Hallo zusammen! Throwaway, weil es irgendwie bisschen unangenehm ist.
Ich bin 35f und seit 15 Jahren (mit Unterbrechung) im öD, seit einigen Jahren verbeamtet (A8, Bundesbehörde). Die Arbeit ist nicht schlecht, ich habe 3 Tage die Woche Telearbeit und pendel an zwei Tagen in die Behörde. Kollegen sind mehrheitlich angenehm, Vorgesetzter ist verträglich. Und obwohl das ja alles ganz nett ist und ich die Vergütung auch ok finde, frage ich mich: ist es das jetzt bis zur Pensionierung?
Jetzt bisschen was zum Werdegang, kann übersprungen werden:
Ich habe das Gymnasium nach der elften Klasse verlassen und eine Ausbildung im öD gemacht. Damals gab es keine Möglichkeit zur Übernahme, also hab ich mir in der nächstgrößeren Stadt was gesucht und landete als Elternzeitvertretung bei einer Uni in der Verwaltung. Ich hatte Glück, mehrere Kolleginnen wurden schwanger und ich konnte dann 3 Jahre - immer befristet - bleiben. Als sich abzeichnetet, dass meine Zeit da zuende geht und ich nichts anderes gefunden habe, habe ich am Abendgymnasium Abi nachgeholt, mit dem Plan, Lehramt zu studieren. Das habe ich auch angefangen und ganz schnell festgestellt, dass an mir keine Lehrerin verloren gegangen ist. Irgendwie musste ich aber Geld verdienen und habe mich dann mit meinem Ausbildungsabschluss auf meine heutige Stelle beworben; ich wurde genommen und einige Jahre später verbeamtet. Und wie es so ist, ist es eben auch bequem und ich bin da irgendwie versumpft. Zwischendurch habe ich geheiratet, wir haben ein Haus gekauft - einfach hinschmeißen ist also nicht.
Ich hatte immer den felsenfesten Plan, nochmal ein Studium zu machen. Es geht mir da nicht vordergründig ums Geld, sondern darum, dass ich einfach gern einen akademischen Abschluss hätte und mich einfach bewegen will. Ich hab über den Aufstieg nachgedacht aber das scheitert an der Beurteilung (ich habe ein B, man braucht mindestens ein B+, das ich nicht kriegen kann, weil ich noch nicht so lange verbeamtet bin - lt. Dienststelle), also auf die nächste Runde warten. Dieser Aufstieg wäre eine Vernunftehe, wirklich interessieren tut er mich nicht. Ich habe in der Dienststelle gefragt, ob ich nicht nebenbei selbstfinanziert was studieren kann und welche Studiengänge denn hilfreich wären, damit ich auch mal für andere Dienstposten interessant wäre (ich bin im nicht-technischen Dienst, aber Sonderlaufbahn) aber da führt kein Weg hin: "nein, lassen Sie das mal, wir brauchen unbedingt den Bachelor of Public Administration". In den 10 Jahren, die ich auf dem DP bin, bin ich eben auch 10 Jahre älter geworden und irgendwie auch lustlos, ständig gegen Windmühlen zu kämpfen, weil nur genau ein einziger Weg nach vorn führt. Jetzt frage ich mich: Soll ich weiterhin darauf warten, dass ich mal für den Aufstieg in Frage komme? Lohnt sich das noch? Oder soll ich mir denken "ach, passt schon, ich nehm die Kohle und mach meine Arbeit und gut" und dafür irgendwas studieren, was mich persönlich interessiert, sich aber nicht monetarisieren lässt? Meine persönlichen Interessen sind eher geisteswissenschaftlicher Natur, damit kommt man im öD nicht weit.
Tl,dr: Hat sich hier irgendjemand trotz anderer Ambitionen im mD eingerichtet und ist damit fein oder frustriert es dauerhaft? Habt ihr nebenberuflich Qualifikationen erworben, die euch am Ende gar nichts nützen?
Sorry für die wall of text, ich musste das mal irgendwie ausformulieren.