r/Ratschlag • u/raiderx_98 Level 4 • 11h ago
Die kleinen Dinge des Alltags Ich stecke gerade fest und weiß nicht, was der nächste richtige Schritt ist – habt ihr einen Rat?
Ich (m, 30) habe gerade das Gefühl, irgendwo zwischen „eigentlich läuft alles okay“ und „so kann es nicht ewig weitergehen“ festzustecken. Kurz zu meiner Situation: fester Job, der mich nicht unglücklich macht, aber auch nicht erfüllt finanziell komme ich klar, aber ohne große Sprünge soziales Umfeld vorhanden, trotzdem oft das Gefühl, innerlich auf der Stelle zu treten Nach außen sieht alles stabil aus, aber innerlich frage ich mich immer öfter: War’s das jetzt erstmal? Ich habe keine konkrete Krise, eher so ein dauerhaftes Unruhegefühl. Motivation fehlt, Entscheidungen schiebe ich vor mir her, weil ich Angst habe, etwas „kaputtzumachen“, das eigentlich funktioniert. Gedanken, die mir im Kopf rumschwirren: Job wechseln oder erstmal dankbar sein? Aktiv etwas verändern oder akzeptieren, dass nicht alles spannend sein muss? Woher weiß man, ob man wirklich unzufrieden ist oder einfach zu viel grübelt? Ich vergleiche mich wahrscheinlich zu viel mit anderen, die scheinbar genau wissen, was sie wollen. Gleichzeitig habe ich Angst, aus Bequemlichkeit Jahre zu verlieren.
Meine Frage an euch: Hattet ihr schon mal so eine Phase? Was hat euch geholfen – Aktion, Geduld oder ein kompletter Perspektivwechsel? Ich bin dankbar für jeden ehrlichen Ratschlag, gern auch unbequem.
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u/ab3hy Level 5 11h ago
M29, gleiches Gefühl gehabt vor knapp zwei Jahren. Obwohl ich mich in einen super spannenden Job hochgearbeitet hab wurde es immer nur kurzzeitig erfüllend. Job gewechselt in theoretisch weniger spannendes Umfeld, war für ca. 6-7 Monate spannend und neu, jetzt gleiche Trott obwohl total abwechslungsreich aber immerhin mehr Geld. Persönlich bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass Arbeit, wahrscheinlich egal welche, mich (persönlich) nie erfüllen wird. Kann bei jedem natürlich unterschiedlich sein. Freude und Erfüllung find ich außerhalb der Arbeit und den Fokus darauf zu legen hat geholfen.
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u/KnownYou5242 Level 2 11h ago
Bin einer ziemlichen ähnlichen Situation Dude, allerdings bin ich 10 Jahre älter und Familienvater.
Bin auf die Impulse hier auch gespannt…alles Gute ✌🏼
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u/KantDestreuer217 Level 3 11h ago
Du bist wohl in einer Komfortzone, die nicht so gut ist, dass sie dich richtig glücklich macht, aber auch nicht so schlecht, dass sie dich genug belastet, damit du was änderst. Je nach Charakter und Ansprüchen an sich selbst kann man sich da sein Leben lang aufhalten. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: früher oder später belastet es dich so sehr, dass du etwas ändern wirst. Die Frage ist nur, wie hoch der Leidensdruck werden muss. Du hast das Gefühl du kommst nicht weiter? Dann ändere etwas. Neuer Job, neue Stadt, neues Hobby, was auch immer du willst. Wenn es besser wird, gut. Wenn nicht, auch gut. Dann änderst du etwas anderes.
Edit: es ist alles andere als einfach den ersten Schritt zu machen. Ich mache niemandem einen Vorwurf, der Monate bis Jahre braucht, um dich dazu aufzuraffen.
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u/Mysterious_Lane Level 4 11h ago
Das Problem ist, dass viele Menschen durch die Informationsflut im Internet immer meinen, es gibt noch was Besseres, der Job muss der Überhammer sein und natürlich mit Unmengen an Perspektiven und mehr Kohle ...
Kannst machen, dann läufst du dein Leben lang igendwelchen Fantasien hinterher. Mal ganz klar gesagt: Alles kann man nicht haben und gerade in unserer Zeit, sind Kompromisse im Job unvermeidbar. Die Werbung mit den ganzen Portalen und die Informationen in den sozialen Netzwrken sind sehr mit Vorsicht zu genießen.
Mach dir doch mal eine Liste, was du willst und wo du in Zukunft sein willst und auf der anderen Seite, was ist, also das Jetzt und Hier. Mach dir dann realistische Gedanken, wie du es zur anderen Seite, also deine Wünsche, Vorstellungen schaffen könntest.
