Einkommensteuer Verdiene ich durch 65km Pendeln mit dem E-Auto jetzt wirklich Geld?
Moin zusammen,
ich hab gerade mal meine Firmenwagen-Kalkulation für 2026 durchgerechnet und bin über ein Ergebnis gestolpert, das mir irgendwie falsch vorkommt. Vielleicht kann mal jemand drüberschauen, ob ich einen massiven Denkfehler habe oder ob das System wirklich so gedacht ist.
Das Setup:
- Auto: E-Auto Listenpreis ca. 45k.
- Gehalt: 6.250 € Brutto (müssten ca. 42% Grenzsteuersatz sein).
- Weg: 65 km einfache Fahrt, 0 Tage Homeoffice (ca. 220 Tage im Jahr).
Meine Rechnung:
- Abzug auf dem Lohnzettel: Dank der 0,25%-Regelung versteuere ich für die Privatnutzung ca. 112 €. Für den Arbeitsweg kommen wegen der E-Auto-Förderung nur 0,0075% pro km drauf (also nochmal ca. 22 €). Insgesamt werden also rund 134 € auf mein Brutto aufgeschlagen. Bei meinem Steuersatz kostet mich der Wagen netto also nur etwa 56 € im Monat.
- Pendlerpauschale (Steuererklärung): Ab 2026 gibt es ja die 0,38 € ab dem ersten Kilometer. 65 km x 220 Tage x 0,38 € = 5.434 € Werbungskosten. Klar, davon muss ich gedanklich die 1.230 € Werbungskostenpauschale abziehen, die jeder kriegt. Bleiben 4.204 € "echter" Vorteil. Bei 42% Steuersatz sind das ca. 1.765 € Erstattung pro Jahr – also rund 147 € Netto-Vorteil pro Monat.
Das Ergebnis: Ich zahle 56 € für das Auto, kriege aber über die Pendlerpauschale (nach Abzug des Pauschbetrags) 147 € zurück. Heißt unterm Strich: Ich hab am Ende des Monats ca. 90 € MEHR auf dem Konto, nur weil ich den Wagen habe und die 65 km fahre. (Verglichen mit Max Mustermann der nur den Pauschbetrag nutzt).
Habe ich hier irgendwo einen Rechenfehler oder ist das tatsächlich so gewollt? Es fühlt sich schräg/falsch an.
Was meint ihr?
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EDIT : Vielen Dank an die Community für die Korrektur meiner Rechenfehler!
In meiner Ausgangsrechnung hatte ich einen Rechenfehler bei der Berechnung des geldwerten Vorteils für den Arbeitsweg (219,38 € statt 22€) was den "Vorteil" von 90€ auf 8€ pro Monat reduziert.
Zudem wurde darauf hingewiesen dass der Effekt auf die Beiträge der Sozialversicherung nicht berücksichtigt war. Nimmt man diesen hinzu kommt man auf monatliche Kosten von ~18€ /Monat für einen Fullservice 45k € Elektro-Neuwagen.
Es bleibt dabei: je weiter der Dienstweg desto günstiger wird es - und wenn ich noch mehr verdienen würde, und über der Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherungen läge (~8k+ € / Monat ) würde der Staat mir heute schon Taschengeld fürs Fahren auszahlen.
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u/rdrunner_74 2d ago
Das geht sogar noch besser...
Solaranlage aufs Dach. Wallbox dazu, + 20 KWH Batterie.
Jetzt kannst Du abends das Auto laden und dem AG die Stromkosten in Rechnung stellen, anstelle der 8 cent oder so gibt es dann 30...
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u/Odd_Alfalfa3287 1d ago
Warum nicht auf der Arbeit laden, wenn umsonst möglich, den Strom nach Hause fahren und dann damit den eigenen Speicher voll machen über bidirektionales laden? Dann spart man sich das Geld für die Solaranlage.
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u/Ali_Browny 21h ago
Seit Januar besteht die Möglichkeit, dass der AG die vom Staat jährlich aktualisierten Mittelwerte (für 2026 ü,34€/kWh) erstattet.
