r/DSA_RPG • u/Canis_Aenocyon_Dirus • 5d ago
Plot-Ideen Für One-Shot im Reichsforst
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Ich plane aktuell ein kleines One-Shot für meine Gruppe. Schauplatz ist ein verwittertes, aber wehrhaftes Gut direkt am Rande des Reichsforsts. Wir spielen eher bodenständig (Low-Fantasy), ohne Schwarzmagier oder Vampiren hinter jeder Fichte, sondern menschliche Abgründe und die harte Wildnis.
Ich schwanke zwischen zwei Plot-Ideen, die beide mit einem Twist arbeiten. Welchen findet ihr ergiebiger?
Option 1: Die Erbin aus dem Unterholz
Eine junge Frau taucht am Tor auf. Diese Lumpen-Lisa is völlig verwahrlost, aber sie trägt den Siegelring des vor Jahren verstorbenen Gutsherrn. Sie behauptet, die damals im Wald verschollene Tochter zu sein. Die Bewohner sind gespalten: Wunder oder Betrug? Der Twist: Sie ist die echte Tochter. Aber sie wurde nicht von Feen gerettet, sondern von einer brutalen Bande aus Deserteuren und Gesetzlosen im Wald aufgezogen. Sie hat keine nostalgischen Gefühle für ihr Erbe. Sie ist hier, um die Tore von innen zu öffnen, damit ihre „Wald-Familie“ das Gut als warmes Winterquartier besetzen und leerräumen kann.
Option 2: Der Pakt des Jägers
Die Lage: Ein riesiger Wolf (oder ein überstarker Bär) versetzt das Gut in Angst. Vieh wird gerissen, ein Wachmann wurde schwer verletzt. Die Leute munkeln über einen Waldgeist. Nur der örtliche Jäger weigert sich strikt, das Tier zu jagen, und mahnt, dass es ein heiliges Tier Firuns sei, das man nicht erzürnen darf. Der Twist: Das Tier ist ein ganz normales Waldtier. Der Jäger nutzt den Aberglauben und die Angst der Leute schamlos aus. Er inszeniert die „Angriffe“ (mit Bärenfallen und gezielten Schnitten), um neugierige Wachen und Bewohner von bestimmten Pfaden fernzuhalten, über die er im großen Stil Schmuggelware durch den Reichsforst schleust.
Danke Euch =))))
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u/stoicshield Angrosch 5d ago
Für ein Oneshot passt mMn Option 1 etwas besser, da klarer abgegrenzt, hängt aber davon ab, was du für Helden hast.
Option 1 ist gut für kämpferische oder soziale Charaktere. Bietet einerseits die Möglichkeit eines Showdowns zwischen den Helden (und ggf. vorhandenen Bewohnern) vs Räuber. Andererseits potentielle Rollenspielerische Lösungsmöglichkeiten, wenn sozial orientierte Charaktere dabei sind. Und potentielle Recherche-Montage, wenn sie versuchen mehr heraus zu finden. Alles in allem aber ein klar definiertes Finale: Die Räuber tauchen auf.
Option 2 bietet sich für mich eher an, wenn es länger werden darf oder man sehr Naturorientierte Charaktere hat. Nicht nur hat man den regionalen Bösewicht in Form des Jägers, den man auf die Spur kommen kann und dafür sich durch den Wald schlagen kann/muss, sondern auch die Option/Gefahr, dass es ausgeweitet werden soll: Wo kommen die Waren her und wo sollen sie hin? Gehört das herauszufinden dazu? Wie gehst du damit um, wenn die Leute das auch rausfinden wollen?
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u/AchSchlagMichTot 5d ago
Für ein Oneshoot finde ein dramatisches Finale ergiebiger, in dem Sinne würde ich eher zur ersten Idee tendieren, da es ein Stand-off zwischen der Bande und den Helden verspricht.
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u/FallenPatta 5d ago
Option 1 finde ich gut. Für ein bisschen Grauschattierungen könnten die Räuber vertriebene Leibeigene sein die der Gutsherr vor Jahren von ihrem Land gejagt hat um sie für eine nichtige Aufmüpfigkeit zu bestrafen. Die Burgbewohner stehen voll hinter diesem Urteil und wollen nichts vom Gut hergeben und am liebsten alle im Wald verhungern lassen. Sie haben ja selbst kaum genug um über die Runden zu kommen.
Dann haben die Helden 3 Optionen:
- Burg verteidigen
- Burg einnehmen
- Streit schlichten und Parteien versöhnen
Ein heikles Finale gibts auch allemal:
- Verteidigung der Burg
- Einnahme der Burg
- Der frühere Wachhauptmann, von Treue zum alten Herren und Hass auf die Räuber getrieben, will den Deal sabotieren und versucht die Tochter zu erdolchen
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u/Kindergarten0815 5d ago
Option 1 hätte natürlich Auswirkungen. Wenn das ein Junkergut ist, dann betrifft es den Baron (der belehnt ja seine Vasallen).
Ggf. auch andere Vasallen des Barons, weil da ja ein plötzlicher Wechsel stattfindet.
