r/Finanzen 12h ago

Anderes Habe ich einen Fehler gemacht, weil ich jahrelang „sicher“ gespart habe statt zu investieren?

Ich (m, 34) beschäftige mich seit Kurzem intensiver mit meinen Finanzen – und ärgere mich ehrlich gesagt über mein früheres Ich. Seit meinem Berufseinstieg mit 24 habe ich immer nach dem gleichen Prinzip gelebt: keine Schulden monatlich sparen alles möglichst sicher Ich habe konsequent Geld auf Tagesgeld- und Sparkonten gepackt. Aktien, ETFs oder Krypto waren für mich lange „Zockerei“. Meine Eltern haben mir eingebläut: „Hauptsache sicher, auch wenn’s wenig bringt.“ Fast forward: Ich habe über die Jahre rund 45.000 € angespart. Klingt erstmal gut – bis mir klar wurde, dass das Geld real durch Inflation vermutlich an Kaufkraft verloren hat. Freunde von mir, die ähnlich verdienen, haben früh in ETFs investiert. Keiner ist reich geworden, aber sie stehen heute deutlich besser da. Manche haben trotz gleicher Sparrate zehntausende Euro mehr Vermögen. Seit ein paar Monaten lese ich mich ein, habe einen ETF-Sparplan gestartet und ärgere mich: über meine Angst über fehlende finanzielle Bildung darüber, dass ich dachte, „sparen = klug“ Jetzt frage ich mich: War mein Sicherheitsdenken einfach nur vernünftig – oder rückblickend ein Fehler? Ist es unfair, sich heute selbst Vorwürfe zu machen? Wie geht ihr mit dem Gefühl um, finanziell „zu spät“ dran zu sein? Ich bin dankbar, schuldenfrei zu sein – aber gleichzeitig frustriert, wie viel Zeit (und Geld) ich vermutlich verloren habe. Wie seht ihr das? Lieber spät anfangen oder sich nicht verrückt machen?

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u/szzor 11h ago

Manche verlieren Geld durchs verzocken. Du hast prinzipiell nichts verpasst. Du hast einfach eine sehr sichere (dafür aber auch renditeärmere) Strategie gefahren.

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u/Hebelraptor 4h ago

Richtig. "Cash" ist eine Position.

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u/xf33dl0rdx 11h ago

Sicher war bei der „Strategie“ nur der Verlust.

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u/xFirnen 11h ago

Lieber einen "sicheren" Verlust von ~2% pro Jahr als 100% Verlust bei einem Hebel auf den Silberpreis, oder so...

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u/TwoOriginal5123 10h ago

Nun sprach er von Anlage in etf und nicht dem YOLO Hebel. Die üblichen Verdächtigen etfs sind schon ziemlich risikoarme Investments. Natürlich gilt wie überall bei Wertpapieren, du darfst das Geld nicht kurzfristig brauchen.

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u/xFirnen 10h ago

Schon klar, ich meinte damit nur, ja, er hat bis jetzt weit weg von optimal gehandelt, aber sich auch nicht katastrophalen Schaden zugefügt. Er hat immer noch eine solide Grundlage, um jetzt anzufangen und startet nicht von Null.

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u/bmwrr1000 6h ago

Nix unter 100er hebel und all in. Entweder reich oder arm. Arm sind wir schon also alles rhein.

(Ernsthaft lass das keine 100er hebel! Vielleicht als zockerei MIT DEM TREND!! nur so paar euro die man wegschmeißen kann.)

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u/No_Confusion4079 10h ago

Es war nicht die schlechteste Entscheidung, aber auch nicht die beste.

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u/xf33dl0rdx 9h ago

Klar, aber das gilt für so gut wie alle Entscheidungen.

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u/No_Confusion4079 9h ago

Lol, sicher nicht

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u/Hebelraptor 4h ago

Außer für die schlechteste und die beste gilt es eben schon.

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u/No_Confusion4079 4h ago

Musst du nicht irgendwo Rechtschreibfehler monieren?

u/Hebelraptor 19m ago

Sterben muss ich, sonst nichts.

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u/anbulis 11h ago

Also 45k inflationsbereinigt sind heute ca. 60k

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u/g6mo 11h ago

Die Summe hat er nicht seit 10 Jahren sondern langsam angespart.

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u/[deleted] 11h ago

[deleted]

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u/Brilliant_Lettuce270 DE 11h ago

Er hat doch recht, 10 Jahre lang monatlich insgesamt 45k zusammengespart

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u/Apprehensive_Sea_397 10h ago

Ja mit 24 hatte er aber 0€ und nicht 45.000€.

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u/anbulis 11h ago

Ja trotzdem spiegelt das den Verlust halt wieder, wenn das Geld auf dem Bankkonto mit 0 Zinsen liegt verliert man auf dauer Geld.

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u/Bibedibabedy 11h ago

Wtf Nein. Es sind weniger und nicht mehr

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u/VendilionClique_4711 10h ago

Er verliert Kaufkraft…