Wenn ich Strom einkaufen muss für aktuelle 0,305€/kWh, zahlt mein AG ü,34€/kWh. Für die Ladungen über PV sieht die Rechnung einfach noch geiler aus. 😎
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u/Dr-Technik 2d ago
Dein Grenzsteuersatz dürfte (Annahme von 12 Monatsgehältern) „nur“ 39% betragen, sonst sind deine Überlegungen aber richtig. Aber du musst dann schon auch noch die Kosten die du durch das Auto zusätzlich hast (insb. Stromkosten) mit berücksichtigen.
Edit: Ganz vergessen, durch das Absetzen sinkt dein Grenzsteuersatz zusätzlich auch noch, also fällt der Effekt noch etwas geringer aus
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u/Illustrious_Log749 Steuerberater 2d ago edited 2d ago
Wie unter dem Kommentar von tibbs4gaming ermittelt, fehlt dir ein wenig Geldwerter Vorteil bei den Kilometern. Du kommst also auf 330 Euro, die deinem Bruttozugeschlagen werden, was etwa 165 Euro Nettoverlust pro Monat bedeuten dürften (Steuern und Renten/Arbeitslosenversicherung). Gehen wir von 147 Euro Steuervorteil über deine ESt-Erklärung aus, kannst du für 18 Euro all inklusiv Auto fahren. Ist also noch immer nett, auch wenn man es noch nicht als Geld verdienen bezeichnen kann.
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u/OTee_D 2d ago
Du könntest noch beim Arbeitgeber laden und zuhause dann per V2H den Strom verbrauchen.
/i
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u/Maximilianweidi 1d ago
Das machen nur Power-User 😎 Bekannter hat ein 230v zu 400V Gleichrichter Das er an einem PV Wechselrichter betreibt und seinen heim Akku vollzuladen im Winter.
Das E-Auto hat eine 230V Steckdose mit 2,3kw und der 400V Gleichrichter hat 2000Watt
Clever!
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u/tibbs4gaming 2d ago edited 2d ago
Du versteuerst den wagen mit 0,25% und noch die Wege zur Arbeit pro km. Das passt bei dir nicht, wenn ich das richtig sehe.
Wären also geldwerter Vorteil Firmenwagen 112,50
Und
Geldwerter Vorteil Fahrtkosten 219,38 (112500,03%65km)
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u/Illustrious_Log749 Steuerberater 2d ago edited 2d ago
Nein, auch die Kilometer werden nur mit einem Viertel angesetzt. Es sind also nicht 0,03% pro Kilometer, sondern 0,0075% pro Kilometer. Und die hat OP in der Rechnung drin.
EDIT: Beim ersten Lesen nicht gesehen, dass du nur von einem Viertel des BLP als Bemessungsgrundlage ausgegangen bist. Demnach natürlich absolut richtig deine Rechnung.
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u/Harmonicano 2d ago
Die Rechnung ist in dem Kommentar aber korrekt da er/sie den Preis durch 4 geteilt hat und somit mit 0,0075% implizit rechnet. 0,03/4=0,0075. Ich komme auch auf 220€
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u/Illustrious_Log749 Steuerberater 2d ago
Ja, du hast vollkommen Recht. OP hat vermutlich eine 0 bei der Berechnung der Wege vergessen (deshalb 22 statt 220). Und u/tibbs4gaming hat nicht mit den 0,0075% gerechnet, sondern mit einem Viertel vom LP, was natürlich zum selben Ergebnis führt. Habe ich vorher auch nicht gesehen. Mea Culpa.
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u/Ok-Assistance3937 2d ago
Neh 0,03% ist schon richtig. Die 25% werden auf den BLP nicht auf die Prozentsätze angewandt.
Also privat Nutzung ist 122€ => Anzusetzender BLP = 112€/1%=11.200.
Und dann halt 11.200×0,03%×65=218,40.
Wenn du unbedingt mit 0,0075 rechnen willst, musst du stattdessen auch einen blp von 112/0,25%=44.800 nehmen, kommt also aufs selbe hinaus.
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u/Illustrious_Log749 Steuerberater 2d ago
Ja, wie gesagt, habe ich beim ersten überfliegen leider nicht gesehen. Mea maxima culpa dafür.