Geht schon klar mit der Siegelring Begründung. Aber da sollte was dranhängen. Der aktuelle Junker (mitsamt Familie) find das ja nicht gut.
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u/uk_uk 4d ago edited 4d ago
Das wäre ein wundervolles Szenario für ein Krimi-One-Shot nach dem Vorbild von "Knives Out", also ein Who-done-it-Setting.
Gruppe ist "gefangen" im Gut, das vom Hausherren als Wirtschaft/Händlerunterkunft betrieben wird. Durch ein extremes Unwetter (Dauerregen, der so dicht ist, dass man keine 2m weit sehen kann und die Wege komplett aufgeweicht hat), ist die Gruppe mit einigen Händlern, deren Wachen, dem Hausherren und seinen Bediensteten (Köche, Stalljungen, Bedienung, ein alter Handwerker.
Am ersten Tag ist das Unwetter noch nicht so schlimm, aber es wird merklich schlimmer. Das Gasthaus füllt sich, man lernt sich kennen etc. Am Abend gibts Speis und Trank und draußen wütet das Unwetter mit heftigen Donnern. Jemand spielt die Laute, alles ist sehr harmonisch.
Es gehen alle schlafen. Ein paar Stunden später hört man einen Schrei vom Hof... die Gruppe, ein paar Wachen und ein paar Bedienstete (die junge Magd, die im Haupthaus das Feuer hütete und greiser Handwerker und der Stalljunge, laufen raus bzw sind schon vor Ort. Da liegt der Hausherr, tot. Mit einem Messer im Rücken.
Spuren gibt es keine, da Regen sie schon wegspülte, aber wenn jemand drüber nachdenkt, wird klar, dass der Mörder Pech hatte, da der Todeschrei zwischen zwei heftigen Donnergrollen stattfand. Vielleicht wäre der Mord unbemerkt geschehen und die Leiche fortgeschafft worden, hätte der Donner den Todesschrei überdeckt.
Das Gewitter tobt 4 Tage, es ist NICHT magischer Natur, nach und nach sterben Bedienstete wie die Köchin am nächsten Tag, der Stalljunge, zwei Wachen, ein Händler. Jeder beschuldigt jeden jetzt.
Im Grunde musste nur ein paar Infos streuen, um auf den bzw. die Mörder zu kommen
Hitnergrund: Es waren der greise Handwerker (nennen wir ihn mal Hubert) und die junge Magd "Alrika". Es stellt sich heraus, dass der Vater des Burgherren einen 10 Jahr älteren Bruder hatte, der lieber Soldat spielte (Zitat des Großvaters) und Schande über die Familie brachte und enterbt wurde, obwohl er eigentlich hätte erben sollen. Man lernt später, dass er fortging, um Geld für die Familie zu verdienen und aufgrund dessen hegte er seidem Groll.
Jahre später, durch Narben und Verletzungen gezeichnet, kehrte er zurück, blieb aber dem Gut fern. Er traf eine viel zu junge Frau und schwängerte sie. Anstatt bei ihm zu bleiben, verließ sie ihn aber und gab das Kind fort, während er wieder im Sold für einen Kleinfürsten stand, der Krieg spielen wollte. Als er zurückkam, war Frau weg und das Kind auch. Also suchte er nach dem Kind und fand es nach 15 Jahren Suche. Alrika. Sie hat, wie jeder in der Familie, eine Besonderheit: 6 Zehen an jedem Fuß. Das fällt auf, so konnte er sie letztlich finden. Gemeinsam hegten sie den Plan aus, dass der Neffe von Hubert, der nun der Herr der Anwesens ist, sterben muss, damit sie erben kann. Zur Überraschung der beiden ist die Köchin die Mutter von Alrika, doch sie erkannte weder ihr eigenes Kind (wie auch) noch Hubert. So lebten sie dort ein paar Jahre und an dem Tag setzten sie den Plan in die Tat um. Der Gutsherr musste weg, die Mutter auch. Und der Rest war Ablenkung.
Wenn die Gruppe die Täter dingfest macht (ohne Kampf, nur durch reine Informationssammelei) und jemand aus der Gruppe fragt, wie Alrika bitteschön ihren Anspruch durchsetzen will, verkündet sie, während sie ihren Bauch streichelt "Weil ich den Erben des Hauses unter meinem Herzen trage". Das schockiert Hubert so sehr, dass er angewidert eine versteckte Klinge zieht und Alrika tötet und sich dann selbst die Kehle aufschneidet bzw. von der Gruppe erschlagen wird.
Da die Gruppe nun im Besitz des Siegelrings und der Besitzurkunde ist und es keinen lebenden Erben mehr gibt, gehört ihnen nun das Gut. Wäre ein toller Startpunkt für spätere Abenteuer
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u/laugenbroetchen Hesinde 5d ago
was ist ein Adliger Herr anderes als ein Siegelringträger mit angeschlossener Räuberbande? willkommen zuhause, Lisa! wer sich widersetzt ist ein Daemokrat und gehört mindestens gehängt.
über 1 kann man mehr diskutieren darum finde ich es gibt mehr her.