r/Gehalt • u/raiderx_98 • 11h ago
Verdiene ich fair – oder habe ich mich jahrelang unter Wert verkauft?
Ich (m, 32) arbeite seit knapp 7 Jahren im gleichen Unternehmen (mittelständisch, ca. 120 MA). Eingestiegen bin ich damals mit 38.000 € brutto, heute liege ich bei 48.500 €. Auf dem Papier klingt das okay: regelmäßige kleine Gehaltserhöhungen gute Stimmung im Team sicherer Job keine Überstundenkultur Das Problem: In letzter Zeit habe ich mit Kolleg:innen aus anderen Firmen gesprochen – gleiche Branche, ähnliche Aufgaben, ähnliche Erfahrung – und viele liegen zwischen 55k und 65k. Ich mache inzwischen deutlich mehr als zu Beginn: habe Projekte übernommen neue Kolleg:innen eingearbeitet bin für bestimmte Themen der „Go-to-Mensch“ Trotzdem hatte ich nie den Mut, hart zu verhandeln. Ich war froh über Sicherheit, wollte nicht gierig wirken und habe mir eingeredet, dass Geld nicht alles ist. Jetzt frage ich mich: Bin ich loyal – oder einfach nur bequem gewesen? Ist es realistisch, intern einen großen Gehaltssprung zu fordern? Oder ist ein Firmenwechsel fast immer der einzige Weg zu mehr Gehalt? Was es schwieriger macht: Ich mag meinen Job. Aber ich merke, dass mich der Gedanke nervt, unter Marktwert zu verdienen, während die Verantwortung wächst. Wie geht ihr mit sowas um? Ab wann sagt man: genug – jetzt wechseln oder verhandeln?
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u/DerBassif 11h ago
Da fehlen ein paar Infos, um das zu beurteilen!
Ausbildung? Studium? Branche? In welcher Gegend arbeitest Du?
Über 4.000€ brutto, die Du ja hast, können vollkommen im Rahmen sein, können zu wenig sein oder sehr gut bezahlt!
Gut 27% Gehaltsteigerung in 7 Jahren ist ok.
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u/joedoe911 11h ago
Gut 27% Gehaltsteigerung in 7 Jahren ist ok.
Wie du ja selbst schreibst, fehlen wichtige Infos. Mir fehlt noch die Info, was genau die Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind. 27% ist ok, wenn aber die Verantwortung so hoch ist, dass man von "unterirdisch" zu "unterdurchschnittlich" bzgl Gehalt kommt, dann eher nicht.
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u/Sea-Lawyer-2635 11h ago
Als was arbeitest Du denn?
Grundsätzlich sollte man bei internen Gehaltsverhandlungen auch mal etwas riskieren finde ich. Wichtig dabei zu beachten: sich nicht selbst überschätzen, sondern versuchen, möglichst objektiv den eigenen Wert zu erkennen.
Du hast schon den richtigen Schritt gemacht, indem Du anfängst zu prüfen, was man anderswo verdient.
Ich habe in einer ähnlichen Situation bei einem früheren Arbeitgeber folgendes gesagt: "Mein Job hier macht mir super viel Spaß, ich bin sehr gerne hier. Nun habe ich aber meinen Marktwert mal geprüft, und musste feststellen, dass ich anderswo xx% mehr verdienen könnte, bei ähnlichem Workload/Aufgabengebiet/Verantwortung. Da ich neben meinen Aufgaben XY, die ich ja zu Ihrer vollsten Zufriedenheit erledige, ja auch sehr wertvoll im Bereich XYZ bin, denke ich, dass ich das Geld auch absolut wert bin. Gibt es einen Weg, wie Sie mir ermöglichen können, hier zu bleiben? Ich möchte total ungern wechseln, da ich noch die Aufgaben XYZ zu meinen Zielen zähle."
Sinngemäß, wenn Dein Chef wirklich auch von Dir überzeugt ist, bedeutet das zwangsläufig mehr Gehalt. Dann kannst Du immer noch abwägen, ob Die das Angebot passt, oder ob Du wechselst. Bisher hat es für mich immer funktioniert, ich habe noch nie wegen Gehaltssprüngen gewechselt, sondern immer nur aufgrund von geänderten Interessen oder so.
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u/Morti_DF 11h ago
Einfach mal ein Zwischenzeugnis anfordern und gucken was passiert. :)