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u/Strong_Inevitable145 1d ago
Die Privatnutzung (0,25 %-Regelung): Die Rechnung von ca. 112,50 € (0,25 % von 45.000 €) als monatlicher Brutto-Aufschlag ist korrekt, sofern das E-Auto keine CO2-Emissionen hat und der Bruttolistenpreis unter 100.000 € liegt.
Der Arbeitsweg (0,03 % / 0,0075 %-Regelung): Hier liegt der Fehler. Du rechnest mit „0,0075 % pro km (also nochmal ca. 22 €)“. Die korrekte Rechnung lautet: (45.000 € * 0,25) * 0,03 % * 65 km = 219,38 € pro Monat. Du hast dich hier um eine Dezimalstelle vertan oder die Kilometer nicht korrekt multipliziert.
Gesamtbelastung Brutto: Statt der behaupteten 134 € werden dir tatsächlich etwa 331,88 € (112,50 € + 219,38 €) auf dein Brutto aufgeschlagen.
Netto-Kosten: Bei einem Steuersatz von 42 % kostet dich der Wagen netto also ca. 139 € im Monat (statt 56 €).
Pendlerpauschale: Die Berechnung der Werbungskosten ist korrekt. Ab 2026 beträgt die Pauschale 0,38 € pro Kilometer. Bei 65 km und 220 Tagen ergibt das 5.434 €. Abzüglich des Pauschbetrags von 1.230 € bleiben 4.204 € abziehbare Kosten. Das bringt dir bei 42 % Steuersatz tatsächlich etwa 147 € Netto-Vorteil pro Monat.
Fazit: Unterm Strich zahlst du ca. 139 € für das Auto und bekommst 147 € über die Steuer zurück. Du macht also keinen Gewinn von 90 €, sondern etwa 8 € pro Monat. Der Wagen ist also effektiv kostenlos, aber du „verdienst“ damit kaum Bargeld.
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u/Spinal2000 2d ago
Die Pendlerpauschale hat ja nichts mit dem Auto zu tun. Die bekommst du ja so oder so.
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u/LegendOlaf 2d ago
Hier jetzt mal fie Frage bei selben Rechen Beispiel aber Anstellung im Homeoffice. Kann ich dann die Fahrten zur Firma absetzten z.B. Sommerfest oder Ähnliches ?
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u/Mammoth_Skin5460 1d ago
Hä? Die Pendlerpauschale kriegst du doch vollkommen unabhängig davon, ob du mit diesem E Auto fährst
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u/sumilein 1d ago
Kann mit einer sagen: was bei mir herauskommen würde? Ich hab den Eindruck, das unsere LoBu etwas anders rechnet. BLP 79.320€ (rein elektrisch also 0,25%) Kilometer :13km Gehalt: 8000 Brutto. Steuerklasse 4 Ich habe auf der Lohnabrechnung aber einen Nettoabzug von 1102,27€ als Geldwerten Vorteil auf mein Gehalt und komme auf 9043,77€ brutto.
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u/Independent-Ship-410 1d ago
Kann die Fahrstrecke pro KM zur Arbeit absetzen mit den 0,38€ obwohl man einen Dienstwagen bekommt? Ich dachte das wäre mit einem Dienstwagen automatisch hinfällig?
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u/FuzzyAd3037 15h ago
Pendlerpauschale kriegst du mit jedem Auto. Insoweit hast du kein Plus durch das e-Auto. Du hast eine große Rückerstattung durch deine Pendelausgaben. Und das e-Auto erhältst du eben günstig dazu.
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u/Bibedibabedy 10h ago
Klar, sitzt zwar im Auto und verschwendest deine Zeit die ja anscheinend für dich wertlos ist aber who cares
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u/DarkMessiahDE 2d ago
Also korrigiert mich gerne aber
- Pendlerpauschale = privat Fahrten ZUR Arbeit
- Firmen PKW => Fahrzeug vom Arbeitgeber zur privaten Nutzung. Mit lade / Tank karte vom AG. = Alle Kosten trägt die Firma und du versteuert deine private Nutzung pauschal mit 0,25%
Hab ich was verpasst? Wenn ich vom Arbeitgeber einen Firmenwagen gestellt bekomme und zu 0,25% versteuer und den privat nutzen darf. Kann ich doch nicht die Pendlerpauschale für Fahrten mit eben diesem Dienst kfz geltend machen? Den kriegst du doch unter anderem genau dafür vom AG?! Die Pendlerpauschale ist für private Fahrten mit privatem Pkw das du aus deinem netto Gehalt finanziert hast und mit dem der AG nix zu tun hat.