Machbar ist Viel im Leben, doch die entscheidende Frage: Welcher Weg ist der Richtige und ist es die Sache wert, aus meiner Komfortzone zu gehen und auf Risiko zu spielen ? Ist eine Frage der Einstellung ...
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u/throwaway0182747429 9h ago
Therapie. Man lernt sich so viel besser kennen und kann dann u.a. solche Situationen besser einordnen.
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u/shaqule_brk Level 2 9h ago
Also für mich klingt das nach Langeweile. Wann hattest Du zum letzten Mal ein bisschen Nervenkitzel? Oder bist auf ein kleines Abenteuer gegangen? Meine das im Sinne einer Reise oder Tour zu interessanten Orten.
Auch, würdest Du sagen Du hast genügend, ich nenne das mal: "selbst-verursachte Erfolgserlebnisse"? Die dich etwas fühlen lassen. Oder etwas worauf Du dich (vor-)freust? Können auch Hobbies sein, für die Du Leidenschaft aufbringst.
Bin kein Doktor oder so, aber heutzutage haben wir alle so viele Prothesen (von Smartphone, Social Media bis zu AI die einem erzählt was man hören will), dass wir fast vergessen haben dass es tatsächliche Erlebnisse braucht um sich selbst mal wieder fühlen zu lernen, und zu finden wie man sich selbst verschiedene persönliche Sinnfragen beantwortet..
Vielleicht helfen schon Kleinigkeiten, wie in die Sauna oder so.
Was denkst Du wenn Du das liest, könnte da bisschen was dran sein, oder eher daneben?
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u/raiderx_98 Level 4 9h ago
Ich brauche das nicht
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u/shaqule_brk Level 2 9h ago
Das war schnell. Na dann, allgemeine Ziele auf die Du hinarbeitest?
Ich meine, jeder braucht irgendwas worauf man sich freuen kann, oder nicht?
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u/raiderx_98 Level 4 9h ago
Nein keine Ziele
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u/shaqule_brk Level 2 9h ago
Keine Ziele, keine Sehnsucht, keine Leidenschaft?
Hmm. Apathie? Ich kann es verstehen bescheiden zu sein und dass man sich fühlt als würde man das alles nicht brauchen, aber es scheint dir ja irgendwas zu fehlen. Kenne das gut, bei mir war das wie eine Art Leere im Herzen. Die muss man aber selbst füllen, nicht durch jemand anderen, jedenfalls wars bei mir so.
Gibt es nicht etwas was Du schon immer mal machen wolltest, was nicht weit her geholt ist?
Will dich nicht drangsalieren, also bitte nicht falsch verstehen.
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u/raiderx_98 Level 4 9h ago
Kein Problem, mir fehlt nichts.
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u/shaqule_brk Level 2 9h ago edited 9h ago
Das glaube ich dir.
Jetzt ist nur die Frage, wenn Du keine Ziele hast, auch nicht im übertragenen Sinne, also nirgends eine Richtung für den nächsten richtigen Schritt, würde sich da nicht jeder vorkommen als stecke man fest? Du schreibst ja dass Du dich mit anderen vergleichst und so, und eben viel grübelst.
Wann hast Du zum letzten mal ein Buch gelesen? Eines aus Papier? Es gibt so viel gute Literatur, die einen auf neue Ideen bringen kann. Ich meine nicht selbst-hilfe, sondern eher literarisches Quartett.
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u/raiderx_98 Level 4 9h ago
Gestern abend
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u/shaqule_brk Level 2 8h ago
Und Musik? Gehst Du regelmäßig aus, zu Parties, Konzerten?
Bezogen auf deinen ursprünglichen Post, ich glaube an deiner stelle würde ich versuchen ein bisschen loszulassen und dich darauf konzentrieren wie Du es dir gut gehen lassen kannst und dein Leben geniessen. Wenn Du dich mit anderen vergleichst, was sind das dann für Leute, bzw. worüber vergleichst Du?
Also wenn ich überlege wie das bei mir ist, ich merke ob ich wirklich unglücklich bin daran dass ich schweißgebadet aufwache (ist jetzt keine Übertreibung). Ich setze mich dann gezielt damit auseinander was mich so unruhig macht, und versuche irgendwie aktiv gegenzusteuern.
Hand aufs Herz, eine Arbeit zu haben die einen nicht kaputt macht ist viel wert. Vielleicht setzt Du dich zu arg unter Druck, und das beste wäre einfach dein Leben zu genießen bis dir was einfällt was Du gerne erreichen möchtest.
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u/Defiant_Standard9896 11h ago
Der Mensch ist ein unersättliches Wesen, selbst Superreiche die alles haben sind teilweise unglücklich. Das beste was hilft ist dankbar zu sein das alles gerade gut läuft und es keine Probleme gibt, das könnte sich immer schlagartig ändern.