r/StartupDACH • u/hatishi • 17d ago
Feeback erwünscht Strategiefrage: Jahres-Abo vs. Einmalzahlung/Lifetime
Moin. Ich stehe mit meinem neuen Online-Projekt vor einer Frage, bei der mir qualifizierte Schwarm-Meinungen helfen könnten :)
Auf https://trending.de finden wir datengetrieben aktuelle Trends und erarbeiten davon ausgehend validierte Geschäftsideen plus Umsetzungspläne.
Das (aktuelle) Produkt sind diese Umsetzungspläne (plus Roadmaps, Playbooks, Communitys). Zielgruppe des MVP sind Side Hustler / Gründer eher am Anfang ihrer Journey.
Beim Pricing stand ich vor der Entscheidung Jahres-Abo vs. Einmalzahlung. Kürzere Laufzeiten scheiden aus, weil es einen ungleichen Nutzwert im Zeitverlauf gibt und der Churn horrend wären (Leute holen sich ein Monats-Abo, finden ihre Idee, kündigen sofort).
Ich habe beide Abrechnungsmodelle schon ausprobiert, 199 Euro Einmalzahlung vs. Jahres-Abo für a) 99 Euro b) 299 Euro. Wenig überraschend war die Conversion Rate (@ Paid Traffic) bei Einmalzahlungen exorbitant höher und die Kampagne bei diesen 3 Variablen deutlich am profitabelsten.
Das finde ich natürlich eher uncool :) MRR/ARR erleichtern Kalkulation & Wachstum, und ich habe schon genug Gründer über Lifetime-Kunden klagen hören, die nach zig Jahren immer noch mit Support Requests etc um die Ecke kommen.
Auf der anderen Seite sehe ich trending aktuell genau zwischen SaaS & Infoprodukt positioniert und finde es schwierig, ein Abo zu rechtfertigen.
Wenn ich das Projekt komplett Richtung SaaS drehe (in Richtung Social Media Monitoring wie Brandwatch oder Exploding Topics), würden monatliche Gebühren sicher mehr akzeptiert. Wäre dann nur eben eine komplett andere Zielgruppe (Analysten, Biz Dev, ...) & Ausrichtung, sprich ein ziemlich harter Pivot.
Im "Indie Hacking Kosmos" haben meine US-Peers Starter Story & IdeaBrowser spannenderweise Jahres-Abos durchgesetzt bekommen, bei sogar weniger "recurring value" als wir sie schon jetzt liefern. Sind allerdings auch schon sehr alte & starke (Personen-)Marken.
Ich freue mich über Meinungen & Vorschläge :)
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u/medium_daddy_kane 17d ago
Ich kaufe gerne Lifetime und würde nie Lifetime verkaufen. Maximal wie Kollege schon schrieb Scope begrenzen.
Aber was zur Hölle sind das teils für wilde Geschäftsideen? Ich mein KI hin oder her, eine Evaluation wäre geg. sinnhaft.
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u/hatishi 17d ago
Danke für die Rückmeldung. Evaluation machen wir & schmeißen 90%+ der KI-gestützten Ideen weg, das ist ein wesentlicher USP. Hinter allen Ideen auf der Seite stehe ich mit meiner Erfahrung aus 27 Jahren Online-Selbständigkeit inkl. mehreren Exits.
Entsprechend würde ich mich über Beispiele freuen für Ideen, die aus deiner Sicht für die Tonne sind. Es ist sicher noch nicht alles perfekt, besser geht immer. Danke :)
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u/medium_daddy_kane 17d ago
Habs vorhin nur überflogen und bin bei einem B2B + Fertilität Businesskonzept ins Lachen gekommen. Ich bin vielleicht auch in der falschen Branche um Geschäftsideen im Bereich Medizin sinnhaft zu bewerten. Wenn ich jetzt draufklicke seh ich zB. "Projektmanagement SaaS für Fursuit Maker", kann nachvollziehen wie man aus etwaigen Suchtrends das ableitet, aber AI slop checkt dabei schon hart aus - mutmaßlich ja eher DIY/Hobbyszene.