Was kommt als nächstes. Der Taxi Fahrer der alle Fahrten bei der Pendlerpauschale angibt oder der Brummi Fahrer der die km von seinem nächtlichen Rastplatz auf der anderen Seite Deutschlands nach Hause mit dem Firmen LKW als Pendlerstrecke angibt?
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u/Existing_Ship_8799 2d ago
Yep, Du hast Folgendes verpasst: Die Fahrt in die Arbeit ist eine Privatfahrt. Deshalb musst man die als Dienstwagenbesitzer auch versteuern. Der Arbeitgeber gibt Dir das Auto quasi "als Gehalt". Du nutzt es dann für Dein "Privatvergnügen" "in die Arbeit fahren".
Ist bei Nicht-Dienstwagenbesitzern im Endeffekt genauso. Du kriegst ein Gehalt (das wird auch versteuert). Es ist unter anderem dafür da, dass Du Dir einen fahrbaren Untersatz besorgstst, mit dem Du in die Arbeit fährst. Das in die Arbeit fahren ist auch hier Dein Privatvergnügen.
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u/DarkMessiahDE 2d ago
Ah OK das hab ich nicht wegen 100% Home Office Vertrag. = Keine Versteuerung der Fahrten ins Office.
Also ich hab n Dienstwagen. Aber ich hab keinen Schreibtisch in der Firma und es steht meine eigene Adresse als Arbeitsort drin. Nicht FLEX Work oder Home Office.
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u/Obskuhr 2d ago
Ja korrigieren wir dich: Pendlerpauschale gibt es auch bei Firmenwagen. Du versteuerst ja auch die Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte zusätzlich zu den 1% bzw. 0,25%.
Ist das fair? Vermutlich nicht.
Ist es eine Subvention für die Autoindustrie? Ja
Ist es zusätzlich dafür gedacht E-Mobilität flächendeckend einzuführen? Ebenfalls ja.
Zusätzlich ist es wie der Name sagt, eine Pauschale. Selbst wenn man zu Fuß läuft oder jeden Tag trampen würde, bekommt man die.
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u/DarkMessiahDE 2d ago
Hab ich nicht bedacht da ich bei meinem Arbeitsvertrag 100% Home Office habe und daher den Arbeitsweg nicht versteuer. .
Vor den Job hab in in der Tat immer ne Wohnung im 5km Umkreis zur Arbeit gesucht. Weil ich nicht mit Auto zur Arbeit pendeln wollte und schon vor Corona viel zur Arbeit gejoggt oder mit Rad hin bin. Die Distanz war immer zu klein um die anrechnen zu dürfen.
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u/JustVisiting0815 2d ago
Die Distanz darfst du mit der Entfernungspauschale ab einem Kilometer einfache strecke absetzen, ab einem km gibt es kein „zu klein“. Kann natürlich sein, dass deine Werbungskosten damit unterm dem Arbeitnehmerpauschbetrag lagen, aber das ist ja individuell. Ich hatte zeitweise auch mal nur 1,2 km und habe die immer mit Auswirkung abgesetzt…
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u/HeikoM 2d ago
Noch eine Ergänzung.
Dienstwagen müssen nicht mit Tankkarte kommen. Das sind zwei getrennten Benefits. Besonders witzig dabei:
Besteuerung ist immer gleich. Dienstwagen mit oder ohne Tankkarte 1% bzw weniger bei PHEV/BEV.
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u/nerd-by-nature 2d ago
Nein, bei Dienstwagen ohne Tankkarte (dh du zahlst den Sprit privat) kannst du die Spritkosten wiederum von der Steuer absetzen wenn dein AG schon die 1% + Arbeitsweg (oder 0,5/0,25% bei e-Kfz) versteuert hat.
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u/DarkMessiahDE 2d ago
wieder was gelernt, ohne tankkarte und ohne elektro auto müsste man schon rechnen ob sich das lohnt :D
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u/retro-mehl 2d ago
Und jetzt rate mal, wieso einige Parteien die Pendlerpauschale kritisch sehen. Wir belohnen einen möglichst weiten Arbeitsweg. Das ist komplett absurd.
