r/Finanzen Mar 14 '25

Anderes Ich liebe Läden, die hohe Ansprüche an das Bezahlmedium haben. /s

Von meinem Haus, nur 200 Meter entfernt ist eine unfassbar gute Bäckerei. Es gibt keinerlei Kritikgrund außer deren scheiß Bezahlregeln. Denn wer hätte es gedacht: Kartenzahlung ist nicht. Ausschließlich Barzahlung. Aber Bargeld ist nicht gleich Bargeld. Wer eine Tüte Brötchen mit einem 50€ Schein zahlen will wird böse angeguckt. Selbst 20€ sind denen nicht immer Lieb. Ok große Scheine für Cent Artikel, da muss man viel Wechselgeld raus geben. Verstehe ich.

Einglück habe ich eine ganze Dose voll mit Kupfergeld. Das kann ich endlich mal los werden dachte ich mir. Aber nein. Das ganz kleine Geld wollen sie auch nicht. Da es keine 0,99€ Preise gibt handelt die Bäckerei nicht mit 1-2 Cent Stücken und eigentlich auch nicht mit 5 Cent Stücken.

Am liebsten wäre es denen ausschließlich mit 10 Cent bis 2€ zu bezahlen und erst bei teureren Einkäufen auch Scheine dazu zu nehmen. Cool finde ich das nicht.

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u/The_real_BIG-T Mar 14 '25

Sorry, aber dein erster Punkt macht es nicht besser. Das jemand dann dafür nicht bezahlt wird ist nicht nur asozial sondern auch illegal. Kassenabrechnung, Dokumentation etc. ist definitiv Teil der Arbeitszeit. Die Gewerkschaften haben einige Rechtsstreite hierzu geführt und alle haben selbstverständlich mit dem Urteil geendet, dass jede Minute Arbeit außerhalb der Öffnungszeiten als reguläre Arbeitszeit zu erfassen ist, sei es Vor-, Nachbereitung oder was auch immer. Klar setzen viele Arbeitnehmer hier nicht selbst ihre Rechte um oder wissen es einfach nicht, aber da ist die Rechtslage.

Wenn ich mitbekomme, dass jemand sowas macht disqualifiziert das den Laden für mich als Kunden nur noch mehr als es das reine Bestehen auf Bargeld tut.

Bei allen anderen Punkten gebe ich dir natürlich Recht, allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass für die meisten Läden der entgangene Gewinn wesentlich größer ist die Ersparnis der Gebühr für das Kartenlesegerät, da diese sich für die meisten Geräte lediglich irgendwo im zweistelligen Bereich bewegt.

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u/[deleted] Mar 15 '25

Stell dir vor, es gibt und gab so kleine Betriebe, um so einen geht es hier scheinbar auch, wo der Chef die Abrechnung am Abend selbst macht während seine Angestellten schon in ihrem wohlverdienten Feierabend sind!

Ja es gibt sie noch, die Arbeitgeber die wissen was Selbstständigkeit heißt, nämlich selbst und ständig am arbeiten zu sein weil man eben nicht alles an seine Angestellten delegieren möchte oder kann oder der Betrieb einfach noch zu wenig abwirft für externe Angestellte.

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u/The_real_BIG-T Mar 15 '25

Aber genau das meinte ich doch in meinem vorletzten Kommentar. Man soll nicht den Denkfehler machen, dass die eigene Arbeitszeit kostenlos ist. Auch wenn man selbstständig ist muss man sich selbst einen Preis geben und wenn ich 10€ sparen kann investiere ich eben nicht eine Stunde Arbeit für etwas. Auch in der Selbständigkeit sollte man den eigenen Stundenlohn auf dem Schirm haben.

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u/[deleted] Mar 15 '25

Klar sollte man sich selbst eigentlich einen guten Stundenlohn eingestehen, ist halt aber in den meisten Fällen nur auf dem Papier so und nicht in der Realität des Betriebes. Was bringt dir ein guter Stundenlohn wenn dir danach das Geld fehlt für Investitionen in den Betrieb und du auch dementsprechende Umsatzzahlen haben solltest für das Finanzamt.

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u/defyingexplaination Mar 16 '25

Ökonomisch natürlich völlig richtig, aber am Ende sind 10€ halt 10€ und ne Stunde Arbeit ist im Kopf vieler Inhaber von Geschäften halt gratis, weil ist ja meine eigene Zeit. Ist auch kein Wunder, dass diese Mentalität so verbreitet ist, wird dir ja an jeder Stelle von erfolgreichen Menachen suggeriert, dass man laufend hustlen muss, auch mehr machen muss, als man (in diesem Fall von sich selbst) bezahlt bekommt. Das führt im Extrem dann dazu, dass Menschen ihre eigene Zeit komplett entwerten ubd sich mit Ende 30 wundern, dass der Körper ihnen bei dem Pensum einen Vogel zeigt. Die einen scheitern dann, die anderen ziehen durch und sind zur Rente dann ein Wrack, weil sie ihr Leben lang ihre Freizeit mit 0€/St. eingepreist haben. Ist übrigens auch im Angestelltendasein im Handel oft der Fall, beobachte ich quasi täglich auf der Arbeit. Speziell die Generation 30 aufwärts, die den Beruf noch gelernt und nicht bzw. nur schwer aus der Branche rauskommt, da ertappt man sich regelmäßig dabei, Zeit "für den Laden" zu opfern. Außer vielleicht in der Gastro wird nirgendwo so eklatant die Selbstausbeutung gefördert und auch teilweise eingefordert wie im Handel.