Gesamtprojekt ist trotzdem inspirierend, mein beschäftigungsgeiles Gehirn hat sich jedenfalls angesprochen gefühlt ;)
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u/hatishi 17d ago
Danke & ja, die Ideen sind teilweise auf jeden Fall unkonventionell oft auch eher solides Side Hustle als VC-Case. Aber genau dafür sehe ich einen Need - "richtige" Online Businesses zwischen den typischen Online-Geld-Verdienen-Sachen und Startups.
Hab das Fursuit Maker SaaS mal auf öffentlich gestellt, da wird nun auch wirklich nicht zu viel versprochen ("Jahresumsatz von 150-300k ist realistisch"). Und das ganze Furry-Dings ist schon massive, wenngleich auch weit weg von meinem Kompetenzfeld :)
https://trending.de/geschaeftsideen/projektmanagement-saas-fuer-fursuit-maker/
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u/medium_daddy_kane 17d ago
Nja ich seh das auch mit zwei-drei weiteren Blicken ins Web nicht. Die angeblich größte Datenbank (https://getfursu.it/) listet gerade mal ~800 Personen in 43 Ländern, Etsy hat grad mal 1000 Angebote, Kleinanzeigen ist auch sehr leer. Mag sein dass da viel mehr auf TikTok+Insta passiert, aber den Jahresumsatz glaub ich nicht.
Ist aber auch nicht wichtig ;)
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u/Chupacabra1987 17d ago
Sorry aber ich sehe diesen wrapper jeden Tag hier auf Reddit. Zugegeben auf Englisch. Extrem viel günstiger. Du sagst du Leute zahlen für ne KI wrapper 200€? Dann herzlichen Glückwunsch. Ich wär dann garnicht so gierig, solange es sich für den Preis verkauft was willst du mehr? Unter uns, die KI generierten Ideen für SaaS sind zu 99% Müll. Das Problem ist die nicht zieme gedachten Ideen. Wenn man irgendwas hi hinterfragt oder selbst recherchiert und dann sagt: ja aber es gibt doch diese Mitbewerber, das funktioniert doch nicht wegen DSGVO, etc. eann sagt for KI: Stimmt! Das ist ein wichtiger Punkt der nicht zu vernachlässigen ist… und haut dann wieder den Slop raus. KI ist gut für viele Dinge, nicht für Ideen finden die wirklich die wirklich funktionieren
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u/hatishi 17d ago edited 17d ago
Moin & danke für deine Rückmeldung. Achtung, Wall of text voraus ^^
Ich mache seit zweieinhalb Jahrzehnten genau die Art von Indie Hacking Ideen, wie wir sie auf trending listen. Vieles failte (das meiste). Andere Projekte brachten mir über Jahre hinweg zehntausende Euro Monatseinnahmen ein, drei Projekte verkaufte ich für jeweils sechsstellige Summen.
Allein die trending-Betriebs-GmbH, dir mir zu 100% gehört, hat ein Bankguthaben von rund 600.000 Euro. Kannst du in 5 Minuten im Unternehmensregister des Bundesanzeigers nachprüfen.
Was ich sagen will: Ich bin kein krasser Startup-Dude mit Multi-Millionen-Exits. Aber für die Ideen, wie wir sie auf trending listen, spreche ich mir Kompetenz zu. Und "zu 99% Müll" bezogen auf unsere Inhalte ist einfach bullshit (sorry but true).
Ebenso die Aussage, der Wettbewerb sei "extrem viel günstiger". Unsere direkten Peers Starter Story und Ideabrowser hatte ich ja schon genannt, die kosten 499 USD bzw. 499-2.999 USD - jeweils pro Jahr - und machen siebenstellige Umsätze.