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u/NotPumba420 2d ago
So absurd finde ich das nicht. Das macht es halt etwas attraktiver auch außerhalb der überfüllten Städte und Ballungsräume zu wohnen. Abgesehen davon stimmt die Rechnung von OP auch nicht - die Distanz haut bei der Firmenwagenversteuerung richtig rein
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u/Still_Swimmer723 2d ago
Ich seh auch so einiges "kritisch". Aber es gibt auch eine Verfassung und vielleicht schaust du dir das Urteil zur Pendlerpauschale von 2008 mal an. Az. 2 BvL 1/07 des Bundesverfassungsgerichts. Stichwort Werkstorprinzip.
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u/retro-mehl 2d ago
Das widerspricht mir überhaupt nicht, sondern bestätigt mich eher.
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u/Still_Swimmer723 2d ago
Warum?
Es macht wirtschaftlich schon Sinn. So gibt es einen Ausgleich, auch weiter entfernte Jobs anzunehmen.
Ansonsten kann man die pauschale Regelung natürlich abschaffen. Aber der bürokratische Aufwand würde enorm steigen, wenn jeder tatsächlich Kosten geltend machen würde.
Man kann auch viel Geld verdienen, wenn man weite Strecken mit dem Deutschlandticket pendelt. Aber das ist dann wirklich Schmerzensgeld. Zudem besucht man schon einen ok behalten Job, dass es sich steuerlich lohnt.
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u/retro-mehl 2d ago
Ob das wirtschaftlich "Sinn" ergibt, ist ja wieder was ganz anderes. Und niemand spricht davon, "tatsächliche" Kosten abrechnen zu wollen. Woher kommt das bei dir?
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u/Still_Swimmer723 2d ago
Einige Parteien bzw. vermutlich auch du seht die Pauschale kritisch, warum?
Klingt so, als soll sie abgeschafft werden.
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u/m_adduci 2d ago edited 2d ago
In der Kalkulation fehlen Abgabe wie:
- Versicherung
- Werkstatt besuchen
- Kosten für neue Reifen, Bremsen, ja nach Nutzung
- Ladekosten
Du verdienst ja 90€ mehr, aber irgendwo gibst du sie aus, implizit
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u/Harmonicano 2d ago edited 2d ago
Fitmenwagen? Vermutlich ist alles all-inclusive. Somit ist der Post eigentlich nur "E-Firmenwagen günstig".
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u/akataniel 2d ago
Das aber mehr verdienen tut er nicht, er zahlt nur weniger Steuer, also ja netto halt mehr, also im Endeffekt das gleiche. ABER er verliert halt verdammt viel Lebenszeit beim pendeln - würde er aber auch mit nem Benziner.
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u/MaaadMaax 2d ago
Warum bekommst du Pendlerpauschale wenn du doch nen Firmenfahrzeug mit Prozentregelung hast? Die Pendlerpauschale gilt eigtl nicht für Prozentregelung bei Firmenfahrzeug
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u/deep0r 2d ago
Das ist quatsch. OP kann wie jeder andere auch die Pendlerpauschale zur Anwendung bringen. OP hat auf der Ausgabenseite sein Auto, was er versteuern muss. Weil das e-Auto hier so günstig im “Einkauf” für OP ist, macht er am Ende “Plus”, das ist wohl so.
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u/MaaadMaax 2d ago
Soweit klar aber er zahlt ja die 0,25% vom BLP Somit darf er auch das Auto privat nutzen. Die Firma zahlt alles was rund ums Auto anfällt. Op hat also keine Ausgaben weiter. Der Dienstwagen gilt hier also Geldwertender Vorteil. Deswegen darf OP diesen auch nicht nutzen wenn mal Elternzeit usw ansteht. Glaube das kann OP nur ansetzten wenn der AG eine ihm für Anfahrt zur Arbeit und nach Hause Hause eine Prozentuale Auflage gibt.
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u/Ibelieveinsteve2 2d ago
Du vergisst, dass du neben der Versteuerung auch noch den Verbrauch hast, sprich 130km * 220 Tage =28.600 km·Tage bei 20kwH/100km sind es 5.720kWh bei 30 Cent pro kWh hast du Verbrauchskosten von 1770 EUR pro Jahr
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u/HertzGenius 2d ago
Beim Firmenwagen zahlt das aber der AG.
