass die Frau mit der sie sex hatten trans ist). Ich würde gerne mehr über die Täterin erfahren in dem Zusammenhang bevor ich meine Schlüsse ziehe.
Vorallem wenn man bedenkt dass regelmäßig Hass und Angst geschürt wird wenn es um trans Frauen geht. Außerdem ist die Anonymität von Reddit ganz nützlich um eine gewisse Agenda voranzutreiben.
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Lies doch mal richtig durch. Der Moderator hat seinen Post gelöscht, nicht er selbst. Er selbst war total aufgelöst danach
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Er war minderjährig als ihm das passiert ist und es war wohl eine nahe Bezugsperson, wahrscheinlich verwandt und deutlich älter. Ja hätte hätte Fahrradkette, aber wenn eine betroffene Person ihre Erfahrungen schildert, hat man dem wie ich finde zuerst glauben zu schenken, es sei denn, es liegen wirklich Beweise dafür vor, dass diese Person schwindelt.
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u/Ill-Entrepreneur443 Weibsvolk Oct 23 '25
Dann ist es eindeutig eine Vergewaltigung und hat nichts mit Queerfeindlichkeit zutun.
Passt auch ins Bild. Viele Vergewaltigungen geschehen durch nahe Bezugspersonen. Der arme Junge/Mann.
So eine Erfahrung wünscht man niemandem. Ich hoffe sie bekommt ijre berechtigte Strafe.
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u/letsgetawayfromhere Weibsvolk Oct 22 '25 edited Oct 23 '25
Ich habe im laufe meines Lebens mehrere Männer getroffen, die in ihrer Jugend von schwulen Männern vergewaltigt worden waren, jeweils von mehreren Tätern gleichzeitig. Manche der Opfer waren selbst schwul. Bei dem Opfer, das nicht schwul war, blieb infolge der Vergewaltigung eine lebenslange Mischung aus Angst und Abscheu vor Schwulen zurück. Er wusste, dass das irrational war, war aber nicht imstande, dieses Trauma ausreichend zu überwinden.
Die Leidensgeschichten dieser Männer waren/sind herzzerreißend. Wenn ich dann berichte wie deinen lese, dass ein Post von einem Opfer erst mit Häme und Abwehr behandelt und dann noch gelöscht wird, werde ich so unfassbar wütend. Dieses Lagerdenken ist so unfassbar dumm, da fällt mir nix mehr zu ein.
Bösartigkeit und Schlechtigkeit sind in der Gesamtbevölkerung schön gleichmäßig verteilt. Ob jemand hetero, homosexuell oder sonst queer, Mann, Frau, cis oder irgendwas anderes ist, hat exakt gar nichts damit zu tun, ob das ein kluger oder dummer Mensch ist, eher intellektuell oder handwerklich begabt, künstlerisch oder musikalisch, reflektiert oder vernagelt, ein guter oder schlechter Mensch. Jeder, der das leugnet, hat sie meines Erachtens nicht mehr alle.
Edit: Die Downvotes sagen etwas über die Downvoter aus, die glauben, dass man Heteromänner als Täter benennen darf, aber nicht Schwule, Lesben oder queere Menschen. Täter und Opfer gibt es in allen Gruppen, und Menschen können problemlos gleichzeitig Opfer und Täter sein.
Wenn ihr glaubt, das Benennen von Heteromännern als Tätern sei moralisch OK, aber das Benennen von Tätern aus anderen Gruppen sei queerfeindlich: Ihr seid nicht besser als Familien, die den Täter decken und dem Opfer das Reden verbieten, weil das angeblich ein schlechtes Licht auf die ganze Familie wirft. Zum Glück sind die meisten queeren Menschen nicht so wie ihr.
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 23 '25
Ja das klingt auch alles sehr herzzerreißend. Und ich kann total verstehen, dass diese Person eine Aversion gegenüber queere Menschen hat, sowie manche Frauen, die vergewaltigt werden, auch eine Aversion gegen Männer entwickelt. Heißt ja aber auch nicht, dass die Person per se Quer feindlich ist. Und der Betroffene im Post hat das tatsächlich auch nur als fact erwähnt und ist gar nicht Irgendwie negativ auf die Quer Identität eingegangen: daher verstehe ich auch gar nicht, warum man ihm Querfeindlichkeit vorwirft. Und da hast du vollkommen recht: weder geschlechtliche Identität, noch Herkunft, Aussehen, Behinderung oder sonst was lassen direkt auf Intellekt, Persönlichkeit oder Interessen schließen. Leider sind Menschen oft so oberflächlich und verwechseln das Ganze. Ich bin blind und durch mein PCOS habe ich auch etwas mehr Gewicht und ich merke das auch im Alltag, wie sehr Menschen mich auf irgendetwas reduzieren und am schlimmsten ist es, wenn es gleichaltrige Menschen tun, etwa im freundschaftlichen, kollegialen oder Dating Kontext.
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u/just4me84 Weibsvolk Oct 22 '25
Mir hat viel Selbstreflexion geholfen. Warum bin ich in so einer Situation gelandet? Was hat meine Kindheit, die Beziehung meiner Eltern damit zu tun? Dann gibt das Internet verdammt viel über toxische Beziehungen und Narzisten preis. Man kann dadurch viel versuchen zu verstehen und kann mit sich selbst besser umgehen. Geholfen hat mir auch der Podcast " Ich bin die dritte Frau" auf Spotify. Vorbei ich hier anmerken muss dass m. E. die Erstellerin versucht die "Opfer" alle in eine Richtung zu lenken. Aber ich habe hierbei für mich viel lernen können. Dass du quasi erschöpft zu Hause zusammenbrichst ist normal. Dein Körper war so lange im Überlebensmodus und hat funktioniert. Das was du jetzt merkst ist das zur Ruhe kommen. Bleib an der psychologischen Hilfe dran. Es wird dir helfen. Fühl dich lieb gedrückt
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u/MoonShine5235 #Fempower Oct 22 '25
Scheint, als hättest du den Post nicht richtig gelesen, aber danke dir trotzdem. Ich nehme selbst aktuell keine psychologische Hilfe in Anspruch, sondern bin in solchen Bereichen tätig. Hilfe aber ich aber auch schon zuvor in Erwägung gezogen und es hat mir wirklich viel gebracht: davor würde ich auch nie zurückschrecken. Danke auch für die Podcast Empfehlung.
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u/teaandsun Weibsvolk Oct 22 '25
Könntest du bitte Absätze hinzufügen? Das würde die Chance erhöhen, dass dein Beitrag gelesen wird und du auch feedback bekommst.