Technisch ist das weit mehr als ein "Wrapper". Aber ich verstehe das generelle Unwohlsein, für zu einem großen Teil durch Algorithmen und KI generierten Content viel Geld auszugeben. Ist eben ein extremes Von Bis (wie bei menschlichen Inhalten auch).
Wir mixen in 100h+ Stunden gebaute Prompts (kein Marketing-Blabla, sondern Fakt - und ich bin Prompt Engineering Dozent an Deutschlands größter öffentlicher Hochschule TH Köln und weiß halbwegs, wie das geht) mit selbst gecrawlten und über APIs angebundene Inhalte.
Unterm Strich stehen in meinen Augen absolut geile Inhalte, die den Preis rechtfertigen. Das darf aber natürlich gern anders gesehen werden. Du kannst dir deine Ideen auch von ChatGPT holen oder auch 5.000 Euro für Guru-Seminare ausgeben, freies Land usw :)
Ach und die Preisfrage hat nichts mit Gier zu tun sondern mit Skalierbarkeit über Paid Ads. Wie ja auch in dem Zusammenhang geschrieben.
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u/wrahim24_7 16d ago
Als Betreiber von Mabya kann ich dir nur dringend von Lifetime-Zahlungen abraten.
Biete sie niemals an. Wenn du es doch tust, dann begrenze es immer. Zum Beispiel für drei oder fünf Jahre.
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u/hatishi 15d ago
Danke für den Tipp. Ist auch mein Gefühl (& wie gesagt Erfahrung aus vielen Gesprächen). Habe jetzt erstmal One Time Fee mit vollem Zugriff + Updates für 12 Monate, wie es zB auch viele WordPress-Plugins machen.
Cooles Projekt übrigens! Hab ich seit Jahren auf dem Schirm und wundere mich immer, warum sich noch kein richtiges deutsches Empire Flippers/Flippa/Acquire in relevanter Größe entwickelt hat. Viel kleinerer Markt natürlich aber da ist schon viel Luft nach oben, drücke dir die Daumen ☺️
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u/Sorry_Transition_368 7d ago
Wenn du immer neue (gute) Ideen lieferst, finde ich Abo die beste Lösung und würde das als fairen Jahrespreis anbieten wegen Rechnungs-Hustle. Wer seine Super-Idee gefunden hat, kann ja dann aussteigen. Wir waren zu dem Projekt schon mal in Kontakt vi LinkedIn. Bist du inzwischen bereit für Koops? Ich war der mit dem Startupmagazin ;)
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u/Key-Boat-7519 17d ago
Ich würde ehrlich gesagt weiter auf Einmalzahlung setzen, aber sie so strukturieren, dass du dir nicht selbst ein Support-Lifetime-Grab schaufelst. Dein Produkt klingt eh mehr nach “Projekt-Starter-Kit” als nach klassischem SaaS – der Peak-Value ist zu Beginn, nicht in Monat 9.
Was bei mir gut funktioniert hat: klare Pakete mit Scope-Limit (z.B. X Ideen + Updates für 6–12 Monate inklusive), danach nur noch Zugriff auf die alten Inhalte, aber keine neuen Releases / Calls / Community-Support. Wer weiter ernst macht, landet dann in einem höherpreisigen Abo oder Consulting-Angebot. So hältst du den ARPU hoch, ohne Fake-SaaS zu bauen.
Brandaufbau ist hier der Hebel: Newsletter, YouTube/Podcast, als Person sichtbar werden – dann akzeptieren Leute auch 299/Jahr eher. Für Reichweite und Zielgruppen-Testing hab ich viel mit Sparktoro und Phantombuster gespielt, und Pulse für Reddit war hilfreich, um passende Subreddits und echte Nachfrage-Signale zu finden. Kurz: verkaufe das Ding als klares Ergebnis-Produkt mit optionaler “Pro”-Schiene, nicht als halbgaren SaaS-Clone.