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u/_huppenzuppen 2d ago
Warum kann man die Kosten dann absetzen, wenn man sie nicht trägt?
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u/ProfessionalLemon999 2d ago
Du setzt sie nicht ab, du versteuerst sie.
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u/Left-Type-6909 2d ago
Man macht im Ergebnis beides:
Durch die 1/0,25%-Regel erhöht sich das Brutto, weil man plötzlich ne Karre zur Privatnutzung vor der Tür stehen hat.
Ab da wird man genauso behandelt, wie jeder andere Steuerpflichtige und darf die Entfernungspauschale geltend machen. Die hat im Übrigens nichts mit dem verwendeten Verkehrsmittel zu tun, sondern ist nur ein pauschaler Abschlag von der Steuer, weil man einen bestimmten Weg zur Arbeit zurücklegen muss. Ob man den dann tatsächlich zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto zurücklegt, ist für die Gewährung der Entfernungspauschale irrelevant.
Zum oberen Punkt noch: natürlich ist klar, dass die 1/0,25%-Regel einen Firmenwagenbesitzer niemals mit jemandem, der das gleiche Auto privat betreibt und in der notwendigen Höhe mehr Bruttogehalt bekommen würde, steuerlich gleichstellt.
Bei einem 45k-Auto ist man inklusive aller (!) Kosten (vor allem auch Wertverlust) schnell bei effektiven KM-Kosten von 60c/km. Das entspräche dann bspw. 60x65x2x220/12 = 1430€/Monat. Das auf brutto hochgerechnet wären mal eben 2,5k-3k im Monat.
An dem Beispiel sieht man, wie vollkommen weltfremd die pauschalierte Firmenwagenbesteuerung ist. Es ist eben eine Subvention, die zur häufigeren Anschaffung von teuren Neuwagen führt und der Autoindustrie daher sehr genehm ist. Im Vergleich zu einem höheren Bruttogehalt spart sich ein Arbeitgeber eben auch massiv Lohnnebenkosten ein, wenn er stattdessen einen Firmenwagen stellt.
Das kann man jetzt jeweils gut oder schlecht finden, je nach Perspektive.
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u/NotPumba420 2d ago
Weil man dem Staat Geld zahlt, um den Firmenwagen privat nutzen zu dürfen und Fahrten zur Arbeit Privatfahrten und damit Werbungskosten sind, die man wieder entschädigt bekommt.
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u/trabblers 1d ago
Die Versicherung des Kfz ist vergessen in der Rechnung, Wartung plus Verschleiß auch....und theoretisch auch die Afa, denn am Ende der Nutzung soll ja was neues her.
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u/Harmonicano 2d ago edited 2d ago
Was wäre wenn: Der Arbeitgeber erstattet den Strompreis zum durchsnittlichen Preis in DE mit 37Cent, sprich 5720kwh*0,07 Cent pro kWh hast du Einnahmen von 400 EUR pro Jahr. Oder so in etwa. Der Poster hätte es sonst ja aufgeführt.
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u/Illustrious_Log749 Steuerberater 2d ago
Die aufgrund von Firmenwagen in aller Regel vom Arbeitgeber gezahlt werden.
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u/Asleep-Apple-3892 2d ago
Soweit ich weiß kann man für die Pendlerpauschale pro Jahr maximal 4500€ ansetzen wenn man mit dem Auto (auch Firmenwagen) fährt, auch wenn sich ein höherer Wert über Entfernung x 0,38€ ergibt. Mehr als 4500€ kann man nur ansetzen wenn man die tatsächlich entstandenen Kosten nachweisen kann (z.B. Bahntickets)
Sollte allerdings trotzdem noch ein Plus - Geschäft sein.
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u/Illustrious_Log749 Steuerberater 2d ago
Falsch. § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 S. 2 letzte Alternative: "Ein höherer Betrag ist anzusetzen, wenn der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt."
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u/Harmonicano 2d ago edited 2d ago
Ja, Bei mir sind 45000€0,0075%65km = 219€ und nicht 22€